Mein Arbeitsablauf 3: Stichwortvergabe

3. Stichwörter vergeben

Nach der Erzeugung der allerhöchstwertig optimierten Super-Deluxe-Jpg-Dateien kommt als nächster Schritt die „Verschlagwortung“ (tolles Wort…) der Bilder. Jpg-Dateien können außer den Exif-Informationen der Kamera (Blende, Verschlusszeit, Kameramodell, Brennweite, etc.) auch sogenannte IPTC-Informationen enthalten.

Gegenüber Fotoverwaltungs-Software, die die Daten in einem eigenen Format als Datenbank ablegt, hat die Eingabe der Stichworte als IPTC-Daten den Vorteil, dass diese Methode zukunftssicherer ist. Auch nach Wechsel der Albums-Software bleiben die Schlagworte erhalten, da sie ja in den Bilddateien selbst gespeichert werden.

Zwar können auch Canon-Raw-Dateien (CR2) solche Stichworte aufnehmen, allerdings habe ich in mehreren Tests feststellen müssen, dass danach die Änderungen an der Cr2-Datei wieder verschwunden sind. Die „mühsam“ mit DPP erzeugten Belichtungs- und Kontrastkorrekturen, Ausschnitte, etc. sind dann wieder auf Ursprungs-Einstellung. Daher habe ich für mich beschlossen, die Raw-Dateien nicht mit Stichworten zu versehen und nur die Jpg-Dateien zu verschlagwursteln.

Aus diesem Grund markiere ich die Cr2-Dateien im 09-02-24-Ordner und schneide sie aus, um sie dann eine Ordner-Ebene höher, hier also im Ordner „2009 EOS 20D“ für ein paar Minuten zwischenzulagern. So werden sie von dem IPTC-Eingabeprogramm nicht mitgeladen, wenn ich dort gleich den 09-02-24-Ordner öffne. Später, nach Eingabe der Stichworte, werde ich die Dateien dann wieder zurück an ihren eigentlichen Platz schieben.

Alternativ kann man natürlich auch nach Dateityp sortieren lassen, dann nur die Jpg-Dateien markieren und diese in das Programmfenster schieben, anstatt dort einen ganzen Ordner zu öffnen.

Nach langer Suche habe ich mich zur Eingabe der Stichworte (englisch „Tags“) für das Programm iTag entschieden, das auf der Seite www.itagsoftware.com heruntergeladen werden kann. Die Installation dauert etwas länger, falls das .NET-Framework von Microsoft noch nicht installiert ist. Aber die Mühe lohnt sich; es ist ein ziemlich intuitiv bedienbares Programm, das auf die Eingabe von IPTC-Tags spezialisiert ist. Nach Klicken auf das Ordner-Symbol kann man das Verzeichnis „09-02-24 Bremerhaven, Segelschiff Seute Deern“ öffnen, und die 30 Bilder werden als hochauflösende Thumbnails geladen, deren Größe sich bequem über einen Schieberegler verändern lässt. Die einzelnen Bilder sind zunächst mit einem gelben Symbol gekennzeichnet („Achtung! + Sprechblase“), das darauf hinweisen soll, dass zu dem jeweiligen Bild noch keine Tags vergeben wurden.

Inzwischen ist iTag in der Vollversion leider nicht mehr kostenlos. ((Der Entwickler musste wohl – ähnlich wie ich mit meinem Fotokurs – feststellen, dass nur seeehr wenige Nutzer den Spenden-Button finden.)) Man kann iTag jedoch installieren und testen, ist dabei aber auf maximal 3 Tags pro Bild beschränkt. Der Programmierer hat mir versichert, dass die eingeschränkte Testversion ungefährlich für Bilder ist, die bereits mehr als 3 Tags enthalten:

The free version […] will never delete existing tags, search will work across all tags in a 10x tagged image. If you try and add more tags to that 10x tagged image though iTag will just complain to say „hey the free version can’t save this file.“ So no harm will come to your metadata.

