Kategorien
Fotografie Fotokurs Zubehör

Fernauslöser/Timer-Anschluss ändern

Timer für Canon EOS mit N3-Stecker umbauen auf Klinkenstecker

Wie im Artikel über den Fernauslöser-Timer beschrieben, gibt es leider bei den digitalen Canon-Spiegelreflexkameras zwei verschiedene Anschlussstecker. Während die „höherwertigen“ Modelle 20D bis 50D, 7D, 5D etc. über einen sogenannten N3-Anschluss verfügen, haben die „Einsteiger“-Kameras 1000D, 400D, 500D, etc. eine Klinkenbuchse als Fernauslöser-Anschluss. Bisher konnte man sagen, dass die drei- und vierstelligen EOS-Kameras Klinkenstecker benötigen, während die zwei- und einstelligen EOS den N3-Stecker brauchen. Leider hat Canon mit der 60D dieses Prinzip verlassen (es war wohl noch nicht kompliziert genug mit zwei verschiedenen Steckersystemen für exakt die gleiche Aufgabe), und die „zweistellige“ EOS 60D benötigt den Klinkenstecker, zählt also fernauslösermäßig zu den Amateurmodellen.

Da ich Ende 2010 von der 20D auf die 60D umgestiegen bin, stand ich natürlich vor dem Problem, dass mein bisheriger Fernauslöser-Timer nun nicht mehr passt. Aber für 2,50 Euro Materialkosten habe ich meinen Timer so umgebaut, dass er nun für beide Steckersysteme geeignet ist. Wie der Umbau ablief, will ich in diesem Artikel beschreiben.

Die Steckerbelegung von N3- bzw. Klinkenanschluss ist im Grunde ganz einfach und wird auf der Traumflieger-Seite Fernauslöser-Anschlüsse für Canon DSLR sehr gut erklärt. Es gibt einen Kontakt für Fokus (entspricht Auslöser halb durchdrücken) und einen für Auslösung (entspricht Auslöser ganz durchdrücken). Der jeweilige Kontakt muss für die entsprechende Funktion mit Masse verbunden werden (Masse ist die lange Lötfahne mit dem Kabelklemmer, die mit dem Gewindeteil des Steckers bzw. der Kupplung verbunden ist). So viel Elektrotechnik verstehe selbst ich. Und gelötet habe ich vor ca. 20 Jahren auch öfters. Es sollte also klappen mit dem Umbau.

Timer nach dem UmbauMeine Vorstellung war nun, den Timer so umzubauen, dass er statt des N3-Steckers einen 2,5mm Klinkenstecker hat, der direkt in die 60D (bzw. eine drei- oder vierstellige EOS) gesteckt werden kann. Zusätzlich sollte das abgeschnittene Ende mit dem N3-Stecker eine Klinkenkupplung erhalten, so dass man den Timer auch weiterhin für die (Semi)Profi-Canons verwenden kann, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Die Abbildung zeigt den Timer nach dem Umbau und sollte deutlich machen, was gemeint ist.

Also habe ich mir für die besagten 2,50 Euro in einem Elektronikladen eine dreipolige (Stereo-)Klinkenkupplung 2,5mm und einen ebenfalls dreipoligen Klinkenstecker 2,5mm gekauft. Meine Versuche, diese Pfennigartikel im Internet zu bestellen, wurden jeweils durch Mindestbestellmengen, Mindermengenzuschläge und Paketversandkosten vereitelt; selbst in Ebay fand ich keinen Händler, der diese zwei winzigen Teile in einen Umschlag steckt und preiswert als Warensendung verschickt. Nunja, zum Glück gibt’s ja noch Fachhändler mit Ladengeschäften.

Klinkenkupplung und KlinkensteckerAls ersten Umbauschritt habe ich mit einem Durchgangsprüfer (kann ein Multimeter eingestellt auf Widerstandsmessung sein oder eine beliebige andere Möglichkeit zu prüfen, welche Kontakte verbunden sind und welche nicht) untersucht, wie die Lötfahnen innerhalb der Stecker- bzw. Kupplungsgehäuse zueinander passen. Also beides zusammengesteckt und Durchgang geprüft. Bei meinen Modellen zeigte sich, dass Kupplung-Oben mit Stecker-Unten verbunden war und umgekehrt, also über Kreuz. Schnell auf einem Schmierzettel notiert.

