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Mein Arbeitsablauf 3: Stichwortvergabe

3. Stichwörter vergeben

Nach der Erzeugung der allerhöchstwertig optimierten Super-Deluxe-Jpg-Dateien kommt als nächster Schritt die „Verschlagwortung“ (tolles Wort…) der Bilder. Jpg-Dateien können außer den Exif-Informationen der Kamera (Blende, Verschlusszeit, Kameramodell, Brennweite, etc.) auch sogenannte IPTC-Informationen enthalten.

Gegenüber Fotoverwaltungs-Software, die die Daten in einem eigenen Format als Datenbank ablegt, hat die Eingabe der Stichworte als IPTC-Daten den Vorteil, dass diese Methode zukunftssicherer ist. Auch nach Wechsel der Albums-Software bleiben die Schlagworte erhalten, da sie ja in den Bilddateien selbst gespeichert werden.

Zwar können auch Canon-Raw-Dateien (CR2) solche Stichworte aufnehmen, allerdings habe ich in mehreren Tests feststellen müssen, dass danach die Änderungen an der Cr2-Datei wieder verschwunden sind. Die „mühsam“ mit DPP erzeugten Belichtungs- und Kontrastkorrekturen, Ausschnitte, etc. sind dann wieder auf Ursprungs-Einstellung. Daher habe ich für mich beschlossen, die Raw-Dateien nicht mit Stichworten zu versehen und nur die Jpg-Dateien zu verschlagwursteln.

Aus diesem Grund markiere ich die Cr2-Dateien im 09-02-24-Ordner und schneide sie aus, um sie dann eine Ordner-Ebene höher, hier also im Ordner „2009 EOS 20D“ für ein paar Minuten zwischenzulagern. So werden sie von dem IPTC-Eingabeprogramm nicht mitgeladen, wenn ich dort gleich den 09-02-24-Ordner öffne. Später, nach Eingabe der Stichworte, werde ich die Dateien dann wieder zurück an ihren eigentlichen Platz schieben.

Alternativ kann man natürlich auch nach Dateityp sortieren lassen, dann nur die Jpg-Dateien markieren und diese in das Programmfenster schieben, anstatt dort einen ganzen Ordner zu öffnen.

Nach langer Suche habe ich mich zur Eingabe der Stichworte (englisch „Tags“) für das Programm iTag entschieden, das auf der Seite www.itagsoftware.com heruntergeladen werden kann. Die Installation dauert etwas länger, falls das .NET-Framework von Microsoft noch nicht installiert ist. Aber die Mühe lohnt sich; es ist ein ziemlich intuitiv bedienbares Programm, das auf die Eingabe von IPTC-Tags spezialisiert ist. Nach Klicken auf das Ordner-Symbol kann man das Verzeichnis „09-02-24 Bremerhaven, Segelschiff Seute Deern“ öffnen, und die 30 Bilder werden als hochauflösende Thumbnails geladen, deren Größe sich bequem über einen Schieberegler verändern lässt. Die einzelnen Bilder sind zunächst mit einem gelben Symbol gekennzeichnet („Achtung! + Sprechblase“), das darauf hinweisen soll, dass zu dem jeweiligen Bild noch keine Tags vergeben wurden.

Inzwischen ist iTag in der Vollversion leider nicht mehr kostenlos. ((Der Entwickler musste wohl – ähnlich wie ich mit meinem Fotokurs – feststellen, dass nur seeehr wenige Nutzer den Spenden-Button finden.)) Man kann iTag jedoch installieren und testen, ist dabei aber auf maximal 3 Tags pro Bild beschränkt. Der Programmierer hat mir versichert, dass die eingeschränkte Testversion ungefährlich für Bilder ist, die bereits mehr als 3 Tags enthalten:

The free version […] will never delete existing tags, search will work across all tags in a 10x tagged image. If you try and add more tags to that 10x tagged image though iTag will just complain to say „hey the free version can’t save this file.“ So no harm will come to your metadata.

