Mein Arbeitsablauf 4: Sicherungskopie

4. Sicherungskopie (Backup)

„Daten ohne Backup sind als gelöscht zu betrachten“, ist ein viel zitierter und dennoch zutreffender Spruch aus der EDV. Abgesehen von Katastrophen wie abbrennenden, einstürzenden oder überschwemmten Häusern gibt es auch viele alltägliche Datenkiller. Einbruch, Notebook-Diebstahl, Festplatten-Defekte, Gewitterschäden, Benutzerfehler, etc. Wäre doch schade, wenn die jahrelang gesammelten Fotos wegen sowas im Daten-Nirwana verschwinden, oder?

TrayBackup

TrayBackup

Mein aktuelles Backup mache ich auf einer externen USB-Festplatte, die ich nur während des Sicherungs-Vorgangs eingeschaltet an meinem Rechner angeschlossen habe. Auch hierbei habe ich mich nach einer „zukunftssicheren“ Lösung umgeschaut: Ich wollte nicht auf einen bestimmten Anbieter festgelegt sein, dessen Backup-Software vielleicht schneller oder platzsparender ist, der aber vielleicht irgendwann die Entwicklung einstellt, etc. Und bei Windows 7, 8 oder 9 sind meine Backups dann nicht mehr lesbar, weil die Software nicht läuft. Somit kam für mich nur eine Backup-Lösung infrage, die die Dateien als echte einzelne Dateien und Verzeichnisse kopiert, die sich auf jedem zeitgemäßen Rechner ohne Spezialsoftware wieder öffnen lassen. Im Prinzip könnte ich meine Backups daher mit den Windows-Kopierfunktionen machen.

Damit nicht immer alle Dateien überspielt werden müssen, sondern nur die neuen bzw. geänderten, habe ich mir ein praktisches kostenloses Programm gesucht: TrayBackup, das auf www.traybackup.de heruntergeladen werden kann und das auch vom BSI empfohlen wird (wurde). Unter Windows Vista sollte man das Programm als Administrator ausführen, um keine Konflikte mit den Schreibrechten zu bekommen.

Als Standardziel trägt man das externe Laufwerk ein (bzw. ein Verzeichnis darauf), hier im Screenshot ist es Laufwerk J:

Mit dem Plus-Symbol lassen sich in einer Liste die verschiedenen Quellen anlegen. Im Beispiel mein Daten-Verzeichnis auf Festplatte D: und mein Verzeichnis auf H: mit den fertigen Jpg- und Cr2-Dateien. Wichtig ist, dass man bei Auswahl des Quelverzeichnisses anklickt, dass Unterverzeichnisse mitgesichert werden sollen. In der Liste wird dies in der Spalte „Uv“ angezeigt.

Wenn Quell- und Zielverzeichnisse richtig ausgewählt wurden, dann kann man den eigentlichen Backup-Vorgang mit Strg-D oder dem Symbol „Datensicherung starten“ (im Screenshot leicht hervorgehoben) beginnen. Ein Statusfenster zeigt dann genau an, wie viele Dateien bereits überprüft wurden und wie viele gesichert wurden.

Gegen Satellitenabstürze oder U-Bahn-Kollateralschäden hilft ein solches Backup auf USB-Festplatte natürlich nicht, sofern diese im gleichen Gebäude aufbewahrt wird. Daher empfiehlt es sich, von Zeit zu Zeit auch „fertige Jahrgänge“ von Fotos und sonstige wichtige Daten extern außerhalb des Hauses zu lagern, beispielsweise auf DVD gebrannt bei vertrauenswürdig erscheinenden Freunden/Verwandten, etc. Wer denen nicht traut, kann ja zu einer passwortgeschützten Lösung greifen. Das Passwort liegt dann vermutlich in dem 20 Meter tiefen Krater, wo eben noch das Arbeitszimmer war…

Man sollte auch bedenken, dass CDs und DVDs nicht ewig halten – das Gleiche gilt für die USB-Festplatte. Daher ist es sinnvoll, von Zeit zu Zeit mal neue Backup-Medien anzulegen.

Zunehmend im Kommen sind Online-Backuplösungen. Mir dauert aber der Upload dabei noch deutlich zu lange. Auch sollte man darüber nachdenken, ob der Anbieter wohl vertrauenswürdig mit den ihm anvertrauten Daten umgeht.

So, das war in wenigen Worten ;-) die Folterstrecke, die alle Raw-Fotos bei mir durchlaufen müssen, bevor sie dann mit dem dazugehörigen Jpg ins selige Backup aufgenommen werden. Erst wenn die Daten mindestens auf zwei unterschiedlichen Datenträgern existieren (Arbeitskopie und Backup) formatiere ich die Speicherkarte in der Kamera, um sie für den nächsten Einsatz vorzubereiten. Jedenfalls versuche ich, mich an diese Regel zu halten. Bisher hat mich dies vor größeren Datenverlusten bewahrt – außer einmal, ausgerechnet während meiner bisher einzigen Ballonfahrt, als sich eine Speicherkarte (vermutlich wegen Höhenkrankheit?) noch in den Lüften entschloss, möglichst nicht mehr herzugeben, was sie bereits gespeichert hatte. Aber damals waren Speicherkarten noch biegsam, teuer und von geringer Kapazität.

Süßes Mädel: Seute Deern


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3 Antworten zu Mein Arbeitsablauf 4: Sicherungskopie

  1. Pingback: Mein Arbeitsablauf 3: Stichwortvergabe | Rolands Fotokurs

  2. RoFrisch schreibt:

    Die 8 Leserkommentare zu diesem fünfteiligen Workflow im alten Fotokurs können hier nachgelesen werden:
    http://www.rofrisch.de/fotokurs/kommentare-extypo3/05ebv02e-sicherungskopie.htm

  3. Pingback: Wissenswertes über Speicherung und Backups | Rolands Fotokurs

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