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Meine Bilder vom Lochkamera-Tag

Betriebshof Wesseling (KVB, HGK, ehem. KBE)Den gestrigen „Pinhole Day“ habe ich größtenteils auf der Arbeit verbracht – als Stadtbahnfahrer in Köln und Bonn und dazwischen. Diesmal allerdings begleitet von meiner EOS 60D mit Lochblenden-Deckel statt Objektiv.

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Cross-Entwicklung mit DPP

Durch einen Forenthread zum Thema Crossentwicklung von Raw-Dateien mit Lightroom kam ich auf die Frage, ob sich Crossentwicklung mit Digital Photo Professional (DPP, das mitgelieferte Raw-Entwicklungsprogramm der Canon EOS Kameras) ebenfalls gut simulieren lässt. Hier meine ersten Ergebnisse – nicht wirklich cross, aber schon etwa im Look altersfarbstichiger oder fehlentwickelter Farbfilme:

In DPP wurden die drei RGB-Farbkanäle dafür einzeln verbogen: Zwei schön S-förmig, den anderen jeweils gegenläufig. Einfach mal damit experimentieren, welchen Kanal man am besten in welche Richtung biegt. Dann habe ich die Gesamthelligkeit noch etwas angehoben, indem ich bei allen 3 Kanälen zusammen die Kurve mittig hochgezogen habe. Die Vignettierungskorrektur habe ich ausgeschaltet (aber „leider“ vignettiert mein Objektiv nicht stark genug für einen schön alten Effekt).

Das Ganze kann man dann als „Rezept“ auf Festplatte speichern und dieses Rezept dann auf beliebig viele Fotos anwenden. Alles im Grunde ganz einfach und schnell.

Um es nun wirklich wie ein altes oder crossentwickeltes Farbfoto aussehen zu lassen, bedürfte es noch einiger Nacharbeit, aber als Grundlage finde ich die Möglichkeiten, die DPP hier bietet, schon ganz gut. Wie seht Ihr das? Habt Ihr noch weitere Tipps hierzu, bzw. könnt Ihr für gute Cross-Simulation bestimmte Plugins für Gimp bzw. Photoshop etc. empfehlen? Ich bin gespannt auf Eure Kommentare.

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Erdbeben in San Francisco

Erdbeben 1906 in San Francisco:
Fotos in Farbe und 3D

Von 150 Jahre alten 3D-Fotos war hier schon die Rede (Editorial April 2010). Diese waren entweder Schwarzweiß, oder sie wurden nach der Aufnahme und Vergrößerung handcoloriert.

Doch nun sind über 100 Jahre alte Farbfotos aufgetaucht, die die Folgen des schweren Erdbebens 1906 in San Francisco zeigen. Etliche Medien berichteten darüber – beispielsweise Spiegel Online. Farbfotos aus einer Zeit, wo es noch keine Farbfilme gab, das ist natürlich etwas ganz Besonderes. Offenbar hat der Fotograf mit entsprechenden Farbfiltern jede der drei Grundfarben getrennt aufgenommen und diese Farbauszüge dann passgenau übereinandermontiert. Und: Er hat dies mit einer Stereokamera getan.

Leider präsentieren die berichtenden Artikel die Bilder jedoch nicht in einer Weise, dass man sie vernünftig in 3D anschauen könnte.

Freundlicherweise stellt jedoch die Smithonian Institution einige dieser Bilder auch hochauflösend zur Verfügung. Und erläutert, dass der Fotograf Frederick Eugene Ives von 1856 bis 1937 lebte. Nun werden Fotos 70 Jahre nach dem Tod des Fotografen gemeinfrei, so dass man keine Copyright-Gesetze bricht, wenn man diese Bilder weiterverarbeitet. Also kann man sie in StereoPhoto Maker laden, stereoskopisch und farblich justieren lassen, wenn nötig verkleinern und mit dem StereoPhoto Viewer Applet im Web präsentieren. Nach Anklicken der folgenden 4 Vorschaubilder öffnen die Bilder auf meiner Homepage. In dem Applet kann man wählen, in welcher Weise sie angezeigt werden sollen:

Erdbeben 1Erdbeben 2Erdbeben 4Erdbeben 5In Anaglyphen-Darstellung leiden die Echtfarben natürlich deutlich. Aber vielleicht klappt es ja mit dem Kreuzblick, oder vielleicht habt Ihr ja einen 3D-fähigen Bildschirm. Auf jeden Fall finde ich es eine Besonderheit, Farbfotos in 3D anschauen zu können, die mehr als 100 Jahre alt sind. Vielen Dank an das Smithonian Institute.

