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Fotografie Fotokurs

Der Fotoguide für iPad, iPhone und iPod

Freunde von Tapsenkompjutern mit Apfelbetriessystem könnte die folgende Äpp interessieren, die mir per eMail empfohlen wurde. Man kann sie für 1,59 Euro auf seinen Schmierscreen installieren, da sie die Zensur-Hürden von Äppel genommen hat und im App Store angeboten wird. Hier also die eMail:

Hey Roland,
du hast sehr interessante Websiten, deine private Seite, wie auch das Blog, das du führst. Besonders der Fotokurs gefällt mir. Tolle Arbeit!
Unser kleines Team hat in den letzten Wochen ebenfalls viele Infos rund um das tolle Thema der Fotografie zusammengetragen und daraus die App „Der Fotoguide“ für iPhone, iPod Touch und iPad erstellt.
Es geht allgemein darum, Hobbyfotografen einen kleinen Helfer für die Hosentasche mitzugeben. Die App beinhaltet viele Fototipps zu den unterschiedlichsten Themen, zahlreiche Tipps zur Fotografie mit iPhone und iPod Touch, ein Fotoquiz und ein umfangreiches Glossar, welches Fachbegriffe erklärt. Dazu interaktive Bilder, die es leicht machen, die Tipps nachzuvollziehen.
Ebenso, wie deine Website, wollen wir auch Wissen vermitteln und Anfängern und Fortgeschrittenen helfen, die Fotos so zu gestalten, wie sie es möchten. Mit dem Unterschied, dass unsere App ein (offline) Begleiter für unterwegs ist.
Vielleicht wäre das ja etwas für dich und die Leser deiner Website. Wir würden uns sehr über Feedback und Anregungen von dir (wenn du die Möglichkeit hast, die App zu testen) und deinen Lesern (durch Kommentare) freuen. Vielleicht lässt sich ein kleiner Artikel oder eine Anmerkung zum Fotoguide auf deiner Website oder dem Blog unterbringen, wenn du ihn weiterempfehlen möchtest.
Wir haben eine PDF mit weiteren Informationen zusammengestellt:
Solltest du noch mehr Bildmaterial benötigen, wirst du hier fündig:
Das hier ist die allgemeine Website zu der App:
Es wäre toll eine Meinung von dir zum Fotoguide zu hören, um die App weiter zu verbessern und auf weitere Fragen seitens der Fotografen eingehen zu können.
Mach weiter so und viele Grüße,
Leon

Soweit also die Zuschrift, die ich vor einer Woche erhielt. Das Lob am Anfang geht natürlich runter wie Öl. :-) Da mein Schmierbildschirm jedoch mit Android angetrieben wird, kann ich die App leider nicht ausprobieren, aber falls es sie mal für Android geben sollte, würde ich die 1,59 Euro dafür wohl bezahlen. Aber hier gehts ja um Äppel.

Als iTunes-Verweigerer habe ich keinen Zugriff auf den App Store. Die Preis-Info habe ich daher aus folgendem kleinen Testbericht entnommen:

Der Fotoguide: Große Hilfe für kleine Fotografen – appgefahren.de

Falls also hier jemand mit iPod Touch oder so einem anderen iDingens diese App bereits ausprobiert hat, dann würden sich Leon und Roland über Feedback in den Kommentaren freuen…

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Bildbearbeitung Fotografie Fotokurs

Retro Camera

Retro Camera App für Android-Smartphones

Eine weitere Kamera-App habe ich für Euch auf der Deutzer Brücke in Köln getestet, wie schon zuvor die Standard-Kamera und die App FxCamera. Hier nun die Beispielfotos und Beschreibung der App Retro Camera, die ebenfalls kostenlos aus dem Android Market downgeloadet werden kann.

Die Gestaltung und Bedienung der „Retro Camera“ ist sehr verspielt und detailverliebt gestaltet. Eine Versionsnummer kann ich nicht finden (weder in der App noch im Market); hier bespreche ich daher die Version, die im Juni 2010 aktuell ist.

