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Konzertfotos: Saori Jo in Remscheid

Die äußerst talentierte Piano-Pop/Rock/Folk/SingerSongwriterin Saori Jo im Rotationstheater und Rotationscafé Remscheid Lennep:

www.rofrisch.de/saorijo-remscheid2011.htm

Auf dieser Seite meiner Homepage gibt es 58 Fotos von mir in 2D und weitere 32 in 3D (mit dem StereoPhoto Viewer Applet in verschiedenen Darstellungstechniken zu betrachten). Viel Spaß damit.

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3D-Konzertfotos (Simon Wahl)

Simon Wahl im „Kantorka“ Hamburg

Während des Kurzurlaubs in Hamburg hatten wir die Gelegenheit, ein Konzert des jungen Gitarristen Simon Wahl zu besuchen, den wir auch schon mehrfach im Rheinland gehört hatten. Er spielt ziemlich genial „Acoustic Fingerstyle Guitar“ und entlockt der Gitarre erstaunliche Klänge.

Ich habe einige Konzertfotos gemacht; davon 7 Stück mit einem uralten Strahlenteiler von Pentax. Dieser wird in den Filterring meines 28mm Objektivs geschraubt (dank Cropfaktor entspricht das etwa 45mm; der Strahlenteiler ist für 50mm Kleinbild-Brennweite gebaut), und er nimmt dann pro Querformat-Foto zwei hochformatige Stereo-Halbbilder auf, die man mit Stereo Photo Maker zusammenrechnen kann. Von den 18 Megapixeln der 60D bleiben dann nach Justage und Beschnitt etwa 5-6 Megapixel pro Halbbild übrig – also durchaus ausreichend. Für die Präsentation hier wurden sie dann auf 1000 Pixel Höhe verkleinert, nachgeschärft und mit dem Logo versehen (alles in SPM). Und nun 3D-Brillen auf (rotes Glas nach links, cyan nach rechts) und angeschaut:

Da das Licht sehr schummrig war und trotz offener Blende (meist f/2,8) sehr hohe ISO-Werte nötig waren, wäre die Fujifilm Real 3D W1 mit dieser Situation überfordert gewesen. Wie man sieht, bewegt man sich auch mit der 60D im Grenzbereich; die Fotos sind doch recht „experimentell“. Ich hoffe, die Bilder gefallen Euch trotzdem.

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Anfängerkurs, Lektion 8

Und ewig rauschen die Pixel: Die ISO-Empfindlichkeit

Vergleich ISO 100 und 3200Wie in der vorangegangenen Lektion 7 über Filmempfindlichkeit gezeigt wurde, haben Filme mit steigender Empfindlichkeit das Problem, dass sie das Bild nur grober und mit zunehmender Körnigkeit festhalten können. Auch bei Digitalfotografie gibt es einen ähnlichen Effekt: Das zunehmende „Bildrauschen“ bei höher eingestellter Empfindlichkeit der Kamera. Damit wollen wir uns auf dieser Seite beschäftigen.

Das Beispiel rechts zeigt schon auf einen Blick, worum es sich bei dem sogenannten „Bildrauschen“ handelt. Es ist zusammengesetzt aus zwei 100%-Ausschnitten des gleichen Motivs. Einmal wurde es mit starkem Bildrauschen auf der höchsten Empfindlichkeitsstufe der Canon EOS 20D (ISO 3200/36°) aufgenommen, während die zweite Hälfte die nahezu rauschfreie Darstellung bei ISO 100/21° zeigt.

Obwohl das Gesamt-Foto die gleiche Anzahl Bildpunkte (Pixel) hat, werden durch das Bildrauschen bestimmte Detailinformationen des Motivs überlagert, so dass auch hier (vergleichbar mit analogem Filmmaterial) der Eindruck geringerer Schärfe und größerer Körnigkeit entsteht. Dies ist eigentlich erstaunlich, denn im Gegensatz zu den größeren Silberhalogenidkristallen, die die höhere Empfindlichkeit des Films ermöglichen (siehe Lektion 7), sind die Pixel der Kamera bei höher eingesteller Empfindlichkeit ja nicht größer als bei normaler Empfindlichkeit. Warum es dennoch zu diesem Eindruck kommt, wird verständlicher, wenn man sich ein wenig mit der Frage beschäftigt, was „Bildrauschen“ überhaupt ist. Daher versuche ich, dies nun ziemlich vereinfacht zusammenzufassen:

Was ist Bildrauschen?

