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Dias digitalisieren: Farbstich

dia-reproNoch immer bin ich damit beschäftigt, mit meiner EOS 60D und dem Sigma 105mm Makro die Diasammlung meines Vaters zu digitalisieren. Dabei fällt auf, dass einige Diafilme extrem farbstichig sind, während andere die Jahrzehnte gut überstanden haben (obwohl sie teilweise älter sind als die farbstichigen). Bei der Suche nach Ursachen – ich hatte mal gehört, dass nicht nur das Filmmaterial (Hersteller) eine Rolle spielt, sondern z.B. auch die Güte der verwendeten Fotochemikalien bei der Entwicklung – bin ich auf einen interessanten Artikel gestoßen, der das Ganze aus Sicht professioneller Fotoarchive beschreibt. Natürlich ist alles bedeutend komplizierter als ich es mir gedacht habe:

Allgemeine Richtlinien für die Fotoarchivierung

farbstich-sk87-aufnahmeZum Glück nehmen sich die Probleme mit unseren Dias vergleichsweise bescheiden aus. Wie man sieht, kommen manche Magazine allerdings extrem blaustichig aus der Kamera. Rot- und Grünkanal sind soweit verblasst, dass man kaum noch Farben erkennen kann. Die Raw-Dateien wurden mit manuellem Weißabgleich aufgenommen – das mit der Pipette festgelegte Weiß entspricht dem Farbton des Dia-Leuchtpultes. Die Farben der Dias sehen also ziemlich exakt so aus wie die Miniaturen im Raw-Konverter. Nur die Helligkeit wurde schon bei der Aufnahme optimiert.

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England, Teil 14: St. Mary’s Church, Dartington

england2013-dartingtonstmarys-3751mantiuk06Auf dem Weg von Kitty Jay’s Grave zu unserem vegetarischen Abendessen in Totnes kamen wir an einer hübschen Kirche vorbei. Mit ihrem viereckigen Turm und der Granitbauweise hat ihr aussehen etwas Wehrhaftes, fast wie eine kleine Burg. Den Eindruck machten viele der ländlicheren Kirchen dort, auch wenn es sich wohl nicht um Wehrkirchen handelt. Jedenfalls gefiel uns die Architektur, und wir machten einen 10-Minuten-Fotostop. Auch der Friedhof mit seinen keltischen Kreuzen ist durchaus sehenswert.

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Heute: Walhalla (Teil 1)

Heute vormittag bin ich mit dem Linienbus von Regensburg zur Walhalla nach Donaustauf gefahren. Diese Ruhmeshalle in Form eines klassisch-griechischen Tempels ließ Bayernkönig Ludwig I im 19. Jahrhundert als Ruhmestempel bauen, um darin berühmte Deutsche zu ehren und ihrer zu gedenken. Dazu bieten Marmorbüsten und Gedenktafeln einen Streifzug durch viele Jahrhunderte.

Leider war das Wetter etwas durchwachsen. Im Vergleich zum Nachmittag, wo ich bei Regen die Regensburger Altstadt erkundigt habe, ging es zwar noch. Aber dennoch hätte ich mir für die Walhalla lieber Kaiserwetter gewünscht – wäre ja auch passender gewesen; immerhin sind etliche Kaiser dort vertreten.

Die folgenden Fotos sind bisher nur mit Digital Photo Professional (DPP) Raw-bearbeitet und mit dem TOP-Tool automatisch verkleinert. Erstmalig habe ich auch die Verzeichnungskorrektur von DPP eingesetzt, denn einige Säulen-Bilder sahen durch die Objektivverzeichnungen doch arg krumm aus.

Ab dem 46. Bild habe ich den Pentax-Strahlenteiler montiert, um in 3D weiter zu fotografieren. Die muss ich noch bearbeiten. Jetzt also 45 Fotos der Walhalla in 2D:

Soweit Teil 1 meiner Foto-Ausbeute von heute. Stürzende Linien könnte man noch in Gimp, etc. korrigieren – leider bietet DPP dies noch immer nicht an. Auf dem kleinen Notebook-Bildschirm tue ich mir dies jetzt aber nicht an. Das Feintuning hebe ich mir für zuhause auf.