Testen der Belegung des Klinkensteckers in der 60DNachdem dies geklärt war, habe ich den offenen Klinkenstecker in die 60D gesteckt und mit einer Metallspitze getestet, welche der beiden Lötfahnen bei Verbindung mit Masse die Fokus-Funktion startet. Dazu muss die Kamera natürlich eingeschaltet werden und das Objektiv sollte auf Autofokus geschaltet sein. Es zeigte sich bei meinem Stecker, dass die Kamera scharfstellt, sobald ich die längere Lötfahne mit Masse verbinde, wie auf dem Foto zu sehen.

Für das Testen der Auslösefunktion (hier: kürzere Lötfahne) muss die Kamera natürlich zuvor scharfgestellt haben (sofern sie auf One-Shot steht), oder man stellt das Objektiv hierfür auf MF.

Auf meinem Schmierzettel konnte ich mir nun notieren: Klinkenstecker Lang = Fokus, Kurz = Auslöser.

Nun kam der schmerzliche Moment, mit der Schere das Kabel zu kappen. Ab jetzt gab es kein Zurück mehr. Da der Timer später mit dem restlichen Kabel auskommen soll, sollte man das Kabel nicht allzu weit vom N3-Stecker durchtrennen, aber genügend Platz lassen; dass man auch später daran noch löten kann.

Das abgeschnittene N3-Ende habe ich nun in die alte 20D gesteckt und mit den freigelegten 3 Litzen experimentiert, welche Auslöser, Fokus und Masse ist. Es zeigte sich, dass die 20D fokussierte, wenn ich blau mit weiß verband und dass sie auslöste, wenn ich rot mit weiß verband. Beim Zusammendrücken des blauen mit dem roten Kabelende passierte hingegen nichts. Somit war die Kabelbelegung in meinem Timer klar:
Weiß = Masse, Blau = Fokus, Rot = Auslöser.

Anschlüsse von Stecker und KupplungAlles wieder auf dem Zettel notiert, und nun konnte die Steckerlöterei beginnen. Da nun geklärt war, dass das Fokus-Kabel blau ist, konnte man daraus auch ableiten, dass dies an die längere Lötfahne des Steckers gehört.

Doch zunächst lötete ich die Kupplung an das abgeschnittene N3-Kabelstück. Durch die anfangs festgestellte Über-Kreuz-Anordnung zwischen Stecker und Kupplung konnte ich nun feststellen, welches Kabel an welche Lötfahne gehört – wie auf dem Foto zu sehen. Man sollte nicht vergessen, spätestens jetzt vor dem Anlöten die Kunststoffhülse über das Kabel zu schieben, denn sonst hat man nachher ein Problem.

Beim Löten sollte man darauf achten, dass sich der Stecker bzw. die Kupplung möglichst wenig erwärmt. Also nur so lange löten wie nötig, dabei die Wärme mit einer Zange abführen, und zwischen den Lötschritten genügend Abkühlungspausen einlegen. Denn speziell bei dem Stecker gilt: Wenn man ihn durch zu hohe Temperatureinwirkung instabil gemacht hat, könnte im Ernstfall die Steckerspitze in der Kamerabuchse hängen bleiben, und das könnte eine teure Reparatur zur Folge haben.

Testen des Adapters an der 20DNachdem die drei Litzen angelötet, das Kabel in der Zugentlastung eingequetscht und das Gehäuse aufgeschraubt ist, wird es Zeit für einen Test. Dazu habe ich wieder das offene Steckerteil in die nun fertige Kupplung gesteckt und an der 20D ausprobiert, ob sie bei Verbindung der Masse mit der langen Lötfahne fokussiert und ob sie beim Schalten an der kurzen Lötfahne auslöst. Test bestanden: Der Adapter ist damit fertig.

