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Lost Places: Detroit in ruins

Eine sehenswerte Fotostrecke über den Niedergang der Stadt Detroit:

www.guardian.co.uk/artanddesign/gallery/2011/jan/02/photography-detroit

Fotos aus dem gleichen Buch gab es auch auf Spiegel online.

Gut gemachte Fotos von Orten, die dem Verfall ausgesetzt sind, haben eine merkwürdige Faszination. Es ist mehr als nur das ungewöhnliche Motiv und sein morbider Charme; nicht nur das Spiel mit dem buchstäblichen Licht und Schatten. Ist es die Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit allen Seins?

Wer mehr dazu finden möchte, dem empfehle ich für den Einstieg, nach „Lost Places“ zu googeln bzw. bingen. Auch die „Beelitz Heilstätten“ waren ein entsprechender Ort für solche Fotos, über den auch schon mehrere Bildbände erschienen sind.

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Winterspaziergang mit Glaskugel

Glaskugel am UferMeine Glaskugel habe ich ja schon öfters für Gebäude verwendet. Aber auch Aufnahmen der (abgesägten) Natur sehen mit Glaskugel ganz nett aus, wie dieses Foto „beweist“, das ich im Dezember an der Steinbachtalsperre (bei Euskirchen) aufgenommen habe.

Um den Hintergrund (und hier auch den Vordergrund) in Unschärfe abzubilden, sollte man die Vollautomatik abschalten und eine möglichst offene Blende (kleine Blendenzahl, große Blende) manuell einstellen. Zeitautomatik ist hier also ganz praktisch.

Das Herabrollen der Kugel wurde mit einem kleinen Zweig verhindert. Es war nämlich gerade kein Frosch in der Nähe, der mir für einen Kuss die Kugel wieder aus dem Wasser gezogen hätte. ;-)

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Kleiner Planet mit Sternenhimmel

Als begeisterter Ersteller von „kleinen Planeten“ hat es mich sehr gefreut, dass das Astronomische Foto des Tages, das quasi seit den Anfängen des Internets von der NASA bereitgestellt wird, gestern einen little Planet mit einem wunderschönen Sternenhimmel zeigte:

http://www.starobserver.org/ap120111.html

Wenn man mit der Maus drüberfährt, bekommt man noch einige Erklärungen eingeblendet.

Die Seite www.starobserver.org (bzw. zuvor das englischsprachige Original unter http://apod.nasa.gov/) habe ich seit vielen Jahren als Startseite in meinem Browser eingetragen. So wird man täglich von einem neuen schönen und interessanten Foto begrüßt.

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Begegnung zweier Züge

Zur Abwechslung mal ein kleiner Artikel zum Thema Bahnfotos. Auf dem folgenden Bild sieht man eine Diesellok der HGK (Häfen und Güterverkehr Köln AG) und einen Niederflur-Stadtbahnzug der KVB (Kölner Verkehrs-Betriebe AG). Die „untere Etage“ dieses Bildes fahre ich selber öfters, meist als Linie 7, manchmal auch als Linie 1 – beide verkehren an dieser Stelle kurz vor der Einfahrt in die Haltestelle Moltkestraße (Richtung Neumarkt).

KVB und HGKZwei sich während der Fahrt begegnende Züge sind natürlich nicht ganz einfach gemeinsam zu fotografieren. Wenn unten gerade eine Stadtbahn kommt, ist oben auf der Brücke garantiert nichts los – und umgekehrt.

Natürlich kann man sich dagegen im Digitalzeitalter ganz einfach behelfen: Stativ aufbauen und aus unveränderter Perspektive mehrere Stadtbahnen und mehrere Loks bzw. Züge fotografieren. Dann das hübscheste Bildpaar auswählen, mit dem Lasso (z.B. in Gimp) den oberen Brückenteil samt Lok aus dem einen Bild auswählen und in das zweite Bild mit der Stadtbahn einfügen. Sichtbare Kanten kann man hier gut vermeiden, indem das eingefügte Stück die gesamte Bildbreite einnimmt und bis zum oberen Bildrand geht. Die untere Kante (knapp unter dem Brückengeländer) kann man dann mit sanft eingestellter Radiergummi-Funktion unsichtbar machen.

