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Retro Camera

Retro Camera App für Android-Smartphones

Eine weitere Kamera-App habe ich für Euch auf der Deutzer Brücke in Köln getestet, wie schon zuvor die Standard-Kamera und die App FxCamera. Hier nun die Beispielfotos und Beschreibung der App Retro Camera, die ebenfalls kostenlos aus dem Android Market downgeloadet werden kann.

Die Gestaltung und Bedienung der „Retro Camera“ ist sehr verspielt und detailverliebt gestaltet. Eine Versionsnummer kann ich nicht finden (weder in der App noch im Market); hier bespreche ich daher die Version, die im Juni 2010 aktuell ist.

Zu Beginn öffnet sich eine Ansicht, die ein Regalbrett mit 4 verschiedenen Kameras zeigt. Jeweils eine ist groß zu sehen; die anderen erreicht man durch Verschieben. Wie in einer Sammlervitrine werden dem Benutzer hier die verfügbaren 4 Kamera-Modelle präsentiert. Unter jeder Kamera gibt es zwei Buttons: „about this camera“ gibt zusätzliche Infos und ein Beispielbild. Mit „use this camera“ wird das gewünschte Modell dann ausgewählt. Diese werde ich nun der Reihe nach vorstellen:

Retro Camera „The Bärbl“

Retro Camera: The Bärbl
The Bärbl

Die erste Retro Camera hat den seltsam-lustigen Namen „The Bärbl“. Sie präsentiert sich im klassischen Look einer wertigen Kamera mit griffiger Gummierung. Dennoch liegt das Handy nicht besser in der Hand als bei den anderen „Kamera“-Modellen. :-)

In ihrem Steckbrief erfahren wir einige „Camera Facts“: So simuliert sie angeblich eine Kamera aus Leipzig von 1951. Seltsamerweise lassen sich keine Schwarzweißfilme einlegen, sondern sie erzeugt nur quadratische Farbaufnahmen mit geringer Sättigung und leichten Kratzern.

Die Bedienung ist wie auch bei den folgenden Retro-Kameras ganz einfach: In der Mitte ist ein Sucher, den man zum Auswählen des Bildausschnittes jedoch am besten nicht direkt ans Auge hält. ;-) Rechts davon der Auslöseknopf, der zuvor auch den Autofokus betätigt. Nach der Auslösung verwandelt sich die Anzeige „ready to shoot“ für einige Sekunden in „developing…“. Man muss also abwarten, bis das Bild fertig „entwickelt“ ist.

Der Button „info“ zeigt den schon erwähnten Steckbrief der Kamera an.

Am unteren Rand versucht Retro Camera, sich über Werbung zu finanzieren. Links des Werbebanners sieht man einen Button, der einen Fotostapel darstellen soll. Dort gelangt man zu den frisch entwickelten Aufnahmen, die – ganz wie es sich gehört – zum Trocknen aufgehängt sind.

Der Button rechts vom Werbebanner zeigt ein Kamera-Symbol und führt den Benutzer wieder in die „Kamera-Vitrine“ zur Auswahl eines anderen Sammlerstücks.

The Bärbl, BeispielfotoDa sich „The Bärbl“ nur mit Farb“film“ betreiben lässt und kein SW-Material mehr erhältlich ist, gibt es auch nur ein Beispielfoto. Das Bild wird nach Anklicken in Originalgröße geöffnet. Leider macht die App „Retro Camera“ nur Bilder mit 512 Pixeln Breite. Da „The Bärbl“ quadratische Fotos erzeugt, ist die Gesamtgröße inklusive Rahmen somit 512 mal 512 Pixel. Das ist zwar ausreichend für das Facebook-Album, aber 0,26 Megapixel kann man nicht wirklich als „Foto“ bezeichnen. Dies ist meiner Meinung nach die größte Schwäche dieser App.

Dennoch finde ich, dass die Bilder einen gewissen Charme haben: Die Farben im Retro-Look und die deutliche Vignettierung kennen wir zwar schon aus FxCamera, aber die Umsetzung des Filmlooks in Retro Camera finde ich durchaus gelungen.