Timer mit neuem Klinkenstecker an der 60DNach dieser erfolgreichen Lötkolben-Generalprobe kann nun auch der Klinkenstecker an das Timer-Kabel gelötet werden. Wie oben bereits herausgefunden: Blaues Kabel an die lange Lötfahne und rotes an die kurze – jedenfalls bei meiner Hardware. Und wieder nicht vergessen, vor dem Löten die Kunststoffhülse über das Kabel zu schieben. Und noch mehr als bei der Kupplung auf ausreichende Wärmeabfuhr achten, damit der Stecker stabil bleibt. Wenn alles verlötet, gequetscht und zusammengeschraubt ist, kann der Timer-Fernauslöser an der 60D erstmals zeigen, wie schön er fokussieren und auslösen kann. Zum Ausprobieren braucht man die Timer-Elektronik gar nicht einschalten; der Auslöseknopf des Timers hat wie der an der Kamera zwei Stufen und fokussiert beim Halb-Durchdrücken, während er beim Ganz-Durchdrücken auslöst.

Klinken-Timer mit angestecktem N3-Adapter an der 20DDa nun beide Komponenten einzeln gezeigt haben, dass sie funktionieren, wird der Test mit der 20D zeigen, dass sie auch zusammen gut funktionieren. Damit ist der Umbau erfolgreich abgeschlossen.

Nun kann ich es ja verraten: In Wirklichkeit habe ich im Elektronikgeschäft 5 Euro gelassen und zwei Kupplungen sowie zwei Stecker gekauft. Einerseits für den Fall, dass ich mir einen beim Löten verhunze. Andererseits aber auch als Option, damit ich mir bei Bedarf schnell mit einem dreipoligen Kabel eine Verlängerung löten kann, falls ich meine alte oder neue Kamera mal aus 10 oder 20 Metern Entfernung auslösen möchte (Tierfotos, etc.). Denn mit meiner Umbau-Lösung bin ich sehr flexibel; ein dreipoliges Verlängerungskabel mit 2,5mm Kupplung und Stecker lässt sich für beide Kamera-Anschlüsse nutzen.

Werkzeuge für den UmbauAbschließend noch ein Blick auf meinen Schreibtisch nach dem Umbau. Viel ist es nicht, was man dazu braucht. Wer allerdings keinen Durchgangsprüfer und keine Lötstation hat, der ist vermutlich doch besser damit bedient, sich den passenden Timer zu kaufen und den anderen gebraucht zu verscherbeln.

Leider funktioniert der Umbau nur in dieser Richtung (also von N3 auf Klinke). Wer den Klinken-Timer hat und auf ein „höherwertiges“ Modell mit N3-Anschluss wechselt, findet leider bisher keine N3-Stecker/Kupplung-Verbinder im Zubehörhandel – ebensowenig wie fertige Adapter von Klinke auf N3 bzw. umgekehrt. Schade, dass sich noch kein Hersteller dieses Problems angenommen hat. Aber der oben verlinkte Traumflieger-Artikel nennt ja auch für diese Fälle Lösungsmöglichkeiten.

Kategorien
Bildbearbeitung Buch und Heft Fotografie

c’t Digitale Fotografie 01-2011

Außer dem zweiwöchentlich erscheinenden Computermagazin c’t gibt es aus gleichem Hause auch seltener erscheinende Spezialausgaben zu bestimmten Themen. Hier möchte ich nun die aktuelle Ausgabe 01/11 von c’t Digitale Fotografie vorstellen. Die Zeitschrift mit unserem Lieblingsthema erscheint vier mal jährlich und ist noch bis Ende März die aktuelle Ausgabe.

Titelblatt c't Digitale Fotografie 01/11Das Heft eröffnet mit einem Portfolio des Fotoprojektes „Strange Places“ der jungen Fotografin Claudia Höhne. Hat mich nicht völlig überzeugt, aber ist m.E. ganz nett anzuschauen.