Eine Anekdote muss ich noch erzählen, die ich erlebt habe, als ich außen zwischen den Säulen an einer Besuchergruppe vorbeikam. Da telefonierte ein etwa 8-10jähriges Mädchen mit der Oma: „Oma weißt Du, wo ich bihin? In der Walachei“. Sie hatte die Lacher auf ihrer Seite…

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Cross-Entwicklung mit DPP

Durch einen Forenthread zum Thema Crossentwicklung von Raw-Dateien mit Lightroom kam ich auf die Frage, ob sich Crossentwicklung mit Digital Photo Professional (DPP, das mitgelieferte Raw-Entwicklungsprogramm der Canon EOS Kameras) ebenfalls gut simulieren lässt. Hier meine ersten Ergebnisse – nicht wirklich cross, aber schon etwa im Look altersfarbstichiger oder fehlentwickelter Farbfilme:

In DPP wurden die drei RGB-Farbkanäle dafür einzeln verbogen: Zwei schön S-förmig, den anderen jeweils gegenläufig. Einfach mal damit experimentieren, welchen Kanal man am besten in welche Richtung biegt. Dann habe ich die Gesamthelligkeit noch etwas angehoben, indem ich bei allen 3 Kanälen zusammen die Kurve mittig hochgezogen habe. Die Vignettierungskorrektur habe ich ausgeschaltet (aber „leider“ vignettiert mein Objektiv nicht stark genug für einen schön alten Effekt).

Das Ganze kann man dann als „Rezept“ auf Festplatte speichern und dieses Rezept dann auf beliebig viele Fotos anwenden. Alles im Grunde ganz einfach und schnell.

Um es nun wirklich wie ein altes oder crossentwickeltes Farbfoto aussehen zu lassen, bedürfte es noch einiger Nacharbeit, aber als Grundlage finde ich die Möglichkeiten, die DPP hier bietet, schon ganz gut. Wie seht Ihr das? Habt Ihr noch weitere Tipps hierzu, bzw. könnt Ihr für gute Cross-Simulation bestimmte Plugins für Gimp bzw. Photoshop etc. empfehlen? Ich bin gespannt auf Eure Kommentare.

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Mein Arbeitsablauf 2: Raw-Bearbeitung

2. Sortieren, Bearbeiten, Konvertieren

Digital Photo ProfessionalZum Bearbeiten der Raw-Dateien verwende ich derzeit das Canon-Programm Digital Photo Professional (vereinfacht DPP genannt), das bei meiner digitalen EOS mit dabei war. Es ist deutlich leistungsfähiger als das EOS Viewer Utility, das ich früher verwendet habe – siehe Lektion Schwarzweiß (Raw). Außerdem läuft es auch unter Windows Vista.

Die Beispielfotos stammen von unserer „Karnevalsflucht“ nach Bremerhaven, wo wir uns das Segelschiff Seute Deern angeschaut haben. Daher wurde zunächst das passende Verzeichnis „09-02-24 Bremerhaven, Segelschiff Seute Deern“ angelegt und die 30 Cr2-Dateien hineinkopiert. Wenn man dieses Verzeichnis nun in DPP öffnet, sieht man die Fotos als Miniaturbilder.

Digital Photo ProfessionalZunächst wähle ich mit dem Button „Alles Markieren“ alle Bilder aus und starte dann über das Menü „Extras“ (oder Alt+Q wie quick) das Schnellüberprüfungs-Werkzeug. Mit ihm kann man jedem Foto eine (Bewertungs-)Nummer von 1 bis 3 („Häkchen“) zuteilen. Bei großen Serien wie z.B. Konzertfotos vergebe ich 1 für die besten Bilder und 2 für noch brauchbare Fotos. Mit 3 kennzeichne ich alle Bilder, die ich im nächsten Schritt löschen möchte, weil sie unscharf oder verwackelt sind, etc. Bei kleineren Serien wie z.B. diesen 30 Fotos vom Segelschiff spare ich mir gewöhnlich die Vergabe der Häkchen 1 und 2 und kennzeichne nur die auszusortierenden Fotos mit der Nummer 3.