Retro Camera „Little Orange Box“

Retro Camera, Little Orange Box
Little Orange Box

Laut Steckbrief simuliert „The Little Orange Box“ eine Kamera aus der Sowjetunion von 1976. Auf Farbe eingestellt, simuliert sie eine Cross-Entwicklung. Man kann sie aber auch in Schwarzweiß nutzen.

Hat man die „Little Orange Box“ auf dem Milestone-Bildschirm, fühlt sich das Handy im Vergleich zu „The Bärbl“ deutlich weniger griffig an. ;-) Die Optik erinnert jedenfalls eher an eine Spielzeugkamera aus Kunststoff oder Bakelit.

Nach über 30 Jahren in irgendwelchen Wühlkisten sehen die Fotos natürlich recht stark verkratzt aus. Insbesondere die Ränder haben arg gelitten.

Die Bedienung funktioniert ganz wie bei „The Bärbl“, abgesehen von dem zusätzlichen Schalter „Colour“ bzw. „B&W“. Hier jeweils ein Beispielfoto für beide „Filmsorten“ (Colour / B&W):

Little Orange Box, Beispielfoto Colour Little Orange Box, Beispielfoto B&W

Abgesehen von der geringen Bildgröße (wieder 512 mal 512 Pixel) haben die Bilder schon einen ganz netten Charme. Betrachtet man eine ganze Serie, so nervt natürlich, dass sie alle die Bildfehler an den gleichen Stellen haben – hier könnte der Programmierer vielleicht mit wenig Aufwand Abhilfe schaffen, wenn er während des „Entwicklungsvorgangs“ das zugrunde liegende Rahmenbild zumindest per Zufall drehen und spiegeln würde.

Retro Camera „Xolaroid 2000“

Retro Camera, Xolaroid 2000
Xolaroid 2000

Die dritte Retro Camera hat den Namen Xolaroid 2000 und simuliert eine Polaroid-Sofortbildkamera. Die Bedienelemente sind die gleichen wie bei den vorigen Kameras – allerdings auch wieder mit einem anderen Design.

Laut „Info“ bzw. Steckbrief handelt es sich um eine Kamera aus San Francisco von 1972. Die Bilder haben den typischen Sofortbild-Rahmen – ganz ähnlich wie auch die FxCamera namens Polandroid.

Laut Steckbrief haben die Bilder nur geringfügige Kratzer; auffallender sind Flecken auf Bild und Rahmen. Seht selbst, hier wieder die Varianten Colour und B+W:

Xolaroid 2000, Beispielfoto Colour Xolaroid 2000, Beispielfoto B+W

Auch diese Bilder haben eine Breite von 512 Pixeln inklusive Rahmen. Da sie aber nicht quadratisch sind, ergibt sich hier im Vergleich zu den anderen Retro Cameras eine etwas erhöhte Bildgröße: 512 mal 593 Pixel. Den Namen „Foto“ verdient auch dies nicht wirklich – zumal der Motivbereich nur 470 mal 470 Pixel beträgt.

Der Fairness halber hier sei hier allerdings betont, dass die Square-Polandroids von FxCamera noch kleiner abbilden: Motivbereich etwa 420 mal 420 Pixel. Hier alle 5 Sofortbilder der beiden Apps im direkten Vergleich:

Xolaroid 2000, Beispielfoto Colour Xolaroid 2000, Beispielfoto B+W FxCamera Polandroid, Beispielfoto mono FxCamera Polandroid, Beispielfoto faded FxCamera Polandroid, Beispielfoto aged

Man beachte insbesondere die Unterschiede in Kontrast und Vignettierung. Welches die „bessere“ bzw. „schönere“ Variante ist, ist motivabhängig und außerdem Geschmackssache.

Retro Camera „The Pinhole“

Retro Camera, The Pinhole
Pinhole Camera

Die abgefahrenste der vier Retro Cameras ist eindeutig „The Pinhole“, eine Lochkamera, die auf „Diafilm“ belichtet. Im Gegensatz zu richtigen Lochkameras (die statt einer Linse nur ein winziges Loch haben) kommt die „Pinhole Camera“ jedoch mit normal kurzen Belichtungszeiten aus.