Hier die beiden Ausgangsfotos – ausgewählt aus über 40 Einzelaufnahmen diverser Bahnen und Züge:

Wie man sieht, ist wirklich keine komplizierte Retusche nötig, wenn beide Bilder den gleichen Bildausschnitt zeigen. Lediglich ein paar geringe Anpassungen der Belichtung waren angebracht, weil sich an diesem wechselhaften Tag das Licht minütlich änderte.

PS: In meinem Zweitblog „Rolandroids Allerlei“ zeige ich in der Kategorie „Bahn und Wahn“ noch eine Variante dieser Montage. Dafür wurde die Deckkraft des Diesellok-Bildteils einfach auf 25% gesetzt: HGK-Dieselloks mit Stealth-Modus.

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Folterkammer

Vor einigen Wochen hatte ich die Gelegenheit, bei einem befreundeten Zahnarzt für ca. 15 Minuten einen Behandlungsraum für eine Panorama-Aufnahme nutzen zu können. Vielen Dank an Dr. Thomas Bröhl und sein Praxisteam aus Köln-Mülheim für diese Gelegenheit.

Mein Ziel war es, die „Kammer des Schreckens“ in einer surreal anmutenden Darstellung zeigen zu können. Viele bekommen ja schon beim bloßen Betrachten des Behandlungsplatzes leichte Beklemmungsgefühle. Da bietet sich das doch fast von selbst an.

Also habe ich meinen Selbstbau-Panoramakopf aufgebaut und mein erstes Innenraum-Panorama aufgenommen. Die Bedingungen sind etwas anders, weil man weniger Abstand zu den Objekten im Vordergrund hat. Da muss die Einstellung des Panoramakopfes auf den sogenannten „Nodalpunkt“ oder parallaxfreien Punkt umso exakter sein. Zum Glück hat dies ganz gut hingehauen. Das folgende Grund-Panorama besteht aus 36 Aufnahmen – 3 Reihen zu je 12 Bildern (also alle 30 Grad), montiert mit der Panorama-Freeware Hugin:

Panorama Praxis Dr. Bröhl
Panorama 1: 360° x ~150°

Das Panorama hat horizontal einen Winkel von 360°. Das dunkle Regal an den Bildrändern ist also das Gleiche. Ich fand es am geschicktesten, die Ansicht dort zu trennen.

In der Vertikalen schafft mein Selbstbau-Panoramakopf leider nicht die 180°; es bleibt am Boden und an der Decke (also Nadir und Zenith) jeweils eine rundliche Öffnung. Dazu später mehr. Jedenfalls reichte auch der vertikale Winkel (von ca. 150-160°), um alle Details des Raumes einzufangen. Meine zusätzlichen Versuche, Boden und Zimmerdecke mit einem Freihandfoto brauchbar abzulichten, scheiterten leider: Ich hatte schlicht vergessen, nach den Stativaufnahmen den Bildstabilisator wieder einzuschalten, und so sind die Aufnahmen verwackelt, was mir aber zunächst gar nicht auffiel.

Panorama Praxis Dr. Bröhl
Panorama 2: Rund

Dieses Panorama kann man nun natürlich mit dem Polarkoordinaten-Filter von Gimp etc. zu einem Kreis zusammenbiegen. So habe ich es ja schon einige Male hier gezeigt. Man kann normale Fotos zu „kleinen Planeten“ zusammendrehen, oder man nimmt dafür ein 360°-Panorama, damit man keine Schnittkante hat.