Der erste „technische“ Artikel testet „Kompaktkameras von klein bis Superzoom“. In den einführenden Absätzen fand ich den Hinweis interessant, dass manch eine digitale Kompakte statt einer richtigen Blende nun „einschwenkbare Neutraldichtefilter“ verwendet, damit Abblenden bei den kleinen Sensoren nicht zu Beugungsunschärfen führt. Natürlich hat dies zur Folge, dass meine Erläuterungen im Fotokurs bezüglich Blende und Schärfentiefe bei solchen Konstruktionen nicht anwendbar sind, denn es wird bei diesen Kameras ja keine Blende verstellt, sondern ein Graufilter in den Strahlengang geklappt. Naja…

Im weiteren Verlauf dieses Artikels werden folgende 9 Kameras jeweils auf einer eigenen Seite vorgestellt – mit vergleichbaren Ausschnitten aus Testbildern, Beschreibung von guten und schlechten Kamera-Eigenschaften, Messwerten, Bildkritik und Beschreibung der Video-Fähigkeiten:

  • Canon Digital IXUS 1000 HS
  • Canon PowerShot G12
  • Canon PowerShot SX30 IS
  • Fujifilm FinePix F300EXR
  • Nikon Coolpix P7000
  • Panasonic Lumix DMC-FX700
  • Panasonic Lumix DMC-FZ100
  • Ricoh CX4
  • Sony Cyber-shot DSC-WX5

Während dieser Artikel von „Dr. Klaus Peeck“ geschrieben war, gibt der folgende Artikel „Klaus Peeck“ als Autor an. Wollen wir hoffen, dass sich dahinter kein guttenbergisches Schicksal verbirgt. ;-)

Der folgende Artikel trägt jedenfalls den Titel „Digitale Systemkameras für Einsteiger und ambitionierte Amateure“. Und auch ohne Doktortitel ist der Artikel mindestens von gleicher Qualität; aber technisch interessanter, da er sich mit den verschiedenen Lösungen für Wechselobjektiv-Kameras befasst. Neben drei „klassischen“ digitalen Spiegelreflexkameras mit Klappspiegel wird auch eine Kamera mit teildurchlässigem Spiegel vorgestellt, sowie eine der noch recht neuen Geräteklasse spiegellose Systemkamera. Im Einzelnen sind dies folgende Kameras, denen wieder jeweils eine komplette Seite gewidmet ist (mit Ausschnitten aus dem gleichen Testfoto, so dass auch ein Vergleich zu den Kompaktkameras aus dem ersten Test möglich ist):

  • Canon EOS 60D (Spiegelreflexkamera)
  • Nikon D3100 (Spiegelreflexkamera)
  • Nikon D7000 (Spiegelreflexkamera)
  • Olympus PEN E-PL1 (spiegellose Systemkamera)
  • Sony SLT A55V (teildurchlässiger Spiegel)

Die folgenden 26 Seiten widmen sich ausführlich dem Thema Panoramafotografie. Es werden u.A. die perspektivischen Grundlagen erläutert, verschiedene Bauformen von Nodalpunktadaptern und sonstigem Zubehör vorgestellt, einige ausklappbare Beispielpanoramen gezeigt, sowie verschiedene Panorama-Arten erläutert, sowie die Software, mit denen sich diese aus den Einzelbildern zusammensetzen lassen.

Der zweite Schwerpunkt des Heftes befasst sich mit der Nah- und Makrofotografie. Auch dies eine ausgezeichnete Einführung in das komplexe Thema. Man bekommt beispielsweise Tipps zu Objektiven und sonstigem Zubehör (Telekonverter, Umkehrringe, Balgengeräte, Zwischenringe, Makroblitze, Winkelsucher, …). Weitere Artikel dieses Schwerpunktes widmen sich den fotografischen Techniken und der Aufnahmepraxis, hauptsächlich bei Nah- bzw. Makrofotografie von Blumen und Insekten.

Weitere Artikel dieser Ausgabe zeigen die Gewinnerfotos zum Thema Industrie, ein Making-Of des berühmten Fotos einer platzenden Seifenblase, sowie technische Unterschiede von digitalen Bilderrahmen.

Besonders spannend fand ich die folgenden drei Schwerpunktthemen:

  • Adapter für Manuellfokus-Obkektive
  • Geotagging von Fotos
  • Gimp-Tuning mit Plug-ins

Weitere Artikel befassen sich mit Photoshop Elements 9 und mit Lightroom 3.2. Da ich diese Programme nicht besitze, habe ich die Artikel nur flüchtig gelesen.