Das Design der Lochkamera-App orientiert sich an echten Lochkameras, die gerne mal aus Schuhkartons oder sonstigen Pappschachteln gebaut werden. Dennoch war der Programmierer so freundlich, uns die üblichen Bedienelemente nicht vorzuenthalten, obwohl Lochkameras gewöhnlich weder Sucher noch Auslöser haben. (Eine Umschaltung zwischen Farbe und SW hat ohnehin keine „analoge“ Kamera.) Es finden sich also die gleichen Bedienelemente wie auch bei den anderen Kameras der App „Retro Camera“, wenn auch hier im Bastel-Look.

Typisch für Lochkameras ist natürlich, dass der Bildausschnitt bei der Belichtung nicht durch Objektiv-Bildkreis, Verschluss oder sonstige Bauteile begrenzt ist. Vielmehr wird das ganze (vorher im Dunkeln eingelegte) Stück Filmmaterial belichtet. Das erklärt auch den ungewöhnlichen Look der Fotos, die man mit der „Pinhole Camera“ schießen kann – sie sind über die Perforation des Diafilms hinaus belichtet, so wie es eine echte Lochkamera auch machen würde, wenn man zuvor ein Stück Diafilm einsetzt:

Retro Camera, Beispielfoto Pinhole Camera colour Retro Camera, Beispielfoto Pinhole Camera black+white

Wie es aussieht, hat der Filmschnipsel doch etwas Streulicht abbekommen, oder woher kommt wohl die Verfärbung der linken Seite?

Die Diafilm-Abschnitte haben übrigens ein quadratisches Format, also wieder einmal 512 mal 512 Pixel.

Damit bin ich am Ende der Vorstellung der Kamera-App „Retro Camera“ angelangt. Was mir an ihr gut gefällt ist die detailverliebte Gestaltung aller Programmbereiche (Kameras, Steckbriefe, entwickelte Fotos). Die Ergebnisse sind für Handy-Web-Anwendungen wie z.B. Facebook-Uploads ganz nett.

Für künftige Updates wünsche ich mir größere Bilder (sagte ich das schon? ;-)) und vielleicht auch die Möglichkeit, direkt zwischen den Kameras durch seitliches Verschieben zu wechseln, anstatt erst auf die „Vitrinen-Ansicht“ schalten zu müssen und dort zwischen den Kameras seitlich zu verschieben.

Schade, dass weder „Retro Camera“ noch die App „FxCamera“ in der Lage sind, auch bestehende Bilder, die in der Mediengalerie zu finden sind, nachträglich mit ihren Verfremdungen zu schmücken. Dann nämlich würde ich hochauflösend mit der normalen Kamera fotografieren und die Bilder dann erst in einem zweiten „Entwicklungsschritt“ auf alt trimmen, bevor ich damit meine Facebook-Freunde belästige. Sowas kann beispielsweise die Kamera-App Vignette. Aber das ist ein anderes (noch nicht geschriebenes) Kapitel.

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FxCamera

FxCamera App für Android

FxCamera, Android-App
FxCamera-Menü

Die Application „FxCamera“ kann kostenlos über den Android-Market auf das Smartphone installiert werden. Die App liegt derzeit (Juni 2010) in Version 0.6.1 vor und ist demnach noch eine Beta-Version. Sie läuft auf meinem Milestone aber stabil und ohne besondere Auffälligkeiten.

Nach Start der App bekommt man verschiedene Kamera-Simulatioen als Auswahlmenü angeboten – hübsch unterlegt mit Beispielfotos. Es stehen die „Kameras“ ToyCam, Polandroid, Fisheye, SymmetriCam, AndyWarholizer und Normal zur Auswahl. Diese einzelnen Modi bzw. Kameramodelle stelle ich nun der Reihe nach vor.

FxCamera, Android-App
FxCamera, Sucherbildschirm

Wenn man sich für eines der Modelle entschieden hat, öffnet sich der Sucherbildschirm mit 4 permanent eingeblendeten Buttons am rechten Rand: shot, AutoFocus, config und menu.

