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Rolands Fotokurs jetzt auch bei Facebook

facebook-fotokurs-screenshotNun gibt es auch eine Facebook-Seite zu diesem meinem legendären Fotokurs. Den Link findet Ihr hier:

https://www.facebook.com/rolands.fotokurs

Die bisherigen Lektionen, Seiten und Hauptartikel sind dort bereits eingebaut. Zukünftig werde ich neue Artikel auch jeweils dort verlinken. Also ist die neue Facebook-Seite für Nutzer dieses sozialen Netzwerks eine gute Alternative bzw. Ergänzung zum Folgen dieses Blogs direkt hier in WordPress bzw. per eMail-Benachrichtigung.

Für fachliche Fragen und Anmerkungen zu den Fotokurs-Artikeln empfehle ich jedoch weiterhin die Nutzung der Kommentarfunktion hier in WordPress gleich unter dem passenden Artikel. Aber natürlich werde ich auch auf der neuen Facebook-Seite auf Eure Kommentare eingehen.

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Aufbaukurs Fotografie Fotokurs

Portrait-Beleuchtung

Portrait-Fotografie: Beleuchtung

Als Ergänzung zur Lektion 6 des Aufbaukurses (Grundlagen der Portraitfotografie) hier noch zwei Bildserien, die mir Thomas Költgen, der in Xanten und Kamp-Lintfort ‚richtige‘ Fotokurse anbietet, freundlicherweise zugeschickt hat. Sie zeigen verschiedene Varianten von Seitenlicht bzw. Streiflicht beim Brustbild:

Portrait: Seitenlicht
Copyright 2011 by Thomas Költgen

Die Grenzen zwischen „Seitenlicht“ und „Streiflicht“ sind sicherlich fließend. Woanders habe ich gelernt, 90° sei bereits Streiflicht (etwa 80-100°, meinte man dort). Entscheidend ist aber bestimmt nicht die richtige Vokabel, sondern die Bildwirkung. Und da können die beiden Bildserien Anregungen für eigene Portraits geben.

Vergleicht man die beiden linken Bilder (Seitenlicht 45° und 90°), dann fällt auf, dass das Licht umso stärker die Formen modelliert, je seitlicher es auf das Modell fällt. Natürlich wird dann die lichtabgewandte Seite umso dunkler – aber dies kann man ja durch einen Aufheller dezent korrigieren, ohne damit die plastische Wirkung des Seitenlichts bzw. Streiflichts aufzuheben.

Portrait: Streiflicht
Copyright 2011 by Thomas Költgen

Die zweite Bilderserie zeigt eigentlich nur das „Zangenlicht“, also beidseitig eingesetztes Streiflicht, als neue Beleuchtungsvariante. Die beiden anderen Varianten hatten wir ja (mit anderen Bildausschnitt) bereits in der oberen Bildreihe.

Dies nur als kleiner Vorgeschmack zum umfangreichen Thema Beleuchtung in der Studio-Portraitfotografie. Lichtführung, Studio-Blitzanlagen oder Dauerlicht, Aufheller, etc. Dazu gibt es umfangreiche Bücher für alle, die sich näher damit beschäftigen möchten. Da ich bisher keine Fotostudio-Erfahrungen habe, halte ich mich hierbei lieber zurück mit meinem angelesenen Viertelwissen. Nochmal vielen Dank an Thomas Költgen für diese Bilderserien zum Thema Portraitfotografie.

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Aufbaukurs, Lektion 6

Grundlagen der Portrait-Fotografie

Nachdem es bis zur vorigen Lektion des Aufbaukurses hauptsächlich um Fototechnik ging, wenden wir uns nun endlich einem Thema zur Bildgestaltung zu. In dieser Lektion geht es um die gestalterischen Grundlagen der Portraitfotografie. Freundlicherweise hat Thomas Költgen, der im Raum Xanten und Kamp-Lintfort auch Fotokurse anbietet, die folgenden Bilder seiner Fleißarbeit für Rolands Fotokurs zur Verfügung gestellt. Ich versuche nun, intelligent wirkende Erläuterungen um diese Fotos zu schreiben.

