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Fotozubehör: GPS-Logger

Geographie „sehr gut“: GPS-Logger

Blumax GPS-4044
Blumax GPS-4044

Welcher Fotograf hat nicht schon bei der Durchsicht alter Bilder gerätselt, wo ein bestimmtes Foto wohl aufgenommen wurde. Auch nach längeren Wanderungen bzw. Fototouren fragt man sich vielleicht bei dem einen oder anderen Bild: War das noch in Kleinkuhkaffhausen oder waren wir da schon weiter nach Großhintertupfingen gezogen?

Um solche Fragen nach dem Entstehungsort eines Fotos einfach und präzise beantworten zu können, empfiehlt sich der Einsatz eines GPS-Loggers, mit dem die geographischen Koordinaten in die Foto-Dateien geschrieben werden können. Darum geht es auf dieser Seite.

Nach Lektüre des GPS-Reports auf traumflieger.de habe ich mich für den Blumax-Logger aus dem Traumflieger-Shop entschieden. Meine bisherigen Erfahrungen mit dem Gerät möchte ich hier zusammenfassen.

Der Blumax-Logger selbst hinterlässt einen guten Eindruck. Sein Akku hält sehr lange, und das Aufladen erfolgt praktischerweise über die USB-Minibuchse. Zwar ist kein Netzladegerät mitgeliefert (der Hersteller geht wohl davon aus, dass man es ja über den USB-Anschluss des PC laden kann), aber dank der weit verbreiteten USB-Ladebuchse funktioniert die Aufladung auch mit dem bereits vorhandenen Netzlader, das auch Pocket-PC und Mp3-Player mit Strom versorgt.

Statt eines Netzladegerätes legt der Hersteller aber ein Ladegerät für den Zigarettenanzünder-Anschluss im Auto bei. Ich hab’s nicht getestet, denn auch im Wagen habe ich bereits ein Ladegerät für Geräte mit Mini-B-USB-Anschluss.

Nach erfolgter Akkuladung und exaktem Stellen der Kamera-Uhr habe ich eine kurze Testfahrt mit dem Fahrrad durch unser Dorf gemacht. Die Bilder wurden anschließend am PC anhand der Aufnahmezeit mit den Geodaten verknüpft; daher ist es vorteilhaft, wenn die Uhr richtig geht. Man kann allerdings im Programm auch einen zeitlichen Versatz einstellen, wenn man das genaue Stellen der Uhr zuvor versäumt hat. Damit zu dem Hauptprogramm, das bei dem Blumax-Logger dabei ist:

GPS Photo Tagger

Programm GPS Photo Tagger
GPS Photo Tagger

Das Herunterladen des Tracks in die mitgelieferte Software „GPS Photo Tagger“ ging problemlos, und dort ließ sich der Tracklog als Projektdatei speichern (Dateiformat .itm) und auf Wunsch als KMZ-Datei exportieren. Auch ist es kein Problem, einzelne Bilddateien oder ein ganzes Fotoverzeichnis zu öffnen und die korrekten Geodaten in die Bilder schreiben zu lassen. So weit, so gut.

Die Software hinterlässt jedoch insgesamt einen zwiespältigen Eindruck. Einerseits funktionieren die Grundfunktionen soweit ganz ordentlich. Andererseits kommt es aber an etlichen Stellen zu Hakeleien wie Abstürzen, Fehlermeldungen oder fehlerhaften Darstellungen (Tracklinie verschwindet beim Heranzoomen, etc.). Das Programm – derzeit Version 1.2.3 vom April 2009 – wirkt leider eher wie eine Beta-Version und nicht wie ein fertig entwickeltes Produkt. So sind z. B. auch nicht alle Menüpunkte bzw. Kontextmenüs auf Deutsch übersetzt; manche erscheinen noch auf Englisch.