Mit Strg+A, Alt+A oder „Bearbeiten, Alle auswählen“ kann man nun alle Bilder markieren und diesen einige gemeinsame Stichwörter geben. „Bremerhaven“, „Segelschiff“ und „Seute Deern“ wären sicherlich hier passend. Einfach den jeweiligen Begriff in das Eingabefeld schreiben und daneben auf „Tag hinzufügen“ klicken (bzw. die Return-Taste drücken). Schon wird der Begriff zu allen markierten Bildern hinzugefügt. Zusätzlich erscheint er in der Liste unten neben dem grünen Plus-Symbol.

Im oberen Bereich neben dem roten Minus-Symbol stehen die Tags, die von den ausgewählten Dateien gemeinsam verwendet werden. Mit Minus lassen sich dort Begriffe entfernen. Mit Plus (oder Doppelklick) lässt sich ein Begriff aus der unten stehenden Gesamtliste zu den markierten Bildern hinzufügen.

Wie in Windows üblich, kann man mehrere Dateien hinzu- bzw. abwählen, indem man bei gedrückter STRG-Taste mit der Maus auf die jeweilige Datei klickt. So habe ich hier z.B. 4 Bilder ausgewählt und mit dem Stichwort „Steuerrad“ markiert. Mit gedrückter Großstreibtaste (Shift-Taste) lassen sich Bereiche von Bildern markieren, beispielsweise Bild 1580 bis 1590.

Durch Klicken auf das Disketten-Symbol lassen sich die eingegebenen Tags in den Dateien speichern. Gleichzeitig werden die Suchbegriffe und die Pfade zu den passenden Dateien auch in einen internen Datenbank-Index geschrieben, damit man nach den Begriffen suchen kann, ohne dass dafür sämtliche Bild-Dateien geladen werden müssen.

Denn außer dem bis hier geschilderten Editier-Modus hat iTag auch eine Suche-Modus. Zwar gibt es zum Suchen ausgefeiltere und leistungsfähigere Programme, aber für viele Aufgaben ist iTag hier auch schon gerüstet.

Die Stichworte werden in einem Auswahlfeld am linken Fensterrand angezeigt. Dabei erscheinen häufige Tags in größerer Schrift und seltenere entsprechend kleiner. Man kann durch Doppelklick auf den Begriff die Anzeige der Suchergebnisse starten, oder im Eingabefeld Kombinationen von Suchbegriffen eingeben, beispielsweise „Bremerhaven -Segelschiff“, um sich alle seglerfreien Bilder Bremerhavens anzeigen zu lassen. Doch Suche ist ja hier nicht das Thema. Daher weiter in meinem Workflow:

Nachdem die Stichworte vergeben wurden und iTag diese auch gespeichert hat, kann iTag beendet werden. Dann das Zurückschieben der CR2-Dateien nicht vergessen (sofern man sie vorher ausgelagert hatte)! Diese sollen nun wieder neben den frisch verschlagworteten Jpg-Dateien im gleichen Verzeichnis zu liegen kommen. Damit haben Raw- und Jpg-Dateien ihren letzten Bearbeitungsstand erreicht. Nun folgt als vierter und letzter Schritt das Wichtigste: Sicherungskopie (Backup).

Süßes Mädel: Seute Deern


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Mein Arbeitsablauf

Von der Speicherkarte bis aufs Backup: Mein Arbeitsablauf

Auf dieser Seite zeige ich die verschiedenen Stationen, die meine Fotos von der digitalen Spiegelreflexkamera bis auf das Backup durchlaufen. Es ist meine persönliche Arbeitsweise, wie sie sich in den letzten Jahren für mich als praktisch herausgestellt hat. Wo ich es für sinnvoll erachte, zeige ich aber auch Alternativen auf. Eure Vorschläge oder Fragen hierzu könnt Ihr gerne am Ende der Seite in den Leserkommentaren ergänzen.

Wo möglich, verwende ich Software, die kostenfrei erhältlich ist, und die möglichst zukunftssichere Ergebnisse bringt. Schon die Hardware unseres Hobbys kostet mehr als genug; da gebe ich ungern noch Geld für Backup-Software, für ultramegaprofessionelle Raw-Konverter, etc. aus. Hier also meine Vorschläge für den Weg der Bilder durch den Computer. Mein derzeitiger Arbeitsablauf – oder wie man neumodisch sagt: Mein digitaler Werksfloh (englisch Workflow). :-)

Wie man sieht, gliedert sich der Ablauf im Wesentlichen in folgende 4 Schritte:

  • Import der Raw-Dateien
  • Sortieren, Bearbeiten, Konvertieren
  • Stichwörter vergeben
  • Sicherungskopie (Backup)

Die vier Arbeitsschritte wurden auf 4 einzelne Seiten verteilt, damit die Beschreibung nicht so ellenlang ist. Man kann die einzelnen Teile nun auch bequem über das Navigationsmenü öffnen.

