FxCamera

FxCamera App für Android

FxCamera, Android-App

FxCamera-Menü

Die Application „FxCamera“ kann kostenlos über den Android-Market auf das Smartphone installiert werden. Die App liegt derzeit (Juni 2010) in Version 0.6.1 vor und ist demnach noch eine Beta-Version. Sie läuft auf meinem Milestone aber stabil und ohne besondere Auffälligkeiten.

Nach Start der App bekommt man verschiedene Kamera-Simulatioen als Auswahlmenü angeboten – hübsch unterlegt mit Beispielfotos. Es stehen die „Kameras“ ToyCam, Polandroid, Fisheye, SymmetriCam, AndyWarholizer und Normal zur Auswahl. Diese einzelnen Modi bzw. Kameramodelle stelle ich nun der Reihe nach vor.

FxCamera, Android-App

FxCamera, Sucherbildschirm

Wenn man sich für eines der Modelle entschieden hat, öffnet sich der Sucherbildschirm mit 4 permanent eingeblendeten Buttons am rechten Rand: shot, AutoFocus, config und menu.

Fokussieren und auslösen kann man wie gewohnt mit Halb- und Ganz-Durchdrücken der Auslösertaste, oder indem man die Bildschirmbuttons AutoFocus und shot verwendet. Eventuell geht das verwacklungsärmer, da man nicht fest drücken muss. Auch der Autofocus-Speicher durch diesen Button ist ganz praktisch.

Der Button config führt einen zu den Einstellmöglichkeiten der jeweiligen „Kamera“, und mit der Taste menu kommt man wieder auf die Liste der verschiedenen Kamera-Modelle.

ToyCam-Modus von FxCamera

Die erste „Kamera“ in der App FxCamera heisst ToyCam und bietet einige „analog“ anmutende Filmlooks, die an eine Crossentwicklung von Filmmaterial erinnern soll. Zusätzlich wird das Bild noch durch eine (abschaltbare) Vignettierung an den Ecken auf extra-alt getrimmt.

Bevor man mit der ToyCam fotografiert, empfiehlt sich ein Blick in die Konfiguration. Dort kann man ganz unten die „Picture Size“ einstellen, also die Bildgröße. Leider ist FxCamera nicht in der Lage, Bilder in voller Größe (5 Megapixel) abzuspeichern, sondern es werden nur die Stufen „Small (480×320)“, „Medium (720×480)“ und „Large (960×640)“ angeboten. Die Stufe „Large“ wird als nicht empfehlenswert gekennzeichnet, weil sie angeblich manchmal abstürzt. Auf meinem Milestone kam es aber zu keinen Problemen, und 960×640 Pixel ist ja auch nicht wirklich „large“, sondern sind etwa 0,6 Megapixel. Schade, dass die App keine größeren Bilder anbietet. Aber um mal eben „kreativ“ aussehende Fotos für den Upload auf Facebook etc. zu machen, reicht es allemale.

Außer der Bildgröße lässt sich unter config auch „Color Mode“ und „Vignetting“ (Ecken-Abdunklung) einstellen. Die folgenden Bildbeispiele sind mit der Vignette „Soft“ aufgenommen. Nach Anklicken erscheinen sie in Bildgröße „Large“ mit 960×640 Pixeln, sind also nicht verkleinert:

Cross-process Emulation (Green) / Cross… (Blue) / Cross… (Yellow)

Super High Contrast / Blue Tone / Vivid Green

Vivid Red / Warm / Mono (High Contrast)

Die Vignettierung (Randabdunklung) ist in folgenden Schritten einstellbar, von denen ich nur die ersten beiden brauchbar finde, da die stärkeren Vignettierungen für meinen Geschmack schon unnatürlich stark sind:

Vignetting: None / Soft / Medium

Vignetting: Hard / Solid Pinhole

Gut gefällt mir, dass man für Color Mode und für Vignetting auch jeweils eine „Random“-Einstellung hat, bei der per Zufall zwischen den jeweiligen Effekten gewählt wird. Perfekt wäre es, wenn man dabei bestimmen könnte, welche Effekte ausgelassen werden (beispielsweise die zu harten Vignetten). Aber so weit ist das Programm (noch) nicht.

