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Bildbearbeitung Fotografie Fotokurs Zubehör

Zeitraffer-Video

Nachdem ich vor dem Urlaub meinen Fernauslöser-Timer umgebaut habe, damit dieser auch an der neuen 60D funktioniert, habe ich diesen natürlich auch im Karnevalsfluchturlaub eingesetzt. Während des Frühstücks in unserer netten Unterkunft stand die Kamera samt Stativ für 40 Minuten am Fenster und hat alle 10 Sekunden ein Bild der Straßenszene in Hamburg-Eimsbüttel gemacht. Diese 240 Bilder wurden zu folgendem Zeitraffer-Video zusammengerechnet, das 30 Sekunden läuft:



Um die Datenmengen und den Akkuverbrauch gering zu halten, habe ich zuvor einige Einstellungen an der Kamera geändert: Manuelle Scharfstellung und Belichtung, IS aus, ISO 200, keine Anzeige des Bildes nach der Aufnahme, statt Raw nur Jpg (8 Megapixel statt 18 sind mehr als ausreichend). Die kameraseitigen dieser Einstellungen kann man sich übrigens bei der 60D abspeichern und am Programmwahlrad mit dem „C-Programm“ schnell aufrufen, wenn wieder ein Timer-Einsatz erfolgen soll.

Wie der Timer auf 240 Bilder im 10-Sekunden-Abstand programmiert wird, erkläre (bzw. verlinke) ich in der Timer-Lektion. Nach diesen Vorbereitungen konnten also während des Frühstücks die 240 Bilder selbsttätig aufgezeichnet werden.

Die Nachbearbeitung erfolgte zunächst mit dem TOP-Tool (Traumflieger Online Picture), das die 240 Fotos auf eine Bildhöhe von 720 Pixeln herunterrechnete und den Copyright-Schriftzug einbaute. Diese verkleinerten Fotos wurden dann mit Picture2Avi zu einem Film zusammengebaut. Auf ein Update dieses Programms habe ich verzichtet, da es mittlerweile „nur“ noch eine 30-Tage-Testversion kostenlos gibt, während meine Version offenbar noch ohne zeitliche Einschränkung läuft.

Der Avi-Film von 30 Sekunden Laufzeit war knapp 1 Gigabyte groß – aber anstatt diesen vor dem Upload in ein platzsparenderes Videoformat zu konvertieren (davon habe ich leider kaum Ahnung), habe ich diesen in etwa 6 DSL-Stunden nach Youtube übertragen, so dass er dort konvertiert wurde (die Youtuber haben davon vermutlich weit mehr Ahnung).

Bis hierhin war der Film ein Stummfilm. Es gibt aber in Youtube die Audio-Swap-Funktion, mit der man die Tonspur seiner Videos gegen „legale“ Musik austauschen kann. Dort habe ich ein mehr oder weniger passendes Stück rausgesucht, das nun den Zeitraffer begleitet. Ich hoffe, es gefällt Euch.

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Fotozubehör: Fernauslöser-Timer

Fernauslöser mit Timer-Funktion

JJC Fernauslöser-Timer
JJC-Timer

Ein sehr nützliches Zubehörteil möchte ich auf dieser Seite vorstellen: Statt eines gewöhnlichen Fernauslösers (für verwacklungsfreie Aufnahmen vom Stativ) bietet es sich an, einen Fernauslöser-Timer zu kaufen. Damit hat man weit aus mehr Möglichkeiten als mit einem simplen Fernauslöser.

Den Timer habe ich im Herbst 2009 im Traumflieger-Shop bestellt. Es ist wichtig, darauf zu achten, dass man ihn für das richtige Kamera-Modell auswählt, denn leider verbaut Canon bei den unterschiedlichen Kameraserien verschiedene Anschluss-Stecker für den Fernauslöser. So passt mein Timer für die EOS 20D zwar auch an die 50D oder 7D etc., aber befreundete Canon-Fotografen mit der 400D oder 500D brauchen ihn sich gar nicht erst bei mir auszuleihen, denn an ihre Kamera passt er nicht dran.

Nachtrag (Februar 2011): Nachdem ich mir Ende 2010 die EOS 60D gegönnt habe, stand ich selbst vor dem hier beschriebenen Problem: Die 60D hat den gleichen Fernauslöser-Anschluss wie sonst die dreistelligen Canon-Modelle. Mit einem relativ einfachen Umbau habe ich das Problem gelöst. Nun kann ich den Timer an beiden Kameratypen einsetzen. Wer so eine flexible Lösung haben möchte, sollte sich ggf. die N3-Version des Timers kaufen und diese wie beschrieben umrüsten.

Nach umfangreichem Studium der Timer-Tipps und -Videos auf traumflieger.de habe ich mich für das JJC-Modell entschieden. Insgesamt liefert er eine überzeugende Vorstellung ab. Mein erster Außeneinsatz hat mir gut 250 Fotos auf die Speicherkarte geschrieben und war daher sehr erfolgreich (siehe unten). Daher kann ich dem Timer das Prädikat „sehr empfehlenswert“ zuteilen, auch wenn ich noch nicht viele Erfahrungen damit gesammelt habe.

Die Anleitung zu dem Timer ist recht mager und nur auf englisch. Aber dafür gibt es ja die deutlich besseren Beschreibungen auf der oben verlinkten Traumflieger-Seite. Insgesamt wirkt das Bedienkonzept durchdacht, und man vermisst eine ausführliche Anleitung nicht wirklich.

Anwendungsbeispiele

Der Timer bietet die Möglichkeit, hunderte von Aufnahmen automatisch zu erzeugen, die später zu einem Zeitraffer-Video zusammengerechnet werden. Das hier gezeigte Video, dass sich deutlich größer betrachten lässt, wenn man es in Youtube extern öffnet, besteht aus etwa 250 Einzelaufnahmen, die im timergesteuerten Abstand von je 15 Sekunden erzeugt wurden und mit dem kostenlosen Programm Picture2avi zu einem Video von gut 20 Sekunden Spieldauer verrechnet wurden. Während des Aufnahmezeitraums von über 1 Stunde saß ich neben Kamera und Stativ auf der Bank und surfte mit dem Netbook nach Stereofotozubehör, was deutlich spannender war als alle 15 Sekunden auf den Auslöser zu drücken.

Weitere Anwendungen werde ich bei Gelegenheit hier zeigen. Noch habe ich den Timer ja erst einmal eingesetzt. Aber einige Ideen – auch über die lesenswerten Traumflieger-Tipps hinaus – habe ich schon im Kopf, und so hoffe ich, dass der Timer noch öfters zum Einsatz kommen wird. Mir erscheint er jedenfalls schon jetzt als ein nützliches Zubehörteil, das einen Stammplatz in meiner Fototasche bekommen wird. Auch wenn die Stummfilmzeit ja eigentlich vorbei ist. :-) Aber es gibt ja durchaus auch sinnvolle fotografische Anwendungen.

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Aufbaukurs Fotografie Fotokurs

Aufbaukurs, Lektion 5

Berge versetzen: Histogramm und Tonwertkorrektur

In der Lektion über Farbtiefe und in dem Artikel Schwarzweiß (Raw) wurde schon kurz auf Histogramme und Tonwertkorrektur eingegangen. Es gibt aber noch einiges mehr dazu zu sagen, was Thema dieser Lektion sein soll.