Abgeschlossen wird diese Ausgabe von c’t Digitale Fotografie mit „DVD-Highlights und Aktionen“ (z.B. Vollversion von PanoramaStudio 1.5.3 und Spezialversion von StudioLine Photo Classic), einem Überblick über die sonstigen DVD-Inhalte, sowie einem Blick hinter die Kulissen des Kameratests.

Für 8,90 Euro erhält der Hobbyfotograf mit dieser Ausgabe genug Lesestoff und Grundlagen eigener fotografischer Experimente für (mindestens) 3 Monate. Meine Meinung: Klare Kaufempfehlung.

Kategorien
Fotografie

Nikon/Canon Stabilitätstest

Wer wissen möchte, wo das „Team“ von Rolands Fotokurs seine bisher zahlreich veröffentlichten Kameratests machen lässt, ;-) der bekommt im folgenden Video einen Einblick in die wissenschaftlich korrekten Arbeitsmethoden unseres bevorzugten Testlabors:

Viel Spaß beim Anschauen. Und mögen Eure Kameras nicht mal 1% dieser Tortur jemals erleben müssen.

PS: Vielen Dank an Christoph Lu aus dem Traumflieger-Forum für diesen seeehr abgefahrenen Youtube-Link.

Kategorien
Fotografie Fotos

Fotos vom Smartphone bloggen

image

Kleiner Test, wie sich Fotos vom Handy aus in den Fotokurs integrieren lassen. Das Bild allerdings ist mit der Real 3D W1 aufgenommen und am PC beschnitten worden.

Das Foto beweist, dass auch heute noch am „alten“ Flughafen Butzweilerhof noch immer Zeppeline landen, auch wenn diese nicht ganz mit der Hindenburg mithalten können.

Die Landung von Germanwings auf dem „alten Flughafen Butzweilerhof“ war vor ca. 2 Wochen. Vielleicht sollte Germanwings mal aktuelles Kartenmaterial kaufen. ;-)

Kategorien
3D-Fotografie Fotografie Fotokurs

Anaglyphenbilder

Bilder für die Brille: Anaglyphen erstellen

Auf dieser Seite möchte ich zeigen, wie man ganz einfach aus den Bildern der Fujifilm Real 3D W1 oder aus beliebigen anderen – mit jeder Kamera herstellbaren – passenden Bildpaaren echte 3D-Fotos machen kann, die am PC mit einer Rot-Cyan-Brille räumlich betrachtet werden können. Solche Fotos finden sich zu Tausenden beispielsweise in der Sektion Anaglyphen der FotoCommunity. Also Brille besorgt und aufgesetzt (Rot nach links, Cyan nach rechts), und los gehts. Zum Einstieg erst einmal meine Anaglyphen, die ich als Roland 3D in der FotoCommunity zeige, als Diashow:

  • An dieser Stelle soll eigentlich die FotoCommunity-Slideshow erscheinen, aber ich habe noch nicht herausgefunden, wie sie auf WordPress.com eingebunden werden kann. Wer sie sehen möchte, findet sie aber in der Bildschirmansicht des alten Fotokurses, die sich hier in einem neuen Fenster öffnen lässt.
    Wer mir eine Lösung nennen kann, wie sich die Diashow hier einbinden lässt, kann mir dies gerne verraten.

Diese Bilder wurden allesamt mit dem Programm StereoPhoto Maker erzeugt, im Fachjargon einfach als SPM bezeichnet. Das Programm ist kostenlos und kann auf stereo.jpn.org/ger/stphmkr heruntergeladen werden. Hier beschreibe ich nun einen einfachen Anfänger-Workflow, der mit wenig Aufwand zu vorzeigbaren Ergebnissen führt. Das Programm kann noch viel mehr (Stapelverarbeitung, etc.), aber hier versuche ich, einen einfachen Einstieg in die Arbeit mit SPM zu geben. Die Beschreibung und die Screenshots beziehen sich auf Version 4.12, aber werden sicherlich auch für aktuellere Versionen brauchbar sein.