Die „ToyCam“ in der App „FxCamera“ ist ein nettes Spielzeug für Fotos in Bildschirm-Auflösung. Natürlich kann man Cross-Entwicklung am PC perfekter simulieren, aber wer Handyfotos macht, um sie z.B. direkt zu verschicken oder in Facebook etc. hochzuladen, findet hier ein paar nette Looks für die Fotos.

Polandroid-Modus von FxCamera

Die zweite „Kamera“ in der App „FxCamera“ heißt „Polandroid“ (eine Mischung aus Polaroid und Android). Sie simuliert die Entwicklung von Polaroid-Sofortbildern und zeigt diese mit dem typischen Rahmen, in dessen breitem Rand die Filmchemie des Sofortbildes untergebracht war.

Die Konfiguration der Polandroid-Kamera bietet deutlich weniger Optionen. Man kann keine Bildgröße und auch keine Vignette einstellen. Es besteht lediglich die Möglichkeit, den „Color Mode“ zwischen Faded, Aged und Mono zu variieren und das Bildformat zwischen Rectangle (Rechteck) und Square (Quadrat).

Die Rectangle-Polandroids werden (jeweils inklusive Rahmen) 720×480 Pixel klein, die Square-Fotos 566×480 Pixel. Hier sieht man sie nach Anklicken in Originalgröße:

Rectangle: Faded / Aged / Mono

Square: Faded / Aged / Mono

Unter den drei Farbmodi gefällt mir hier „Aged“ (also „gealtert“) am besten. Als quadratisches Polandroid sieht es schon ziemlich nach altem Polaroidfoto aus. Leider ist auch hier die Wiedergabegröße ziemlich bescheiden. Vielleicht gibt es ja zukünftig noch einige Updates, die dies beheben und zumindest Auflösungen rund um 1 Megapixel anbieten.

Fisheye-Modus von FxCamera

Die dritte Kamera-Simulation von FxCamera erzeugt Fisheye-Bilder. Wie bei echten Fischaugen-Objektiven wird unterschieden, ob es ein Rundbild-Fisheye (circular) oder ein Vollbild-Fisheye (Full-frame) darstellen soll. Weitere Optionen gibt es nicht einzustellen.

Die Bilder werden in einer Ausgabegröße von 720 mal 480 Pixeln erzeugt. Wie man sieht, ist das Rundbild-Fisheye oben und unten etwas beschnitten, um das Aufnahmeformat besser auszunutzen.

Circular Fisheye / Full-frame Fisheye

SymmetriCam-Modus von FxCamera

SymmetriCam

Eine sehr „experimentelle“ Kamera-Simulation ist die SymmetriCam. Bei Experimenten mit ihr sollte man möglichst auch zunächst die Bildgröße auf „Large (1024×768)“ umstellen und den Warnhinweis ignorieren, dass diese Auflösung manchmal zu Abstürzen führt. Auf meinem Milestone jedenfalls läuft sie stabil und erzeugt immerhin einigermaßen große Bilder.

Die SymmetriCam spiegelt jeweils eine Bildhälfte bzw. ein Viertel des Bildes auf die jeweils freie(n) Fläche(n). Unter config kann man einstellen, ob der Sucher im Querformat (Landscape) senkrecht geteilt werden soll (siehe Abbildung), oder ob er im Hochformat (Portrait) senkrecht geteilt werden soll. Eine dritte Option heißt Multi Reflection. Bei ihr wird nur ein Viertel des Bildes direkt belichtet und dieses wird dann nach unten und zur Seite gespiegelt.

Diese drei Optionen lassen sich zusätzlich mit invert pattern (Muster umkehren) variieren. Daher ergeben sich folgende 6 grundsätzlichen Möglichkeiten, die Spiegelkamera kreativ einzusetzen:

Landscape / Portrait / Multi Reflection

Landscape, invert / Portrait, invert / Multi Reflection, invert

Die Bilder wurden zur besseren Darstellung hier auf der Website auf eine Bildfläche von 900 mal 675 Pixel verkleinert.

Bei Landscape und Portrait ist jeweils die linke Bildhälfte das Original und die rechte Bildhälfte ist die Spiegelung. Bei Landscape invert und Portrait invert ist es jeweils genau umgekehrt. Bei Multi Reflection ist das Viertel oben links das Original, das dann nach unten und nach rechts gespiegelt wird. Bei Multi Reflection invert ist das Original-Viertel oben rechts.

