Mein Schweden-Tagebuch, Tag 8: Bootsfahrt, Wanderung im Store Mosse

Liebes Tagebuch,

heute ist der 3. Juli und wir freuen uns schon auf die heutige Wanderung durch das Große Moor, den Nationalpark Store Mosse, auf den wir vor 3 Tagen schon einen kleinen Blick geworfen hatten. Nachdem wir gestern in Värnamo einiges an Kultur geschluckt haben, steht heute also wieder Natur im Vordergrund.

Bevor wir was für unsere Beine tun, sind aber erst einmal die Arme dran: Trotz des unbeständigen Wetters machen Doro und ich eine kleine Tour mit Jörgs Boot.

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schweden2016doro-20160704_175932Auch vom See aus gesehen ist Jörgs Schwedenhäuschen wunderschön gelegen.

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Bevor wir zur Wanderung aufbrechen, stärken wir uns noch mit einer kleinen Süßspeise, damit die verbrauchten Kalorien nicht dauerhaft fehlen: Milchreis im Schlauch und Blaubärcreme im Tetrapack. Wassesnichallesgibt…

schweden2016-20160703_155546Nationalpark Store Mosse

Nun aber auf in den Nationalpark Store Mosse. Wir fahren zum Haus Lövö (einem Übernachtungshaus, das im Naturum gebucht werden kann), parken dort und machen uns auf den Weg, der Blådöpet Runt heißt. Zunächst dachte ich, das sei einfach ein Name für den Rundwanderweg, der auf den Nationalkarten blau gepunktet ist. Aber gepunktet heißt prickig, döpt heißt getauft; irgendwas passt da in meinem Deutungsversuch überhaupt nicht. Jörg klärt mich auf: Es ist der Name des Gewässers an unserer Wanderroute.

Der erste Teil der Strecke ist waldig, aber mit üppigem – und teils essbarem – Bodenbewuchs:

schweden2016-DSC01774schweden2016-DSC01775Okay, das linke Bild gehört andersherum. Aber die Spiegelung mal umzudrehen, ist auch ganz reizvoll. :-)

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schweden2016-DSC01778Langsam ändert sich das Landschaftsbild auf der Blådöpet Runt. Wir kommen jetzt in die Gegend, wo man Hjortron, „Norrlands Guld“ (nicht das Bier) finden kann. Gewöhnlich wächst die Moltebeere etwa 1000km nördlich, aber die kargen Böden des Store Mosse haben sie auch hier an dieser Stelle des südlichen Schwedens heimisch werden lassen.

Es ist eigentlich noch etwas früh für die Moltebeere, aber Jörg zeigt uns zunächst die Blätter, dann entdeckt er auch ein paar unreife Beeren:

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schweden2016-DSC01790Und dann die kleine Sensation: Wir finden genau 2 reife Moltebeeren, so dass Doro und ich mal probieren könnten. Was wir natürlich nicht machen in einem Nationalpark, wo auch die Pflanzen direkt am Wegesrand gerne ungestört bleiben möchten. 0:-)
Moltebeere schmeckt übrigens ganz interessant, irgendwie ungewöhnlich und lecker.

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schweden2016-DSC01795 schweden2016-DSC01796

schweden2016-DSC01801Am Wegesrand entdeckt man einige Seltsamkeiten wie verknotete Kiefern oder „Holzweichen“. Sogar korrekt mit Weichensignalen > Wn9 und < Wn10. ;-)

Wir befahren den Abzweig mit Wn10 nach links und hoffen auf wenig Gegenverkehr…

Okay, Schluss mit den Bahnfahrerwitzen, zurück zur Natur!

Wie man sieht, hat sich die Landschaft nun deutlich geändert. Kein Wald mehr, nur einzelne Baumgruppen, ansonsten Moorboden. Man muss stellenweise schon aufpassen, nicht rechts oder links des Holzweges ins Nasse zu treten und die Balance zu verlieren, um dann in 5000 Jahren als Moorleiche ein Museum zu gründen. :-)

Wie man sieht, haben Jörg und Doro da irgend etwas Faszinierendes am Boden entdeckt. Was man da auf dem letzten Bild sieht, ist wohl eine fleischfressende Pflanze, Sonnentau.

Zwischendurch schraube ich meine Panoramakamera auf das Einbeinstativ, um die schöne Szenerie im Moor festzuhalten. Hier die kugeligen Ergebnisse:

Leider zieht sich der Himmel nun wieder zu. Kurz vor Ende unserer blaubedröppelten Runde kommen wir an einen Aussichtsturm, und ich nehme dort noch ein Handypanorama auf, ein letzter Blick auf das Moor; immerhin nicht ganz so trübe wie unser erster Blick vor 3 Tagen:

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Dann fängt es an zu regnen und wir eilen zum Auto, vorbei an einigen Kühen, die sich über unsere Regenempfindlichkeit vermutlich wundern.

PS: Die Little Planets aus dem Store Mosse sind natürlich zu schön, um sie nur als statische Bildchen zu zeigen. Deshalb gibt es die ersten drei auch interaktiv, zum selber drehen, zoomen, schwenken: Bild 1, Bild 2, Bild 3.

 

 

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