Panorama Praxis Dr. Bröhl
Panorama 3: Ecken ausgemalt

Für die dritte Version dieses Bildes wurden nun die Ecken mit dem Klonstempel ausgemalt, denn die meisten Foto-Abzüge sind nunmal eckig. Das Ergebnis ist aber noch nicht so surreal und effektvoll, wie ich es mir vorgestellt hatte. Mit der stereographischen Projektion, die ich z.B. beim Elberfelder Rathaus schon verwendet habe, müsste doch noch mehr gehen…

Panorama Praxis Dr. Bröhl
Panorama 4: Zwei Löcher

Wählt man in der Hugin-Vorschau (nach fertiger Ausrichtung der Einzelbilder) die stereographische Projektion, dann kann man durch Verschieben der Maus eine beliebige Perspektive bestimmen. Die hier gewählte gefällt mir ganz gut, weil sie den Behandlungsstuhl einigermaßen in den Vordergrund rückt und insbesondere durch die Elemente am linken Bildrand eine schön surreal anmutende Darstellung ergibt.

Nun sieht man auch gut, welche Bereiche mein Panoramakopf nicht erfasst hat: Das rundliche Loch in der Zimmerdecke (Zenith) und das Bodenloch (Nadir) mit den Aussparungen der 3 Stativbeine. Die Bereiche, in denen Stativ und Panoramakopf auf den Bildern zu sehen ist, hatte ich maskiert, damit die Kontrollpunktsuche hier keine Fehler macht.

Als nächsten Arbeitsschritt habe ich jeweils eine senkrechte Projektion auf Zenith und Nadir gewählt und aus Hugin als Panoramen exportiert. In diesen Dateien habe ich dann die beiden Löcher gestopft (mit dem Klonstempel von Gimp) und diese retuschierten Bilder dann als Zenith- und Nadirbilder mit manuell gesetzten Kontrollpunkten eingefügt:

Retusche von Zenith und NadirWie man sieht, ist die Retusche am Boden nicht wirklich gut geglückt. Das Problem ist der Schatten des Stativs und die ohnehin dort sehr unregelmäßigen Beleuchtungsverhältnisse. Nun sieht das PVC aus, als hätte man dort ein Malheur mit zu scharfem Putzmittel weggewischt. Für Tipps, wie man sowas mit Gimp besser hinbekommt, bin ich durchaus dankbar (am besten als Kommentare zu diesem Artikel).

Mit den eingefügten Boden- und Deckenstücken sieht das fertige Panorama (equirectangular) nun so aus:

Panorama Praxis Dr. Bröhl
Panorama 5: 360° x 180°

Nun reicht es also auch vertikal vom „Nordpol“ bis zum „Südpol“. Die komplette oberste Pixelzeile – und ebenso die unterste – sind also in Wirklichkeit nur jeweils 1 Punkt. Es ist eine vollständige Kugel-Abwicklung, also 360° mal 180°.

Panorama Praxis Dr. Bröhl
Panorama 6: Kleiner Planet (?)

Da nun die Kugel in Hugin vollständig ist, kann man nun auch stereographische Projektionen ohne Löcher berechnen lassen. Zunächst habe ich das Bild in der Projektion eines klassischen „kleinen Planeten“ ausgegeben. Wie man sieht, wirkt es bei Innenräumen nicht sonderlich planetenähnlich, da außen kein Himmel ist. Außerdem tritt der Stuhl arg in den Hintergrund, wenn man einen großen Bildwinkel wählt.

Mit anderen Worten: Da geht noch mehr. Die klassische Ansicht genau auf den Nadir ist hier nicht die optimale Variante. Mir gefallen folgende frei aufgezogenen stereographischen Varianten wesentlich besser:

Panorama Praxis Dr. Bröhl
Panorama 7: Surreal
Panorama Praxis Dr. Bröhl
Panorama 8: Surreal

Wirklich alptraumhaft wirkt das Bild allerdings trotzdem nicht. Vielleicht müsste man es noch dramatischer nachbearbeiten. Vielleicht hätte ich aber auch ein (künstliches) Skelett auf den Behandlungssessel setzen sollen, mit dem zahnarzttypischen Papierlätzchen, mit Scheinwerferlicht auf dem Mund und dem Bohrer zwischen den Zähnen…