Histogramme werden an verschiedenen Stellen eingesetzt, die etwas mit digitaler Bildbearbeitung zu tun haben. Man findet sie auf Displays von Digitalkameras, in Software zum Scannen von Fotos oder Dias, in Programmen zur Konvertierung von Raw-Dateien und natürlich auch in der ganz normalen Bildbearbeitung, also in Photoshop, PhotoImpact, Gimp, oder ähnlichen Programmen.

Zunächst einmal zeigen Histogramme die Helligkeitsverteilung der Pixel eines Bildes. Es ist also nicht wie bei den drei Fotos am Ende dieser Seite spaßeshalber gezeigt eine Abbildung der Kontur bzw. Skyline des jeweiligen Motivs. Vielmehr kann man am Histogramm mit einem Blick abschätzen, ob ein Bild in etwa korrekt belichtet ist, oder ob eine Unterbelichtung bzw. Überbelichtung vorliegt.

Man hat sich darauf geeinigt, die dunklen Farbtöne links im Histogramm zu platzieren, während sich die hellsten Pixel des Bildes ganz rechts im Histogramm wiederfinden.

Hermannsdenkmal, normal belichtet, mit Histogramm
Normales Histogramm

Ein korrekt belichtetes Foto nutzt möglichst den ganzen zur Verfügung stehenden Umfang an Helligkeiten aus, jedoch ohne dass das Histogramm zu sehr am oberen oder unteren Rand abgeschnitten wird. Hier sehen wir das Hermanns-Denkmal in der Nähe von Detmold.

Es war ein trüber Tag, was sich deutlich am Himmel zeigt. Die Belichtung könnte noch einen Tick heller sein, aber man sieht, dass die Histogramm-Kurve gut in den zur Verfügung stehenden Platz hineinpasst. Zwar haben 912 Pixel den Helligkeitswert 0 (sind also schwarz), aber im Vergleich zur Gesamtzahl der Pixel dieses Fotos ist dies unter 1%. Auch die dunklen Mauern haben größtenteils noch ausreichend „Zeichnung“; man kann also Mauerfugen, etc. erkennen. Das Bild hat demnach noch Potential für eine leichte Aufhellung.

Um sein Auge für Histogramme und Helligkeiten zu schulen, ist es ganz hilfreich, einzelne Bereiche des Motivs im Histogramm (und umgekehrt) wiederzuerkennen. Man sieht hier deutlich, dass die Histogramm-Kurve zwei Maxima hat. Es sind im Prinzip zwei „Berge“. Der linke Berg zeigt die dunkleren Tonwerte des Denkmals, während der rechte Berg die helleren Tonwerte umfasst, die hauptsächlich im Bereich des Himmels zu finden sind. Da das Wolkengrau relativ einheitlich ist, bildet das Histogramm hier eine ziemlich steile Bergspitze.

Hermannsdenkmal, unterbelichtet, mit Histogramm
Unterbelichtung

Ein weiteres Foto dieser Serie ist deutlich unterbelichtet. Hier „klebt“ das Histogramm am linken Rand, während es die hellen Farbtöne auf der rechten Seite der Skala gar nicht ausnutzt. Etwa 8 Prozent der Pixel sind komplett schwarz. Dieses Bild ist auch mit Aufhellen nicht mehr wirklich zu retten, da in den dunklen Bereichen des Gemäuers nicht mehr genügend „Zeichnung“ vorhanden ist.

Solche Unterbelichtungen können übrigens leicht auftreten, wenn man eine Person, etc. vor dem deutlich helleren Himmel fotografiert. Je nach Belichtungssteuerung der Kamera kann es dann passieren, dass sich die Kamera durch die großen hellen Flächen täuschen lässt und daher insgesamt zu dunkel belichtet. Bei normalen Personenfotos hilft dagegen z.B. ein Aufhellblitz. Aber gegen Hermann, der sich bekanntlich nicht einmal von drei römischen Legionen beeindrucken ließ, kommt man natürlich mit dem Kompaktkamera-Miniblitz nicht an. Hier hilft dann nur eine Belichtungskorrektur „nach oben“, also längeres Belichten bzw. Blende weiter öffnen.

Hermannsdenkmal, überbelichtet, mit Histogramm
Überbelichtung

Beim dritten Foto dieser Serie habe ich wohl zu weit „nach oben“ korrigiert, so dass das Bild überbelichtet wurde. Man erkennt deutlich im Histogramm, dass etwa 2/3 der Pixel eine Helligkeit von 255 haben, also „markenvollwaschmittelweiß“ sind. Die Wolken haben keinerlei Zeichnung mehr, und auch eine Tonwertkorrektur nach unten kann den „ausgebrannten“ Himmel nicht mehr retten. Statt glatt weiß würde er dann glatt grau, aber die auch bei bedecktem Himmel typischen leichten Helligkeitsunterschiede sind durch die Überbelichtung verloren gegangen.

Allenfalls eine erneute Raw-Konvertierung nach digitaler Belichtungskorrektur könnte hier noch helfen. Denn wie die Lektion über Farbtiefe gezeigt hat, sind ja in einem Raw-Bild deutlich mehr Informationen enthalten als in dem daraus erzeugten Jpg. In diesem Falle allerdings nicht, denn das Bild stammt noch von einer Digitalkamera ohne Raw und wurde daher direkt als Jpg aufgenommen.

Tonwertkorrektur

Mit diesen Grundlagen über Histogramme im Sinn ist es nun kein Problem mehr, sinnvolle Tonwertkorrekturen vorzunehmen, ohne sich das Bild dabei zu verhunzen. Zuvor jedoch noch ein Hinweis: Bei den meisten Bildformaten ist eine Tonwertkorrektur (und die meisten anderen Manipulationen an Farbe, Helligkeit, etc. ebenso) ein Eingriff, der sich nicht verlustfrei umkehren lässt. Daher sollte man sich für alle Fälle das Originalfoto lieber unverändert aufheben und die Korrekturen nur an einer Kopie der Datei vornehmen.

Hafen Hamburg, unkorrigiert
Flaues Foto

Das Beispielfoto stammt diesmal von einer Hafenrundfahrt in Hamburg, bei der das Wetter ziemlich plötzlich umschlug. Links sieht man das quasi unbearbeitete Ausgangsfoto – es wurde nur für die Website auf 900×600 Pixel verkleinert und nachgeschärft. Insgesamt wirkt es deutlich zu dunkel und zu kontrastarm.

Tonwertkorrektur
Tonwertkorrektur-Werkzeug

Klickt man auf das Tonwertkorrektur-Werkzeug des Bildverarbeitungs-Programms (hier: PhotoImpact 12), so bekommt man neben einer Vorher/Nachher-Ansicht auch das Histogramm des Fotos angezeigt. Deutlich sieht man, dass das Bild den möglichen Kontrastumfang bei weitem nicht ausnutzt: Die Tonwert-Kurve kommt weder links noch rechts nahe an den Rand des Histogramm-Feldes.