Beginnen wir mit typischen Varianten von Bildausschnitten bei Portraitfotos:

Copyright 2011 by Thomas Költgen

Neben den korrekten „Vokabeln“ kann man an diesen Beispielen gut erkennen, dass Portraitfotografie stärker auf den Menschen schaut, wenn man als Fotograf „Mut zur Nähe“ zeigt. Will man den Menschen in seinem Umfeld (Arbeit, etc.) zeigen, dann bietet sich eher ein Brustbild an. Dagegen eignet sich die angeschnittene Darstellung des Gesichts (bis hin zur Detailaufnahme), um einen unpassenden oder wenig interessanten Hintergrund auszublenden und die Gesichtszüge zu betonen. Bei Verwendung einer längeren Brennweite kann man dies erreichen, auch ohne der portraitierten Person zu stark mit der Kamera „auf die Pelle zu rücken“. Es geht also in obiger Aufnahmeserie weniger um den Aufnahmeabstand, sondern um den Bildausschnitt.

Damit sind wir bei der Frage der Brennweite, die außer dem Bildausschnitt auch die Perspektive bestimmt. Dies war ja schon Thema im Anfängerkurs, Lektion 3: Brennweite und Perspektive. Die folgende Bilderserie von Thomas Költgen zeigt deutlich, wie kürzere Brennweiten dazu führen, dass Gesichter perspektivisch verzerren:

Copyright 2011 by Thomas Költgen

„Seriöse“ Gesichtsbilder entstehen meist mit (Kleinbild-)Brennweiten über 50mm, während man mit kurzen Brennweiten eher einen grotesken Bildausdruck erreicht. Sehr schön kann man an dem Foto mit der kürzesten Brennweite erkennen, dass man für solche Fotos einen vergleichsweise riesigen Hintergrund braucht. Das gleiche Problem hatte ich schon bei meinem Bild „Wallis-Bird-Double„, das sich nur mit Mühe in unserer recht breiten Einfahrt realisieren ließ.

Interessant finde ich auch den Vergleich der folgenden drei Bilder. Obwohl sich die Mimik der Portraitierten wohl nicht verändert hat, haben die Bilder eine unterschiedliche emotionale Wirkung:

Copyright 2011 by Thomas Költgen

Auf Augenhöhe fotografiert, schaut das Model recht neutral, während der Aufwärtsblick aus einer niedrigeren Perspektive einen leichten Anschein von Stolz in das Plastikgesicht zaubert. Fotografiert man aus erhöhter Position, wird ein Eindruck von Schuld, Traurigkeit, Unterwürfigkeit etc. verstärkt. Ich muss zugeben, dass es mich überrascht hat, wie stark der emotionale Ausdruck alleine von der Kameraposition beeinflusst wird. Man gewinnt den Eindruck, Augen und Mundpartie wären tatsächlich verändert – und der betont lang bzw. kurz dargestellte Hals trägt hierzu noch bei.

Auch für unterschiedliche seitliche Perspektiven haben sich bestimmte Namen eingebürgert, die uns Thomas Költgen mit den folgenden Fotos nahebringt:

Copyright 2011 by Thomas Költgen

Bei den seitlichen Portrait-Positionen nehme ich nicht so einen emotionalen Unterschied wahr. Vielleicht hat dies mit unserer Alltagswahrnehmung zu tun, wo wir unsere Mitmenschen oft aus unterschiedlichen Winkeln ansehen, ohne dass dies eine tiefere Bedeutung hätte, während wir vermutlich schon aus der Kindheit gewöhnt sind, einem deutlich größeren Wesen mehr Respekt entgegenzubringen als den kleineren.

Ein Unterschied wird aber deutlich, wenn es um das Verhältnis zwischen Modell und Betrachter (bzw. Fotograf) geht: Eine Frontal-Aufnahme schaut den Betrachter direkt an, man spürt die Interaktion zwischen den beiden Personen vor und hinter der Kamera. Je weiter sich die Person jedoch ins Profil dreht, desto unbeteiligter am Fotografiertwerden wirkt sie; desto schwächer ist das unsichtbare Band zum Betrachter. Es könnte dann genauso ein Schnappschuss von der Seite sein, ohne dass die Person überhaupt gemerkt hat, aufgenommen worden zu sein.

Bevor ich mich hier aber weiter als Hobbypsychologe betätige, beende ich die Lektion an dieser Stelle besser. Gerne könnt Ihr in den Kommentaren angeben, was Ihr zum Thema Portraitfotografie noch für wichtig haltet und welche Fragen unbedingt beantwortet werden sollten.

PS: Thomas Költgen hat noch zwei Bilderserien zur Verfügung gestellt, die in einem extra Blog-Artikel gezeigt werden: Portrait-Beleuchtung: Seitenlicht und Streiflicht.