Fokussieren und auslösen kann man wie gewohnt mit Halb- und Ganz-Durchdrücken der Auslösertaste, oder indem man die Bildschirmbuttons AutoFocus und shot verwendet. Eventuell geht das verwacklungsärmer, da man nicht fest drücken muss. Auch der Autofocus-Speicher durch diesen Button ist ganz praktisch.

Der Button config führt einen zu den Einstellmöglichkeiten der jeweiligen „Kamera“, und mit der Taste menu kommt man wieder auf die Liste der verschiedenen Kamera-Modelle.

ToyCam-Modus von FxCamera

Die erste „Kamera“ in der App FxCamera heisst ToyCam und bietet einige „analog“ anmutende Filmlooks, die an eine Crossentwicklung von Filmmaterial erinnern soll. Zusätzlich wird das Bild noch durch eine (abschaltbare) Vignettierung an den Ecken auf extra-alt getrimmt.

Bevor man mit der ToyCam fotografiert, empfiehlt sich ein Blick in die Konfiguration. Dort kann man ganz unten die „Picture Size“ einstellen, also die Bildgröße. Leider ist FxCamera nicht in der Lage, Bilder in voller Größe (5 Megapixel) abzuspeichern, sondern es werden nur die Stufen „Small (480×320)“, „Medium (720×480)“ und „Large (960×640)“ angeboten. Die Stufe „Large“ wird als nicht empfehlenswert gekennzeichnet, weil sie angeblich manchmal abstürzt. Auf meinem Milestone kam es aber zu keinen Problemen, und 960×640 Pixel ist ja auch nicht wirklich „large“, sondern sind etwa 0,6 Megapixel. Schade, dass die App keine größeren Bilder anbietet. Aber um mal eben „kreativ“ aussehende Fotos für den Upload auf Facebook etc. zu machen, reicht es allemale.

Außer der Bildgröße lässt sich unter config auch „Color Mode“ und „Vignetting“ (Ecken-Abdunklung) einstellen. Die folgenden Bildbeispiele sind mit der Vignette „Soft“ aufgenommen. Nach Anklicken erscheinen sie in Bildgröße „Large“ mit 960×640 Pixeln, sind also nicht verkleinert:

Cross-process Emulation (Green) / Cross… (Blue) / Cross… (Yellow)

Super High Contrast / Blue Tone / Vivid Green

Vivid Red / Warm / Mono (High Contrast)

Die Vignettierung (Randabdunklung) ist in folgenden Schritten einstellbar, von denen ich nur die ersten beiden brauchbar finde, da die stärkeren Vignettierungen für meinen Geschmack schon unnatürlich stark sind:

Vignetting: None / Soft / Medium

Vignetting: Hard / Solid Pinhole

Gut gefällt mir, dass man für Color Mode und für Vignetting auch jeweils eine „Random“-Einstellung hat, bei der per Zufall zwischen den jeweiligen Effekten gewählt wird. Perfekt wäre es, wenn man dabei bestimmen könnte, welche Effekte ausgelassen werden (beispielsweise die zu harten Vignetten). Aber so weit ist das Programm (noch) nicht.

Die „ToyCam“ in der App „FxCamera“ ist ein nettes Spielzeug für Fotos in Bildschirm-Auflösung. Natürlich kann man Cross-Entwicklung am PC perfekter simulieren, aber wer Handyfotos macht, um sie z.B. direkt zu verschicken oder in Facebook etc. hochzuladen, findet hier ein paar nette Looks für die Fotos.

Polandroid-Modus von FxCamera

Die zweite „Kamera“ in der App „FxCamera“ heißt „Polandroid“ (eine Mischung aus Polaroid und Android). Sie simuliert die Entwicklung von Polaroid-Sofortbildern und zeigt diese mit dem typischen Rahmen, in dessen breitem Rand die Filmchemie des Sofortbildes untergebracht war.

Die Konfiguration der Polandroid-Kamera bietet deutlich weniger Optionen. Man kann keine Bildgröße und auch keine Vignette einstellen. Es besteht lediglich die Möglichkeit, den „Color Mode“ zwischen Faded, Aged und Mono zu variieren und das Bildformat zwischen Rectangle (Rechteck) und Square (Quadrat).

