Kategorien
Fotografie Fotos

Kopenhagen im Sofortbild-Look

Als Test der wordpress-eigenen Galeriefunktion hier meine simulierten Sofortbilder des letzten Urlaubs: Kopenhagen zwischen Weihnachten und Silvester 2010. Die Bilder wurden mit der Canon EOS 60D gemacht und mit dem kostenlosen Programm Poladroid in einen Sofortbild-Look umgewandelt. Man kann dort auch einstellen, ob die Fingertapsen auch auf dem Fotobereich oder nur auf dem Papierbereich zu sehen sein sollen. Oder halt gar nicht, aber das fand ich zu langweilig. Daher gibts zunächst Fingerabdrücke auf allen Bildern und später nur auf dem Rand:

Dies ist also meine erste WordPress-Fotogalerie. So dolle finde ich sie nicht. Hier kann man offenbar nur alle Bilder des Artikels als Galerie zeigen und nicht bloß eine Auswahl. Auch die Optik ist „naja“; eine Lightbox wäre mir lieber.

Es wird zwar an etlichen Stellen die NextGEN Gallery empfohlen, weil die schicker ist und mehr kann. Aber ich hab noch nicht rausgefunden, ob man diese überhaupt hier bei einem kostenlosen Konto auf wordpress.com einbinden kann.

Falls Ihr hierauf eine Antwort habt, oder falls Ihr was zu den Fotos schreiben möchtet, freue ich mich auf Eure Kommentare.

Das Programm zum Erstellen des Sofortbild-Looks heißt Poladroid und wird hier vorgestellt: http://www.chip.de/downloads/Poladroid_34779002.html

Viel Spaß beim Qualitätsverschlechtern Eurer Fotos. :-)

Kategorien
Anfängerkurs Fotografie Fotokurs

Anfängerkurs, Lektion 3

Näher ran: Brennweite und Perspektive

Nach den grundsätzlichen Erläuterungen zu Brennweite und Crop-Faktor in der vorigen Lektion wird es nun endlich Zeit für etwas mehr Praxis. Wir wollen untersuchen, inwiefern es einen Unterschied macht, ob ich ein Motiv ’näher ran‘ zoome, oder ob ich die Kamera näher zum Motiv bringe. Dazu habe ich folgende Bildserie aufgenommen, die eigentlich schon fast alles hierzu verrät:

55mm (88mm)
35mm (56mm)
24mm (38mm)
18mm (29mm)
Angegeben sind die jeweils eingestellten Brennweiten des Zoomobjektivs und dahinter in Klammern die Umrechnung auf Kleinbild-Brennweite (Cropfaktor 1,6).

Wir sehen auf allen vier Bildern einen Brunnen mit einer schweren Weltkugel, die auf einem dünnen Wasserfilm schwimmt. Diese Kugel ist auf allen Fotos (fast) gleich groß abgebildet. Doch unterscheiden sich die Brennweiten, mit denen die Bilder aufgenommen wurden. Beim ersten Bild war die Kamera am weitesten entfernt, dafür wurde mit der längsten Brennweite dieses Objektivs (55mm) fotografiert. Nach dem Foto wurde die nächst kleinere Brennweite eingestellt (35mm) und ein paar Schritte in Richtung des Brunnens gegangen, bis die Kugel im Sucher wieder gleich groß erschien. Genauso wurde dann noch für die Brennweiten 24mm und 18mm verfahren. Mit jedem Foto wurde die Brennweite kürzer, aber dafür der Abstand zum Hauptmotiv verringert.

Wenn man die Bilder nun vergleicht, dann sieht man deutlich, dass sich Vordergrund und Hintergrund der Fotos stark unterscheiden. Beim linken Foto, das mit einem leichten Tele aufgenommen wurde, wirkt das Gebäude im Hintergrund (das historische Straßenbahn-Depot Köln-Thielenbruch) vergleichsweise riesig. Je kürzer die Brennweite wird, desto kleiner erscheint das Gebäude. Und das, obwohl die Kamera ja näher dran war!

Perspektive und Motiv-Abstand

Wie kommt es zu dieser Veränderung der Perspektive? Es hat NUR mit dem relativen Abstand zum Betrachter bzw. zur Kamera zu tun, und NICHT mit der Brennweite. Ohne jetzt zu sehr mit optischen Regeln langweilen zu wollen, versuche ich es möglichst einfach zu erklären:

Stellen wir uns vor, wir stehen 2 Meter vor dem Brunnen. Von da, wo wir stehen, sind es 100 Meter bis zu dem Gebäude dahinter. Die echten Zahlen bei der obigen Bilderserie sind natürlich anders, aber mit den angenommen Werten von 2 Metern und 100 Metern wird es deutlicher.