Zu Beginn öffnet sich eine Ansicht, die ein Regalbrett mit 4 verschiedenen Kameras zeigt. Jeweils eine ist groß zu sehen; die anderen erreicht man durch Verschieben. Wie in einer Sammlervitrine werden dem Benutzer hier die verfügbaren 4 Kamera-Modelle präsentiert. Unter jeder Kamera gibt es zwei Buttons: „about this camera“ gibt zusätzliche Infos und ein Beispielbild. Mit „use this camera“ wird das gewünschte Modell dann ausgewählt. Diese werde ich nun der Reihe nach vorstellen:

Retro Camera „The Bärbl“

Retro Camera: The Bärbl
The Bärbl

Die erste Retro Camera hat den seltsam-lustigen Namen „The Bärbl“. Sie präsentiert sich im klassischen Look einer wertigen Kamera mit griffiger Gummierung. Dennoch liegt das Handy nicht besser in der Hand als bei den anderen „Kamera“-Modellen. :-)

In ihrem Steckbrief erfahren wir einige „Camera Facts“: So simuliert sie angeblich eine Kamera aus Leipzig von 1951. Seltsamerweise lassen sich keine Schwarzweißfilme einlegen, sondern sie erzeugt nur quadratische Farbaufnahmen mit geringer Sättigung und leichten Kratzern.

Die Bedienung ist wie auch bei den folgenden Retro-Kameras ganz einfach: In der Mitte ist ein Sucher, den man zum Auswählen des Bildausschnittes jedoch am besten nicht direkt ans Auge hält. ;-) Rechts davon der Auslöseknopf, der zuvor auch den Autofokus betätigt. Nach der Auslösung verwandelt sich die Anzeige „ready to shoot“ für einige Sekunden in „developing…“. Man muss also abwarten, bis das Bild fertig „entwickelt“ ist.

Der Button „info“ zeigt den schon erwähnten Steckbrief der Kamera an.

Am unteren Rand versucht Retro Camera, sich über Werbung zu finanzieren. Links des Werbebanners sieht man einen Button, der einen Fotostapel darstellen soll. Dort gelangt man zu den frisch entwickelten Aufnahmen, die – ganz wie es sich gehört – zum Trocknen aufgehängt sind.

Der Button rechts vom Werbebanner zeigt ein Kamera-Symbol und führt den Benutzer wieder in die „Kamera-Vitrine“ zur Auswahl eines anderen Sammlerstücks.

The Bärbl, BeispielfotoDa sich „The Bärbl“ nur mit Farb“film“ betreiben lässt und kein SW-Material mehr erhältlich ist, gibt es auch nur ein Beispielfoto. Das Bild wird nach Anklicken in Originalgröße geöffnet. Leider macht die App „Retro Camera“ nur Bilder mit 512 Pixeln Breite. Da „The Bärbl“ quadratische Fotos erzeugt, ist die Gesamtgröße inklusive Rahmen somit 512 mal 512 Pixel. Das ist zwar ausreichend für das Facebook-Album, aber 0,26 Megapixel kann man nicht wirklich als „Foto“ bezeichnen. Dies ist meiner Meinung nach die größte Schwäche dieser App.

Dennoch finde ich, dass die Bilder einen gewissen Charme haben: Die Farben im Retro-Look und die deutliche Vignettierung kennen wir zwar schon aus FxCamera, aber die Umsetzung des Filmlooks in Retro Camera finde ich durchaus gelungen.

Retro Camera „Little Orange Box“

Retro Camera, Little Orange Box
Little Orange Box

Laut Steckbrief simuliert „The Little Orange Box“ eine Kamera aus der Sowjetunion von 1976. Auf Farbe eingestellt, simuliert sie eine Cross-Entwicklung. Man kann sie aber auch in Schwarzweiß nutzen.

