Panoramen mit Hugin erstellen, Tutorial Teil 6

Nachdem ich am Ende des vorigen Teils dieses Tutorials gezeigt habe, wie man eine erste hochauflösende Roh-Version des Panoramas ausgeben kann, wird diese nun genauer untersucht.

Dazu öffne ich sie im Windows-Explorer (oder in einem anderen geeigneten Bildbetrachter). In der Gesamt-Ansicht sieht das Panorama schon ganz gut aus (bis auf den Stativbereich). Keine versetzten Linien (Stitching-Fehler) sind auszumachen, und die Helligkeit der Einzelbilder wurde sehr gut überblendet.

Nachtrag (25.5.2012): Im empfehlenswerten Hugin-Tutorial von Tilman Bremer bin ich auf den kostenfreien Panini-Viewer gestoßen, den ich nun auch verwende. Wer sich das probeweise ausgegebene Panorama schonmal interaktiv anschauen möchte, installiere sich den Panini-Viewer von http://sourceforge.net/projects/pvqt/ und schiebe die Panorama-Datei in das geöffnete Panini-Fenster. Im Menü lassen sich verschiedene Darstellungs-Modi umschalten. Viel Spaß damit. Und nun weiter im Tutorial und in der Windows-Vorschau:

Geisterbilder entfernen

Schaut man jedoch auf die 100%-Ansicht und geht bei der Suche ins Detail, so zeigen sich einige Merkwürdigkeiten. Während die „Frau ohne Unterleib“ früher häufig auf Jahrmärkten präsentiert wurde, hat sie sich diesmal in das Straßenbahn-Museum geschlichen (bzw. ist hineingeschwebt…).

Solche „Geisterbilder“ müssen natürlich entfernt werden. Dazu bietet sich die Maskierungs-Funktion von Hugin an.

Wie schon im vorigen Teil bei der Maskierung der Panoramakopf-Schiene öffnet man also die Seite „Maskierung“ im Hauptfenster und umzingelt die betreffende Stelle mit einer ’neuen Maske‘. Nun hat man die Möglichkeit, die Frau einfach komplett verschwinden zu lassen – bei „Bereich ausschließen“ wird die Stelle möglichst aus den benachbarten Bildern aufgefüllt. Man kann aber auch auf „Bereich verwenden“ umschalten. Ich finde, die „Frau ohne Unterleib“ hat sich jetzt schon so einen wichtigen Platz im Fotokurs erschlichen, dass wir versuchen sollten, sie komplett zu erhalten.

Stativmasken anlegen

Wo wir schon am Maskieren sind, können wir gleich auch die sichtbaren Teile des Stativs aus den Bildern der unteren Reihe (Bilder 24 bis 35) herausnehmen.

Neben dem sofort auffälligen Stativteil samt Beinen sieht man beim genaueren Betrachten auch noch ganz unten rechts eine kleine schwarze Stelle, die auf allen Bildern mit einem Nickwinkel von -45° erscheint. Vermutlich ein Teil des Panoramakopfes. Also auf „Neue Maske“ und den Krümel einkreisen. Wenn man dann bei „Masken-Art“ auf „Bereich bei allen Bildern mit diesem Objektiv ausschließen“ klickt, dann braucht man sich die Arbeit nicht 12mal zu machen, sondern Hugin lässt die untere rechte Ecke bei allen Bildern mit ‚Objektiv 1‘ weg.

Für die Stativbeine geht es leider nicht ganz so automatisch, da diese ja in jedem Bild in verschiedene Richtungen zeigen. Also jedes der Bilder 24-35 einzeln auswählen, auf „Neue Maske“ klicken und den Bereich einkreisen.

Natürlich lassen wir die „Masken-Art“ dabei auf „Bereich ausschließen“ stehen. Ziel ist es ja, dass das Stativ nur noch vom Nadirbild dargestellt wird. Wenn wir dann das Nadirbild gegen ein stativ-freies austauschen, sind wir das hässliche Gerippe in unserem Panorama los.

Nach ein paar Minuten ist es dann geschafft, und auf allen 12 Bildern der unteren Reihe wurden die Stativbereiche aus dem Bild entfernt. In der Schnellvorschau sieht man das Stativ natürlich trotzdem – denn im Nadirbild ist es ja nach wie vor enthalten.

Wenn man genau schaut, sieht man am linken Stativbein nun ein schwarzes Loch. Das ist der Bereich, wo sich mehrere Stativmasken überlagern und kein unmaskiertes Bildmaterial zum Auffüllen zur Verfügung steht. Denn an dieser Stelle treffen sich nicht nur einige Stativmasken der unteren Bildreihe, sondern auch die Maske, die ich im Nadirbild angelegt hatte, um die Schiene des Panoramakopfes in unserem Probepano (Teil 5) auszublenden.

Diese Maske muss jetzt wieder weg. Also auf der Seite „Maskierung“ im Hauptfenster das Bild 36 auswählen, die Maske anklicken und dann auf „Maske löschen“. Sie wird nicht mehr benötigt. Wirklich nicht. Ehrenwort!

In der Schnellvorschau erscheinen jetzt zwar Teile der Panoramakopf-Schiene, aber das macht nichts. Das Projekt mit diesem Zwischenstand („6thb02-stativ.pto“) ein letztes Mal speichern, und dann können wir Hugin erst einmal vorübergehend schließen. Denn weiter – in Teil 7 – geht es mit der Stativretusche im Bildbearbeitungsprogramm (also in Gimp, PhotoImpact, FutterJob oder welchem Programm auch immer). Und dann folgt der Einbau des stativfreien Nadirbildes in Hugin. Noch sieht unser Pano aber so aus wie unten: Das Stativ ist noch vorhanden, aber es wird nur noch vom Nadirfoto abgebildet:

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