Wenn man sich (ob mit oder ohne Kamera) nun 1 Meter nähert, dann hat man nur noch 1 Meter Abstand zum Brunnen, aber noch immer 99 Meter Abstand zum Gebäude. Es ist klar, dass der Brunnen jetzt wesentlich größer erscheint, da man nur noch halb so weit davon entfernt ist. Zum Gebäude im Hintergrund macht der eine Meter hingegen nicht viel aus – 99 Meter Entfernung oder 100 Meter Entfernung sind mit bloßem Auge wohl kaum zu unterscheiden.

Perspektive und Brennweite

Wieso kann man aber sagen, es habe NICHT mit der Brennweite zu tun? Um dies deutlich zu machen, wenden wir uns noch einmal den Brennweiten-Vergleichsfotos aus dem vorigen Abschnitt zu. Aus zwei Bildern, die ich hier noch einmal zeige, habe ich jeweils einen quadratischen Ausschnitt herausgenommen und so weit in der Größe angepasst, dass sie hier gleich groß erscheinen. Beide Fotos sind vom gleichen Kamerastandort aufgenommen, allerdings mit unterschiedlicher Brennweite:

Brennweite 50mm (80mm)
Bildausschnitt aus 50mm
Brennweite 200mm (320mm)
Bildausschnitt aus 200mm

Deutlich kann man erkennen, dass sich die Perspektive nicht verändert hat. Lediglich die Schärfe und Detail-Auflösung ist natürlich bei dem Foto mit der längeren Brennweite deutlich besser. Die Brennweite beeinflusst also nicht die Perspektive, sondern ’nur‘ die Darstellungsgröße bzw. den Bildwinkel.

Perspektive und Bildgestaltung

55mm (88mm)

Kommen wir noch einmal auf unser Brunnen-Beispiel zurück und vergleichen die längste mit der kürzesten Brennweiten-Einstellung: Bei der Tele-Einstellung erscheint der Abstand zwischen Brunnen und Gebäude kleiner, während die Weitwinkel-Aufnahme die Weitläufigkeit des Platzes betont. Diese unterschiedliche Wirkung kann man sich als Fotograf natürlich kreativ zunutze machen. Wie stark die Eigenschaft von Tele-Brennweiten ist, die räumliche Distanz zwischen Objekten optisch zu verkürzen, zeigt beispielsweise auch das schon im vorigen Abschnitt verlinkte Rom-Foto. Auch wenn es nicht so aussieht, aber bestimmt ist zwischen den einzelnen Gebäuden auf dem Bild Platz für Straßen, etc. Durch das starke Tele wirkt es jedoch fast so, als hätte man jedes Gebäude einzeln fotografiert, ausgeschnitten und dann daraus eine Collage gemacht.

18mm (29mm)

Interessant ist es auch, die Form des Brunnen-Grundsteins auf den beiden rechts gezeigten Aufnahmen zu vergleichen. Aus der Ferne fotografiert (in Tele-Einstellung des Objektivs) hat er eine recht ‚harmonische‘ Form. Demgegenüber bewirkt die (Weitwinkel-)Aufnahme aus der Nähe, dass die vorderen Partien überbetont werden. Ein Effekt, der vor allem bei Portraits und sonstigen Personen-Aufnahmen zu berücksichtigen ist, und der gerne von besonders hippen und coolen Musiksendern überstrapaziert wird. Ein Beispielfoto habe ich mittlerweile dafür auch geschossen: Man kann dies recht deutlich an dem Foto Wallis Bird Double in der Fotogalerie sehen.

Doch nun zum nächsten Thema: Ab Lektion 4 geht es um Schärfe. Automatische und manuelle Scharfstellung, Verwacklungs- und Bewegungsunschärfe, Schärfentiefe, etc. Ein weites Feld mit vielen kreativen Möglichkeiten. Denn oft macht gerade eine gewisse Unschärfe den Reiz eines Bildes aus – besonders dann, wenn sie nicht zufällig entstanden ist, sondern gekonnt eingesetzt wird.

Alien-Perspektive: „Visitors“, Pansevitz 2008