England, Teil 13: Kitty Jay’s Grave

Nachdem wir uns wieder trockengelegt und uns mit einem Cream Tea gestärkt hatten, nutzten wir den frühen Abend für einen Besuch an Kitty Jay’s Grab.

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Kitty Jay war ein junges Mädchen, die – so erzählt man – ungewollt schwanger geworden war und sich in einer hoffnungslosen Situation fühlte, weshalb sie sich erhängt haben soll.

Als „Selbstmörderin“ durfte sie nicht auf einem örtlichen Friedhof beerdigt werden (was für ein absurder und menschenverachtender christlicher Brauch…), sondern sie wurde außerhalb jeglicher Ansiedlung an der Einmüdung eines Feldweges auf eine Nebenstraße beerdigt. Wie es sich für das Dartmoor gehört, gibt es natürlich auch etliche Grusel-, Spuk- und Geistergeschichten rund um die arme Ann Jay.

Gefunden haben wir das Grab ganz einfach, indem wir die GPS-Koordinaten aus Wikipedia in unser TomTom-Navi getippt haben. Ohne das wäre es vermutlich etwas schwieriger geworden.

Einige Besucher an Kitty Jay’s Grave bringen Grabbeigaben mit. Von Blumen über Münzen und Plastikdinos bis zum Duftbaum aus dem Auto. Vielleicht müffelt Mrs. Jay ja ein wenig, wenn sie nachts herumspukt…

Uns verbindet mit Kitty Jay’s Grab der Song und das gleichnamige Album des bekannten Folkmusikers Seth Lakeman. Der weitere Verlauf unserer England-Reise wird noch ein paar andere Verknüpfungen mit Seth Lakemans Musik aufweisen. Hier „Kitty Jay“ in zwei Versionen – einmal als ‚halboffizielles‘ Video und einmal als Live-Version:

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Live haben wir den Song schon mehrfach erlebt und mindestens einmal auch gefilmt:

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Im Umfeld des Grabes hat man einige schöne Blicke auf die wilde Landschaft des Dartmoors mit seinen Tors. Und wir sahen einen weiteren parkenden Corsa, der unserem recht ähnlich sah, aber nicht von Opel, sondern von Vauxhall war. Interessant, die Unterschiede (abgesehen vom Lenkrad auf der ‚falschen‘ Seite), obwohl es im Prinzip das gleiche Modell ist.

Damit war der Tag aber noch nicht zu Ende. Zum Abendessen fuhren wir nach Totnes – ein kleines hübsches Städtchen am Rande des Dartmoors. Bilder von dort und von der Fahrt dorthin gibt es im nächsten Artikel.

friedhof-godesburg-rosenmaedchen-vignetteNachruf
Diese Artikelseite mit seinem Bericht über Kitty Jay’s Grave widme ich meinem guten Bekannten Tim Nitsche, der im Juli 2013 leider viel zu früh von uns gegangen ist. Die Nachricht von seinem Tod erreichte mich am 11.9.2013 während der Arbeit an den Bildern von Kitty Jay’s Grab.
Tim hat eine Zeitlang mit mir unter einem Dach gewohnt (in einem Mehrfamilienhaus). Da durfte ich ihn und seine beiden Kinder kennenlernen. Er war immer einer von den Guten, ein Idealist und Weltverbesserer, ein Kontakteknüpfer und einer der vor Ideen übersprudelt. Es hätte zwischen uns für eine tiefe Freundschaft gereicht, aber durch Umzug etc. blieb es bei sporadischen Kontakten. Aber immer mit großer Sympathie, wenn wir uns mal begegneten.
dampfspektakel2010koblenz400x300Gerne denke ich zurück daran, als ich ihn mit den Kindern im MiWuLa Hamburg traf, oder als die drei bei mir in der Vorgebirgsbahn Linie 18 mitfuhren. Oder als ich Gast bei seinem 40. Geburtstag war. Oder als er versuchte, einen KulturKiosk aufzubauen und wir ein schönes Konzert dort erleben durften. Oder unseren Besuch beim Dampfspektakel 2010 in Koblenz und Gerolstein bzw. Daun. Oder als Tim, meine Partnerin und ich leidenschaftlich in einem Café in Bornheim über Nichtraucherschutz debattierten. Trotz gegenteiliger (Piraten-)Meinung war er ein geschätzter Gesprächspartner. Mehr als das. Er war ein Freund. War ich ihm auch einer?
Ich wünsche seinen Kindern und sonstigen Angehörigen von Herzen alles Gute und viel Kraft, um mit dem Verlust zurecht zu kommen. Ich weiss, er fehlt sehr. Euch noch mehr als mir. Er hat Euch sehr geliebt, dass weiss ich auch. Es tut weh, dass er so früh ging.
 
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Eine Antwort zu England, Teil 13: Kitty Jay’s Grave

  1. RoFrisch schreibt:

    Ich hab den Song auch mal in 3D gefilmt – man kann die 3D-Wiedergabeart einstellen, oder natürlich auch in 2D schauen:

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