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Anfängerkurs Aufbaukurs Fotografie Fotokurs

Leserkommentare

Leserkommentare aus dem „alten“ Fotokurs

Bevor ich demnächst die Typ3-Installation des alten Fotokurses löschen werde (sobald alle Lektionen hierhin nach WordPress übertragen wurden), habe ich die Seiten lokal gespeichert, um auch die „alten“ Kommentare zugänglich zu halten. Da die Seiten untereinander nicht verlinkt sind, können sie über die folgenden Links geöffnet werden. Ein kleiner Rückblick auf die Gestaltung, die Inhalte und die Kommentare meines früheren Fotokurses:

Home (0 Kommentare)

Anfängerkurs (0 Kommentare)

  1. Belichtung (114 Kommentare)
  2. Brennweite (38 Kommentare)
  3. Perspektive (15 Kommentare)
  4. Schärfe (10 Kommentare)
  5. Verwacklung (21 Kommentare)
  6. Schärfentiefe (36 Kommentare)
  7. Filmempfindlichkeit (11 Kommentare)
  8. ISO-Empfindlichkeit (43 Kommentare)

Aufbaukurs (0 Kommentare)

  1. Auflösung (16 Kommentare)
  2. Megapixel (30 Kommentare)
  3. Farbtiefe (17 Kommentare)
  4. Dateiformate (10 Kommentare)
  5. Tonwertkorrektur (1 Kommentar)

Zubehör (0 Kommentare)

Bildbearbeitung (0 Kommentare)

3D-Fotografie (0 Kommentare)

Fotogalerie (0 Kommentare)

Wie man beim Lesen der Kommentare bemerken kann, habe ich leider manch eine Frage unbeantwortet gelassen. Ich bin mir nicht mal sicher, ob ich sämtlichen Spam bemerkt und entfernt habe. Dafür bitte ich um Entschuldigung. Ich hoffe, dass dies mit den WordPress-Kommentaren besser funktioneren wird – die technischen Voraussetzungen sind jedenfalls gegeben.

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Aufbaukurs Fotografie Fotokurs

Aufbaukurs, Lektion 5

Berge versetzen: Histogramm und Tonwertkorrektur

In der Lektion über Farbtiefe und in dem Artikel Schwarzweiß (Raw) wurde schon kurz auf Histogramme und Tonwertkorrektur eingegangen. Es gibt aber noch einiges mehr dazu zu sagen, was Thema dieser Lektion sein soll.

Histogramme werden an verschiedenen Stellen eingesetzt, die etwas mit digitaler Bildbearbeitung zu tun haben. Man findet sie auf Displays von Digitalkameras, in Software zum Scannen von Fotos oder Dias, in Programmen zur Konvertierung von Raw-Dateien und natürlich auch in der ganz normalen Bildbearbeitung, also in Photoshop, PhotoImpact, Gimp, oder ähnlichen Programmen.

Zunächst einmal zeigen Histogramme die Helligkeitsverteilung der Pixel eines Bildes. Es ist also nicht wie bei den drei Fotos am Ende dieser Seite spaßeshalber gezeigt eine Abbildung der Kontur bzw. Skyline des jeweiligen Motivs. Vielmehr kann man am Histogramm mit einem Blick abschätzen, ob ein Bild in etwa korrekt belichtet ist, oder ob eine Unterbelichtung bzw. Überbelichtung vorliegt.

Man hat sich darauf geeinigt, die dunklen Farbtöne links im Histogramm zu platzieren, während sich die hellsten Pixel des Bildes ganz rechts im Histogramm wiederfinden.

Hermannsdenkmal, normal belichtet, mit Histogramm
Normales Histogramm

Ein korrekt belichtetes Foto nutzt möglichst den ganzen zur Verfügung stehenden Umfang an Helligkeiten aus, jedoch ohne dass das Histogramm zu sehr am oberen oder unteren Rand abgeschnitten wird. Hier sehen wir das Hermanns-Denkmal in der Nähe von Detmold.