Den Begriff „Rauschen“ kennen die meisten wohl hauptsächlich aus dem Bereich der analogen Ton-Aufzeichnung auf Tonband bzw. Tonbandkassette. Ich hoffe, dass mir hier auch noch diejenigen Leser gedanklich folgen können, die jünger als die CD sind. :-)

Bei Aufnahme eines Musikstücks auf eine Kassette ist man bemüht, die Aufnahme so auszusteuern, dass die Musik möglichst laut auf das Band kommt (ohne jedoch bei zu lauter Aufnahme zu übersteuern, was jetzt aber für unseren Vergleich unwichtig ist). Hat man versehentlich zu leise aufgenommen, muss man beim Abspielen logischerweise die Lautstärke höher drehen. Das schwache Signal wird also stärker angehoben. Dabei wird dann aber auch das Bandrauschen, das leider auf jeder Aufnahme mit drauf ist, ebenfalls lauter wiedergegeben, als dies bei einer korrekt ausgesteuerten Aufnahme notwendig gewesen wäre. Man kann sagen, die zu leise Aufnahme hat einen geringeren Signal-Rausch-Abstand als die korrekt ausgesteuerte Aufnahme. Das Signal hebt sich nicht so stark vom Rauschen ab, wie dies ein stärkeres Signal tun würde.

Wenn man nun eine sehr leise Geräuschquelle aufnimmt – beispielsweise die Stimme eines entfernt singenden Vogels – dann kann es sein, dass man trotz voll aufgedrehtem Aufnahmeregler nur eine sehr leise Aufnahme hinbekommt, deren Signal-Rausch-Abstand recht klein ist. So wird man das schwache Signal bei Wiedergabe leider nur verrauscht abhören können, was aber meist trotzdem besser als gar nichts ist.

Spätestens jetzt wird die Parallele zum Bildrauschen von Digitalkameras erkennbar. Stellt man die Kamera auf einen sehr hohen ISO-Wert ein, kann man ein sehr schwaches Signal aufnehmen. Leider wird aber auch durch die kräftigere Verstärkung das Bildrauschen (das jeder Bildsensor genauso produziert wie ein Tonband sein Bandrauschen) mit verstärkt. So kommt es, das mit zunehmender ISO-Empfindlichkeit das Bildrauschen stärker sichtbar wird.

Bildrauschen ist vor allem auf Flächen, die eigentlich einen einheitlichen Farbton aufweisen müssten, besonders leicht zu erkennen. Obwohl eigentlich alle Pixel einer einfarbigen Fläche die gleiche Farbe und Helligkeit aufweisen sollten, sieht man je nach Stärke des Bildrauschens kleine oder größere Abweichungen: Pixel mit anderer Farbe und/oder anderer Helligkeit. Dies ist das Bildrauschen.

Nun haben moderne Digital-Spiegelreflexkameras wie z. B. meine EOS 20D schon einen sehr rauscharmen Bildsensor. Sie haben bei ISO 1600/33° weniger Bildrauschen als manch eine digitale Kompaktkamera bei ISO 400/27°. Dennoch ist auch nach Meinung von Canon die Einstellung von ISO 3200 schon kaum noch zumutbar – sie lässt sich nur auswählen, wenn man sie in den Individualfunktionen der Kamera, die tief im Menü versteckt sind, aktiviert. So soll wohl verhindert werden, dass jemand versehentlich allzu verrauschte Bilder produziert.

Eine etwas genauere Erklärung des Bildrauschens findet sich übrigens auf der entsprechenden Seite von Wikipedia.

Farbrauschen und Helligkeitsrauschen

Farb- und HelligkeitsrauschenBeim Bildrauschen wird unterschieden zwischen Farbrauschen („Chrominanzrauschen“) und Helligkeitsrauschen (etwas vornehmer auch „Luminanzrauschen“ genannt). Am einfachsten lassen sich diese beiden Arten des Rauschens unterscheiden, wenn man das entsprechende Bild in Graustufen konvertiert, also ein Schwarz-Weiß-Foto draus macht. Was dann noch an Rauschen übrig bleibt, ist das Helligkeitsrauschen.

Die beiden Bilder rechts zeigen dies anhand eines stark vergrößerten Ausschnittes aus der ISO-3200-Aufnahme der Fensterscheibe, die schon im obigen Bild sichtbar war (und die wir gleich noch etwas genauer in verschiedenen ISO-Stufen betrachten werden). Durch die starke Vergrößerung sind die einzelnen Pixel der Aufnahme besser erkennbar, da sie nun als kleine Quadrate zu sehen sind.

Das Farbrauschen eines Bildes wird im Allgemeinen etwas störender empfunden als das Helligkeitsrauschen, da die Farbunterschiede auffälliger erscheinen als Helligkeitsunterschiede.