Nach Markierung der zu löschenden Fotos schließe ich das Schnellüberprüfungs-Werkzeug mit dem OK-Button. Im Menü Bearbeiten findet man den Eintrag „Nur Häkchen3 Bilder auswählen“, so dass nur die zu löschenden Bilder markiert sind. Mit „Löschen“ im Datei-Menü (oder der „Entf“-Taste) lassen sich die unbrauchbaren Bilder dann einfach aus den Miniaturen und von der Festplatte entfernen.

Digital Photo ProfessionalNach dem Aussortieren der unbrauchbaren Fotos werden die noch verbliebenen Bilder nun wieder mit dem Button „Alles markieren“ ausgewählt, und mit dem Button „Werkzeug“ wird die Werkzeugpalette angezeigt. Bevor ich die Bilder im Einzelnen behandele, kann ich hier für alle ausgewählten Bilder gemeinsam z.B. den Kontrast von -1 auf 1 erhöhen, was mir bei diesen Bildern sinnvoll erscheint, da es ja ein recht trüber Tag war.

Ich könnte z.B. auch den Weißabgleich für alle Fotos auf einen bestimmten Wert stellen, aber hier ist er ja ganz okay auf „Aufnahme-Einstellungen“. Dank Raw sind alle diese Änderungen verlustfrei und auch jederzeit wieder zurücknehmbar.

Digital Photo ProfessionalNun geht es an die individuelle Bearbeitung jedes einzelnen Fotos. Was kompliziert und zeitaufwändig klingt, ist aber auch recht schnell erledigt. Zunächst wieder alle Bilder markieren (auswählen) und dann den Button „Bearbeit.-Fenster“ drücken. In der linken Spalte sieht man die Miniaturansichten der ins Bearbeitungsfenster übernommenen Bilder, die sich mit dem entsprechenden Button ein- und ausschalten lassen. Das Werkzeug-Fenster muss nun eingeblendet werden. Auch empfiehlt es sich, im Menü „Ansicht“ die Funktionen „Lichter“ und „Schatten“ auszuwählen, damit man eine sichere Kontrolle hat, welche Bereiche des Bildes ‚abgesoffen‘ (also komplett schwarz) bzw. ausgebrannt (also komplett weiss) sind. Unter Extras-Einstellungen kann man übrigens festlegen, wie groß die Bereiche für die Lichter/Schatten-Warnung sein sollen. Ich habe gewöhnlich eingestellt, dass mir die Helligkeitswerte 0 bis 2 als Schatten in blau angezeigt werden, während die Werte 253 bis 255 als Lichter in rot erscheinen.

Das Beispielfoto zeigt, dass hier große Teile des Motivs ausgebrannt, also überbelichtet, sind. Aber über die beiden Regler Helligkeit und Kontrast lässt sich dies noch gut korrigieren.

Digital Photo ProfessionalEinfach den Kontrast (wieder) auf -1 gestellt und die Helligkeit um eine halbe Blende reduziert, und schon ist die komplette Nabe des Steuerrades korrekt wiedergegeben. Nur im weißen Himmel des Hintergrunds bleiben ausgefressene Bereiche übrig, was dort aber nicht schlimm ist.

Mit den Buttons „Voriges Bild“ und „Nächstes Bild“ – oder über die Miniaturansichten am linken Bildrand – holt man sich nun jedes Bild in die Bearbeitungs-Ansicht und schiebt den Helligkeitsregler so, dass möglichst wenig rote bzw. blaue Bereiche zu sehen sind. Einige Spitzlichter dürfen ruhig ausgebrannt sein, und einige der dunkelsten Schattenpartien dürfen ruhig schwarz sein. Aber es sollte sich möglichst auf kleine Flecken beschränken.

Wenn es keine passende Helligkeitseinstellung gibt, dann kann man den Kontrast wieder etwas zurücknehmen. Die allermeisten Fotos lassen sich mit diesen beiden Reglern schon recht gut korrigieren, ohne Einarbeitung in die höheren Weihen der Steuerung über Raw- und RGB-Histogramm, die DPP für den fortgeschrittenen Benutzer ebenfalls anbietet.