Automatische Tonwertkorrektur
Automatische Korrektur

Wenn man mag, klickt man testweise auf „Strecken“, um zu sehen, wohin die Reise gehen kann. Manchmal erzeugt dies bereits eine sehr gute Tonwertspreizung, aber in diesem Fall finde ich das Ergebnis etwas übertrieben, da ja die Schlechtwetterstimmung nicht verloren gehen soll. Daher klicke ich auf „Zurücksetzen“ und mache den Vorgang lieber von Hand.

Manuelle Tonwertkorrektur
Schwarzpunkt korrigieren

Zunächst korrigieren wir den linken Rand, also den Schwarzpunkt des Bildes. Wenn man das kleine schwarze Dreieck nach rechts verschiebt, kann man bestimmen, wo die tonwertkorrigierte Kurve beginnen soll. Hier stelle ich den Wert auf 30, da etwa dort die Tonwertkurve beginnt. Das rechte Vorschaubild wird dadurch etwas dunkler.

Korrektur des Weißpunkts
Weißpunkt korrigieren

Im nächsten Schritt wird das weiße Dreieck an den rechten Rand der Kurve geschoben, um den Weißpunkt zu korrigieren. Bei diesem Bild habe ich einen Weißpunkt von 190 gewählt, da die oberen Helligkeitswerte von 190 bis 255 im Originalbild gar nicht vorkamen.

Hätte ich den Weißpunkt weiter bis zum Kurvenmaximum in die Kurve hineingeschoben, so wäre der Himmel ausgebrannt. So aber behält er ein leichtes Grau, was zwar nicht schön ist, aber dem abgebildeten Schietwedder angemessen.

Gammawert korrigieren
Helligkeit anpassen

Nachdem nun die Ränder eingestellt sind (und damit gewissermaßen der Maximalkontrast in der Aufnahme), bleibt noch die Möglichkeit, mit dem grauen Dreieck den Gammawert zu steuern. Dies verändert den mittleren Grauwert der Aufnahme, also die Gesamthelligkeit. Hier schiebe ich den Regler leicht nach links (von 1 auf 1.2), so dass das Foto leicht aufgehellt wird.

Das Ergebnis ist zwar noch immer kein typisches Postkartenmotiv, aber es ist deutlich besser als das oben gezeigte unbearbeitete Original. Unten zum Vergleich die beiden fertigen Versionen – links die von Hand korrigierte und rechts als Alternative die automatische Korrektur mit der Schaltfläche „Strecken“. Welche man schöner findet, ist vermutlich Geschmackssache. Wenn man nach der automatischen Korrektur den Braunton noch entfernen würde, dann würde ich mich vermutlich für die rechte Version entscheiden, auch wenn bei dieser die Tonwertkurve oben und unten leicht abgeschnitten wurde.

Hamburger Hafen Hamburger Hafen

Die einfache Tonwertkorrektur hilft bei einem Großteil der Helligkeits- und Kontrastprobleme schon ganz gut weiter. Sie ist sehr einfach zu handhaben, da sie sehr intuitiv arbeitet, sobald man das Prinzip eines Histogramms verstanden hat. Für spezielle Aufgaben – wie z.B. die Aufhellung der schattigen Bildteile – gibt es einige andere Funktionen in den Bildbearbeitungsprogrammen, beispielsweise die Verwendung von Gradationskurven, etc. Zu einem anderen Zeitpunkt vielleicht mehr dazu. Hier geht es in Lektion 6 nun erst einmal um die Grundlagen der Portraitfotografie.

Histo(ry)gramme: Kölner Dom, Semperoper Dresden, Rathaus Rostock


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Anfängerkurs Fotografie Fotokurs

Anfängerkurs, Lektion 7

Schnelle und langsame Filme: Die Filmempfindlichkeit

Wie bereits in der ersten Lektion gezeigt wurde, hängt die richtige Belichtung sowohl von der Verschlusszeit als auch von der Blende der Aufnahme ab. Es ist also sowohl entscheidend, wie lange das Licht auf den Film bzw. auf den Bildsensor fällt, als auch, wie groß die Öffnung ist, durch die das Licht eingelassen wird. Es gibt aber noch einen weiteren Faktor, und dies ist die „Filmempfindlichkeit“ bei analogen Kameras bzw. „ISO-Empfindlichkeit“ bei Digitalkameras. Damit wollen wir uns in dieser und der folgenden Lektion beschäftigen.

Beispiel für Negativfilm mit 3200 ASAAusschnitt aus dem BildBevor wir auf die Einstellung der Empfindlichkeit an Digitalkameras zu sprechen kommen (siehe Lektion 8), schauen wir zunächst einmal in den Analog-Bereich. Das Bild rechts habe ich 1994 in der Sixtinischen Kapelle in Rom mit einem höchstempfindlichen Film fotografiert. Links sieht man einen kleinen Ausschnitt aus dem Gesamtfoto, der jedoch das Hauptproblem von Filmen mit höherer Empfindlichkeit sehr deutlich demonstriert: Je empfindlicher der Film ist, desto grobkörniger wird das Foto. Dies hat mit der Struktur der winzigen lichtempfindlichen Silberhalogenidkristalle auf dem Film zu tun: Je größer die Oberfläche jedes einzelnen Kristalls, desto empfindlicher ist der Film. Logischerweise können jedoch größere Kristalle das Bild nicht so fein aufgelöst wiedergeben wie kleinere Kristalle. Das Bild wirkt daher körniger, wenn ein Film mit höherer Empfindlichkeit verwendet wird.

An düsteren Orten, wo man weder mit Blitz noch mit Stativ fotografieren kann bzw. darf, bietet ein hoch- bzw. höchstempfindlicher Film jedoch die Möglichkeit, mit kürzeren Verschlusszeiten zu fotografieren, während Aufnahmen mit einem normal empfindlichen Film aus freier Hand garantiert verwackeln würden.

Das gezeigte Foto stammt von einem Film mit ISO 3200 („Konica SR-G 3200“). Gegenüber einem „Schönwetterfilm“ mit ISO 100 ist er 32mal empfindlicher. Wo also mit einem ISO-100-Film eine Verschlusszeit von 1/2 Sekunde notwendig wäre (was ohne Stativ garantiert verwackelt), kann man Michelangelos „Erschaffung Adams“ mit 1/60 Sekunde noch aus freier Hand fotografieren – sehr zum Ärger der vatikanischen Aufpasser, die auch gleich angelaufen kamen und mir weitere Fotos untersagten, obwohl am Eingang stand, nur Stativ und Blitz seien verboten…

ISO, ASA und DIN

Damit kommen wir auch schon zur Skalierung und Angabe von Filmempfindlichkeiten. Heutzutage üblich ist die ASA- bzw. ISO-Angabe, die (vereinfacht gesagt) die gleiche Skala beschreiben. Auch die DIN-Angabe ist noch verbreitet. Wichtig ist, dass man eine Vorstellung hat, wofür die einzelnen Zahlenwerte stehen. Wenn man die Skalen untersucht, stellt man fest, dass es eigentlich ganz einfach ist. Von links nach rechts verdoppelt sich mit jedem Kästchen die Empfindlichkeit des Films. Wie bei den bereits besprochenen Skalen der Verschlusszeiten kommt es also von links nach rechts bei jedem Kästchen zu einer Halbierung der notwendigen Lichtmenge (d.h. der Wert ändert sich um 1 Blendenstufe):

Tabelle der FilmempfindlichkeitenWie man sieht, wird bei doppelter Filmempfindlichkeit der ISO/ASA-Wert ebenfalls verdoppelt, während der DIN-Wert je Blendenstufe um 3 Schritte aufwärts zählt. (Der DIN-Wert wird übrigens mit einem Grad-Zeichen niedergeschrieben, das aber nicht mitgesprochen wird. Man sagt also „21 DIN“). Wer sich merken kann, dass ISO 100 umgerechnet 21° sind, der kann im Kopf schnell ausrechnen, dass der viermal empfindlichere Film mit ISO 400 bzw. 27° bezeichnet wird. Die Filmempfindlichkeit ISO 100/21° ist heutzutage sozusagen der Standardwert, die ’normalste‘ Filmempfindlichkeit. Daher habe ich diesen Wert in der Tabelle auch fett geschrieben.