Die Rectangle-Polandroids werden (jeweils inklusive Rahmen) 720×480 Pixel klein, die Square-Fotos 566×480 Pixel. Hier sieht man sie nach Anklicken in Originalgröße:

Rectangle: Faded / Aged / Mono

Square: Faded / Aged / Mono

Unter den drei Farbmodi gefällt mir hier „Aged“ (also „gealtert“) am besten. Als quadratisches Polandroid sieht es schon ziemlich nach altem Polaroidfoto aus. Leider ist auch hier die Wiedergabegröße ziemlich bescheiden. Vielleicht gibt es ja zukünftig noch einige Updates, die dies beheben und zumindest Auflösungen rund um 1 Megapixel anbieten.

Fisheye-Modus von FxCamera

Die dritte Kamera-Simulation von FxCamera erzeugt Fisheye-Bilder. Wie bei echten Fischaugen-Objektiven wird unterschieden, ob es ein Rundbild-Fisheye (circular) oder ein Vollbild-Fisheye (Full-frame) darstellen soll. Weitere Optionen gibt es nicht einzustellen.

Die Bilder werden in einer Ausgabegröße von 720 mal 480 Pixeln erzeugt. Wie man sieht, ist das Rundbild-Fisheye oben und unten etwas beschnitten, um das Aufnahmeformat besser auszunutzen.

Circular Fisheye / Full-frame Fisheye

SymmetriCam-Modus von FxCamera

SymmetriCam

Eine sehr „experimentelle“ Kamera-Simulation ist die SymmetriCam. Bei Experimenten mit ihr sollte man möglichst auch zunächst die Bildgröße auf „Large (1024×768)“ umstellen und den Warnhinweis ignorieren, dass diese Auflösung manchmal zu Abstürzen führt. Auf meinem Milestone jedenfalls läuft sie stabil und erzeugt immerhin einigermaßen große Bilder.

Die SymmetriCam spiegelt jeweils eine Bildhälfte bzw. ein Viertel des Bildes auf die jeweils freie(n) Fläche(n). Unter config kann man einstellen, ob der Sucher im Querformat (Landscape) senkrecht geteilt werden soll (siehe Abbildung), oder ob er im Hochformat (Portrait) senkrecht geteilt werden soll. Eine dritte Option heißt Multi Reflection. Bei ihr wird nur ein Viertel des Bildes direkt belichtet und dieses wird dann nach unten und zur Seite gespiegelt.

Diese drei Optionen lassen sich zusätzlich mit invert pattern (Muster umkehren) variieren. Daher ergeben sich folgende 6 grundsätzlichen Möglichkeiten, die Spiegelkamera kreativ einzusetzen:

Landscape / Portrait / Multi Reflection

Landscape, invert / Portrait, invert / Multi Reflection, invert

Die Bilder wurden zur besseren Darstellung hier auf der Website auf eine Bildfläche von 900 mal 675 Pixel verkleinert.

Bei Landscape und Portrait ist jeweils die linke Bildhälfte das Original und die rechte Bildhälfte ist die Spiegelung. Bei Landscape invert und Portrait invert ist es jeweils genau umgekehrt. Bei Multi Reflection ist das Viertel oben links das Original, das dann nach unten und nach rechts gespiegelt wird. Bei Multi Reflection invert ist das Original-Viertel oben rechts.

Diese drei bzw. sechs verschiedenen Modi lassen sich wieder kombinieren mit verschiedenen Color Filter Einstellungen. Wie bei der Standard-Kamera-App stehen die Modi Normal, Mono (Black&White), Sepia, Negative und Solarize zur Verfügung, jedoch ohne die Option der Zufalls-Auswahl. Hier das erste der obigen Motive mit den verschiedenen Farb-Effekten:

Normal / Mono (Black&White) / Sepia

Negative / Solarize

Wie man bereits an diesem Motiv sieht, kann man einige kreative Sachen mit der SymmetriCam machen – je nach Anwendung wird die Deutzer Brücke zu einer schmalen Fußgängerbrücke oder gar zu einem einzelnen über den Rhein führenden Geländer. Bestimmt gibt es auch einige spaßige Bilder, wenn man die SymmetriCam für Portraits einsetzt. Viel Spaß beim Experimentieren.