Mit Strg+A, Alt+A oder „Bearbeiten, Alle auswählen“ kann man nun alle Bilder markieren und diesen einige gemeinsame Stichwörter geben. „Bremerhaven“, „Segelschiff“ und „Seute Deern“ wären sicherlich hier passend. Einfach den jeweiligen Begriff in das Eingabefeld schreiben und daneben auf „Tag hinzufügen“ klicken (bzw. die Return-Taste drücken). Schon wird der Begriff zu allen markierten Bildern hinzugefügt. Zusätzlich erscheint er in der Liste unten neben dem grünen Plus-Symbol.

Im oberen Bereich neben dem roten Minus-Symbol stehen die Tags, die von den ausgewählten Dateien gemeinsam verwendet werden. Mit Minus lassen sich dort Begriffe entfernen. Mit Plus (oder Doppelklick) lässt sich ein Begriff aus der unten stehenden Gesamtliste zu den markierten Bildern hinzufügen.

Wie in Windows üblich, kann man mehrere Dateien hinzu- bzw. abwählen, indem man bei gedrückter STRG-Taste mit der Maus auf die jeweilige Datei klickt. So habe ich hier z.B. 4 Bilder ausgewählt und mit dem Stichwort „Steuerrad“ markiert. Mit gedrückter Großstreibtaste (Shift-Taste) lassen sich Bereiche von Bildern markieren, beispielsweise Bild 1580 bis 1590.

Durch Klicken auf das Disketten-Symbol lassen sich die eingegebenen Tags in den Dateien speichern. Gleichzeitig werden die Suchbegriffe und die Pfade zu den passenden Dateien auch in einen internen Datenbank-Index geschrieben, damit man nach den Begriffen suchen kann, ohne dass dafür sämtliche Bild-Dateien geladen werden müssen.

Denn außer dem bis hier geschilderten Editier-Modus hat iTag auch eine Suche-Modus. Zwar gibt es zum Suchen ausgefeiltere und leistungsfähigere Programme, aber für viele Aufgaben ist iTag hier auch schon gerüstet.

Die Stichworte werden in einem Auswahlfeld am linken Fensterrand angezeigt. Dabei erscheinen häufige Tags in größerer Schrift und seltenere entsprechend kleiner. Man kann durch Doppelklick auf den Begriff die Anzeige der Suchergebnisse starten, oder im Eingabefeld Kombinationen von Suchbegriffen eingeben, beispielsweise „Bremerhaven -Segelschiff“, um sich alle seglerfreien Bilder Bremerhavens anzeigen zu lassen. Doch Suche ist ja hier nicht das Thema. Daher weiter in meinem Workflow:

Nachdem die Stichworte vergeben wurden und iTag diese auch gespeichert hat, kann iTag beendet werden. Dann das Zurückschieben der CR2-Dateien nicht vergessen (sofern man sie vorher ausgelagert hatte)! Diese sollen nun wieder neben den frisch verschlagworteten Jpg-Dateien im gleichen Verzeichnis zu liegen kommen. Damit haben Raw- und Jpg-Dateien ihren letzten Bearbeitungsstand erreicht. Nun folgt als vierter und letzter Schritt das Wichtigste: Sicherungskopie (Backup).

Süßes Mädel: Seute Deern


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4 Antworten zu Mein Arbeitsablauf 3: Stichwortvergabe

  1. Pingback: Mein Arbeitsablauf 2: Raw-Bearbeitung | Rolands Fotokurs

  2. Pingback: Fotozubehör: GPS-Logger | Rolands Fotokurs

  3. Jürgen Hoffmann schreibt:

    Hallo Roland,
    Respekt für Deinen Fotokurs, den ich erst jetzt entdeckt habe. Wirklich Klasse! Eine Frage habe ich aber noch: Warum archivierst Du neben dem Endprodukt JPG auch das Ausgangsprodukt RAW? Beste Grüße, Jürgen

    • RoFrisch schreibt:

      Beispielsweise, um auch mit alten Raws das machen zu können, was ich jetzt erst bei den England-Bildern ( z.B. Kitty Jay, Lydford) entdeckt habe: HDR mit Tonemapping aus einer einzelnen Raw-Datei (mit dem kostenlosen Luminance-HDR).
      Wer weiß, mit welchem Programm ich in 10 Jahren das eine oder andere Raw nochmal nachbearbeiten möchte?

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