England, Teil 10: Stonehenge

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twitter-marmiteNach unseren ersten England-Tagen in Ely und Cambridge und nach dem Besuch des wundervollen Folkfestivals stand als nächstes für uns ein Reisetag mit langer Autofahrt an: Südwestlich in Richtung unseres eigentlichen Urlaubsziels: Dartmoor und Cornwall. Auf dem Weg machten wir jedoch noch Station an den weltberühmten Steinkreisen von Stonehenge. Es lag ohnehin am Weg; es ist von der Schnellstraße kaum zu übersehen.

Auf diesem Bild hat sich ein Weltkulturerbe versteckt.

Auf diesem Bild hat sich ein Weltkulturerbe versteckt.

Schon zuvor hatten wir erfahren, dass man nicht mehr zwischen die Megalithen treten darf, da der große Ansturm von Touristen dem jungsteinzeitlichen Bauwerk wohl inzwischen erheblich zugesetzt hat. Dementsprechend waren unsere Erwartungen schon etwas gedämpft. Dazu kam, dass es ziemlich nach Regen aussah und eine lange Schlange vor der Kasse wartete. Wir erfuhren, dass wir ca. 40 Minuten warten müssten. Um dann in sicherem Abstand im Kreis um das Monument herumgehen zu dürfen. Fast wie in Mekka, nur nicht so nah dran…

england2013-stonehenge-3292hdr-rofrisch900x600Dass die Briten unter „Ein“trittsgeld manchmal nur eine Gebühr für’s Dranvorbeigehen verstehen, hatten wir ja schon beim Trinity College in Cambridge gelernt. :/ Für einen happigen Eintrittspreis (8 Pfund pro Person) sollte man also bis zum einsetzenden Regen warten und dann kaum näher heran dürfen als die Zaungäste am äußeren Zaun? Das sparten wir uns und gingen, wie etliche andere auch, nur außen am Bauzaun entlang, der die Haupt-Zufahrt absperrte, die momentan umgebaut wird. So haben wir nur die 3 Pfund Parkplatzgebühr bezahlt (sie werden auf die 16 Pfund Eintritt angerechnet). Außerdem sparten wir die Wartezeit vor der Kasse. Tatsächlich hätten wir bis zum Regen in der Kassenschlange gestanden. So waren wir gerade fertig mit unserer Fern-Besichtigung, als der Regen einsetzte.

england2013-stonehenge-3294hdr-sprechblasen-rofrisch900x600england2013-stonehenge-3294hdr-rofrisch900x600Wenn man es geschafft hat, eine Dreiviertelstunde Schlangestehen zu überleben, dann scheint das Wichtigste zu sein, seine Liebsten per Handy davon zu unterrichten, wo man gerade ist. Zumindest macht dieses Bild von 3 Zauntelefonierern diesen Eindruck…

Die Sprechblasen habe ich übrigens mit der kostenlosen Smartphone-App PicSay (für Android) eingefügt, da ich auf die Schnelle keine Möglichkeit gefunden habe, mit Gimp oder PhotoImpact ähnlich gute Sprechblasen zu erzeugen. Wer mag, kann ja das unbearbeitete Original links verwenden und mit kreativeren Sprechblasen verzieren. Wer weiß, was die Steinzeit-Touristen sonst noch so am Telefon sagen? Falls es Einsendungen gibt, werde ich diese (sofern geeignet) gerne hier im Blog zeigen. :-)

Wenn man sich die Steine auf den Fotos etwas genauer anschaut – insbesondere hier im detailverstärkenden HDR-Look – dann machen einige der Megalithen den Eindruck, als wäre daran mit Zement o.Ä. ausge“bessert“ worden. Ob die touristischen Beschädigungen wirklich so stark waren, dass man zuspachteln musste? Oder ob es täuscht, und diese Flächen vielleicht nur von Moos und Flechten gereinigt wurden? Schaut selbst:

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Wir standen für unsere Fotos übrigens direkt an einem Bauzaun, der derzeit die Straße absperrt, und konnten nicht an den auf den Fotos zu sehenden Maschendrahtzaun herantreten. Um dennoch hoch genug fotografieren zu können, habe ich meine Kamera auf das Stativ montiert und den Kabelfernauslöser angeschlossen. Diese Konstruktion habe ich dann freihand als „Armverlängerung“ hoch genug gehalten. Sonst wäre der Maschendrahtzaun, den man leider auf den meisten Bildern sieht, nicht unterhalb der Megalithen zu sehen gewesen, sondern teilweise davor. Mit meinen Stativbalancierübungen habe ich wohl ein wenig Aufsehen erregt, aber vermutich hat sonst keiner von den Nicht-Zahlern an diesem Tag ein solches Bild mit nach Hause bringen können:

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Den HDR-Look habe ich übrigens mit dem kostenlosen Programm „Luminance HDR“ hergestellt. Die Kamera hatte ich auf Belichtungsreihe gestellt und von jedem Motiv drei Fotos aufnehmen lassen (normal, dunkel, hell). Aber das brauchte ich gar nicht, wie ich zuhause merkte. Denn „Luminance HDR“ ist auch in der Lage, die Raw-Dateien (*.CR2) meiner Canon EOS 60D direkt zu öffnen und den erhöhten Kontrastumfang einer einzelnen Raw-Datei für ein HDR-mäßiges Tonemapping zu nutzen. Dann gibt es auch keine Probleme mit sich bewegenden Motivteilen.
Diese Bilder hier sind also meine ersten Raw-Entwicklungen ohne DPP. Mir gefällt der Look des Tonemapping-Filters „Mantiuk 06“ recht gut – er bringt Dramatik in den eigentlich recht langweilig aussehenden Himmel und lässt auch die Oberfläche der Steinchen interessant aussehen.

An der Straße stand noch ein originaler Hinkelstein, den Obelix vor ca. 2000 Jahren als Ersatzteil für fehlende Steine im Monument geliefert hatte. Aber zu der Zeit war Stonehenge rituell eh schon auf dem absteigenden Ast, so dass der Hinkelstein gar nicht erst verbaut wurde und heute weitgehend unbeachtet an der Zufahrt steht:

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england2013-stonehenge-3346hdr-rofrisch1100x535Wenn man den Blick in die andere Richtung wendet, sieht man in nicht allzu weiter Ferne ein Grabungsfeld aus der jüngeren Eisenzeit. Dort wurden seltsame Metallskulpturen aus dem frühen 21. Jahrhundert freigelegt, die offenbar rituellen Zwecken dienten. Aufgrund der Nähe zu den Megalithen von Stonehenge nimmt man an, dass es sich um einen neuzeitlicheren Kult handelte, der von Jungeisenzeit-Experten „Automobilismus“ genannt wird.

england2013-stonehenge-3416hdr-rofrisch900x600 england2013-stonehenge-3417hdr-rofrisch900x600Da inzwischen die ersten Regentropfen fielen, wandten wir uns von Stonehenge ab und gingen in Richtung dieser neueren Grabungsstätte. Doch schon bald verließen wir die Gegend rund um Stonehenge und setzten in strömendem Regen unsere Reise fort in Richtung Ashburton, dem Tor zum Dartmoor.

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3 Antworten zu England, Teil 10: Stonehenge

  1. Greta Ghost schreibt:

    Moin,

    ich bin leidenschaftliche Hobby-Fotografin (noch so richtig mit Negativfilm…). Leider schreibst du in deinem Blog – so weit ich das gesehen habe – nichts über das Wichtigste der Fotografie: DAS MOTIV. Was ist ein Motiv, was nicht… Einige deiner Bilder lassen nach meinem Verständnis zu wünschen übrig. Also, viel Erfolg weiterhin… Gruß, Greta Ghost

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