Natürlich gibt es auch (ähnlich wie bei den Blenden- und Verschlusszeitenwerten) Zwischenwerte, die nicht auf der obenstehenden Skala eingetragen sind. Beispielsweise gibt es Filme mit ISO 64/19° oder ISO 125/22°, meist Schwarzweiss-Filme und/oder Diafilme. Bei Farbnegativfilmen sind allerdings überwiegend die obigen Werte zwischen ISO 100 und ISO 1600 üblich.

Niedrig-, normal- und hochempfindliche Filme

Bei Kleinbildfilmen sind in der Hobby- und Urlaubsfotografie die Filme ISO 100, ISO 200 und ISO 400 die Gebräuchlichsten. Während man zwischen ISO 100 und 200 auf normalgroßen Papierabzügen gewöhnlich keinen Unterschied in der Feinkörnigkeit erkennen kann, ist es evtl. bei einem ISO-400-Film möglich, dass man schon etwas Filmkorn sieht. Es hängt u. A. von der Größe des Abzugs, aber auch von der Beschaffenheit des Motivs und der Helligkeit der Belichtung ab, wann das Filmkorn sichtbar wird, beziehungsweise ab wann es eventuell auch als störend empfunden wird.

Da mit höherer Empfindlichkeit des Films (man spricht auch von „schnelleren“ Filmen) die Bildqualität also schlechter wird (weniger Detailauflösung, mehr Körnigkeit), sollte man daher den Film so „langsam“ wie möglich, aber so „schnell“ wie nötig wählen. Nimmt man einen zu langsamen Film, kommt es leichter zu Verwacklungen. Hat man jedoch einen unnötig schnellen Film genommen, muss man durch das ‚gröbere‘ Filmmaterial und die stärkere Körnigkeit Abstriche an der Qualität hinnehmen.

Die niedrigempfindlichen Filme (z.B. ISO 25 oder ISO 50) finden aufgrund der notwendigen langen Verschlusszeiten im Hobby-Bereich selten Anwendung. Als normalempfindliche Filme gelten daher heutzutage ISO 100 (der „Sonnenschein-Urlaubsfilm“) und ISO 200 (mein Lieblingsfilm, mit dem man auch bei etwas weniger strahlenden Lichtverhältnissen gut zurecht kommt). Wer schnelle Motive fotografiert (z.B. Sportfotografie) wird vermutlich eher zu einem hochempfindlichen Film (ISO 400, oder seltener ISO 800) greifen, was ihm kürzere Verschlusszeiten ermöglicht.

Höchstempfindliche Filme

Die höchstempfindlichen Filme bringen (wie oben am Beispiel Adams zu sehen) deutliche Qualitätseinbußen, so dass sie wirklich nur dann eingesetzt werden sollten, wenn es nicht anders geht (wenn beispielsweise Blitz und Stativ nicht erlaubt sind und nur wenig Licht vorhanden ist). Wobei zu betonen ist, dass ein Film mit ISO 1600 noch deutlich weniger Filmkorn zeigt, als meine Experimente mit dem oben bereits gezeigten ISO-3200-Film.

Übrigens habe ich im Sommer 2005 in zwei Fotogeschäften nach höchstempfindlichen Filmen nachgefragt: ISO-1600-Farbnegativfilm wird nach wie vor produziert, aber ISO 3200, mit dem ich 1994 in Rom fotografiert habe, ist offenbar nicht mehr erhältlich. Daher zeige ich Euch noch einige Bilder mit diesen ‚grausam groben Filmkorn‘ – wie ich finde, hat dies durchaus auch seinen eigenen besonderen Reiz. Neben dem Verlust an Detailauflösung und dem deutlich sichtbaren Korn stellt man auch fest, dass dieser Film seine eigene Art hat, mit Farben und Kontrasten umzugehen. Hier also noch ein paar Bilder aus Rom und aus den Vatikanischen Museen (Musei Vaticani), zu denen auch die Cappella Sistina gehört. Meine Hommage an den krassesten Film, den ich je in meiner Kamera hatte, den „Konica SR-G 3200“:

Engelstatue, aufgenommen mit Konica SR-G 3200 Musei vaticani, aufgenommen mit Konica SR-G 3200 Laokoongruppe, aufgenommen mit Konica SR-G 3200

Natürlich sind die Ergebnisse eines einzelnen Farbnegativfilms mit ISO 3200 nicht als repräsentativ anzusehen, zumal die Bilder jeweils nur einen Ausschnitt des Fotos zeigen. Auch kann man daraus nicht ableiten, dass auch im S/W-Bereich das Filmkorn von höchstempfindlichen Filmen ähnlich grob sein muss. Wer es genauer wissen will, kann ja mal ein paar Tests machen und die Ergebnisse hier für den Fotokurs zur Verfügung stellen…

Einstellung der Empfindlichkeit, DX-Codierung

Als Benutzer einer Kleinbildfilm-Kamera oder einer anderen ‚analogen‘ Kamera ist es wichtig, dass die Kamera (bzw. der Belichtungsmesser) korrekt auf die Empfindlichkeit des gerade verwendeten Filmmaterials eingestellt ist. Bei ‚älteren‘ Kameramodellen muss dies von Hand geschehen. Vergisst man es, und legt z. B. einen ISO-400-Film ein, obwohl der Belichtungsmesser noch von ISO 100 ausgeht, werden logischerweise alle Bilder um das Vierfache (2 Blendenstufen) überbelichtet – der Film bräuchte ja eigentlich nur 1/4 des Lichts. Vermutlich ist mit den Bildern dann nicht mehr viel anzufangen, auch wenn Negativfilme im Gegensatz zu Diafilmen den Vorteil mit sich bringen, dass man (nicht allzu große) Unter- bzw. Überbelichtungen bei Herstellung des Papierabzugs ausgleichen kann.