Diese drei bzw. sechs verschiedenen Modi lassen sich wieder kombinieren mit verschiedenen Color Filter Einstellungen. Wie bei der Standard-Kamera-App stehen die Modi Normal, Mono (Black&White), Sepia, Negative und Solarize zur Verfügung, jedoch ohne die Option der Zufalls-Auswahl. Hier das erste der obigen Motive mit den verschiedenen Farb-Effekten:

Normal / Mono (Black&White) / Sepia

Negative / Solarize

Wie man bereits an diesem Motiv sieht, kann man einige kreative Sachen mit der SymmetriCam machen – je nach Anwendung wird die Deutzer Brücke zu einer schmalen Fußgängerbrücke oder gar zu einem einzelnen über den Rhein führenden Geländer. Bestimmt gibt es auch einige spaßige Bilder, wenn man die SymmetriCam für Portraits einsetzt. Viel Spaß beim Experimentieren.

AndyWarholizer-Modus von FxCamera

Eine weitere „Kamera“ erstellt Vierfach-Bilder im Andy-Warhol-Stil (jedenfalls so ungefähr). Die Warhol-Kamera hat (derzeit noch) keine einstellbaren Optionen und speichert die Bilder in der Größe 720 mal 480 Pixel als PNG-Datei. Sie ist (wie auch die FishEye-Kamera) schon im Menü als Beta-Version gekennzeichnet. Kann also sein, dass sie noch verbessert wird.

Dass sie nur als PNG und nicht als JPG speichert, mag zwar in Anbetracht der Dateien mit wenigen Farben sinnvoll sein; ob es allerdings die Anwender freut, die ihren Workflow auf Jpg-Fotos eingestellt haben, sei mal dahingestellt. Hier jedenfalls die (zu Jpg umgewandelten) zwei Beispielfotos des AndyWarholizers:

Warhol, Querformat / Hochformat

Naja. Vielleicht war das Motiv nicht so geeignet. Vielleicht hat es aber auch damit zu tun, dass „Kunst“ von „Können“ kommt und nicht von „Wollen“, denn dann hieße es „Wulst“. :-)

Vielleicht wird die AndyWarholizer-Kamera ja in künftigen Updates noch ein paar gefälligere Farb-Presets bekommen. Dann gibt es vielleicht Verwendung für sie. Derzeit würde ich jedenfalls nicht wirklich empfehlen, damit sämtliche Urlaubsbilder aufzunehmen…

Normal-Modus von FxCamera

Auch eine Normal-Kamera ist in der App FxCamera eingebaut. Über den config Button kann man zunächst wieder die höchste Bildgröße aktivieren: Large ist leider nur 960 mal 640 Pixel groß, und wieder wird vor Abstürzen gewarnt, die allerdings auf meinem Milestone nicht aufgetreten sind.

Als Normal-Kamera empfehle ich natürlich eher eine hochauflösendere. Statt 0,6 Megapixel kann die Handykamera des Milestone ja 5 Megapixel aufnehmen. Da FxCamera im Normal-Modus jedoch wieder einige Color Filter anbietet (nämlich die gleichen wie bei der SymmetriCam), zeige ich dennoch hier die Bildbeispiele in Originalgröße:

Normal / Mono (Black&White) / Sepia

Negative / Solarize

So viel zum großen Funktionsumfang der Android-App FxCamera. Mal schauen, welche kreativen Möglichkeiten zukünftige Programmversionen noch bieten werden. Das schöne an einem weitgehend offenen System wie Android ist ja, dass viele Programmierer ihre kreativen Ideen in Applications wie diese fließen lassen können. Man stelle sich nur vor, „richtige“ Kameras wie digitale Spiegelreflex- und Kompakt-Kameras hätten ein Betriebssystem, für das man Applications programmieren könnte. Bestimmt gäbe es da einige sehr interessante Entwicklungen.

Der freie Software-Zugriff auf die Kamera-Hardware eines Smartphones ist demnach einer der großen Vorteile von Handykameras. Kreativ eingesetzt macht dies manchen Nachteil wie fehlenden Zoom oder geringere Bildqualität durchaus wett. Natürlich kann ein Kamera-Handy keine richtige Digitalkamera vollständig ersetzen. Aber ergänzen kann es sie. Und einen ganz anderen Zugang zum schönen Hobby Fotografie schaffen. Vielleicht ist FxCamera ja gerade hierfür ein schönes Werkzeug.

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2 Antworten zu FxCamera

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