AndyWarholizer-Modus von FxCamera

Eine weitere „Kamera“ erstellt Vierfach-Bilder im Andy-Warhol-Stil (jedenfalls so ungefähr). Die Warhol-Kamera hat (derzeit noch) keine einstellbaren Optionen und speichert die Bilder in der Größe 720 mal 480 Pixel als PNG-Datei. Sie ist (wie auch die FishEye-Kamera) schon im Menü als Beta-Version gekennzeichnet. Kann also sein, dass sie noch verbessert wird.

Dass sie nur als PNG und nicht als JPG speichert, mag zwar in Anbetracht der Dateien mit wenigen Farben sinnvoll sein; ob es allerdings die Anwender freut, die ihren Workflow auf Jpg-Fotos eingestellt haben, sei mal dahingestellt. Hier jedenfalls die (zu Jpg umgewandelten) zwei Beispielfotos des AndyWarholizers:

Warhol, Querformat / Hochformat

Naja. Vielleicht war das Motiv nicht so geeignet. Vielleicht hat es aber auch damit zu tun, dass „Kunst“ von „Können“ kommt und nicht von „Wollen“, denn dann hieße es „Wulst“. :-)

Vielleicht wird die AndyWarholizer-Kamera ja in künftigen Updates noch ein paar gefälligere Farb-Presets bekommen. Dann gibt es vielleicht Verwendung für sie. Derzeit würde ich jedenfalls nicht wirklich empfehlen, damit sämtliche Urlaubsbilder aufzunehmen…

Normal-Modus von FxCamera

Auch eine Normal-Kamera ist in der App FxCamera eingebaut. Über den config Button kann man zunächst wieder die höchste Bildgröße aktivieren: Large ist leider nur 960 mal 640 Pixel groß, und wieder wird vor Abstürzen gewarnt, die allerdings auf meinem Milestone nicht aufgetreten sind.

Als Normal-Kamera empfehle ich natürlich eher eine hochauflösendere. Statt 0,6 Megapixel kann die Handykamera des Milestone ja 5 Megapixel aufnehmen. Da FxCamera im Normal-Modus jedoch wieder einige Color Filter anbietet (nämlich die gleichen wie bei der SymmetriCam), zeige ich dennoch hier die Bildbeispiele in Originalgröße:

Normal / Mono (Black&White) / Sepia

Negative / Solarize

So viel zum großen Funktionsumfang der Android-App FxCamera. Mal schauen, welche kreativen Möglichkeiten zukünftige Programmversionen noch bieten werden. Das schöne an einem weitgehend offenen System wie Android ist ja, dass viele Programmierer ihre kreativen Ideen in Applications wie diese fließen lassen können. Man stelle sich nur vor, „richtige“ Kameras wie digitale Spiegelreflex- und Kompakt-Kameras hätten ein Betriebssystem, für das man Applications programmieren könnte. Bestimmt gäbe es da einige sehr interessante Entwicklungen.

Der freie Software-Zugriff auf die Kamera-Hardware eines Smartphones ist demnach einer der großen Vorteile von Handykameras. Kreativ eingesetzt macht dies manchen Nachteil wie fehlenden Zoom oder geringere Bildqualität durchaus wett. Natürlich kann ein Kamera-Handy keine richtige Digitalkamera vollständig ersetzen. Aber ergänzen kann es sie. Und einen ganz anderen Zugang zum schönen Hobby Fotografie schaffen. Vielleicht ist FxCamera ja gerade hierfür ein schönes Werkzeug.

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Android Kamera-Apps

Kamera-Apps für Android-Smartphones

Nicht immer hat man seine „große“ Kamera dabei, wenn sich die Gelegenheit für ein schönes Foto ergibt. Inzwischen sind aber Handys bzw. Smartphones mit einigermaßen brauchbaren Kameras weit verbreitet. Kann man damit ordentliche Bilder machen (und wenn ja, warum nicht)?