Hier geht es nun zum ersten Schritt, dem Import der Raw-Dateien.

Süßes Mädel: Seute Deern

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Monitor-Einstellung

Es werde Licht: Die richtige Einstellung des Monitors

Jahrelang habe ich mich mit einem Röhrenmonitor rumgeärgert, der dunklere Farben zu dunkel darstellt. Über die Einstellungen im Bildschirmmenü des Monitors war nichts zu verbessern. Doch nach Installation des hier vorgestellten Freeware-Tools ist mir im wahren Sinne des Wortes ‚ein Licht aufgegangen‘. Daher hier nun meine Tipps zur richtigen Einstellung des Bildschirms.

Doch zunächst noch eine Erklärung zu meinen weiteren Erfahrungen mit diesem Thema: Während sich das Bild meines früheren Röhrenmonitors auf die hier beschriebene Weise stark verbessern ließ und der später angeschaffte TFT-Monitor immerhin leicht verbesserte Ergebnisse zeigte, hat das Programm die Anzeigeprobleme auf meinem Vista-Notebook nicht wirklich lösen können. Auch steuert das Tool den Notebook-Monitor und den angeschlossenen externen Flachbildschirm mit den gleichen Einstellungen an, wodurch eine Verbesserung des einen Bildes gleichzeitig eine Verschlechterung des anderen mit sich bringt. Um dieses Problem zu lösen, habe ich letztlich doch in eine Hardware-Lösung investiert (siehe Traumflieger-Forum). Doch insbesondere für Nutzer mit ’nur‘ 1 Bildschirm mag die folgende Beschreibung nützlich sein:

Erster Test: Der Graukeil

Viele Röhrenmonitore neigen dazu, durch eine zu dunkle Werks-Einstellung den Eindruck von satten und kräftigen Farben zu erzeugen. Vermutlich ist dies von den Herstellern so gewollt, weil es sich wohl besser verkauft. Hingegen ist bei TFT-Flachbildschirmen oft ein umgekehrter Trend festzustellen: Die Leuchtkraft und der Kontrastumfang ist in der Werbung mit angegeben, und so strahlen sie hell um die Wette. Bei etlichen Röhrenmonitoren hat man daher Probleme, Einzelheiten in dunklen Fotos zu erkennen, während viele TFTs dazu neigen, bereits graue Flächen fast schneeweiß darzustellen. Dabei ist es ganz einfach, seinen Monitor zu überprüfen. Einfach mal in der Google-Bildsuche das Wort Graukeil eingeben, oder hier auf diesen Graukeil schauen, den ich für Euch gemalt habe:

Die 11 kleinen Quadrate dieses Graukeils sollten alle einzeln erkennbar und voneinander unterscheidbar sein. Bei meiner dunklen Röhre sahen die Kästchen von 0% bis 20% alle gleich aus, erschienen also wie ein Rechteck und nicht wie drei. Wer einen zu hellen Monitor hat, wird wahrscheinlich Probleme haben, die Stufen 90% und 100% voneinander zu unterscheiden. Für alle, deren Monitor hier nicht 11 unterscheidbare Quadrate anzeigt, besteht also Handlungsbedarf. Wie man das Problem beheben kann, zeige ich gleich.

Übrigens kann es sein, dass der obige Graukeil noch einen weiteren Darstellungsmangel des Monitors offenbart: Die Abbildung mit den Kästchen ist neutralgrau. Falls einzelne oder mehrere Quadrate z.B. einen Grün- oder Rotstich aufweisen sollten, werden wohl die Farben unterschiedlich stark wiedergegeben, denn neutralgrau ist bekanntlich zusammengesetzt aus den gleich starken Grundfarben Rot, Grün und Blau. Doch auch für den Fall eines solchen Farbstichs gibt es eine einfache Lösung.