Hat man die „Little Orange Box“ auf dem Milestone-Bildschirm, fühlt sich das Handy im Vergleich zu „The Bärbl“ deutlich weniger griffig an. ;-) Die Optik erinnert jedenfalls eher an eine Spielzeugkamera aus Kunststoff oder Bakelit.

Nach über 30 Jahren in irgendwelchen Wühlkisten sehen die Fotos natürlich recht stark verkratzt aus. Insbesondere die Ränder haben arg gelitten.

Die Bedienung funktioniert ganz wie bei „The Bärbl“, abgesehen von dem zusätzlichen Schalter „Colour“ bzw. „B&W“. Hier jeweils ein Beispielfoto für beide „Filmsorten“ (Colour / B&W):

Little Orange Box, Beispielfoto Colour Little Orange Box, Beispielfoto B&W

Abgesehen von der geringen Bildgröße (wieder 512 mal 512 Pixel) haben die Bilder schon einen ganz netten Charme. Betrachtet man eine ganze Serie, so nervt natürlich, dass sie alle die Bildfehler an den gleichen Stellen haben – hier könnte der Programmierer vielleicht mit wenig Aufwand Abhilfe schaffen, wenn er während des „Entwicklungsvorgangs“ das zugrunde liegende Rahmenbild zumindest per Zufall drehen und spiegeln würde.

Retro Camera „Xolaroid 2000“

Retro Camera, Xolaroid 2000
Xolaroid 2000

Die dritte Retro Camera hat den Namen Xolaroid 2000 und simuliert eine Polaroid-Sofortbildkamera. Die Bedienelemente sind die gleichen wie bei den vorigen Kameras – allerdings auch wieder mit einem anderen Design.

Laut „Info“ bzw. Steckbrief handelt es sich um eine Kamera aus San Francisco von 1972. Die Bilder haben den typischen Sofortbild-Rahmen – ganz ähnlich wie auch die FxCamera namens Polandroid.

Laut Steckbrief haben die Bilder nur geringfügige Kratzer; auffallender sind Flecken auf Bild und Rahmen. Seht selbst, hier wieder die Varianten Colour und B+W:

Xolaroid 2000, Beispielfoto Colour Xolaroid 2000, Beispielfoto B+W

Auch diese Bilder haben eine Breite von 512 Pixeln inklusive Rahmen. Da sie aber nicht quadratisch sind, ergibt sich hier im Vergleich zu den anderen Retro Cameras eine etwas erhöhte Bildgröße: 512 mal 593 Pixel. Den Namen „Foto“ verdient auch dies nicht wirklich – zumal der Motivbereich nur 470 mal 470 Pixel beträgt.

Der Fairness halber hier sei hier allerdings betont, dass die Square-Polandroids von FxCamera noch kleiner abbilden: Motivbereich etwa 420 mal 420 Pixel. Hier alle 5 Sofortbilder der beiden Apps im direkten Vergleich:

Xolaroid 2000, Beispielfoto Colour Xolaroid 2000, Beispielfoto B+W FxCamera Polandroid, Beispielfoto mono FxCamera Polandroid, Beispielfoto faded FxCamera Polandroid, Beispielfoto aged

Man beachte insbesondere die Unterschiede in Kontrast und Vignettierung. Welches die „bessere“ bzw. „schönere“ Variante ist, ist motivabhängig und außerdem Geschmackssache.

Retro Camera „The Pinhole“

Retro Camera, The Pinhole
Pinhole Camera

Die abgefahrenste der vier Retro Cameras ist eindeutig „The Pinhole“, eine Lochkamera, die auf „Diafilm“ belichtet. Im Gegensatz zu richtigen Lochkameras (die statt einer Linse nur ein winziges Loch haben) kommt die „Pinhole Camera“ jedoch mit normal kurzen Belichtungszeiten aus.

