Retro Camera

Retro Camera App für Android-Smartphones

Eine weitere Kamera-App habe ich für Euch auf der Deutzer Brücke in Köln getestet, wie schon zuvor die Standard-Kamera und die App FxCamera. Hier nun die Beispielfotos und Beschreibung der App Retro Camera, die ebenfalls kostenlos aus dem Android Market downgeloadet werden kann.

Die Gestaltung und Bedienung der „Retro Camera“ ist sehr verspielt und detailverliebt gestaltet. Eine Versionsnummer kann ich nicht finden (weder in der App noch im Market); hier bespreche ich daher die Version, die im Juni 2010 aktuell ist.

Zu Beginn öffnet sich eine Ansicht, die ein Regalbrett mit 4 verschiedenen Kameras zeigt. Jeweils eine ist groß zu sehen; die anderen erreicht man durch Verschieben. Wie in einer Sammlervitrine werden dem Benutzer hier die verfügbaren 4 Kamera-Modelle präsentiert. Unter jeder Kamera gibt es zwei Buttons: „about this camera“ gibt zusätzliche Infos und ein Beispielbild. Mit „use this camera“ wird das gewünschte Modell dann ausgewählt. Diese werde ich nun der Reihe nach vorstellen:

Retro Camera „The Bärbl“

Retro Camera: The Bärbl

The Bärbl

Die erste Retro Camera hat den seltsam-lustigen Namen „The Bärbl“. Sie präsentiert sich im klassischen Look einer wertigen Kamera mit griffiger Gummierung. Dennoch liegt das Handy nicht besser in der Hand als bei den anderen „Kamera“-Modellen. :-)

In ihrem Steckbrief erfahren wir einige „Camera Facts“: So simuliert sie angeblich eine Kamera aus Leipzig von 1951. Seltsamerweise lassen sich keine Schwarzweißfilme einlegen, sondern sie erzeugt nur quadratische Farbaufnahmen mit geringer Sättigung und leichten Kratzern.

Die Bedienung ist wie auch bei den folgenden Retro-Kameras ganz einfach: In der Mitte ist ein Sucher, den man zum Auswählen des Bildausschnittes jedoch am besten nicht direkt ans Auge hält. ;-) Rechts davon der Auslöseknopf, der zuvor auch den Autofokus betätigt. Nach der Auslösung verwandelt sich die Anzeige „ready to shoot“ für einige Sekunden in „developing…“. Man muss also abwarten, bis das Bild fertig „entwickelt“ ist.

Der Button „info“ zeigt den schon erwähnten Steckbrief der Kamera an.

Am unteren Rand versucht Retro Camera, sich über Werbung zu finanzieren. Links des Werbebanners sieht man einen Button, der einen Fotostapel darstellen soll. Dort gelangt man zu den frisch entwickelten Aufnahmen, die – ganz wie es sich gehört – zum Trocknen aufgehängt sind.

Der Button rechts vom Werbebanner zeigt ein Kamera-Symbol und führt den Benutzer wieder in die „Kamera-Vitrine“ zur Auswahl eines anderen Sammlerstücks.

The Bärbl, BeispielfotoDa sich „The Bärbl“ nur mit Farb“film“ betreiben lässt und kein SW-Material mehr erhältlich ist, gibt es auch nur ein Beispielfoto. Das Bild wird nach Anklicken in Originalgröße geöffnet. Leider macht die App „Retro Camera“ nur Bilder mit 512 Pixeln Breite. Da „The Bärbl“ quadratische Fotos erzeugt, ist die Gesamtgröße inklusive Rahmen somit 512 mal 512 Pixel. Das ist zwar ausreichend für das Facebook-Album, aber 0,26 Megapixel kann man nicht wirklich als „Foto“ bezeichnen. Dies ist meiner Meinung nach die größte Schwäche dieser App.

Dennoch finde ich, dass die Bilder einen gewissen Charme haben: Die Farben im Retro-Look und die deutliche Vignettierung kennen wir zwar schon aus FxCamera, aber die Umsetzung des Filmlooks in Retro Camera finde ich durchaus gelungen.