Echte Kalibrierung des Monitors

Für professionelle und semiprofessionelle Ansprüche gibt es Systeme, die die Helligkeits- und Farbwiedergabe des Bildschirms mit einem Messgerät messen und dann über ein Programm korrigieren, so dass auf dem Bildschirm größtmögliche Farbtreue gegeben ist. Dabei wird auch das Umgebungslicht des Raumes, in dem der Monitor steht, berücksichtigt. Eine solche Messung der Farbwiedergabe ist natürlich ‚unbestechlicher‘ als das menschliche Auge, das sich an gewisse Farbfehler, etc. mit der Zeit gewöhnt.

Auch wenn diese Systeme inzwischen einigermaßen bezahlbar sind, habe ich mich bisher noch nicht näher damit beschäftigt – jedenfalls nicht ausführlich genug für eine Fotokurs-Lektion. Daher soll dies auch nicht Thema auf dieser Seite sein, sondern hier geht es um eine preiswerte (sogar kostenlose) Möglichkeit, die Darstellung des Monitors ‚mit Maus und Auge‘ zu optimieren, auch wenn dies natürlich nicht so genau sein kann wie eine ‚echte‘ Kalibrierung (manche sagen auch Kalibration, ich erwähn’s mal für Google…).

Korrekte Einstellung des Monitors

Erste Versuche, über die Windows-Einstellmöglichkeiten der Grafikkarte zu einem brauchbaren Ergebnis zu gelangen, waren mühsam und nicht wirklich befriedigend. Daher habe ich ein wenig gegoogelt und dabei das Programm Monitor Calibration Wizard gefunden. Es lässt sich beispielsweise bei ZDNet downloaden.

Wichtig: Ich übernehme keinerlei Gewährleistung für Download oder Installation des Programms. Bei mir hat es gut funktioniert, aber ob es auf anderen Rechnern nicht Schwierigkeiten macht, kann ich natürlich nicht garantieren. Es ist nicht mein Programm, und daher kann ich keinen Support und keine Gewährleistung dafür übernehmen.

Es gibt bestimmt noch andere Programme, die eine ähnliche Funktion haben, aber nachdem ich eines gefunden habe, das mir zufriedenstellende Resultate bringt, habe ich nicht weiter gesucht und keine Vergleichstests gemacht.

Das Programm Monitor Calibration Wizard 1.0 ist in Englisch gehalten, aber auch für ‚Krauts‘ mit geringen Englischkenntnissen recht leicht verständlich. Trotzdem gebe ich hier noch ein paar Erläuterungen, die vielleicht hilfreich sind:

Monitor Calibration Wizard, Screenshot 1Zunächst sollte man den Monitor möglichst so einstellen (über die Knöpfe am Bildschirm, meist entweder Drehregler oder Bildschirm-Menü), dass schwarze Flächen auch wirklich schwarz wiedergegeben werden (und nicht etwa mittel- bis dunkelgrau). Ein wirkliches Schwarz (leicht über das Grafik-Programm zu erzeugen) sollte nicht heller erscheinen als der Monitor in ausgeschaltetem Zustand. Dunkler als dieser Ton der ausgeschalteten Mattscheibe geht es halt leider nicht. Weiße Flächen (z.B. Hintergrund in der Textverarbeitung) sollten ‚persilgewaschen‘ aussehen und nicht etwa wie ökiges Recycling-Klopapier.

Auch für diese Einstellungen bietet das Programm nach Klick auf „Run Wizard“ eine Hilfe, indem es ein schwarzes und ein weißes Quadrat zeigt (siehe oben) und empfiehlt, die Helligkeits- und Kontrastregler des Monitors (Brightness und Contrast) auf halbe Stärke zu stellen und zu schauen, ob die beiden Kästchen optimal dargestellt werden.

Monitor Calibration Wizard, Screenshot 2Nach dieser hardwareseitigen Vorarbeit kann es nun losgehen mit der Optimierung der Farben und Helligkeits-Einstellungen des Monitors. Dazu werden drei Test-Seiten gezeigt, wo man die Farbkanäle für Rot, Grün und Blau getrennt einstellen kann. Rechts abgebildet ist die erste dieser Seiten für die Farbe Rot. Die beiden anderen für Grün und Blau sind gleich aufgebaut wie diese.