Das Design der Lochkamera-App orientiert sich an echten Lochkameras, die gerne mal aus Schuhkartons oder sonstigen Pappschachteln gebaut werden. Dennoch war der Programmierer so freundlich, uns die üblichen Bedienelemente nicht vorzuenthalten, obwohl Lochkameras gewöhnlich weder Sucher noch Auslöser haben. (Eine Umschaltung zwischen Farbe und SW hat ohnehin keine „analoge“ Kamera.) Es finden sich also die gleichen Bedienelemente wie auch bei den anderen Kameras der App „Retro Camera“, wenn auch hier im Bastel-Look.

Typisch für Lochkameras ist natürlich, dass der Bildausschnitt bei der Belichtung nicht durch Objektiv-Bildkreis, Verschluss oder sonstige Bauteile begrenzt ist. Vielmehr wird das ganze (vorher im Dunkeln eingelegte) Stück Filmmaterial belichtet. Das erklärt auch den ungewöhnlichen Look der Fotos, die man mit der „Pinhole Camera“ schießen kann – sie sind über die Perforation des Diafilms hinaus belichtet, so wie es eine echte Lochkamera auch machen würde, wenn man zuvor ein Stück Diafilm einsetzt:

Retro Camera, Beispielfoto Pinhole Camera colour Retro Camera, Beispielfoto Pinhole Camera black+white

Wie es aussieht, hat der Filmschnipsel doch etwas Streulicht abbekommen, oder woher kommt wohl die Verfärbung der linken Seite?

Die Diafilm-Abschnitte haben übrigens ein quadratisches Format, also wieder einmal 512 mal 512 Pixel.

Damit bin ich am Ende der Vorstellung der Kamera-App „Retro Camera“ angelangt. Was mir an ihr gut gefällt ist die detailverliebte Gestaltung aller Programmbereiche (Kameras, Steckbriefe, entwickelte Fotos). Die Ergebnisse sind für Handy-Web-Anwendungen wie z.B. Facebook-Uploads ganz nett.

Für künftige Updates wünsche ich mir größere Bilder (sagte ich das schon? ;-)) und vielleicht auch die Möglichkeit, direkt zwischen den Kameras durch seitliches Verschieben zu wechseln, anstatt erst auf die „Vitrinen-Ansicht“ schalten zu müssen und dort zwischen den Kameras seitlich zu verschieben.

Schade, dass weder „Retro Camera“ noch die App „FxCamera“ in der Lage sind, auch bestehende Bilder, die in der Mediengalerie zu finden sind, nachträglich mit ihren Verfremdungen zu schmücken. Dann nämlich würde ich hochauflösend mit der normalen Kamera fotografieren und die Bilder dann erst in einem zweiten „Entwicklungsschritt“ auf alt trimmen, bevor ich damit meine Facebook-Freunde belästige. Sowas kann beispielsweise die Kamera-App Vignette. Aber das ist ein anderes (noch nicht geschriebenes) Kapitel.

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Bildbearbeitung Fotografie Fotokurs

Android Kamera-Apps

Kamera-Apps für Android-Smartphones

Nicht immer hat man seine „große“ Kamera dabei, wenn sich die Gelegenheit für ein schönes Foto ergibt. Inzwischen sind aber Handys bzw. Smartphones mit einigermaßen brauchbaren Kameras weit verbreitet. Kann man damit ordentliche Bilder machen (und wenn ja, warum nicht)?

Seit April 2010 habe ich ein Smartphone mit Android-Betriebssystem, und zwar das berühmte Motorola Milestone. Dieses Gerät ist mit einer 5-Megapixel-Kamera ausgestattet, die bei zahlreichen Funktionen nützlich ist, wie z.B. als Reader für Barcodes und QR-Codes, als Sucher für Augmented-Reality-Anwendungen, etc. Aber taugt sie auch als Fotokamera? Kann sie zumindest eine Kompaktkamera ersetzen? Hier meine bisherigen Eindrücke:

Die Hardware

Motorola Milestone

Betrachten wir zunächst die Hardware. Das Milestone ist mit einer 5-Megapixel-Kamera ausgestattet. Die Optik hat Autofokus, aber keinen Zoom. Das Display ist als Sucher-Ersatz gut geeignet und überzeugt auch bei der Widergabe der Fotos. Es hat ein Widescreen-Format von 16:9. Auf etwa 82 mal 46 Millimetern werden 854 mal 480 Pixel dargestellt. Das Display ist also recht hochauflösend und eine der großen Stärken des Motorola Milestone.