Wer den obigen Screenshot durch Anklicken vergrößert, sieht die Spur meiner kleinen Testrunde. Das Programm bietet die Darstellung im (Google-)Satellitenbild oder auf einer Straßen- bzw. Geländekarte an. Die Stellen, an denen die Fotos entstanden, sind durch ein Kamera-Symbol gekennzeichnet, das man anklicken kann, worauf sich eine ‚Sprechblase‘ mit den Fotos des Aufnahmeortes öffnet. Klickt man auf das gewünschte Vorschaubild in dieser Sprechblase, so geschieht dabei je nach geöffneter Projektdatei Unterschiedliches:

Entweder wird das Foto verkleinert in eine Lightbox geladen, die sich allerdings auf meinem Vista-Notebook derart langsam quält, dass dies nur als Fehler zu werten ist. Die Überblendungen und Größenänderungen der Lightbox werden ja eigentlich durch einen flüssigen Verlauf dargestellt; hier allerdings ruckelt es sich mit 1-2 Schritten pro Sekunde unerträglich langsam über den Bildschirm, dass man sehnlichst auf den Moment wartet, wo der Close-Button anklickbar ist (kleiner Tipp: ESC-Taste tut’s manchmal schon vorher).

Oder es öffnet sich im Karten-Fenster das Foto in 100%-Darstellung ohne Lightbox. Man sieht also nur einen kleinen Ausschnitt aus dem großen Foto und sucht vergeblich nach einem Rückweg zur Kartendarstellung.

Da sich mir der Sinn dieser programmierten Sackgasse nicht erschließt, speichere ich die Projektdateien inzwischen, bevor ich die Fotos einlese und ihnen die GPS-Koordinaten zuordnen lasse.

Immerhin lässt sich das Foto brauchbar betrachten, wenn man in dem Vorschaubild über der Karte die rechte Maustaste drückt und dann „Link in neuem Fenster öffnen“ anwählt. Dann wird es im Internet-Explorer angezeigt. Eine direkte Möglichkeit, es in der Bildbearbeitung (Jpg-Standardanwendung), in der Windows-Vorschau oder im Datei-Explorer zu öffnen, habe ich nicht gefunden.

Daher werde ich das Programm im Wesentlichen nur zum Auslesen der Tracklogs und zum Speichern der GPS-Koordinaten in den Fotos einsetzen. Diese Funktionen erfüllt es ausreichend gut. Um den Aufnahmeort eines Fotos anzuzeigen, bietet beispielsweise der Stichwort-Editor iTag die Möglichkeit, das jeweilige Bild in Google Earth anzuzeigen.

Als eine wirkliche Zumutung empfinde ich jedoch, dass das Programm mit einer Seriennummer geliefert wird, die sich nur exakt einmal verwenden lässt. Wenn eine Windows-Neuinstallation fällig wird (oder auch nur eine Neuinstallation von GPS Photo Tagger???), oder wenn man einen neuen Rechner bekommt, dann lässt sich das Programm zwar installieren, aber es will spätestens beim Verbinden mit dem Logger eine Seriennummer haben. Die bisherige wird offenbar online bei einmaliger Verwendung als „verbraucht“ gekennzeichnet. Das finde ich ehrlich gesagt eine Unverschämtheit!

Bei allem Verständnis für sinnvolle Maßnahmen gegen Raubkopierer schießt diese Vorgehensweise massiv über das Ziel hinaus. Es ist mir z.B. nicht möglich, das Programm auf meinem Netbook zu verwenden, so dass ich im nächsten Urlaub die Geodaten entweder mit einem anderen Programm auslesen muss, oder entsprechend selten logge, so dass der Logger nicht voll wird.

Sollte ich erfahren, wie man als legaler Kunde eine neue Seriennummer bekommt bzw. die bisherige auch bei Neuinstallation weiterverwenden kann, werde ich selbstverständlich hier darüber berichten. Bisher tut’s ja die Nummer noch, wenn auch nicht auf dem Netbook.

Zwar gibt es mit bt747 ein Freeware-Programm, das den Photo Tagger ersetzen kann, aber Installation und Bedienung erscheinen mir nicht wirklich anfängerfreundlich. Außerdem kauft man ja für ca. 60 Euro Hard- und Software, so dass diese auch einsetzbar bleiben sollte. Ich bin gespannt, ob der Hersteller reagiert, oder welche Lösung sich abzeichnet. Wer Erfahrungen oder Tipps hierzu hat, kann diese gerne unten auf dieser Seite in den Leserkommentaren schildern.