Wichtig für den Test ist, nicht zu nah am Monitor zu sitzen. Das Programm empfiehlt ca 2 Fuß Abstand, also ca. 60 cm.

Unter ‚Step 1‘ werden nun zunächst die Minimal- und Maximalwerte für die Farbe Rot ermittelt. Für den Maximalwert gibt es ein knallrotes Kästchen mit einem ganz rechts stehenden Schieberegler. Wenn man diesen Regler nach links schiebt, wird sichtbar, dass das rote Kästchen aus zwei Hälften besteht, dessen untere Hälfte durch den Schieberegler verändert wird. Man soll diesen nun so weit nach links stellen, dass gerade noch kein Unterschied zwischen den beiden Hälften des Kästchens wahrgenommen wird. Bei meinem Monitor wurden die Hälften schon bei der geringsten Bewegung des Schiebereglers sichtbar; daher habe ich den Regler ganz rechts lassen müssen.

Der Minimalwert wird durch das schwarze Kästchen darunter überprüft, dessen Regler zunächst ganz links steht. Schiebt man ihn nach rechts, wird die untere Hälfte des Kästchens zunehmend rot. Man stellt ihn so weit nach rechts, dass gerade noch kein Unterschied zwischen den Hälften des Kästchens zu sehen ist. Wie die Abbildung zeigt, war bei meinem ‚finsteren‘ Monitor eine Verschiebung um 2,5 Teilstriche auf der Skala am Schieberegler nötig.

Nun kommt ‚Step 2‘. Insbesondere für diesen Test ist der obige Hinweis wichtig, die Augen etwas vom Monitor zu entfernen. Denn für diesen Test müssen die noch verbliebenen 7 Kästchen so eingestellt werden, dass das mittlere Quadrat möglichst gleich hell erscheint wie das drumherum befindliche Muster. Dies ermöglicht, auch die Zwischenstufen für die Farbe Rot korrekt einzustellen. Man sollte dies daher möglichst gründlich und genau machen. Wenn alle Regler für die Farbe Rot korrekt eingestellt sind, klickt man auf ‚Continue‘ und gelangt weiter zur nächsten Seite.

Auf die gleiche Weise werden nun auch die Schieberegler für die Farbkanäle Grün und Blau eingestellt. Ist dies geschehen, bekommt man die eingestellten Kurven angezeigt und hat die Gelegenheit, die neue Einstellung einem ’15 Sekunden Test‘ zu unterziehen, während desssen das Programm minimiert wird, so dass man den Desktop oder ein evtl. vorher geöffnetes Foto (oder diese Seite mit dem weiter unten folgenden Testbild) anschauen kann. Ist man zufrieden, kann man das Ergebnis mit ‚Apply‘ übernehmen. Anderenfalls verwirft man es mit ‚Cancel‘ (Abbruch).

Das Programm bietet die Möglichkeit, verschiedene Profile mit aussagekräftigen Namen zu laden und zu speichern. So kann eigentlich nichts schiefgehen, denn alles lässt sich so rückgängig machen, falls man nicht zufrieden ist. Hat man die ideale Einstellung gefunden, lässt sich durch ‚Load at Windows Startup‘ festlegen, dass das aktuelle Profil beim Start von Windows automatisch aktiviert wird.

Testbild: Graukeil und Farbkeile

Um die Einstellungen des Programms leichter überprüfen zu können, habe ich den obenstehenden Graukeil auch um 3 Farbkeile für die Grundfarben Rot, Grün und Blau (aus denen jedes Monitorbild aufgebaut ist) erweitert. Hat man alles richtig gemacht, erkennt man nicht nur alle 11 Graustufen-Kästchen (und zwar in neutralgrau ohne Farbstich), sondern auch jeweils alle Kästchen der Grundfarben sind deutlich voneinander zu unterscheiden:

Farbkeile und GraukeilNatürlich ist dieses Testbild nur eine recht simple Kontrollmöglichkeit für die Monitoreinstellungen. Auf etlichen Seiten im Internet finden sich ‚richtige‘ Farbkeile und auch feiner abgestufte Graukeile und sonstige Testbilder, die weitergehende und genauere Einstellungen ermöglichen.