Bei gutem Licht erzeugt die Milestone-Kamera passable Bilder. Allerdings kommt sie nicht an die Qualität einer ordentlichen 5-Megapixel-Kompaktkamera heran – Linsensystem und Chip sind halt doch eher Handy-Standard als richtiger Fotoapparat.

Das Milestone hat eine Auslösetaste (oben rechts auf dem Bild zu erahnen), und die Lautstärke-Wippe kann von der Kamera-App für die Einstellung des Digitalzooms verwendet werden. Da der Digitalzoom jedoch bekanntlich nichts anderes als eine Ausschnittsvergrößerung ist, führt er entweder zu einem unschärferen Bild (kleiner Ausschnitt auf 5 Megapixel hochskaliert) oder zu einer kleineren Bilddatei (Ausschnitt ohne Vergrößerung). Beides brauche ich nicht und daher lasse ich den Digitalzoom möglichst aus.

Die Standard-Kamera-App

Standard Kamera-App

Vorinstalliert mit dem Milestone geliefert wird die App namens „Kamera“, die sich über das entsprechende Icon auf dem Android-Homescreen oder im „Drawer“ starten lässt. Auch ein längeres Drücken auf die Auslösetaste startet diese Kamera-Application als Standard-Voreinstellung, so dass man keine Schnappschuss-Situation durch Suchen nach dem Kamera-Icon verpasst.

Sofort nach Start der App bekommt man das Live-Sucherbild angezeigt. Scharfstellen funktioniert mit dem üblichen Halb-Durchdrücken des Auslösers. Die erfolgte Fokussierung wird akustisch bestätigt und auch optisch durch ein grünes Kästchen angezeigt. Das Auslösen wird von einem satten Auslösegeräusch begleitet, sofern man das Handy nicht auf „Lautlos“ eingestellt hat.

Berührt man das Sucherbild, wird für einige Sekunden am rechten Rand eine Leiste mit 4 Buttons eingeblendet. Man hat über den Button „Szenen“ folgende Einstellungen zur Auswahl: Autom., Hochformat, Querformat, Bewegung, Nachtportrait, Sonnenuntergang, Makro und unbewegt. Also Standardkost, ähnlich wie bei vielen Kompaktkameras.

Der Button „Effekte“ hat die Einstellungen Normal, Schwarz und Weiß, Negativ, Sepia und Solarisieren.

Über die Taste „Blitz“ kann man Folgendes auswählen: Blitzautomatik, Blitz ein, Blitz aus. Weitergehende Funktionen wie Rote-Augen-Blitz etc. sucht man hier vergeblich. Der Blitz des Milestone ist übrigens kein richtiger Blitz, sondern eine ziemlich hell leuchtende LED (was den Vorteil hat, dass sie mit einer entsprechenden App auch als Taschenlampe verwendet werden kann).

Der vierte Button heißt „Galerie“ und führt in die Ordner mit den gespeicherten Bildern. Dort kann man schick durch die Fotos blättern, sie weiterleiten (Facebook, Twitter, eMail, etc.), bearbeiten (drehen, löschen) oder als Diashow anzeigen lassen.

"Groß (5MP)"

Über die Android-Menütaste gelangt man in die Optionen. Man kann dort z.B. die Bildauflösung (Bildgröße) einstellen. „Groß (5 MP)“ sollte man hier nach Möglichkeit wählen – so knapp ist der Speicherplatz ja heute nicht mehr, dass sich eine Aufnahme in reduzierter Auflösung lohnt.

