Mein Arbeitsablauf 1: Raw-Import

1. Import der Raw-Dateien

An der Spiegelreflexkamera habe ich das Raw-Format fest eingestellt, und in fast allen Situationen verwende ich nur noch dieses, weil es mehr Spielraum für Nachbearbeitung und für Korrekturen in hoher Qualität lässt als das einfache Jpg-Format. Dies wurde ja bereits in der Lektion über Farbtiefe deutlich gemacht.

Auf der Speicherkarte meiner EOS 20D liegen daher keine Jpg-Dateien, sondern Cr2-Dateien. Dies ist das Canon-Raw-Format. Auch wenn die Raw-Dateien von Canon alle .CR2 am Ende heißen, sind die Raw-Dateien der 50D, 60D oder 500D natürlich anders als die meiner ‚uralten‘ 20D mit ihren ’nur‘ 8 Megapixeln. Wir brauchen also Software, die die Raw-Dateien der jeweiligen Kamera lesen kann – sowas ist bei den meisten Spiegelreflexkameras dabei – mehr dazu später.

Zunächst einmal geht es um die Frage, wie die Cr2-Dateien von der Speicherkarte auf den Computer kommen. Hier bieten sich zwei unterschiedliche Wege an:

Kabel oder Kartenleser?

Entweder werden die Dateien über ein USB-Kabel aus der Kamera in den Rechner übertragen, oder man entnimmt die Speicherkarte aus der Kamera und steckt sie in einen Kartenleser, der mit dem Computer verbunden ist. In vielen Rechnern sind Cardreader für die verschiedenen Speicherkartenformate bereits eingebaut. Wenn nicht, kann man externe Kartenlesegeräte für den USB-Anschluss für unter 10 Euro erhalten.

Jahrelang war ich Verfechter der Dateiübertragung per Kabel. Meine ersten Digitalkameras aus den Jahren 1999 und 2001 hatten noch das empfindliche SmartMedia-Kartenformat, weshalb ich sie lieber nicht zu oft aus der Kamera herausgeholt habe. Inzwischen sind die aktuellen Karten (CompactFlash, SD-Karte, etc.) aber mechanisch nicht mehr so empfindlich, so dass dieses Argument nicht mehr so stichhaltig ist.

Hinzu kommt, dass man für die Übertragung per Kabel gewöhnlich die Software des Herstellers braucht, da nur die wenigsten Kameras als USB-Laufwerk im Betriebssystem angemeldet werden. Das von mir früher verwendete Canon-Programm EOS Viewer Utility war in dieser Hinsicht recht praktisch. Seit meinem Umstieg auf Vista verwende ich das (leistungsfähigere) Digital Photo Professional; allerdings ist dort die Raw-Übertragung nach meinem Eindruck ziemlich unübersichtlich und schlecht zu handhaben, so dass ich dann doch auf die Cardreader-Methode umgestiegen bin, die sich problemlos mit Windows-Bordmitteln durchführen lässt.

Auch geht die Übertragung per Cardreader gewöhnlich schneller als die Kabel-Übertragung. Wenn man bei dem Einstecken und Herausziehen der Karten ein wenig Sorgfalt walten lässt, dann geht dies auch ohne verbogene Anschluss-Beinchen oder sonstige Schäden ab.

Welches Ordnersystem?

Nun stellt sich die Frage, wie man die Dateien am besten auf der Festplatte organisieren sollte. Inhaltliche oder zeitliche Sortierung, was ist praktischer?

Links: inhaltliche Sortierung. Rechts: zeitliche SortierungManche Fotografen schwören auf eine inhaltliche Ordnerstruktur, also beispielsweise ein Verzeichnis „Digitalfotos“, in dem sich dann Verzeichnisse „Familie“, „Bahn-Hobby“, „Urlaub“, „Konzertfotos“, etc. befinden.

In diesen groben Kategorien dann wieder Unterverzeichnisse, also im Familie-Ordner z.B. „Tante Amalies 90. Geburtstag“, „Schwiegereltern“, „Kinder“, etc.
Und im Bahn-Verzeichnis „Dampfloks“, „Straßenbahnen“, etc.

Was aber, wenn nun die Kinder auf der Dampflok zu sehen sind? Verzeichnis „Kinder“ oder Verzeichnis „Dampfloks“? Oder was ist mit Schwiegermutter kreischend und ausrastend beim Volksmusik-Konzert? „Familie“ oder „Konzertfotos“? An solchen Stellen versagt so ein inhaltliches Ordnersystem schnell – weshalb ich die Fotos lieber in ihrer zeitlichen Reihenfolge ablege und sie später mit Stichwörtern versehe, um sie wiederfinden zu können.

Daher lege ich in einem Gesamtverzeichnis „Fotos Roland“ für jede Kamera und jedes Jahr ein eigenes Verzeichnis an: „2009 EOS 20D“ enthält Verzeichnisse von Ereignissen, zu denen ich die „dicke“ Kamera mitgeschleppt habe, während „2009 Caplio R5“ die Schnappschüsse meiner Immerdabei-Kompaktknipse enthält.

Wie das Beispiel zeigt, stelle ich das Datum der Aufnahmen an den Anfang des Verzeichnisnamens. Und zwar in der Rückwärts-Reihenfolge Jahr-Monat-Tag, also beispielsweise 08-12-24 für den 24. Dezember 2008. Der Vorteil ist, dass die Verzeichnisse bei der üblichen alphanumerischen Sortierung in der richtigen (zeitlichen) Reihenfolge angezeigt werden.

Auch im Hinblick auf die nachher behandelte Backup-Strategie hat das Anlegen von zeitlich sortierten Foto-Ordnern einen großen Vorteil: Wenn 2008 vorbei ist, wird sich im besagten Verzeichnis nicht mehr viel ändern (höchstens mal Korrekturen an den Stichwörtern). Wenn ich es z.B. auf DVDs brenne, dann enthält diese auch in 10 Jahren noch alle Fotos, die darauf gehören. Bei einer inhaltlichen Ordnerstruktur können sich hingegen ständig fast alle Verzeichnisse ändern, je nach Langlebigkeit der Erbtante oder weiteren Dampflok-Fotos.

Nachdem die Raw-Dateien nun erfolgreich auf dem Computer importiert wurden, folgt nun als Schritt 2 die Raw-Bearbeitung: Sortieren, Bearbeiten, Konvertieren.

Süßes Mädel: Seute Deern


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