Seit April 2010 habe ich ein Smartphone mit Android-Betriebssystem, und zwar das berühmte Motorola Milestone. Dieses Gerät ist mit einer 5-Megapixel-Kamera ausgestattet, die bei zahlreichen Funktionen nützlich ist, wie z.B. als Reader für Barcodes und QR-Codes, als Sucher für Augmented-Reality-Anwendungen, etc. Aber taugt sie auch als Fotokamera? Kann sie zumindest eine Kompaktkamera ersetzen? Hier meine bisherigen Eindrücke:

Die Hardware

Motorola Milestone

Betrachten wir zunächst die Hardware. Das Milestone ist mit einer 5-Megapixel-Kamera ausgestattet. Die Optik hat Autofokus, aber keinen Zoom. Das Display ist als Sucher-Ersatz gut geeignet und überzeugt auch bei der Widergabe der Fotos. Es hat ein Widescreen-Format von 16:9. Auf etwa 82 mal 46 Millimetern werden 854 mal 480 Pixel dargestellt. Das Display ist also recht hochauflösend und eine der großen Stärken des Motorola Milestone.

Bei gutem Licht erzeugt die Milestone-Kamera passable Bilder. Allerdings kommt sie nicht an die Qualität einer ordentlichen 5-Megapixel-Kompaktkamera heran – Linsensystem und Chip sind halt doch eher Handy-Standard als richtiger Fotoapparat.

Das Milestone hat eine Auslösetaste (oben rechts auf dem Bild zu erahnen), und die Lautstärke-Wippe kann von der Kamera-App für die Einstellung des Digitalzooms verwendet werden. Da der Digitalzoom jedoch bekanntlich nichts anderes als eine Ausschnittsvergrößerung ist, führt er entweder zu einem unschärferen Bild (kleiner Ausschnitt auf 5 Megapixel hochskaliert) oder zu einer kleineren Bilddatei (Ausschnitt ohne Vergrößerung). Beides brauche ich nicht und daher lasse ich den Digitalzoom möglichst aus.

Die Standard-Kamera-App

Standard Kamera-App

Vorinstalliert mit dem Milestone geliefert wird die App namens „Kamera“, die sich über das entsprechende Icon auf dem Android-Homescreen oder im „Drawer“ starten lässt. Auch ein längeres Drücken auf die Auslösetaste startet diese Kamera-Application als Standard-Voreinstellung, so dass man keine Schnappschuss-Situation durch Suchen nach dem Kamera-Icon verpasst.

Sofort nach Start der App bekommt man das Live-Sucherbild angezeigt. Scharfstellen funktioniert mit dem üblichen Halb-Durchdrücken des Auslösers. Die erfolgte Fokussierung wird akustisch bestätigt und auch optisch durch ein grünes Kästchen angezeigt. Das Auslösen wird von einem satten Auslösegeräusch begleitet, sofern man das Handy nicht auf „Lautlos“ eingestellt hat.

Berührt man das Sucherbild, wird für einige Sekunden am rechten Rand eine Leiste mit 4 Buttons eingeblendet. Man hat über den Button „Szenen“ folgende Einstellungen zur Auswahl: Autom., Hochformat, Querformat, Bewegung, Nachtportrait, Sonnenuntergang, Makro und unbewegt. Also Standardkost, ähnlich wie bei vielen Kompaktkameras.

Der Button „Effekte“ hat die Einstellungen Normal, Schwarz und Weiß, Negativ, Sepia und Solarisieren.

Über die Taste „Blitz“ kann man Folgendes auswählen: Blitzautomatik, Blitz ein, Blitz aus. Weitergehende Funktionen wie Rote-Augen-Blitz etc. sucht man hier vergeblich. Der Blitz des Milestone ist übrigens kein richtiger Blitz, sondern eine ziemlich hell leuchtende LED (was den Vorteil hat, dass sie mit einer entsprechenden App auch als Taschenlampe verwendet werden kann).

Der vierte Button heißt „Galerie“ und führt in die Ordner mit den gespeicherten Bildern. Dort kann man schick durch die Fotos blättern, sie weiterleiten (Facebook, Twitter, eMail, etc.), bearbeiten (drehen, löschen) oder als Diashow anzeigen lassen.