Um solche Fehlbelichtungen durch falsch eingestellte Kameras möglichst zu vermeiden, haben sich die wichtigsten Kleinbildfilmhersteller Anfang der 1980er Jahre auf einen gemeinsamen Standard geeinigt, wie die Kamera schon an der Filmpatrone erkennen kann, welche Empfindlichkeit (und wie viele Aufnahmen) der enthaltene Film hat. Dieses Verfahren nennt sich DX-Codierung. Ein Bestandteil sind ‚Schachbrettcodes‘ auf der Patrone, die von der Kamera erkannt werden können. Genaueres findet sich unter dem Stichwort DX-Codierung in Wikipedia. Als Fotograf muss man sich dank der DX-Codierung meist heute gar nicht mehr um die Einstellung der richtigen ISO-Empfindlichkeit kümmern, da diese automatisch von der Kamera erkannt wird. Ein kurzer Kontrollblick beim Einlegen ist natürlich trotzdem nicht verkehrt. Besonders auf die Einstellung der Filmempfindlichkeit achten muss jedoch derjenige, der eine Kamera hat, die DX-Codes noch nicht unterstützt, oder wer Kleinbildfilme ohne DX-Code verwendet, oder wer nicht Kleinbildfilm (bzw. APS), sondern ein anderes Filmformat verwendet.

Push-Entwicklung

Was macht man aber, wenn man eigentlich einen ISO-400-Film bräuchte, aber in der Tasche hat man nur noch Filme mit ISO 200? Dann bietet sich die Möglichkeit der „Push-Entwicklung“ an: Darunter versteht man, dass der Film bei der Entwicklung so behandelt wird, dass er eine Empfindlichkeit von ISO 400 hat, obwohl es ein ISO-200-Film ist. Natürlich geht das auch mit anderen Filmen, das Pushen von ISO 200 auf ISO 400 ist also nur ein Beispiel. Es kann sogar um zwei Blendenstufen gepusht werden – beispielsweise von ISO 100 auf ISO 400. Allerdings ist beim Pushen um zwei Stufen mit gewissen Qualitätsverlusten zu rechnen.

Natürlich muss man den Film, den man später bei der Entwicklung im Fotolabor pushen lassen möchte, dann so belichten, wie es der gewünschten Filmempfindlichkeit entspricht. Daher muss man die Filmempfindlichkeit an der Kamera in den obengenanten Beispielen manuell auf ISO 400/27° umstellen. In Wirklichkeit wird der Film daher um 1 bzw. 2 Blenden unterbelichtet. Diese Unterbelichtung wird dann durch eine Verlängerung der Zeit im Entwicklerbad ausgeglichen. Foto-Fachlabors werden wissen, welche Entwickler geeignet für Push-Entwicklung sind, und wie dies im einzelnen funktioniert. Logisch, dass man für eine solche Entwicklung einen Aufpreis zahlen muss und dass eine Push-Entwicklung wahrscheinlich nicht beim Discounter um die Ecke zu bekommen ist, sondern eher im Foto-Fachhandel.

Mit der Push-Entwicklung lässt sich evtl. auch ein Film ‚retten‘, der versehentlich mit falsch eingestellter Filmempfindlichkeit belichtet wurde. Stellt man z.B. erst nach 10 oder 15 Aufnahmen fest, dass die Kamera trotz ISO-100-Film noch auf ISO 400 eingestellt ist, dann lässt man am besten für den Rest des Films diese Einstellung bestehen und sucht sich dann zur Entwicklung ein Fotolabor, das den Film um zwei Blendenstufen pusht. Ohne Pushen wären in diesem Fall alle Bilder unterbelichtet, dank Push-Entwicklung erhält man aber doch noch brauchbare Fotos.

Wenn der Film versehentlich überbelichtet wurde (beispielsweise ein ISO-400-Film eingelegt, aber der Belichtungsmesser der Kamera steht noch auf ISO 100), kann dies in gewissen Grenzen auch bei der Entwicklung ausgeglichen werden. Man spricht dann von einer Hold-Entwicklung.

In Wirklichkeit wird übrigens bei Push- und Hold-Entwicklung nicht wirklich die Filmempfindlichkeit verändert, sondern die „Gradationskurve“. Ein auf ISO 400 gepushter Film hat daher eine andere Farbwiedergabe und ein anderes Kontrastverhalten als ein echter ISO-400-Film. Beim Pushen um 1 Blendenstufe fällt dies aber noch nicht so sehr auf, zumindest bei den Negativfilmen, die ich bisher habe pushen lassen.

Wer möchte, kann daher mittels Push-Entwicklung eines ISO-1600-Films ebenfalls Bilder mit ISO 3200 machen und sich über gigantisches Filmkorn mit einer Rauhfasertapeten-Optik freuen. Für den Besuch in der Sixtinischen Kapelle würde ich jedoch eine sehr schnelle und gute Digital-Spiegelreflex empfehlen, die schneller als die vatikanischen Aufpasser ist und auch bei ISO 3200 noch deutlich bessere Fotos macht als ein entsprechend schneller Negativfilm. Doch dazu mehr in Lektion 8, wo es um die Einstellung der ISO-Empfindlichkeit an Digitalkameras geht.

Köln Hauptbahnhof 1995: gröbstkörnixter ISO 3200 SW-Film

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Anfängerkurs Fotografie Fotokurs

Anfängerkurs, Lektion 5

Wischi-Waschi: Verwacklungs- und Bewegungs-Unschärfe

Nachdem wir in der vorangegangenen Lektion geklärt haben, dass Verwacklung eigentlich nichts mit Unschärfe (im Sinne von Fehlfokussierung) zu tun hat, auch wenn man von „Verwacklungsunschärfe“ bzw. „Bewegungsunschärfe“ spricht, wollen wir nun noch etwas näher darauf eingehen, wie man ungewollte Verwacklung vermeiden kann und wie man Verwacklungs-Effekte wirkungsvoll für interessantere Fotos einsetzen kann.

Verwacklung

Wir haben bereits festgestellt: Verwacklung entsteht, wenn sich die Kamera während der Verschlusszeit relativ zum Motiv bewegt. Dann erscheint die ganze Aufnahme verwischt, macht also einen ‚unscharfen‘ Eindruck, auch wenn korrekt scharfgestellt wurde. Das ganze Foto ist dann misslungen.

Um Verwacklung zu vermeiden, sollte man daher (wie bereits erläutert) entweder eine ausreichend kurze Verschlusszeit wählen, oder ein Stativ verwenden. Auch sind eine ‚ruhige Hand‘ beim Fotografieren oder die Verwendung eines Blitzgerätes ebenfalls gute Mittel gegen verwackelte Fotos.

Natürlich ist Verwacklung eine relative Sache, und es kommt auf den Verwendungszweck und die eigenen Ansprüche an. Dem Einen ist ein Foto zu stark verwackelt, weil er große Abzüge mit hoher Schärfe in Top-Qualität davon braucht. Dem Anderen würde das gleiche Foto vielleicht noch ausreichend erscheinen, weil er nur kleine Abzüge benötigt oder eine geringe Auflösung zur Veröffentlichung im Internet. Dennoch sollte man sich immer bemühen, bei jedem Bild eine möglichst hohe Qualität zu erreichen. Denn sonst ärgert man sich vielleicht später, falls man doch mal einen größeren Abzug des Fotos machen lassen möchte, dass es dann matschig und unscharf aussieht.