Es war ein trüber Tag, was sich deutlich am Himmel zeigt. Die Belichtung könnte noch einen Tick heller sein, aber man sieht, dass die Histogramm-Kurve gut in den zur Verfügung stehenden Platz hineinpasst. Zwar haben 912 Pixel den Helligkeitswert 0 (sind also schwarz), aber im Vergleich zur Gesamtzahl der Pixel dieses Fotos ist dies unter 1%. Auch die dunklen Mauern haben größtenteils noch ausreichend „Zeichnung“; man kann also Mauerfugen, etc. erkennen. Das Bild hat demnach noch Potential für eine leichte Aufhellung.

Um sein Auge für Histogramme und Helligkeiten zu schulen, ist es ganz hilfreich, einzelne Bereiche des Motivs im Histogramm (und umgekehrt) wiederzuerkennen. Man sieht hier deutlich, dass die Histogramm-Kurve zwei Maxima hat. Es sind im Prinzip zwei „Berge“. Der linke Berg zeigt die dunkleren Tonwerte des Denkmals, während der rechte Berg die helleren Tonwerte umfasst, die hauptsächlich im Bereich des Himmels zu finden sind. Da das Wolkengrau relativ einheitlich ist, bildet das Histogramm hier eine ziemlich steile Bergspitze.

Hermannsdenkmal, unterbelichtet, mit Histogramm
Unterbelichtung

Ein weiteres Foto dieser Serie ist deutlich unterbelichtet. Hier „klebt“ das Histogramm am linken Rand, während es die hellen Farbtöne auf der rechten Seite der Skala gar nicht ausnutzt. Etwa 8 Prozent der Pixel sind komplett schwarz. Dieses Bild ist auch mit Aufhellen nicht mehr wirklich zu retten, da in den dunklen Bereichen des Gemäuers nicht mehr genügend „Zeichnung“ vorhanden ist.

Solche Unterbelichtungen können übrigens leicht auftreten, wenn man eine Person, etc. vor dem deutlich helleren Himmel fotografiert. Je nach Belichtungssteuerung der Kamera kann es dann passieren, dass sich die Kamera durch die großen hellen Flächen täuschen lässt und daher insgesamt zu dunkel belichtet. Bei normalen Personenfotos hilft dagegen z.B. ein Aufhellblitz. Aber gegen Hermann, der sich bekanntlich nicht einmal von drei römischen Legionen beeindrucken ließ, kommt man natürlich mit dem Kompaktkamera-Miniblitz nicht an. Hier hilft dann nur eine Belichtungskorrektur „nach oben“, also längeres Belichten bzw. Blende weiter öffnen.

Hermannsdenkmal, überbelichtet, mit Histogramm
Überbelichtung

Beim dritten Foto dieser Serie habe ich wohl zu weit „nach oben“ korrigiert, so dass das Bild überbelichtet wurde. Man erkennt deutlich im Histogramm, dass etwa 2/3 der Pixel eine Helligkeit von 255 haben, also „markenvollwaschmittelweiß“ sind. Die Wolken haben keinerlei Zeichnung mehr, und auch eine Tonwertkorrektur nach unten kann den „ausgebrannten“ Himmel nicht mehr retten. Statt glatt weiß würde er dann glatt grau, aber die auch bei bedecktem Himmel typischen leichten Helligkeitsunterschiede sind durch die Überbelichtung verloren gegangen.

Allenfalls eine erneute Raw-Konvertierung nach digitaler Belichtungskorrektur könnte hier noch helfen. Denn wie die Lektion über Farbtiefe gezeigt hat, sind ja in einem Raw-Bild deutlich mehr Informationen enthalten als in dem daraus erzeugten Jpg. In diesem Falle allerdings nicht, denn das Bild stammt noch von einer Digitalkamera ohne Raw und wurde daher direkt als Jpg aufgenommen.

Tonwertkorrektur

Mit diesen Grundlagen über Histogramme im Sinn ist es nun kein Problem mehr, sinnvolle Tonwertkorrekturen vorzunehmen, ohne sich das Bild dabei zu verhunzen. Zuvor jedoch noch ein Hinweis: Bei den meisten Bildformaten ist eine Tonwertkorrektur (und die meisten anderen Manipulationen an Farbe, Helligkeit, etc. ebenso) ein Eingriff, der sich nicht verlustfrei umkehren lässt. Daher sollte man sich für alle Fälle das Originalfoto lieber unverändert aufheben und die Korrekturen nur an einer Kopie der Datei vornehmen.