Die Bilder in „Groß (5 MP)“ werden 2592 mal 1936 Pixel groß. Wählt man stattdessen „Widescreen“, so schneidet die Kamerasoftware oben und unten einen Streifen ab, so dass ein Bild im 16:9-Format des Handybildschirms übrigbleibt (2592 mal 1456, etwa 3,7 Megapixel).

"Widescreen"

Wie man im Vergleich rechts sieht (anklicken für größere Darstellung), bekommt man im „Panorama-Format“ also keineswegs einen breiteren Bildausschnitt auf das Bild, sondern man lässt lediglich oben und unten einen beträchtlichen Teil der Sensorpixel ungenutzt.

Die Vergleichsfotos hier und in den folgenden Absätzen bzw. Seiten sind übrigens nur für die Bildschirmdarstellung auf 900 Pixel Breite verkleinert und ansonsten unbearbeitet (bis auf den Quellenhinweis). Es wurden also keine Kontrast- oder Farbanpassungen gemacht, so dass sich die Darstellungen gut vergleichen lassen.

Sehr schön gefällt mir an der Standard-Kamera-App, dass sie korrekte Exif-Daten speichert. Der Ort der Aufnahme wird in die Bilddatei ebenso eingetragen wie Aufnahmedatum und -zeit. Ein Blick auf die später hier vorgestellten Alternativ-Apps zeigt, dass dies keineswegs selbstverständlich ist.

Bevor wir uns den Alternativen zuwenden, hier ein Vergleich der verschiedenen Effekte, den die App „Kamera“ zur Verfügung stelt. Aufgenommen wurde die Bilderserie übrigens in Köln auf der Deutzer Brücke mit Blick auf die rechte Rheinseite, wo das legendäre Lufthansa-Hochhaus derzeit (Juni 2010) gerade abgerissen wird. Die Bilder sind „freihand“ gemacht – denn Kamerahandys haben bekanntlich keine Stativbuchsen, was sie von „richtigen“ Kameras unterscheidet. (Ob es Halterungen mit Stativanschluss gibt, weiss ich nicht; es wäre jedenfalls eine nette Idee, wenn man die Kfz-Halterung dafür nehmen könnte.)

Schwarz und Weiß
Normal

.

Sepia
Negativ

.

Solarisieren

Der „Negativ“-Effekt ist übrigens wirklich eine exakte Tonwertumkehr aller drei Farbkanäle (und nicht die Simulation eines Farbnegativfilms mit orangefarbener Maskierung). Wenn man in der Bildbearbeitung die Tonwerte umkehrt, hat man wieder ein farbrichtiges Originalbild.

Soviel zur Standard-App für die Kamera des Milestone. Wie oben schon mehrfach angedeutet, gibt es aber für das Android-Betriebssystem eine Menge alternative Kamera-Apps. Android wäre nicht Android, wenn es nicht dutzende findige Entwickler geben würde, die den „Android Market“ mit ihren Applications zu einem Ort der Kreativität machen würden. Einige dieser Apps versuchen „nur“, die Bedienung komfortabler zu machen bzw. zusätzliche Features für „bessere“ Bilder anzubieten. Andere Apps bemühen sich um die kreative Verfremdung des Bildes, indem sie z.B. einen „analogen“ Filmlook simulieren. Zwei dieser kostenlosen Kamera-Apps möchte ich zunächst hier vorstellen:

Falls Ihr Vorschläge für besonders empfehlenswerte Kamera-Apps habt (für Android oder auch für andere Smartphones), nutzt bitte die Leserkommentare dieser Seite für Eure Vorschläge.

Derzeit verwende ich übrigens die Kamera-App Vignette (in der Kaufversion), mit der sich Fotos auch nachträglich mit zahllosen Rahmen und Effekten „entwickeln“ lassen. Und PhotoFunia, eine kreative App zum nachträglichen Aufpeppen von Fotos. Auch beide sehr empfehlenswert.