Verwacklung vermeiden: Mit ‚ruhiger Hand‘ fotografieren

Im Bereich der ‚analogen‘ Kleinbild-Fotografie hat sich als Faustregel eingebürgert, dass man aus freier Hand (also ohne Stativ oder sonstige Abstützung der Kamera) Verschlusszeiten längstens bis zum Kehrwert der Brennweite verwenden kann. Das klingt komplizierter als es ist, daher erkläre ich es mit einem Beispiel:

Hat man beispielsweise ein 30mm Weitwinkel-Objektiv aufgesetzt, kann man nach dieser Faustformel längstens 1/30 Sekunde aus freier Hand belichten, ohne dass es verwackelt. Verwendet man hingegen z.B. ein 200mm Tele-Objektiv, dann sollte auch die Verschlusszeit bei Fotos aus freier Hand nicht länger als 1/200 Sekunde betragen.

Bei digitalen Spiegelreflex-Kameras verlängert sich dieser Wert theoretisch noch um den Crop-Faktor der Kamera (siehe Lektion 2: Brennweite), aber wer eine ruhige Hand hat, kann evtl. auch mit der Kleinbildkamera-Faustformel auskommen. Genaugenommen müsste man so rechnen: „Ich hab ein 50mm-Objektiv drauf, das sind (50×1,6) umgerechnet auf Kleinbild 80mm, also sollte ich nicht länger als 1/80 Sekunde belichten“.

AusschnittDas Bild rechts beweist, dass ich wohl eine ‚ruhige Hand‘ habe: Es ist ein unverkleinerter Ausschnitt (100%) aus dem Bild oben. Man sieht also jedes Pixel so, wie es von der Kamera aufgezeichnet wurde. Bei 22mm Brennweite habe ich es mit 1/25 Sekunde aus freier Hand fotografiert, und Verwacklungsspuren sind nicht zu erkennen. Würde ich die Formel mit Berücksichtigung des Crop-Faktors anwenden, hätte ich mich nicht getraut, unter 1/35 Sekunde zu belichten, denn 22mm Brennweite entsprechen an der EOS 20D ja bekanntlich 35mm auf Kleinbild umgerechnet. Aber wie man sieht, hat es hingehauen, auch mit 1/25 Sekunde.

Was macht man aber, um eine ausreichend kurze Verschlusszeit gemäß dieser Faustformel auch bei düsteren Lichtverhältnissen zu erreichen? Wie bereits in Lektion 1 (Verschlusszeit und Blende) besprochen, kann man evtl. eine Blende einstellen, die weiter offen ist. Das Problem ist nur, dass die Objektive mit einer hohen Lichtstärke (große Offenblende) meist so unbezahlbar teuer sind. Man kann auch einen empfindlicheren Film einlegen bzw. die Digitalkamera auf eine höhere Empfindlichkeit umstellen. Welche Vor- und Nachteile dies bringt, wird in Lektion 7 und Lektion 8 behandelt.

Verwacklung vermeiden: Bildstabilisatoren

Dort, wo selbst eine ‚ruhige Hand‘ nicht mehr ausreicht, um ein verwacklungsfreies Bild zu erzeugen, können vielleicht Objektive bzw. Kamerasysteme mit einem Bildstabilisator weiterhelfen. Im Objektivprogramm von Canon sind solche Objektive mit den Buchstaben IS für „Image Stabilizer“ gekennzeichnet. Sigma nennt es OS für „Optical Stabilizer“, und andere Hersteller haben wiederum andere Bezeichnungen. Konica Minolta und andere Firmen (z.B. Sony) gehen einen anderen technischen Weg und bauen ein „Anti-Shake-System“ mit „Sensor-Shift“ in das Kameragehäuse statt in das Objektiv.

Beiden Systemen gemeinsam ist, dass sie Wackelbewegungen einer in der Hand gehaltenen Kamera reduzieren können, und zwar um ca. 2 bis 3 Blendenstufen. Hat man beispielsweise das recht beliebte Telezoom „Canon EF 70-300mm f/4-5,6 IS USM“ im Einsatz, beträgt die Verwacklungsgrenze bei maximaler Brennweite nach obenstehender Faustformel bekanntlich etwa 1/500stel Sekunde (300×1,6=480), wenn der IS nicht eingeschaltet ist. Bei einer maximalen Blende von 5,6 braucht man da schon ziemlich viel Licht. Schaltet man den Bildstabilisator jedoch hinzu, kann man evtl. noch mit 1/60stel Sekunde verwacklungsfreie Bilder aus freier Hand schießen. Drei Blendenstufen bringen ja bekanntlich eine 8fach verlängerte Verschlusszeit. Und dies zu einem Preis, der weit unter einem Telezoom mit einer Maximalblende von 2,0 (entspricht 3 Blendenstufen über 5,6) liegt – falls es das überhaupt gibt. Eine sehr feine Sache.

An dieser Stelle sollte man jedoch berücksichtigen, dass der Bildstabilisator NUR die Verwacklungen der Kamera ausgleicht, jedoch im Gegensatz zu einer größeren Blende (oder einer höheren ISO-Empfindlichkeit) nicht die Verschlusszeit verkürzt. Wenn das Motiv also zu unruhig für 1/60stel Sekunde ist, dann nützt auch der Stabilisator wenig. Eine leidvolle Erfahrung der Konzertfotografie: Man sieht zwar einen unverwackelten Mikrofonständer, aber die Sängerin hat sich in der sechzigstel Sekunde wieder einen halben Meter bewegt…

Doch wie funktioniert so ein Stabi? Elektronische Sensoren messen die Wackelbewegungen der Kamera. Bei den Systemen, wo der Bildstabilisator in die Objektive eingebaut ist (z.B. Canon), wird durch ein elektrisch bewegliches optisches Element die Wackelei des Kamerahalters möglichst so ausgeglichen, dass die Lichtstrahlen ohne Wackler auf den Film bzw. Sensor fallen. Die kamera-interne Lösung arbeitet hingegen mit einem elektrisch verschiebbar gelagerten Sensor. Beides hat seine Vor- und Nachteile. Hauptvorteil des Sensor-Shift-Systems: Es steht damit allen Objektiven an dieser Kamera zur Verfügung. Wichtiger Nachteil: Trotz kleinem Sensor mit Crop-Faktor müssen alle Objektive für einen größeren Bildkreis gerechnet sein, da ja der Chip „Platz“ zum Bewegen braucht. Auch sieht man die Stabilsierung nicht im Sucherbild. Die Lösung der meisten anderen Kamerahersteller, den „Stabi“ in die Objektive einzubauen, hat den großen Vorteil, dass dies auch an anderen Spiegelreflexkameras (inklusive ‚analogen‘ Kleinbildfilm-Kameras) funktioniert, und dass auch der Blick durch den Sucher stabilisiert ist. Nachteil ist natürlich, dass man für jedes Objektiv den Stabilisator extra bezahlt.

Sigma 18-200 ohne und mit OS
Sigma 18-200 ohne/mit OS

Das Foto zeigt links das Sigma 18-200 ohne Stabilisator und rechts das Sigma 18-200 mit Stabilisator. Wie man sieht, braucht die zusätzliche Technik im Objektiv ihren Platz: Die stabilisierte Version dieses Objektivs ist deutlich größer (und schwerer und teurer, was man allerdings auf dem Foto nicht sieht). Das „Sigma DC 18-200mm 1:3.5-6.3 OS“ hat ein 72mm-Filtergewinde, während das entsprechende Objektiv ohne OS mit den meist günstigeren 62mm-Filtern auskommt.