Digital Photo ProfessionalIm Menü Extras erreicht man das Bildausschnitt-Werkzeug (oder mit Alt+C wie „Crop“), das sich bei diesem Motiv anbietet. Einfach das gewünschte Seitenverhältnis einstellen (hier 2:3 für Hochformat), sofern man den Beschnitt im gleichen Seitenformat haben möchte wie die sonstigen Bilder. Und dann kann man den Auswahlbereich durch Ziehen und Schieben bestimmen. Zwar hat das daraus erzeugte Jpg dann weniger Pixel, aber der neue Bildausschnitt betont das Motiv umso besser.

All diese Korrekturen lesen sich hier zwar vielleicht etwas langatmig, aber schon mit ein wenig Übung sind sie in wenigen Sekunden pro Bild gemacht. Als Ergebnis erhält man dann im Endergebnis optimierte Jpg-Dateien, während Jpg-Dateien direkt aus der Kamera entweder zufällig genau richtig oder – wahrscheinlicher – mehr oder weniger falsch belichtet sind. Und man hat sich seine Fotos schonmal gründlich angeschaut – bei manchen Serien vermutlich zum letzten Mal für Jahre.

Digital Photo ProfessionalWenn alle Bilder bearbeitet sind, geht’s mit dem entsprechenden Button zurück ins Hauptfenster. In der dortigen Miniaturansicht kann man gut sehen, dass die meisten Bilder in der Belichtung korrigiert wurden. Auch eventuell vorgenommene Ausschnitte werden deutlich angezeigt.

Bevor es nun ans Konvertieren der Raw-Bilder in Jpg-Dateien geht, speichere ich zunächst einmal die Raw-Änderungen. Dafür gibt es wie üblich im Datei-Menü mehrere Optionen. Oder – so habe ich es mir angewöhnt – ich klicke einfach in der Ordneransicht auf ein benachbartes Verzeichnis, dann fragt mich DPP, ob ich die geänderten Bearbeitungen in den Raw-Dateien speichern möchte. „Ja, alle“!

Digital Photo ProfessionalDer letzte Schritt in DPP ist die Konvertierung, also die Erzeugung von Jpg-Dateien aus den Cr2-Rawfotos. Dafür werden wieder alle Fotos ausgewählt und dann ganz rechts im Hauptfenster auf den Button „Batch-Verarbeitung“ geklickt. Es öffnet sich ein Dialogfenster, das in einer Spalte links die ausgewählten Dateien anzeigt.

Oben sollte man festlegen, wo die Jpgs gespeichert werden sollen – hier stelle ich den gleichen Ordner ein, in dem auch die Cr2-Dateien liegen, also „09-02-24 Bremerhaven, Segelschiff Seute Deern“.

Als Qualität reicht mir die Einstellung „Exif-JPEG“ auf Stufe 7, was je nach Motiv immer noch Jpg-Dateien von 1-2 Megabyte Größe (bei meiner 8-Megapixel-Kamera 20D) ergibt. Wer sich nicht so sicher ist, ob ihm die Qualität reicht, kann auch mit Stufe 8 konvertieren – allerdings sind die Dateien dann schon deutlich größer. Da ich die Raw-Dateien ja mit archiviere, kann ich im Bedarfsfall später immer noch einzelne Fotos als Tiff oder als Jpg höherer Qualität neu konvertieren lassen, so dass mir gewöhnlich Stufe 7 reicht.

Als Dateinamen lasse ich „Aktueller Dateiname“ voreingestellt. Grund: Wenn IMG_1607.CR2 und IMG_1607.JPG im gleichen Verzeichnis liegen, erkennt DPP daran, dass es sich um das gleiche Foto handelt und stellt es nur als eine Miniatur dar (aber gekennzeichnet als R+J).

Die Konvertierung läuft dann vollautomatisch und dauert ein paar Minuten. Am Ende aller Mühen steht dann eine Erfolgsmeldung, dass (in diesem Bespiel) 30 Bilder konvertiert wurden und 0 Fehlermeldungen aufgetreten sind.

Weiter geht es mit Schritt drei: Stichwörter vergeben.

Süßes Mädel: Seute Deern