Das zweite Bild zeigt an den verwischten Personen übrigens deutlich, dass die Farbauszüge nacheinander aufgenommen wurden, während die Links-Rechts-Ansichten gleichzeitig entstanden sind. Es war also eine Stereokamera im Einsatz. Dies erklärt auch die für manche Aufnahmen etwas zu geringe Stereobasis. Aber wir wollen mal nicht meckern. Die Fotos sind stereoskopisch eine kleine Besonderheit, aber farblich eine echte Sensation. Bleibt nur zu hoffen, das San Francisco beim nächsten großen Beben besser davonkommt. Denn von Erdbeben-Schreckensmeldungen haben wir momentan wohl mehr als genug.

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Anaglyphenbilder

Bilder für die Brille: Anaglyphen erstellen

Auf dieser Seite möchte ich zeigen, wie man ganz einfach aus den Bildern der Fujifilm Real 3D W1 oder aus beliebigen anderen – mit jeder Kamera herstellbaren – passenden Bildpaaren echte 3D-Fotos machen kann, die am PC mit einer Rot-Cyan-Brille räumlich betrachtet werden können. Solche Fotos finden sich zu Tausenden beispielsweise in der Sektion Anaglyphen der FotoCommunity. Also Brille besorgt und aufgesetzt (Rot nach links, Cyan nach rechts), und los gehts. Zum Einstieg erst einmal meine Anaglyphen, die ich als Roland 3D in der FotoCommunity zeige, als Diashow:

  • An dieser Stelle soll eigentlich die FotoCommunity-Slideshow erscheinen, aber ich habe noch nicht herausgefunden, wie sie auf WordPress.com eingebunden werden kann. Wer sie sehen möchte, findet sie aber in der Bildschirmansicht des alten Fotokurses, die sich hier in einem neuen Fenster öffnen lässt.
    Wer mir eine Lösung nennen kann, wie sich die Diashow hier einbinden lässt, kann mir dies gerne verraten.

Diese Bilder wurden allesamt mit dem Programm StereoPhoto Maker erzeugt, im Fachjargon einfach als SPM bezeichnet. Das Programm ist kostenlos und kann auf stereo.jpn.org/ger/stphmkr heruntergeladen werden. Hier beschreibe ich nun einen einfachen Anfänger-Workflow, der mit wenig Aufwand zu vorzeigbaren Ergebnissen führt. Das Programm kann noch viel mehr (Stapelverarbeitung, etc.), aber hier versuche ich, einen einfachen Einstieg in die Arbeit mit SPM zu geben. Die Beschreibung und die Screenshots beziehen sich auf Version 4.12, aber werden sicherlich auch für aktuellere Versionen brauchbar sein.

Arbeiten mit dem StereoPhoto Maker

StereoPhoto Maker, Screenshot 1
StereoPhoto Maker

Nach dem Download der beiden Zip-Dateien entpackt man diese in einem Verzeichnis. Dort befinden sich dann die Programmdatei stphmkrg.exe und die Hilfedatei stphmkr.chm. Erfreulicherweise braucht SPM keinerlei Installation; nach Doppelklick auf die Exe-Datei startet das Programm direkt. Außer einigen Icons für das Öffnen eines Stereobildes oder eines Bildpaares und der großen schwarzen Arbeitsfläche sieht man zunächst nicht viel.

Mit dem zweiten Icon, „Linkes/Rechtes Bild öffnen…“, wählt man aus dem Verzeichnis zunächst das gewünschte linke Bild. Sofern es in dem Verzeichnis eine zweite Datei gibt, die den gleichen Namen trägt, jedoch mit einem r statt einem l, fragt SPM nach, ob es diese gleichzeitig als rechtes Bild mit öffnen soll.

Noch einfacher ist es übrigens, die beiden Dateien einfach mit gehaltener Maustaste aus dem Windows-Dateifenster über die Arbeitsfläche zu ziehen und dort fallen zu lassen („Drag and drop“). Ebenso geht dies mit einer MPO-Datei statt zwei einzelnen Jpg-Dateien.