Soviel zum Thema ‚ruhige Hand‘ und den technischen Helfern für eine ’noch ruhigere Hand‘. Bei Motiven wie dem oben abgebildeten Kirchenaltar im Bonner Münster gibt es jedoch auch meist die Möglichkeit, die Verwacklungsunschärfe dadurch zu vermeiden, dass man die Kamera beim Fotografieren abstützt. Wozu hat eine Kirche beispielsweise Säulen, an die man die Kamera anlegen kann? Oder Sitzbänke zum Aufstützen? Vielleicht darf man sogar ein Stativ verwenden. Damit sind wir beim nächsten Unterthema:

Verwacklung vermeiden: Mit Stativ fotografieren

Bonner Münster, InnenansichtIn den Anfängen der Fotografie war es völlig normal, dass eine Kamera fest auf ein stabiles Stativ montiert war. Bei minutenlangen Belichtungszeiten ging es auch überhaupt nicht anders. Doch heute, wo moderne Kameras Verschlusszeiten von 1/1000 Sekunde oder noch viel kürzer erreichen, halten viele ‚Hobbyknipser‘ ein Stativ für unnötigen Schnickschnack.

Doch wie wir oben bereits gesehen haben, kommt man bei Fotos aus freier Hand schnell an die Verwacklungsgrenze, sobald die Lichtverhältnisse nicht ganz ‚heiter Sonnenschein‘ sind. Das nebenstehende Foto aus dem Längsschiff des Bonner Münsters beispielsweise ist 1,3 Sekunden lang belichtet worden, weil das Objektiv bei der eingestellten Blende 8 Ergebnisse von höherer Qualität bringt als bei seiner Offenblende von 3,5. So etwas geht nur vernünftig mit Stativ.

Beim Kauf eines Stativs sollte man beachten, dass es ausreichend stabil ist, um Kamera und Objektiv stabil und sicher tragen zu können. Wenn die ganze Einheit schon bei leichtem Wind zu schwingen und schaukeln anfängt, ist es eindeutig nicht gerade ein sehr stabiles Stativ.

Eine genaue Ausrichtung der Kamera geht am einfachsten, wenn Kamera und Stativ mit einem Kugelkopf oder einem Neigekopf verbunden sind. Ebenfalls praktisch: Eine Schnellwechselplatte, die am Stativgewinde der Kamera verbleiben kann, so dass sie sich schnell mit einem Handgriff auf dem Stativ aufsetzen bzw. wieder lösen lässt. Ein solches Befestigungssystem ist an vielen Stativen bzw. Stativköpfen bereits vorhanden.

Beim Auslösen einer Spiegelreflexkamera entsteht übrigens immer ein leichtes Zittern, das trotz Verwendung eines stabilen Stativs dazu führen kann, dass das Bild leichte Spuren von Verwacklung zeigt. Hierfür gibt es mehrere Gründe, denen man mit verschiedenen Tricks beikommen kann:

Problem Nr. 1 hierbei ist der Druck auf den Auslöser. Wenn dazu die Kamera berührt wird, kann dies schon zu Verwacklungen führen – es sei denn, man hat ein Stativ, das so stabil ist, dass gewöhnlich darauf nicht Kameras sondern Flugabwehrgeschütze montiert werden. ;-) Wesentlich einfacher als die Mitnahme eines 500kg-Stativs ist jedoch der Anschluss eines Fernauslösers. Kabelfernauslöser gibt es schon für wenige Euronen, und auch drahtlose Modelle sind für viele Kameratypen erhältlich. Wenn man keinen Fernauslöser zur Hand hat, kann man sich aber auch mit der Selbstauslöserfunktion der Kamera helfen, damit der Druck auf den Auslöser nicht zu Verwacklungen führt. In der Rubrik Zubehör wird übrigens ein praktischer Timer-Fernauslöser vorgestellt.

Problem Nr. 2 ist der sogenannte „Spiegelschlag“. Wie bereits als Abbildung in Lektion 1 (Blende und Verschlusszeit) gezeigt, ist während der Belichtung der Blick durch den Sucher dunkel, denn der Spiegel muss aus dem Strahlengang zwischen Objektiv und Verschluss nach oben weggeklappt werden, damit das Licht auf den Film bzw. den Bildsensor fallen kann. Dieser Spiegelschlag gibt der Spiegelreflexkamera nicht nur ihren Namen, sondern auch das charakteristische Auslösegeräusch.

Da beim Auslösen durch Wegklappen des Spiegels im Kameragehäuse eine leichte Erschütterung entsteht, kann diese (insbesondere bei Telebrennweiten) leicht zu Verwacklungsspuren führen. Um dies zu vermeiden, bieten höherwertige Kameras meist eine Funktion namens „Spiegelvorauslösung“ (manchmal einfach „SVA“ genannt) an. Dabei wird der Spiegel nicht erst unmittelbar vor der Aufnahme bewegt, sondern zwischen Spiegelschlag und Foto-Auslösung liegt eine gewisse Zeit, in der sich Kameragehäuse und Stativ nach dem Hochschnellen des Spiegels erst einmal wieder ‚beruhigen‘ können. Meine EOS 5 lässt sich so einstellen, dass bei Verwendung des Zeitauslösers der Spiegel sofort hochklappt (Sucher wird dunkel) und 2 Sekunden später wird das Bild belichtet. Die EOS 20D und ihre Nachfolger machen es ähnlich. Die SVA ist eine praktische Sache, die zu noch schärferen Fotos führt.

Verwacklung vermeiden: Mit Blitz fotografieren

Woodstuff: Lothar
Woodstuff: Lothar

Wesentlich populärer als Mittel gegen Verwacklung ist der Blitz. Kein Wunder, denn er lässt sich sogar in kleinen Sucherkameras und sogar Kamerahandys integrieren. Das Handy möchte ich sehen, in dem ein stabiles Dreibeinstativ mit Kugelkopf eingebaut ist… ;-)

Das Foto von Lothar, Frontman der Band Woodstuff, wurde mit einer Verschlusszeit von 1/60 Sekunde geblitzt. Ohne Blitz wäre es bei einer ungefähr zehnfach längeren Verschlusszeit garantiert verwackelt. Das Bild wurde jedoch nicht mit dem eingebauten Blitz der Kamera aufgenommen, sondern mit einem Aufsteckblitz. Vorteil der meisten dieser Blitzgeräte ist neben der höheren Reichweite auch die Möglichkeit, durch einen schwenkbaren Reflektor die Richtung des Blitzes zu beeinflussen. Um harte Schlagschatten und eine hässliche Frontalbeleuchtung zu vermeiden, wurde hier gegen die Decke geblitzt, von wo aus das Blitzlicht angenehm weich nach unten reflektiert wurde. Das Bild ist zwar weit von einem wirklich guten Portrait entfernt, aber bei Konzertfotografie ist die Möglichkeit, den Blitz benutzen zu dürfen, eine große Hilfe. Natürlich nur, wenn man sich direkt vor oder sogar auf der Bühne aufhält. Wer die Stones im Stadion von der Tribüne aus anblitzt, beleuchtet bestenfalls die Mücken über dem Kopf des Vordermanns. Falls der Autofokus sie erfasst, gibt’s vielleicht ein nettes Makrofoto… :-)

Fotos absichtlich verwischen: Bewegungsunschärfe

Woodstuff: Kalle
Woodstuff: Kalle

Fotos, bei denen das ganze Bild verwackelt ist, sind meistens misslungen und damit unbrauchbar. Dies zu vermeiden war daher Thema der letzten Unterabschnitte dieser Seite. Doch im Gegensatz dazu lässt sich der Verwacklungseffekt auch bewusst als Stilmittel einsetzen. Er kann ein Foto ganz interessant machen, weil der Eindruck von Bewegung entsteht. Wirkungsvoll ist er jedoch meist nur dann, wenn er sich auf bestimmte Bildteile beschränkt, während andere möglichst scharf und unverwackelt abgebildet sind.