Retro Camera „Little Orange Box“

Retro Camera, Little Orange Box

Little Orange Box

Laut Steckbrief simuliert „The Little Orange Box“ eine Kamera aus der Sowjetunion von 1976. Auf Farbe eingestellt, simuliert sie eine Cross-Entwicklung. Man kann sie aber auch in Schwarzweiß nutzen.

Hat man die „Little Orange Box“ auf dem Milestone-Bildschirm, fühlt sich das Handy im Vergleich zu „The Bärbl“ deutlich weniger griffig an. ;-) Die Optik erinnert jedenfalls eher an eine Spielzeugkamera aus Kunststoff oder Bakelit.

Nach über 30 Jahren in irgendwelchen Wühlkisten sehen die Fotos natürlich recht stark verkratzt aus. Insbesondere die Ränder haben arg gelitten.

Die Bedienung funktioniert ganz wie bei „The Bärbl“, abgesehen von dem zusätzlichen Schalter „Colour“ bzw. „B&W“. Hier jeweils ein Beispielfoto für beide „Filmsorten“ (Colour / B&W):

Little Orange Box, Beispielfoto Colour Little Orange Box, Beispielfoto B&W

Abgesehen von der geringen Bildgröße (wieder 512 mal 512 Pixel) haben die Bilder schon einen ganz netten Charme. Betrachtet man eine ganze Serie, so nervt natürlich, dass sie alle die Bildfehler an den gleichen Stellen haben – hier könnte der Programmierer vielleicht mit wenig Aufwand Abhilfe schaffen, wenn er während des „Entwicklungsvorgangs“ das zugrunde liegende Rahmenbild zumindest per Zufall drehen und spiegeln würde.

Retro Camera „Xolaroid 2000“

Retro Camera, Xolaroid 2000

Xolaroid 2000

Die dritte Retro Camera hat den Namen Xolaroid 2000 und simuliert eine Polaroid-Sofortbildkamera. Die Bedienelemente sind die gleichen wie bei den vorigen Kameras – allerdings auch wieder mit einem anderen Design.

Laut „Info“ bzw. Steckbrief handelt es sich um eine Kamera aus San Francisco von 1972. Die Bilder haben den typischen Sofortbild-Rahmen – ganz ähnlich wie auch die FxCamera namens Polandroid.

Laut Steckbrief haben die Bilder nur geringfügige Kratzer; auffallender sind Flecken auf Bild und Rahmen. Seht selbst, hier wieder die Varianten Colour und B+W:

Xolaroid 2000, Beispielfoto Colour Xolaroid 2000, Beispielfoto B+W

Auch diese Bilder haben eine Breite von 512 Pixeln inklusive Rahmen. Da sie aber nicht quadratisch sind, ergibt sich hier im Vergleich zu den anderen Retro Cameras eine etwas erhöhte Bildgröße: 512 mal 593 Pixel. Den Namen „Foto“ verdient auch dies nicht wirklich – zumal der Motivbereich nur 470 mal 470 Pixel beträgt.

Der Fairness halber hier sei hier allerdings betont, dass die Square-Polandroids von FxCamera noch kleiner abbilden: Motivbereich etwa 420 mal 420 Pixel. Hier alle 5 Sofortbilder der beiden Apps im direkten Vergleich:

Xolaroid 2000, Beispielfoto Colour Xolaroid 2000, Beispielfoto B+W FxCamera Polandroid, Beispielfoto mono FxCamera Polandroid, Beispielfoto faded FxCamera Polandroid, Beispielfoto aged

Man beachte insbesondere die Unterschiede in Kontrast und Vignettierung. Welches die „bessere“ bzw. „schönere“ Variante ist, ist motivabhängig und außerdem Geschmackssache.