StereoPhoto Maker, Screenshot 2
Grau-Anaglyphe

Nach Öffnen des Stereobildpaares erscheinen diese zunächst nebeneinander. Ein Klick auf das Symbol „Grau Anaglyphen“ ermöglicht einen ersten Eindruck, ob das Bild als 3D-Motiv taugt. Wahlweise kann man sich das Bild natürlich auch schon als Farb-Anaglyphe oder als Halbton-Anaglyphe anschauen. Ich empfehle jedoch zunächst die Betrachtung als Grau-Anaglyphe, denn dabei treten keine Farbfehler auf („stereoskopischer Glanz“, etc.), die von der genauen Wahrnehmung der Justierung ablenken.

Für Leute mit 3D-Monitoren gibt es hier natürlich noch andere Wiedergabemöglichkeiten wie Interlaced-Darstellung für Polfilterbrillen oder Pageflipping für Shutterbrillen, etc. Wer mag, kann auch mit Stereobetrachtern experimentieren, die die Einzelbilder übereinander oder nebeneinander benötigen (oder den Parallel- bzw. Kreuzblick lernen). Doch hier bleiben wir bei der Anaglyphentechnik, denn diese ist preiswert und ermöglicht eine bildschirmfüllende Darstellung in hoher Auflösung.

Jedenfalls sieht man schon ohne Brille, dass gewisse Höhen- und andere Justagefehler vorhanden sind, die nun ausgebügelt werden sollen.

StereoPhoto Maker, Screenshot 3
Automatische Justage

Am einfachsten geht dies durch Anklicken des Icons „Automatische Justage“. Nach einigen Sekunden Rechenzeit erscheint ein Fenster, das die vorgenommenen Justagewerte anzeigt. Wie man hier sehen kann, wurde das Bildpaar gedreht, vergrößert/verkleinert, vertikal und horizontal perspektivisch verzerrt und ebenfalls vertikal und horizontal um bestimmte Pixelwerte verschoben.

Die Justage ist meist nach Anklicken des „Auto“-Buttons fast perfekt. Lediglich der Nahpunkt wird manchmal nicht korrekt erkannt, weshalb eine Verschiebung des Bildpaares hinter das Scheinfenster nötig sein mag, indem man die Rechtspfeil-Taste des Computers drückt. Mit dem Linkspfeil kann man das Bild auch näher an das Scheinfenster heranholen, aber man sollte darauf achten, keine Scheinfensterkonflikte zu erzeugen.

StereoPhoto Maker, Screenshot 4
Automatische Farbjustage

Spätestens jetzt empfiehlt sich ein Klick auf den Button „Automatische Farbjustage“. Dabei wird Farbe, Helligkeit und Kontrast des rechten Bildes an das linke Bild angepasst. In unserem Beispiel waren die beiden Bilder farblich aber bereits sehr ähnlich, daher sieht man fast keinen Unterschied. Eventuell sollte man vor diesem Schritt wieder auf die Nebeneinander-Darstellung der Bilder wechseln, denn dann kann man die Farbjustage besser beurteilen als in der Anaglyphen-Darstellung.

Sollte das rechte Bild die besseren Farben haben, so klickt man zunächst auf das Icon „Vertausche Links/Rechts“, denn die automatische Farbjustage überträgt immer die Farben des linken Bildes auf das rechte. Nach der Farbjustage aber nicht vergessen, zurück zu tauschen, denn sonst ist der schöne Stereoeindruck dahin.

StereoPhoto Maker, Screenshot 5
Farb-Anaglyphe

Nun sollte langsam die Entscheidung fallen, ob man die Anaglyphe als Schwarzweißfoto speichern möchte oder als Farb-Ana. Bei Motiven mit kräftigen Farben führt die farbige Darstellung oft zu Bereichen, die durch die Brille betrachtet unangenehm aussehen (insbesondere rote Motivteile). Daher bietet es sich an, dann auf Halbton-Anaglyphe oder Dubois-Anaglyphe auszuweichen. Mit dem kleinen Abwärtspfeil neben dem Button für Farb-Anaglyphen kann man die verschiedenen Darstellungen ausprobieren.

Unsere Anaglyphe der Kreuzblume vom Kölner Dom hat jedoch nur schwache Farben, weshalb man sie problemlos als Vollfarb-Anaglyphe betrachten kann, wenn man die SW-Version nicht bevorzugt.