Fazit

Trotz leichten Ärgers über die Software GPS Photo Tagger komme ich insgesamt zu einem positiven Fazit. Man kann den Logger notfalls ohne das Programm auslesen.

Der GPS-Logger Blumax 4044 macht einen sehr guten Eindruck. Abgesehen von seinem etwas zu leichtgängigen Schalter (dessen mittlere Position ich allerdings nie brauche, da ich den Logger nicht zum Navigieren einsetze) ist er wirklich okay. Die Tracklogs sind weitgehend präzise; selbst in Gebäuden verliert er nur selten ganz den Empfang. Die Akkulaufzeit ist mit über 30 Stunden auch sehr gut und der Akku ist auswechselbar. Das fehlende 220V-Netzteil ist nur dann ein Problem, wenn man weder ein USB-Ladegerät hat, noch den Rechner entsprechend lange eingeschaltet lassen möchte. Die Bedienung ist kinderleicht: Einschalten, wegpacken und am Ende der Tour das Ausschalten nicht vergessen; sonst loggt er noch tagelang die Position der Garderobe weiter.

Zur Software-Kritik habe ich ja oben schon einiges gesagt; das möchte ich hier nicht wiederholen. Speziellere Funktionen wie Hochladen der Bilder zu Locr und Flickr habe ich gar nicht erst getestet (brauche ich nicht). Die von mir gewünschte Basis-Funktion (Fotos mit GPS-Koordinaten versehen) ist gegeben. Alles darüber hinaus erfordert ohnehin die Bereitschaft zur umfangreicheren Einarbeitung – alleine die Vielfalt an verschiedenen Dateiformaten für GPS-Tracks (.KML, .KMZ, .GPX, …) lassen einen Anfänger erstmal schlucken. Wenn diese Bereitschaft vorhanden ist, kann man sich sicherlich auch nach einer geeigneten Software-Alternative umschauen. Zum Einstieg in die Thematik empfehle ich den oben bereits erwähnten GPS-Report.

Da mir kein vergleichbar guter Logger mit besserer Software bekannt ist, bekommt der GPS-Logger Blumax 4044 dennoch von mir eine klare Kaufempfehlung. Mein Exemplar wurde schnell und problemlos nach Bestellung im Traumflieger-Shop geliefert und ist z. B. dort derzeit für etwa 60 Euro erhältlich.

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Fotozubehör: Makroschlitten

Vielseitiges Hilfsmittel: Der Makroschlitten

Traumflieger-Makroschlitten
Vierwege-Makroschlitten

Obwohl ich (bisher) nur sehr selten Makroaufnahmen mache, hat sich der Makroschlitten aus dem Traumflieger-Shop als nützliches Hilfsmittel erwiesen, für den es auch einige andere sinnvolle Anwendungsfälle gibt. Daher möchte ich Euch diesen Makroschlitten hier vorstellen, obwohl ich leider kein Makro-Spezialist bin.

Der Makroschlitten zeigt insgesamt eine gute Verarbeitung. Die Verstellung der beiden Achsen erfolgt angenehm und ohne störendes Spiel in den Führungen. Besonders positiv fällt mir auf, dass sich oberer und unterer Teil des Makroschlittens mit einer einfachen Schraube trennen lassen, um sie bei Bedarf z.B. um 180 Grad verdreht zu montieren. Auch hat jede der beiden Auflageplatten zwei Stativgewindebohrungen, so dass sich ggf. auch nur einer der beiden Schlitten-Teile montieren lässt.

Makroschlitten im Einsatz
Makroschlitten im Einsatz

Für Makroaufnahmen vom Stativ ist der Schlitten deshalb besonders geeignet, weil er die sehr feinfühlige Verstellung des Bildausschnittes und der Schärfeebene ermöglicht. Statt mühsam wackelig das ganze Stativ hin- und herzurücken, kann man ganz bequem an den beiden Stellschrauben drehen, bis der Bildausschnitt passt. In dem hier gezeigten Foto demonstriere ich den Praxiseinsatz des Makroschlittens anhand einer sehr selten blühenden exotischen Pflanze (Blumus plasticus solaris wackelensis).