Retro Camera „The Pinhole“

Retro Camera, The Pinhole

Pinhole Camera

Die abgefahrenste der vier Retro Cameras ist eindeutig „The Pinhole“, eine Lochkamera, die auf „Diafilm“ belichtet. Im Gegensatz zu richtigen Lochkameras (die statt einer Linse nur ein winziges Loch haben) kommt die „Pinhole Camera“ jedoch mit normal kurzen Belichtungszeiten aus.

Das Design der Lochkamera-App orientiert sich an echten Lochkameras, die gerne mal aus Schuhkartons oder sonstigen Pappschachteln gebaut werden. Dennoch war der Programmierer so freundlich, uns die üblichen Bedienelemente nicht vorzuenthalten, obwohl Lochkameras gewöhnlich weder Sucher noch Auslöser haben. (Eine Umschaltung zwischen Farbe und SW hat ohnehin keine „analoge“ Kamera.) Es finden sich also die gleichen Bedienelemente wie auch bei den anderen Kameras der App „Retro Camera“, wenn auch hier im Bastel-Look.

Typisch für Lochkameras ist natürlich, dass der Bildausschnitt bei der Belichtung nicht durch Objektiv-Bildkreis, Verschluss oder sonstige Bauteile begrenzt ist. Vielmehr wird das ganze (vorher im Dunkeln eingelegte) Stück Filmmaterial belichtet. Das erklärt auch den ungewöhnlichen Look der Fotos, die man mit der „Pinhole Camera“ schießen kann – sie sind über die Perforation des Diafilms hinaus belichtet, so wie es eine echte Lochkamera auch machen würde, wenn man zuvor ein Stück Diafilm einsetzt:

Retro Camera, Beispielfoto Pinhole Camera colour Retro Camera, Beispielfoto Pinhole Camera black+white

Wie es aussieht, hat der Filmschnipsel doch etwas Streulicht abbekommen, oder woher kommt wohl die Verfärbung der linken Seite?

Die Diafilm-Abschnitte haben übrigens ein quadratisches Format, also wieder einmal 512 mal 512 Pixel.

Damit bin ich am Ende der Vorstellung der Kamera-App „Retro Camera“ angelangt. Was mir an ihr gut gefällt ist die detailverliebte Gestaltung aller Programmbereiche (Kameras, Steckbriefe, entwickelte Fotos). Die Ergebnisse sind für Handy-Web-Anwendungen wie z.B. Facebook-Uploads ganz nett.

Für künftige Updates wünsche ich mir größere Bilder (sagte ich das schon? ;-)) und vielleicht auch die Möglichkeit, direkt zwischen den Kameras durch seitliches Verschieben zu wechseln, anstatt erst auf die „Vitrinen-Ansicht“ schalten zu müssen und dort zwischen den Kameras seitlich zu verschieben.

Schade, dass weder „Retro Camera“ noch die App „FxCamera“ in der Lage sind, auch bestehende Bilder, die in der Mediengalerie zu finden sind, nachträglich mit ihren Verfremdungen zu schmücken. Dann nämlich würde ich hochauflösend mit der normalen Kamera fotografieren und die Bilder dann erst in einem zweiten „Entwicklungsschritt“ auf alt trimmen, bevor ich damit meine Facebook-Freunde belästige. Sowas kann beispielsweise die Kamera-App Vignette. Aber das ist ein anderes (noch nicht geschriebenes) Kapitel.

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3 Antworten zu Retro Camera

  1. Pingback: Android Kamera-Apps | Rolands Fotokurs

  2. s schreibt:

    hey Roland,
    habe die gleiche
    App fürs ipad und bin sehr zufrieden. vielleicht kannst du mir helfen. Ursprünglich konnte ich in meinen fb account posten, doch nachdem einen weitere person etwas in ihrem fb account damit übertragen hatte, konnte ich seitdem nicht mehr auf mein profil posten und weiss nicht, wie ich das redirecting der app wieder auf meine adresse umleiten kann.
    wäre dir sehr verbunden, wenn du mir da weiterhelfen könntest.
    herzliche grüße
    Sarah*

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