Wie man an der Statuszeile des Programms sehen kann, habe ich die Kreuzblume noch etwas weiter hinter das Scheinfenster geschoben (um 8 Pixel), damit der „Stängel“ des Blümchens nicht zu nahe am Scheinfenster klebt.

StereoPhoto Maker, Screenshot 6
Freier Zuschnitt

Nun stören mich nur noch die freien weißen Ecken rechts und links der Domtürme. Mit dem Werkzeug „Freier Zuschnitt“ lässt sich eine beliebige Form aus dem Bild schneiden. Dazu zieht man mit gehaltener Maustaste einen Auswahlrahmen über das Bild. Diesen kann man dann noch verschieben, oder man klickt erneut in ihn hinein, um ihn zu bestätigen.

Nun ist das 3D-Foto in hoher Auflösung fertig. Wenn man sie in Anaglyphen-Darstellung mit Klick auf das Diskettensymbol speichert, dann wird sie als Anaglyphe gespeichert. Stellt man das Bild jedoch zuvor auf „Nebeneinander“-Darstellung um, so wird es als universell verwendbares Stero-Jpg (mit beiden Ansichten in einer Bilddatei) gespeichert, so dass man es später nicht nur als Ana, sondern auch auf einem 3D-Monitor etc. ausgeben kann. Man sollte also unbedingt nicht nur als Anaglyphe speichern, sondern zusätzlich auch als hochauflösendes Stereo-Jpg.

Wichtig: Bei Speicherung als Anaglyphe sollte unbedingt die Option „3D kompatible Kompression“ ausgewählt sein, da so die Qualität höher wird. Als Bildqualität wähle ich gewöhnlich 95%, denn Anaglyphen reagieren empfindlicher auf Jpg-Kompressionsartefakte als normale Jpg-Farbfotos.

Was bleibt, ist die Weiterverarbeitung, um es beispielsweise in der FotoCommunity zu zeigen. Dafür nimmt man das Werkzeug „Vergrößern/Verkleinern“, mit dem sich das Bild auf die maximal erlaubten 1000 Pixel Kantenlänge verkleinern lässt. Auch für das Nachschärfen nach dem Verkleinern und für das Hinzufügen eines Logos oder Copyright-Textes hat SPM Werkzeuge an Bord. Auch bietet das Programm beim Speichern die Einhaltung einer Zielgröße an, denn Bilder für die FotoCommunity dürfen maximal 400 Kilobyte groß sein. Es würde zu weit führen, diese Funktionen hier alle ausführlich vorzustellen, aber mit ein wenig Experimentierfreude dürfte es nach der obigen Einführung nicht schwierig sein, auch in die Feinheiten dieses sehr leistungsfähigen Programms StereoPhoto Maker einzusteigen. Ich wünsche Euch daher viel Spaß mit den selbst erstellten 3D-Fotos.

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Fotogalerie: Architekturfotos

Stadt und Architektur

Hauptsächlich Köln und Bonn sind (bisher) die Städte, in denen ich auf Motivjagd gehe, um Architektur und Stadtansichten zu fotografieren. Weiter entfernte Orte zeige ich eher als Reisefotoserie in Rolands Fotokiste. Naja, ein paar Bilder sind auch von weiter weg. Schaut selbst, steht ja dran.

Ebenfalls Fotos zum Thema Stadt/Architektur findet man in meiner Fotoserie über die Bonner Südstadt.

Die Flut

Altstadt Köln im Hochwasser
1994, EOS 1000

Technisch noch nicht so perfekt fotografiert, aber dafür eine Ansicht mit extra viel Rhein: Das erste Hochwasser des Jahres 1994 in der Kölner Altstadt, fotografiert von der Deutzer Brücke.

Beruflich komme ich übrigens ständig über die Deutzer Brücke und sehe immer wieder Fotografen, die Nachtaufnahmen mit Stativ probieren. Was sie leider wohl nicht bedenken: So eine Brücke schwingt ganz beträchtlich, und es liegt eher an der vorbeifahrenden Stadtbahn als am Stativ, wenn das Bild dennoch verwackelt ist.