Um dies zu verdeutlichen, muss wieder die Bonner Band Woodstuff herhalten – diesmal Gitarrist Kalle. Das Foto wurde mit 1/6 Sekunde Verschlusszeit aufgenommen, also 10mal länger als beim obigen Bild von Lothar. Obwohl der Blitz zugeschaltet war, bestimmt die rötliche Bühnenbeleuchtung die Lichtstimmung des Fotos. Die relativ lange Verschlusszeit zeigt die Virtuosität dieses ‚Akkordarbeiters‘ – sowohl rechte als auch linke Hand haben sich während der Sechstelsekunde ziemlich schnell bewegt. Um dennoch die Finger als solche erkennbar zu machen, wurde schwach dazu geblitzt. Dadurch, dass die Leuchtdauer des Blitzes viel kürzer als die Verschlusszeit von 1/6 Sekunde ist, entsteht trotz der Bewegungsunschärfe dennoch ein scharfes Abbild der Finger zum Zeitpunkt des Blitzes – zum Teil ‚magisch durchleuchtet‘ ;-) von den darunter liegenden Gitarrenseiten. Ergebnis ist ein zwar technisch nicht perfektes, aber wesentlich stimmungsvolleres und durch die Bewegungsunschärfe auch dynamischer wirkendes Bild.

Auch ohne Blitz lassen sich schöne Effekte mit Bewegungsunschärfe erzielen. Gerne wird dies bei der Abbildung von Wasser in Bewegung gemacht. Da ich leider keinen talwärts über schöne Klippen plätschernden Gebirgsbach in unserem Garten habe, bin ich nach Bonn gefahren, um dies anhand eines Brunnens zu demonstrieren, der mit verschiedenen Verschlusszeiten aufgenommen wurde. Deutlich sieht man, wie die Bewegungsunschärfe bei längeren Verschlusszeiten das Wasser geschmeidig fließend darstellt, während es bei kurzen Verschlusszeiten fast wie ‚eingefroren‘ wirkt:

Fontäne mit verschiedenen Verschlusszeiten aufgenommen.

Eine weitere besondere Form der „Bewegungsunschärfe“ entsteht übrigens, wenn man vom Stativ aus in einer dunklen und klaren Nacht den Sternenhimmel mit langer Belichtungszeit fotografiert (z.B. 1 Stunde oder mehr). Man bekommt dann auf dem Foto (bedingt durch die Erddrehung) kreisförmige Strichspuren der Sterne zu sehen, die sich um den Polarstern ‚drehen‘. Noch habe ich solche Bilder nicht selber fotografiert. Aber man findet schöne Beispiele mit der Google-Bildsuche, wenn man nach Strichspuren gurgelt.

Fotos absichtlich verwischen: Mitzieher

Beispiel für ein Mitzieher-FotoBeispiel für ein Mitzieher-FotoBei Motiven, die sich ungefähr quer zur Aufnahmerichtung bewegen, bietet sich auch die Möglichkeit an, durch einen „Mitzieher“ den Hintergrund mit Bewegungsunschärfe verwischt erscheinen zu lassen, während sich das Motiv einigermaßen scharf zeigt, da man die Kamera mit dem Motiv mitgeschwenkt hat. So entsteht der Bildeindruck einer schnellen Fahrt. Auf dem ersten Foto sehen wir Mona, Soziologiestudentin der Uni Bonn im 3. Semester, auf dem Weg von der Mensa zum Hörsaal ihres Instituts. Und das zweite Foto zeigt Lisa, Studentin am Institut für Pflanzenbau, Semester noch unbekannt, auf dem Weg zum Botanischen Garten der Universität Bonn. Beide fotografiert mit einer Verschlusszeit von 1/20stel Sekunde – was bei radelnden Studentinnen ausreicht, um den Hintergrund zu verwischen, während die Radlerinnen noch einigermaßen scharf rüberkommen (fotografisch natürlich) …

Natürlich eignen sich Mitzieher nicht nur für radelnde Studentinnen, sondern auch für Autos, schnelle Pferde, Straßenbahnen und was weiß ich noch alles. Die geeignete Länge der Verschlusszeit variiert jedoch erheblich. Für einen Formel-1-Wagen bei hoher Geschwindigkeit wird vermutlich schon 1/500stel Sekunde ausreichen, um den Hintergrund gut zu verwischen. Würde man den Rennwagen (wie die Radlerinnen) mit 1/20stel fotografieren, dann würde vermutlich auch das Auto zu unscharf für ein gelungenes Mitzieher-Foto. Die Verschlusszeit sollte man daher passend zur Schwenkgeschwindigkeit nicht zu lang wählen, damit das Hauptmotiv möglichst scharf abgebildet wird. Probiert es einfach aus. Auch wenn eine Menge Ausschuss produziert wird, macht es einfach Spaß.

Bei Gelegenheit werde ich Euch hier noch ein paar weitere Mitzieher präsentieren – sobald ich mit dem Scannen älterer Bilder bei den entsprechenden Filmen angekommen bin (oder sobald ich etwas gelungenere neue Mitzieher fotografiert habe). Denn es ist ja nicht so, als würde ich nur auf Studentinnenjagd im Großstadtdschungel gehen. Die Polizei im verwischten Hintergrund des Bildes von Mona stand auch nicht wegen mir dort… :-)

Eine Idee für einen besonderen Mitzieher zum Thema „Geschwindigkeit ist relativ“ geistert mir schon seit Jahren durch den Kopf – aber ich habe keine Ahnung, ob ich das jemals vorzeigbar umgesetzt bekomme: Statt einen Rennwagen in hundertstel Sekunden zu zeigen, könnte man doch auch mal eine Schnecke fotografieren, die mit ihrem hübschen Schneckenhaus den Weg entlang’rast‘. Verschlusszeit vermutlich 5-20 Sekunden (?), je nach Rennlaune und Tagesform der Schnecke. Vermutlich bräuchte man aber eine motorische Nachführung, die das Schneckenhaus genau im Visir hält, damit es nicht verwackelt. Vielleicht klappt es aber auch mit meinem Getriebeneiger auf dem Stativ.

Nach so viel „hab ich noch nicht und würde ich gerne mal“ wird es nun langsam Zeit, auf das nächste Thema zu sprechen zu kommen. Nachdem nun auf dieser und der vorigen Seite einige Grundlagen zu Schärfe und Verwacklung betrachtet wurden, fehlt noch ein ganz wichtiger Aspekt: Die Schärfentiefe. Darum geht es in Lektion 6.

Exzessive Verwackler: Woodstuff