Arbeiten mit dem StereoPhoto Maker

StereoPhoto Maker, Screenshot 1
StereoPhoto Maker

Nach dem Download der beiden Zip-Dateien entpackt man diese in einem Verzeichnis. Dort befinden sich dann die Programmdatei stphmkrg.exe und die Hilfedatei stphmkr.chm. Erfreulicherweise braucht SPM keinerlei Installation; nach Doppelklick auf die Exe-Datei startet das Programm direkt. Außer einigen Icons für das Öffnen eines Stereobildes oder eines Bildpaares und der großen schwarzen Arbeitsfläche sieht man zunächst nicht viel.

Mit dem zweiten Icon, „Linkes/Rechtes Bild öffnen…“, wählt man aus dem Verzeichnis zunächst das gewünschte linke Bild. Sofern es in dem Verzeichnis eine zweite Datei gibt, die den gleichen Namen trägt, jedoch mit einem r statt einem l, fragt SPM nach, ob es diese gleichzeitig als rechtes Bild mit öffnen soll.

Noch einfacher ist es übrigens, die beiden Dateien einfach mit gehaltener Maustaste aus dem Windows-Dateifenster über die Arbeitsfläche zu ziehen und dort fallen zu lassen („Drag and drop“). Ebenso geht dies mit einer MPO-Datei statt zwei einzelnen Jpg-Dateien.

StereoPhoto Maker, Screenshot 2
Grau-Anaglyphe

Nach Öffnen des Stereobildpaares erscheinen diese zunächst nebeneinander. Ein Klick auf das Symbol „Grau Anaglyphen“ ermöglicht einen ersten Eindruck, ob das Bild als 3D-Motiv taugt. Wahlweise kann man sich das Bild natürlich auch schon als Farb-Anaglyphe oder als Halbton-Anaglyphe anschauen. Ich empfehle jedoch zunächst die Betrachtung als Grau-Anaglyphe, denn dabei treten keine Farbfehler auf („stereoskopischer Glanz“, etc.), die von der genauen Wahrnehmung der Justierung ablenken.

Für Leute mit 3D-Monitoren gibt es hier natürlich noch andere Wiedergabemöglichkeiten wie Interlaced-Darstellung für Polfilterbrillen oder Pageflipping für Shutterbrillen, etc. Wer mag, kann auch mit Stereobetrachtern experimentieren, die die Einzelbilder übereinander oder nebeneinander benötigen (oder den Parallel- bzw. Kreuzblick lernen). Doch hier bleiben wir bei der Anaglyphentechnik, denn diese ist preiswert und ermöglicht eine bildschirmfüllende Darstellung in hoher Auflösung.

Jedenfalls sieht man schon ohne Brille, dass gewisse Höhen- und andere Justagefehler vorhanden sind, die nun ausgebügelt werden sollen.

StereoPhoto Maker, Screenshot 3
Automatische Justage

Am einfachsten geht dies durch Anklicken des Icons „Automatische Justage“. Nach einigen Sekunden Rechenzeit erscheint ein Fenster, das die vorgenommenen Justagewerte anzeigt. Wie man hier sehen kann, wurde das Bildpaar gedreht, vergrößert/verkleinert, vertikal und horizontal perspektivisch verzerrt und ebenfalls vertikal und horizontal um bestimmte Pixelwerte verschoben.

Die Justage ist meist nach Anklicken des „Auto“-Buttons fast perfekt. Lediglich der Nahpunkt wird manchmal nicht korrekt erkannt, weshalb eine Verschiebung des Bildpaares hinter das Scheinfenster nötig sein mag, indem man die Rechtspfeil-Taste des Computers drückt. Mit dem Linkspfeil kann man das Bild auch näher an das Scheinfenster heranholen, aber man sollte darauf achten, keine Scheinfensterkonflikte zu erzeugen.

StereoPhoto Maker, Screenshot 4
Automatische Farbjustage

Spätestens jetzt empfiehlt sich ein Klick auf den Button „Automatische Farbjustage“. Dabei wird Farbe, Helligkeit und Kontrast des rechten Bildes an das linke Bild angepasst. In unserem Beispiel waren die beiden Bilder farblich aber bereits sehr ähnlich, daher sieht man fast keinen Unterschied. Eventuell sollte man vor diesem Schritt wieder auf die Nebeneinander-Darstellung der Bilder wechseln, denn dann kann man die Farbjustage besser beurteilen als in der Anaglyphen-Darstellung.