Kitschpostkarte

Köln, Blick vom Rheingarten zum Dom
1994, EOS 5

Kurz vor dem Rom-Urlaub 1994 habe ich in eine neue Kamera investiert, die Canon EOS 5. Mit Stativ und Kamera zog ich mal wieder im Dunkeln in die Kölner Altstadt. Der abendliche Blick vom Rheingarten zum Dom eignet sich natürlich hervorragend als Motiv für eine Kitschpostkarte. Nur die Gegenlicht-Reflexe stören etwas den ramontischen Gesamteindruck…

Achtung Touristenfalle

Barbarathermen mit Schwimmbad-Schild
2002, C-3000 Zoom

Dass Urlaubsprospekte zu fiesen Übertreibungen neigen, wenn es um die Qualität von Hotel und Stand in südlichen Gefilden geht, ist ja hinlänglich bekannt. Doch auch die Stadt Trier nimmt es offenbar nicht so genau: Von dem beheizten Schwimmbad sieht der Städtetourist nur noch ein paar Ruinen. Daher empfehle ich dringend, nicht in Städte zu reisen, die seit 2000 Jahren ihre Schwimmbäder nicht mehr modernisiert haben.

Fotografisch ist das Bild natürlich nichts Besonderes. Aber den Spass mit diesem witzigen Schild in den Barbarathermen des römischen Trier wollte ich Euch nicht vorenthalten.

Dreamy Amsterdam

Magna Plaza Amsterdam
2003, C-3000 Zoom

Ein „verträumtes“ Foto aus dem Magna Plaza in Amsterdam, einem Einkaufstempel des gehobenen Geldbeutels.

Da die Dame so passend verwischt durch die Bildecke huschte, habe ich das Foto am Rechner noch etwas versoftet. Ist zwar kein High-Key (zumal das Hauptmotiv ja auch schwarz ist), aber es geht in eine ähnliche Richtung. Früher hat man teure Softfocus-Objektive gekauft oder sein Frontfilter mit Vaseline beschmiert. Heute kann man am Rechner simulieren und sich ggf. auch für eine nur sehr dezent gesoftete Version entscheiden.

Chorruine Heisterbach

Blick in das Gewölbe der Heisterbacher Chorruine
2003, C-3000 Zoom

Die Heisterbacher Chorruine im goldenen Licht der Abendsonne. Damit die Schatten nicht zu sehr „verblauen“, wurde das Bild im Virtual Photographer Plugin etwas wärmer getont. Dadurch stellt sich das Gemäuer trotz der starken Kontraste harmonischer dar.

Das Foto ist gleichzeitig ein Beispiel für Chromatische Aberration, wie man den Objektivfehler nennt, der sich an den starken Kontrasten der Himmels-Kanten zeigt.

Bonnensia Beach

Hauptpost mit Liegestuhl
2004, Caplio R4

Ein einfacher Schnappschuss, aufgenommen mit meiner damaligen Immerdabei-Schnappschusskamera Ricoh Caplio R4. Wem das Gebäude bekannt vorkommt: Es ist die Hauptpost in Bonn, und in Rolands Fotokurs hat sie bereits als Motiv für das Thema Fokussierung und Schärfe gedient. Deshalb auch die Werbetafel vor der Post, die auf Rolands Fotokurs hinweist. :-)

Wie man sieht, ist das Foto in der (Abend-)Dämmerung entstanden, so dass die Farben im Hintergrund nicht besonders kräftig rüberkommen. Um wenigstens den knallroten Liegestuhl kräftig leuchten zu lassen, wurde der eingebaute Mini-Blitz der Kamera zugeschaltet.

Wer sich nun fragt, ob die Stadt Bonn das Beethoven-Denkmal gegen einen zentralen Sandstrand ausgetauscht hat: Nein, Beethoven blieb unbehelligt, aber auf dem Münsterplatz wurde Anfang Mai 2006 ein Beachvolleyball-Turnier ausgetragen, weshalb sich der Platz für ein Wochenende in einen ‚Strand‘ (bei Ebbe…) verwandelt hatte.

Kölner Dom

Dom zu Köln, unbestuhlt
2005, EOS 20D

Dieses Foto entstand kurz vor dem Weltjugendtag 2005 im Kölner Dom. Um Platz für die Pilger zu machen, wurden die Holzbänke aus dem Dom gebracht. Während dieser Arbeiten war das Mittelschiff für Besucher gesperrt, so dass sich die Möglichkeit zu dieser ungewöhnlichen, menschenleeren Ansicht des Doms ergab.

