Panoramen mit Hugin erstellen, Tutorial Teil 3

Nachdem im vorigen Teil des Tutorials die mittlere Bilderreihe zusammengefügt und das Ganze als Hugin-Projekt gespeichert wurde, geht es in dieser Lektion nun um die Montage der nächsten Bilderreihe.

Meist nehme ich bei solchen Innenraum-Panoramen nach dem Stitching der Mittelreihe zunächst die obere Bildreihe, denn diese ist unkritischer. Die Bildelemente sind gewöhnlich weiter weg, und damit sind leichte Parallaxenfehler (durch schlecht eingestellten Panoramakopf, etc.) weniger kritisch als bei Fugen, Teppichmustern etc. am Fußboden.

Bei Außenpanoramen mit bewölktem Himmel sieht es evtl. ganz anders aus. Da dürfte das Stitching der oberen Bildreihe problematischer sein, weshalb ich dann meist nach der Mittelreihe mit der unteren Reihe fortfahre. Im Grunde kommt es aber nicht so sehr darauf an; am Ende sollte es so oder so möglichst gut passen.

Obere Bildreihe zusammenfügen

Die 12 Bilder des Hallendachs werden also wie oben gezeigt markiert und in das geöffnete Hugin-Projekt geschoben. Man kann sie z.B. auf der „Assitent“-Seite des Programms fallen lassen. Hugin vermeldet dann „24 Bilder geladen“, denn 12 waren ja bereits in dem Projekt.

Nach Klick auf den „Ausrichten“-Button teilt Hugin mit, dass der Maximalfehler über 700 Pixel beträgt und die Bilder sehr schlecht passen.

Ein Blick auf das Layout im Vorschaufenster zeigt, dass der Ausrichten-Vorgang auch die mittlere Bildzeile wieder verschlechtert hat – wenn auch nicht so stark wie die obere Zeile. Die mittlere Zeile hat ja schon eine Menge „gute Punkte“, die sich statistisch hier positiv bemerkbar machen, indem sie sozusagen die neuen Punkte ein Stück weit in die richtige Richtung zwingen.

Wir hätten an dieser Stelle auch komplett vermeiden können, dass die mittlere Zeile wieder schlechter wird. Wie? Indem wir nicht die „Ausrichten“-Funktion der Assisten-Seite nehmen – denn die richtet alle Punkte aus und nicht bloß die Neuen. Wie es auch anders geht, zeige ich in Teil 4 bei der Montage der unteren Bildreihe.

Die Schnellvorschau zeigt aber, dass das Dach im Prinzip schon ‚regendicht‘ montiert ist. Wir müssen also vermutlich nur wieder die Kontrollpunkt-Ausreißer beseitigen und schrittweise optimieren.

Dies ist mit der Kontrollpunkt-Tabelle ja ganz schnell gemacht. Nochmal zur Erinnerung: Einfach zweimal auf „Abstand“ klicken, damit die schlechtesten Punkte oben stehen. Dann mit Shift-Taste und Maus die schlechten Kontrollpunkte markieren und mit dem Löschen-Button fachgerecht entsorgen.

Ich habe hier alle Punkte über 10 Pixel Abstand entfernt. Nicht gleich alle über 3 Pixel wegnehmen. Dann hat man zwar alle Linien in der Layout-Ansicht grün, aber vielleicht hat man in Wahrheit perfekt sitzende Punkte gelöscht, die nur noch deshalb schlecht erscheinen, weil die Einzelbilder noch nicht ihren pefekten Platz gefunden haben. Deshalb lieber schrittweise herantasten.

Nach dem Löschen der Punkte mit 10-779 Pixeln Abstand sieht die Layoutansicht schon deutlich weniger rot aus. Man könnte jetzt auf die 3 noch verbliebenen senkrechten roten Linien klicken, um zu schauen, ob die jeweiligen Punkte richtig oder ungenau sitzen.

Weiter geht es mit der Optimierung der noch verbliebenen Punkte – Hauptfenster, Seite „Optimieren“.

Diesmal werden wieder alle Bilder bis auf das Erste optimiert. Am einfachsten erreicht man dies, indem man unterhalb der Kästchen „Gierwinkel“, „Nickwinkel“ und „Rollwinkel“ jeweils auf das Häkchen-Symbol klickt. Dann werden alle Häkchen im jeweiligen Kasten gesetzt. Man sollte dann nur noch bei Bild 0 jeweils den Haken wegnehmen. Das wurde ja schon im vorigen Teil erklärt.

Da Hugin die Objektivparameter ja im Prinzip schon bei der ersten Bildreihe optimiert hat, kann man versuchen, die Häkchen bei den unteren 6 Kästchen gleich im ersten Durchgang alle eingeschaltet zu lassen. Sollte es damit Probleme geben, gilt wieder das schon Gesagte: Zunächst nur die Optimierung der Bildausrichtung ohne die Objektivparameter. Dann nochmal optimieren mit dem zusätzlich ausgewählten Obektiv-Bildwinkel v. Dann zusätzlich a dazu und neu optimieren. Dann zusätzlich b. Und c. Und im letzten Durchgang d und e gemeinsam.

Spätestens jetzt sollte das „Ergebnis der Optimierung“ deutlich besser sein als ein Maximalabstand von 10 Pixeln, den wir ja vor der Optimierung hatten. Die Layout-Vorschau zeigt jetzt nur noch Grün.

Allerdings sieht sie noch ein wenig „verbogen“ aus. Das hat damit zu tun, dass sich ja alle Bilder nach dem ersten Bild („Bild 0“) zu richten hatten. Und wenn dies nunmal nicht 100% im Lot ist, dann machen alle anderen Bilder eine Kurve. Je schräger das Stativ stand, desto deutlicher wird dies. Zum Glück kann Hugin dies aber ganz einfach ausgleichen:

Dafür hat die Seite „Bewegen/Ziehen“ des Schnellvorschau-Fensters die drei Schaltflächen „Zentrieren“, „Einpassen“ und „Ausrichten“. Am besten einfach alle drei nacheinander aufrufen. Vor allem „Ausrichten“ wirkt bei diesem Panorama Wunder. Nun ist die Museumshalle perfekt gerade abgebildet. Nur leider sind die beiden Vordergrund-Bahnen noch nicht genau im Zentrum.

Dies kann man mit Schieben der Maus bei gedrückter linker Maustaste erreichen. Damit sich dabei der Horizont nicht wieder verbiegt, hält man mit der anderen Hand gleichzeitig die Shift-Taste fest. Dann sind nur horizontale Bewegungen möglich und man kann das gerade Panorama so ausrichten, dass der Fluchtpunkt zwischen den beiden Bahnen exakt im Zentrum des equirektangularen Rechtecks liegt.

Spätestens jetzt sollte man das Panorama-Projekt erneut speichern. Ein einfacher Klick auf das Disketten-Icon im Hauptfenster genügt. Danach geht es weiter in Teil 4 dieses Tutorials, in dem die untere Bildreihe montiert wird. Wie hier auf der Seite schon erwähnt, zeige ich dabei einen etwas anderen Weg.

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