Hafen Hamburg, unkorrigiert
Flaues Foto

Das Beispielfoto stammt diesmal von einer Hafenrundfahrt in Hamburg, bei der das Wetter ziemlich plötzlich umschlug. Links sieht man das quasi unbearbeitete Ausgangsfoto – es wurde nur für die Website auf 900×600 Pixel verkleinert und nachgeschärft. Insgesamt wirkt es deutlich zu dunkel und zu kontrastarm.

Tonwertkorrektur
Tonwertkorrektur-Werkzeug

Klickt man auf das Tonwertkorrektur-Werkzeug des Bildverarbeitungs-Programms (hier: PhotoImpact 12), so bekommt man neben einer Vorher/Nachher-Ansicht auch das Histogramm des Fotos angezeigt. Deutlich sieht man, dass das Bild den möglichen Kontrastumfang bei weitem nicht ausnutzt: Die Tonwert-Kurve kommt weder links noch rechts nahe an den Rand des Histogramm-Feldes.

Automatische Tonwertkorrektur
Automatische Korrektur

Wenn man mag, klickt man testweise auf „Strecken“, um zu sehen, wohin die Reise gehen kann. Manchmal erzeugt dies bereits eine sehr gute Tonwertspreizung, aber in diesem Fall finde ich das Ergebnis etwas übertrieben, da ja die Schlechtwetterstimmung nicht verloren gehen soll. Daher klicke ich auf „Zurücksetzen“ und mache den Vorgang lieber von Hand.

Manuelle Tonwertkorrektur
Schwarzpunkt korrigieren

Zunächst korrigieren wir den linken Rand, also den Schwarzpunkt des Bildes. Wenn man das kleine schwarze Dreieck nach rechts verschiebt, kann man bestimmen, wo die tonwertkorrigierte Kurve beginnen soll. Hier stelle ich den Wert auf 30, da etwa dort die Tonwertkurve beginnt. Das rechte Vorschaubild wird dadurch etwas dunkler.

Korrektur des Weißpunkts
Weißpunkt korrigieren

Im nächsten Schritt wird das weiße Dreieck an den rechten Rand der Kurve geschoben, um den Weißpunkt zu korrigieren. Bei diesem Bild habe ich einen Weißpunkt von 190 gewählt, da die oberen Helligkeitswerte von 190 bis 255 im Originalbild gar nicht vorkamen.

Hätte ich den Weißpunkt weiter bis zum Kurvenmaximum in die Kurve hineingeschoben, so wäre der Himmel ausgebrannt. So aber behält er ein leichtes Grau, was zwar nicht schön ist, aber dem abgebildeten Schietwedder angemessen.

Gammawert korrigieren
Helligkeit anpassen

Nachdem nun die Ränder eingestellt sind (und damit gewissermaßen der Maximalkontrast in der Aufnahme), bleibt noch die Möglichkeit, mit dem grauen Dreieck den Gammawert zu steuern. Dies verändert den mittleren Grauwert der Aufnahme, also die Gesamthelligkeit. Hier schiebe ich den Regler leicht nach links (von 1 auf 1.2), so dass das Foto leicht aufgehellt wird.

Das Ergebnis ist zwar noch immer kein typisches Postkartenmotiv, aber es ist deutlich besser als das oben gezeigte unbearbeitete Original. Unten zum Vergleich die beiden fertigen Versionen – links die von Hand korrigierte und rechts als Alternative die automatische Korrektur mit der Schaltfläche „Strecken“. Welche man schöner findet, ist vermutlich Geschmackssache. Wenn man nach der automatischen Korrektur den Braunton noch entfernen würde, dann würde ich mich vermutlich für die rechte Version entscheiden, auch wenn bei dieser die Tonwertkurve oben und unten leicht abgeschnitten wurde.

Hamburger Hafen Hamburger Hafen

Die einfache Tonwertkorrektur hilft bei einem Großteil der Helligkeits- und Kontrastprobleme schon ganz gut weiter. Sie ist sehr einfach zu handhaben, da sie sehr intuitiv arbeitet, sobald man das Prinzip eines Histogramms verstanden hat. Für spezielle Aufgaben – wie z.B. die Aufhellung der schattigen Bildteile – gibt es einige andere Funktionen in den Bildbearbeitungsprogrammen, beispielsweise die Verwendung von Gradationskurven, etc. Zu einem anderen Zeitpunkt vielleicht mehr dazu. Hier geht es in Lektion 6 nun erst einmal um die Grundlagen der Portraitfotografie.

Histo(ry)gramme: Kölner Dom, Semperoper Dresden, Rathaus Rostock