Urprünglich waren Kathedralen wie der Dom zu Köln übrigens ohne Bestuhlung vorgesehen. Es gab nur Stehplatzkarten. ;-) Den „Luxus“ mit den Holzbänken hat man erst später eingeführt. Man sieht den Dom also hier in etwa so, wie er von den mittelalterlichen Baumeistern erdacht wurde. Die Orgel und die elektrische Beleuchtung sind jedoch auf mittelalterlichen Fotos ;-) des Doms noch nicht zu sehen…

Die Perspektive des Bildes wurde nachträglich leicht am PC korrigiert, damit die Säulen „schön gerade“ erscheinen.

Zu diesem Foto (und dem nächsten) gibt es eine kleine Bildbesprechung im Fotografie-Diskussionsforum auf http://www.traumflieger.de.

Stuhl Petri

Sitzmöbel im Kölner Dom
2005, EOS 20D

Dieses Foto entstand kurz vor dem Weltjugendtag 2005 im Kölner Dom. Vermutlich ist der Stuhl in der Mitte für den Besuch von Papst Benedikt XVI vorgesehen.

Da die Benutzung eines Stativs leider untersagt wurde, habe ich mit Leitzahl 42 des externen Aufsteckblitzes gnadenlos im Dom rumgeblitzt. Was 1000 Japaner in ‚unserem‘ Dom dürfen (mit ihren Kompaktknipse-Miniblitzen), darf ich als ‚Kölscher Jung‘ ja wohl schon lange. :-) Bei ISO 1600 hat der Blitz eine beeindruckende Reichweite, und die Bilder werden deutlich besser als ohne Blitzeinsatz. Durch den Blitz erklärt sich, warum die erste Säule einen kühleren Farbton hat als die weiter entfernten Säulen.

Die Perspektive des Bildes wurde nachträglich am PC korrigiert, damit die Säulen „schön gerade“ erscheinen.

Posttower Bonn

Post-Hochhaus, Bonn
2008, Zenza Bronica

Posttower Bonn im Sommer 2008. Aufgenommen mit einer Zenza-Bronica-Mittelformatkamera auf Rollfilm Fujichrome Provia 100. Die Kamera wurde mir freundlicherweise für einige Wochen geliehen, so dass ich zwei Testfilme belichtet habe. Vielen Dank nochmal an Petra für’s Ausleihen und Erklären.

Aufnahme vom Stativ mit 105mm Festbrennweite, was am Mittelformat knapp über der Normalbrennweite liegt (die meist mit 85mm angegeben wird). Das knapp 6x6cm große Dia wurde mit meinem Flachbettscanner CanoScan 8800F mit 2400dpi eingescannt, so dass man ein Bild mit gut 27 Megapixeln enthält! Außer geringer Tonwertkorrektur und Wegstempeln von Stäubchen und Häärchen (die sich ausgerechnet beim besten Dia der Serie besonders zahlreich mit auf den Scanner oder Film gemogelt haben) keine weitere Nachbearbeitung, wenn man von dem üblichen Verkleinern/Nachschärfen fürs Web absieht.

Wasserturm

Wasserturm, Glaskugelfoto
2008, EOS 20D

Dies ist mein erstes Glaskugel-Foto, das mit einer in Ebay für etwa 20 Euro erstandenen „Wahrsagekugel“ gemacht wurde. Es zeigt den denkmalgeschützten alten Wasserturm in Bornheim-Brenig im schönen Vorgebirge.

Glaskugelfotos sind nichts Neues – wenn man z. B. in der FotoCommunity nach „Glaskugel“ sucht, findet man hunderte vergleichbarer Bilder. Dennoch ist es eine interessante Angelegenheit, die optischen Eigenschaften dieses „Fisheye“-Ersatzes auszutesten. Aber aufgepasst: Die Glaskugel niemals unbeaufsichtigt in der Sonne liegenlassen, da sich sonst die Umgebung durch das Brennglas entzünden kann. Das kommt weder gut auf einer trockenen Wiese noch auf dem Beifahrersitz des Autos.