Makro-Tüftler, die Stacking-Fotos machen möchten, werden die bequeme und genaue Verstellung der Schärfeebene ganz besonders zu schätzen wissen. Aber es gibt jenseits der Makrofotografie auch noch ganz andere Anwendungsmöglichkeiten für den Makroschlitten:

Makroschlitten für Panoramafotos

Makroschlitten für Panoramafotografie
Panoramakopf

Für exakt ausgerichtete Panorama-Einzelfotos, die per Software zu einem Panorama zusammengerechnet werden, bietet sich der Einsatz des Makroschlittens ebenfalls an. Zumindest dann, wenn man ein Zubehörteil besitzt, mit dem man die Kamera hochformatig und exakt waagerecht ausgerichtet auf dem Schlitten befestigen kann. Bei mir ist dies eine vor ca. 15 Jahren selbst konstruierte Einbeinstativ-Verlängerung. In der hier gezeigten Anordnung ist es möglich, das optische Zentrum des Objektivs genau über dem Drehpunkt zu fixieren.

Zwar erreicht diese Konstruktion nicht den Komfort und die Möglichkeiten von echten Nodalpunkt-Adaptern, aber die stabileren unter den käuflichen Adaptern kosten dicke dreistellige Eurobeträge, so dass ich mir derzeit lieber mit dieser Bastellösung behelfe. Sonderlich stabil ist die Anordnung zwar nicht (sondern eher ziemlich federnd), aber hier geht es ja nicht um lange Verschlusszeiten, sondern um exakte Ausrichtung des Objektivs zur Drehachse. Das Röntgen-Panorama habe ich mit dieser Konstruktion aufgenommen.

Nicht verschweigen möchte ich, dass der Makroschlitten bei diesem Einsatz als Nodalpunktadapter quasi „am Anschlag“ arbeitet. Die optische Achse (Bajonettmitte) meiner EOS 20D liegt etwa 41 oder 42mm über dem Kameraboden. Von dort bis zur Mitte meiner Verlängerungsstange sind es noch einmal ca. 8-10mm. Daher reichen die 50mm seitlicher Verstellweg so gerade aus. Besser hätte ich es gefunden, wenn die Makroschiene auf jeder Seite 1-2cm mehr Auszug hätte, aber für diesen Anwendungsfall ist sie ja auch nicht konstrueirt. Jedenfalls bin ich nicht sicher, ob es bei zukünftigen Kameras auch noch passen wird. Sonst muss ich mir halt was Neues einfallen lassen. Derzeit bin ich erstmal froh, dass es einigermaßen passt.

Makroschlitten für 3D-Fotos

Auch für die Stereofotografie (von unbewegten Motiven) lässt sich die Makroschiene sinnvoll einsetzen, denn dabei muss die Kamera exakt horizontal verschoben werden können. Je nach Größe des in 3D zu zeigenden Motivs kann man den Abstand zwischen linker und rechter Aufnahme mit dem Makroschlitten ganz einfach frei wählen. Denn während die Stereobasis für die räumliche Wahrnehmung von „Alltagsmotiven“ etwa dem Augenabstand von ca. 7cm entsprechen sollte, wird sie bei kleinen Motiven entsprechend auch kleiner (Einzelheiten vielleicht mal in einem separaten Kapitel in der Rubrik 3D-Fotografie).

Durch die Millimeterskalen auf dem Makroschlitten kann man die gewünschte Stereobasis genau einstellen. Wenn ich mal Stereofotos vom Stativ gemacht habe, werde ich hier entsprechendes Bildmaterial nachreichen.

Insgesamt macht der Makroschlitten aus dem Traumflieger-Shop also einen guten Eindruck. Er ist vielseitig einsetzbar und präzise gefertigt. Empfehlenswert für alle, die auch gerne mal vom Stativ fotografieren.

Äußerst selten: Blumus plasticus solaris wackelensis