Sollte das rechte Bild die besseren Farben haben, so klickt man zunächst auf das Icon „Vertausche Links/Rechts“, denn die automatische Farbjustage überträgt immer die Farben des linken Bildes auf das rechte. Nach der Farbjustage aber nicht vergessen, zurück zu tauschen, denn sonst ist der schöne Stereoeindruck dahin.

StereoPhoto Maker, Screenshot 5
Farb-Anaglyphe

Nun sollte langsam die Entscheidung fallen, ob man die Anaglyphe als Schwarzweißfoto speichern möchte oder als Farb-Ana. Bei Motiven mit kräftigen Farben führt die farbige Darstellung oft zu Bereichen, die durch die Brille betrachtet unangenehm aussehen (insbesondere rote Motivteile). Daher bietet es sich an, dann auf Halbton-Anaglyphe oder Dubois-Anaglyphe auszuweichen. Mit dem kleinen Abwärtspfeil neben dem Button für Farb-Anaglyphen kann man die verschiedenen Darstellungen ausprobieren.

Unsere Anaglyphe der Kreuzblume vom Kölner Dom hat jedoch nur schwache Farben, weshalb man sie problemlos als Vollfarb-Anaglyphe betrachten kann, wenn man die SW-Version nicht bevorzugt.

Wie man an der Statuszeile des Programms sehen kann, habe ich die Kreuzblume noch etwas weiter hinter das Scheinfenster geschoben (um 8 Pixel), damit der „Stängel“ des Blümchens nicht zu nahe am Scheinfenster klebt.

StereoPhoto Maker, Screenshot 6
Freier Zuschnitt

Nun stören mich nur noch die freien weißen Ecken rechts und links der Domtürme. Mit dem Werkzeug „Freier Zuschnitt“ lässt sich eine beliebige Form aus dem Bild schneiden. Dazu zieht man mit gehaltener Maustaste einen Auswahlrahmen über das Bild. Diesen kann man dann noch verschieben, oder man klickt erneut in ihn hinein, um ihn zu bestätigen.

Nun ist das 3D-Foto in hoher Auflösung fertig. Wenn man sie in Anaglyphen-Darstellung mit Klick auf das Diskettensymbol speichert, dann wird sie als Anaglyphe gespeichert. Stellt man das Bild jedoch zuvor auf „Nebeneinander“-Darstellung um, so wird es als universell verwendbares Stero-Jpg (mit beiden Ansichten in einer Bilddatei) gespeichert, so dass man es später nicht nur als Ana, sondern auch auf einem 3D-Monitor etc. ausgeben kann. Man sollte also unbedingt nicht nur als Anaglyphe speichern, sondern zusätzlich auch als hochauflösendes Stereo-Jpg.

Wichtig: Bei Speicherung als Anaglyphe sollte unbedingt die Option „3D kompatible Kompression“ ausgewählt sein, da so die Qualität höher wird. Als Bildqualität wähle ich gewöhnlich 95%, denn Anaglyphen reagieren empfindlicher auf Jpg-Kompressionsartefakte als normale Jpg-Farbfotos.

Was bleibt, ist die Weiterverarbeitung, um es beispielsweise in der FotoCommunity zu zeigen. Dafür nimmt man das Werkzeug „Vergrößern/Verkleinern“, mit dem sich das Bild auf die maximal erlaubten 1000 Pixel Kantenlänge verkleinern lässt. Auch für das Nachschärfen nach dem Verkleinern und für das Hinzufügen eines Logos oder Copyright-Textes hat SPM Werkzeuge an Bord. Auch bietet das Programm beim Speichern die Einhaltung einer Zielgröße an, denn Bilder für die FotoCommunity dürfen maximal 400 Kilobyte groß sein. Es würde zu weit führen, diese Funktionen hier alle ausführlich vorzustellen, aber mit ein wenig Experimentierfreude dürfte es nach der obigen Einführung nicht schwierig sein, auch in die Feinheiten dieses sehr leistungsfähigen Programms StereoPhoto Maker einzusteigen. Ich wünsche Euch daher viel Spaß mit den selbst erstellten 3D-Fotos.