Vorher und Nachher: Ein Vergleich

Je nachdem, wie ‚vermurkst‘ der Monitor vorher die Farben und Graustufen wiedergegeben hat, kommt einem die neue Einstellung eventuell zunächst unnatürlich vor. Wie gesagt: Das Auge gewöhnt sich ja an gewisse Missstände, und eventuell erscheint einem die Wiedergabe vor der Neu-Einstellung natürlicher, weil sie einfach gewohnter ist. Bei meinem damaligen Röhrenmonitor ging mir jedoch tatsächlich ‚ein Licht auf‘. Einige nächtliche Fotos, die ich für meine Bahn-Homepage http://www.streckenkun.de gemacht habe, zeigen auf einmal Details, die ich vorher noch nie gesehen hatte. Dass die Farben der Windows-Programmleiste und Fenster-Titel auf einmal so hell und fast ‚verwaschen‘ erscheinen, hat mich zwar zunächst gestört. Aber man gewöhnt sich auch daran.

Muss ich nun alle Bilder meiner Homepages in der Helligkeit korrigieren? Ich hoffe nicht! Schon seit Jahren habe ich mir angewöhnt, das ‚Histogramm‚ eines Bildes im Grafikprogramm anzuschauen, das die Verteilung von hellen und dunklen Pixeln im Bild zeigt und daher leicht erkennen lässt, ob ein Bild zu dunkel oder zu hell ist. In meinem Bildbearbeitungsprogramm PhotoImpact erschienen die Fotos außerdem schon vorher heller, weil ich dort einmal in den Voreinstellungen des Programms den Wert „Monitorgamma“ entsprechend hoch eingestellt hatte. Dieser Wert wirkte sich aber immer nur auf die Darstellung in der Bildbearbeitung aus, nicht auf sonstige Windows-Programme wie beispielsweise den Internet-Browser. Selbst auf meiner eigenen Website erschienen mir viele Fotos daher zu dunkel. Mit einem richtig eingestellten Monitor sieht man sogar die eigene Website in einem ganz neuen Licht.

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Editorial November 2010

Liebe Leser meines Fotokurses,

bereits im April hatte ich einen 3D-Betrachter empfohlen; auch diesmal geht es um das Thema 3D. Anlass ist ein Angebot von Aldi Süd gerade jetzt, in der ersten Novemberwoche 2010. Dort wird für sensationell günstige 2,99 Euro ein 3D-Bilderbuch für Kinder verkauft, das ein gar nicht mal so schlechtes Stereoskop mitbringt. Es gibt 6 verschiedene Themen, darunter Ozeane, Dinosaurier, gefährliche Tiere etc, aber hier geht es ja nicht um die Inhalte, sondern die 3D-Linsen. Alle Bücher sind gleich aufgebaut, und in ihrem Deckel ist ein Stereoskop integriert, das sich natürlich mit Messer oder Schere auch abtrennen lässt, um es ohne das Buch nutzen zu können.

Also auf zu Aldi Süd und Stereoskope kaufen! So günstig bekommt man sonst kaum einen Einstieg in diese Materie.

Hier noch ein paar technische Daten, beispielsweise um passende eigene Stereokarten zu drucken (kann man mit dem kostenlosen Programm StereoPhoto Maker machen): Der Linsenmittenabstand beträgt 65mm und der Fotomittenabstand 60mm; Breite des Doppelbildes 120mm.

Die Holmes-Karten, die ich mir bisher für das OWL-Stereoskop aus dem Buch „A Village Lost and Found“ habe drucken lassen (Fotoformat 10×15), sind also leider zu breit hierfür. Auf 9×13 könnte es aber gut passen. Dies werde ich testen, bevor ich das erste Mal Stereokarten samt 3-Euro-Stereoskop verschenke. Vermutlich kauf ich noch 10 von den Büchern genau für diesen Zweck…

Und, Smartphonebesitzer aufgepasst: Der Viewer eignet sich gut als Stereoskop für das Smartphone. Mit meinem Motorola Milestone funktioniert es; dessen Bildschirm ist 8cm breit. Also sollte es auch mit iPhone & Co funktionieren. Ich kann jedenfalls damit Youtube-3d-Videos schauen, sofern diese als Parallelvideo gespeichert sind und nicht im Kreuzblick-Format. Und Parallelblick-Fotos lassen sich sowieso darstellen, und davon gibts ja Tausende im Netz. Ein netter Gag ist das allemal, 3D auf dem Smartphone. Und die Farben sind besser als in Anaglyphendarstellung.