"Groß (5MP)"

Über die Android-Menütaste gelangt man in die Optionen. Man kann dort z.B. die Bildauflösung (Bildgröße) einstellen. „Groß (5 MP)“ sollte man hier nach Möglichkeit wählen – so knapp ist der Speicherplatz ja heute nicht mehr, dass sich eine Aufnahme in reduzierter Auflösung lohnt.

Die Bilder in „Groß (5 MP)“ werden 2592 mal 1936 Pixel groß. Wählt man stattdessen „Widescreen“, so schneidet die Kamerasoftware oben und unten einen Streifen ab, so dass ein Bild im 16:9-Format des Handybildschirms übrigbleibt (2592 mal 1456, etwa 3,7 Megapixel).

"Widescreen"

Wie man im Vergleich rechts sieht (anklicken für größere Darstellung), bekommt man im „Panorama-Format“ also keineswegs einen breiteren Bildausschnitt auf das Bild, sondern man lässt lediglich oben und unten einen beträchtlichen Teil der Sensorpixel ungenutzt.

Die Vergleichsfotos hier und in den folgenden Absätzen bzw. Seiten sind übrigens nur für die Bildschirmdarstellung auf 900 Pixel Breite verkleinert und ansonsten unbearbeitet (bis auf den Quellenhinweis). Es wurden also keine Kontrast- oder Farbanpassungen gemacht, so dass sich die Darstellungen gut vergleichen lassen.

Sehr schön gefällt mir an der Standard-Kamera-App, dass sie korrekte Exif-Daten speichert. Der Ort der Aufnahme wird in die Bilddatei ebenso eingetragen wie Aufnahmedatum und -zeit. Ein Blick auf die später hier vorgestellten Alternativ-Apps zeigt, dass dies keineswegs selbstverständlich ist.

Bevor wir uns den Alternativen zuwenden, hier ein Vergleich der verschiedenen Effekte, den die App „Kamera“ zur Verfügung stelt. Aufgenommen wurde die Bilderserie übrigens in Köln auf der Deutzer Brücke mit Blick auf die rechte Rheinseite, wo das legendäre Lufthansa-Hochhaus derzeit (Juni 2010) gerade abgerissen wird. Die Bilder sind „freihand“ gemacht – denn Kamerahandys haben bekanntlich keine Stativbuchsen, was sie von „richtigen“ Kameras unterscheidet. (Ob es Halterungen mit Stativanschluss gibt, weiss ich nicht; es wäre jedenfalls eine nette Idee, wenn man die Kfz-Halterung dafür nehmen könnte.)

Schwarz und Weiß
Normal

.

Sepia
Negativ

.

Solarisieren

Der „Negativ“-Effekt ist übrigens wirklich eine exakte Tonwertumkehr aller drei Farbkanäle (und nicht die Simulation eines Farbnegativfilms mit orangefarbener Maskierung). Wenn man in der Bildbearbeitung die Tonwerte umkehrt, hat man wieder ein farbrichtiges Originalbild.

Soviel zur Standard-App für die Kamera des Milestone. Wie oben schon mehrfach angedeutet, gibt es aber für das Android-Betriebssystem eine Menge alternative Kamera-Apps. Android wäre nicht Android, wenn es nicht dutzende findige Entwickler geben würde, die den „Android Market“ mit ihren Applications zu einem Ort der Kreativität machen würden. Einige dieser Apps versuchen „nur“, die Bedienung komfortabler zu machen bzw. zusätzliche Features für „bessere“ Bilder anzubieten. Andere Apps bemühen sich um die kreative Verfremdung des Bildes, indem sie z.B. einen „analogen“ Filmlook simulieren. Zwei dieser kostenlosen Kamera-Apps möchte ich zunächst hier vorstellen:

Falls Ihr Vorschläge für besonders empfehlenswerte Kamera-Apps habt (für Android oder auch für andere Smartphones), nutzt bitte die Leserkommentare dieser Seite für Eure Vorschläge.

Derzeit verwende ich übrigens die Kamera-App Vignette (in der Kaufversion), mit der sich Fotos auch nachträglich mit zahllosen Rahmen und Effekten „entwickeln“ lassen. Und PhotoFunia, eine kreative App zum nachträglichen Aufpeppen von Fotos. Auch beide sehr empfehlenswert.