Außerdem wissen wir ja spätestens seit „Der Herr der Ringe“, dass man seinen Palantir immer nur zugedeckt transportieren soll, weil es sonst zu gefährlich ist…

Zu diesem Foto (und dem folgenden) gibt es eine kleine Bildbesprechung im Fotografie-Diskussionsforum auf http://www.traumflieger.de.

Sankt Evergislus

Glaskugelfoto
2008, EOS 20D

Mein zweites Glaskugel-Foto zeigt die katholische Pfarrkirche Sankt Evergislus in Bornheim-Brenig.

Die Kugel besteht aus einem magnetischen Spezialglas, und in den herabhängenden Holzpfahl wurden zuvor einige Eisennägel eingeschlagen, damit die Kugel daran hängen bleiben kann.

Scherz beiseite: Das Bild wird hier so gezeigt, wie es aufgenommen wurde – bekanntlich steht die Aufnahme in der Kamera ja auch Kopf. In der zuvor erwähnten Bilderbesprechung auf traumflieger.de sieht man auch eine Version der Aufnahme in der üblichen Lage. Und sogar eine, wo per EBV nur die Kugel gedreht wurde.

Übrigens hat es das Bild (in der ungedrehten Version) zu Weltberühmtheit gebracht, da es Titelbild des Dorfkalenders 2011 von Brenig geworden ist. Siehe sanktevergislus.de.

Wolkenburg Köln

HDR der Wolkenburg Köln
2008, EOS 20D

Wolkenburg Köln, 1. Dezember 2008. HDR mit Tonemapping, erzeugt mit Photomatix Pro 2.2.4. Die 8 Ausgangsbilder wurden mit dem Superweitwinkelzoom Tokina 11-16 f/2,8 bei Blende 11 aufgenommen mit Belichtungszeiten zwischen 20 Sekunden und 1/6 Sekunde. Nach Tonemapping Korrektur des Himmels durch Einfügen eines Originalhimmels mit 10% Transparenz, um die Halos zu mildern. Dann leichte perspektivische Entzerrung.

Bogen zum Licht

Bogengänge des Amphitheaters
2009, EOS 20D

Ausflug nach Xanten mit Besichtigung des archäologischen Parks. Die schon tief stehende Sonne schickte ihr warmes Licht durch die Bogengänge des (rekonstruierten) Amphitheaters.

Um die Unterschiede in der Farbtemperatur zwischen Schatten- und Sonnenpartien etwas abzumildern, wurde das Foto mit dem „Virtual Photographer“ Plugin noch mit einer „Spicy“-Tonung überlagert. Das gleiche Plugin hat nach dem Verkleinern noch ein leichtes „Filmkorn“ über das Foto gelegt, weil dadurch die Steine des Mauerwerks noch plastischer wirken.

Holocaustdenkmal

Denkmal für die ermordeten Juden Europas
2009, EOS 20D

Berlin, Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Regentag zwischen den Stelen. Für mich stellte sich (neben dem Mistwetter) das Problem, dass das Denkmal von sich aus keinen direkten optischen Bezug zum Judentum, zur Schoah oder zur deutschen Geschichte erkennen lässt.

Daher habe ich mit dem Davidsstern, den ich per Finger in die Regentropfen gemalt habe, nachgeholfen. Dass man das „so oder so“ werten kann, ist mir klar. Immerhin hat der Künstler sich vermutlich was bei gedacht, wenn er die Stelen gerade nicht mit typisch jüdischen Symbolen gekennzeichnet hat.

Den Bezug zur jüdischen Geschichte habe ich also nur über diesen Trick fotografisch umsetzen können.

Denkmal für die ermordeten Juden Europas Spiegelung des Reichstags im Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Den zweiten Bezug wollte ich zur deutschen Geschichte darstellen – immerhin steht die Gedenkstätte in Sichtweite deutscher Geschichte. Man sieht eben NICHT den Bundestag, sondern den Reichstag, der sich hier auf einer der nassen Stelen spiegelt. Allerdings ist dem Bild alleine dies nicht anzusehen; es könnte auch eine Regenwasserspiegelung sonstwo sein. Im Kontext mit den anderen Bildern ist aber klar, dass es dort aufgenommen wurde. Weshalb ich die Bilder hier als kleine Serie zeige.

Zeigt man mehr von den Stelen, dann ist der Reichstag super weit weg und winzig klein. Jedenfalls habe ich keine günstigere Perspektive gefunden, um den optischen Bezug deutlich zu machen.