Daher also mein Kauftipp. Jedoch müsst Ihr schnell sein; die 3D-Bilderbücher sind bestimmt nicht lange im Aldi-Sortiment.

Dreidimensionale Grüße, Euer Roland

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Editorial April 2010

Liebe Freunde der Fotografie,

meine Empfehlung aus dem ersten Editorial ist wohl mittlerweile erledigt, aber auch diesmal soll es um das Thema 3D-Betrachter gehen. Denn die Anaglyphen mit den zweifarbigen Brillen sind bekanntlich nicht jedermanns Sache. Wer seine 3D-Fotos mit den richtigen Farben sehen möchte, interessiert sich vielleicht für den folgenden Tipp:

Man kann seine Fotos im Format einer Stereokarte ausdrucken bzw. drucken lassen. Auch darin unterstützt einen das hier im Fotokurs vorgestellte Programm StereoPhoto Maker. Um diese Stereofotos zu betrachten, braucht man (sofern man nicht den sogenannten Parallelblick beherrscht) einen Stereobetrachter, auch Stereoskop genannt.

Buch und Stereoskop
Buch und Stereoskop

Für knapp 30 Euro kann man z.B. bei Amazon.de das englischsprachige Buch A Village Lost and Found bestellen, dem ein gutes Stereoskop beiliegt. Wie man auf dem (durch Anklicken vergrößerbaren) Foto sehen kann, wird es in einen stabilen Schuber geliefert, der außer dem großen Buch auch eine Kassette enthält, in der das Stereoskop liegt. Mit wenigen Handgriffen lässt es sich flach zusammenlegen bzw. wieder betriebsfertig aufbauen.

Inhalt des Buches ist eine etwa 150 Jahre alte Serie von Stereofotos einer ländlichen Idylle. Der Ort Hinton Waldrist in England wurde von dem Fotografen T. R. Williams ausführlich portraitiert. Wenn man bedenkt, dass die Fotografie damals noch eine sehr junge Disziplin war, kann man nur staunen, zu welchen Ergebnissen es der Fotograf mit seinen Stereokarten gebracht hat, die großenteils handkoloriert verkauft wurden.

Autor Brian May (ja, genau DER Brian May) und seine Co-Autorin Elena Vidal haben mit detektivischem Spürsinn viele interessante Details zu T. R. Williams und seiner bedeutsamen Fotoserie herausgefunden. So war lange Zeit nicht einmal bekannt, in welchem Ort die Fotos aufgenommen waren. Sofern sich ein Vergleich zur heutigen Bebauung in diesem Ort anbietet, werden auch moderne Stereobildpaare gezeigt, wie man auf der aufgeschlagenen Seite gut erkennen kann.

Das Buch und auch das sonstige „Zubehör“ machen einen hochwertig verarbeiteten Eindruck. Zwar kann man den Viewer auch einzeln bei der LondonStereoscopic Company bestellen, aber mit Auslandsporto kommt man auf einen ähnlichen Preis und hat dann nur das Stereoskop ohne das schicke Buch. Daher empfehle ich die Bestellung des Buches (samt Stereoskop) bei Amazon.de oder bei einem Buchhändler Deines Vertrauens, falls der dieses englische Buch ebenfalls für ca. 30 Euro liefern kann.

Falls das Thema auf erkennbares Interesse stößt, werde ich vielleicht mal einen Artikel über verschiedene Stereoskope und das Drucken von eigenen Stereokarten schreiben. Aber dafür müsste ich erst mal selber welche drucken. Sobald ich mit „A Village Lost and Found“ durch bin, werde ich mich daran machen, den Stereo-Viewer mit eigenem Bildmaterial zu testen.

Herzliche Grüße, Euer Roland