Vergleich: Bildrauschen bei 100%-Wiedergabe des Sensorbildes

Die Canon EOS 20D hat die Möglichkeit der ISO-Einstellung in 6 Stufen von ISO 100 bis ISO 3200. Die Tabelle kennt Ihr ja im Prinzip schon von der vorhergehenden Seite über Filmempfindlichkeit. Die DIN-Werte habe ich in der Tabelle stehen lassen, auch wenn an der Canon ausschließlich in ISO eingestellt wird.

ISO-Empfindlichkeits-TabelleVon diesen 6 Empfindlichkeitsstufen zeige ich Euch nun jeweils ein Vergleichsfoto. Nach Anklicken der Miniatur sieht man 6 unverkleinerte Ausschnitte aus den Gesamtfotos, denn ein 8-Megapixel-Foto mit seinen 3504 mal 2336 Pixeln lässt sich (bisher?) an keinem Monitor komplett und unverkleinert darstellen. Die Anordnung der 6 Bilder ist übrigens absichtlich in dieser merkwürdigen Reihenfolge gemacht worden, damit man ISO 100 und ISO 3200 besser miteinander vergleichen kann. Zum Vergleich bitte großklicken:

Vergleich verschiedener ISO-Stufen

Wie man feststellen kann, wird das Bildrauschen tatsächlich auf den einfarbigen glatten Flächen (gespiegelter Himmel in der Fensterscheibe, Fensterrahmen) viel deutlicher sichtbar als z.B. auf der rauhen Oberfläche der Mauersteine.

(Für die hier mitlesenden ‚Experten‘ noch ein Hinweis: Die Fotos wurden in den angegebenen ISO-Stufen als RAW-Dateien aufgenommen und dann (mit EOS Viewer Utility) am Rechner noch um 1 Blendenstufe aufgehellt. Das Bildrauschen wird dadurch natürlich auch mit angehoben, so dass die Bildreihe eher ISO 200 bis ISO 6400 entspricht. Aber in dieser Lektion geht es ja darum, das Bildrauschen möglichst auch für ungeübte Betrachter und auch auf den unterschiedlichsten Monitoren nicht erst bei der höchsten Empfindlichkeitsstufe sichtbar werden zu lassen. Daher wird mir dieser kleine Trick hoffentlich verziehen…)

Vergleich: Bildrauschen bei Verkleinerungen

Gesamtansicht ISO 3200Gesamtansicht ISO 100Bisher haben wir die Bilder auf dieser Seite immer unverkleinert bzw. sogar vergrößert betrachtet, um das Bildrauschen zu untersuchen. Nun ist aber der ‚feierliche Moment‘ gekommen, wo ich Euch das Gesamtfoto präsentiere – einmal mit Einstellung ISO 100 fotografiert, und einmal mit verrauschten und höchstempfindlichen ISO 3200. Auch diese Bilder lassen sich anklicken, um sie in einer Größe von 400 mal 600 Pixeln betrachten zu können.

Wie man sieht, handelt es sich um den gleichen Brunnen im Kreuzgang des Bonner Münsters, der schon in Lektion 6 (Schärfentiefe) als Beispiel herhalten musste. Und wie man auch sieht, werden die negativen Auswirkungen des Bildrauschens auf die Bildqualität selbst bei ISO 3200 durch das Verkleinern fast vollständig unsichtbar gemacht.

Wenn man sich vergegenwärtigt, dass das Bildrauschen ja eigentlich aus leichten ‚Messfehlern‘ der einzelnen Pixel bei der Aufnahme besteht (das eine Pixel ’sieht‘ die Fensterscheibe etwas heller und bläulicher, das andere Pixel ’sieht‘ sie etwas dunkler und rötlicher, etc.), dann kann man sich auch gut erklären, warum die Verkleinerung das Bildrauschen verschwinden lässt:

Um beispielsweise das Gesamtfoto von 2336 mal 3504 Pixel auf 400 mal 600 Pixel zu verkleinern, werden jeweils ca. 34 Pixel des Originals zu einem Pixel zusammengefasst. Es wird also ungefähr aus einem Quadrat von 6 mal 6 Pixeln ein neues Pixel erzeugt. Wenn die 6×6 Pixel nun ein verrauschtes Stück der Fensterscheibe sind, dann wird aus diesen Pixeln (vereinfacht gesagt) der Durchschnitt berechnet, und der entspricht ziemlich genau dem ‚richtigen‘ Wert des Farbtons der Scheibe.

Auch schon eine Verkleinerung auf 50% der Kantenlänge (2×2 Pixel werden zu 1 Pixel zusammengefasst) bringt schon ein Ergebnis mit deutlich geringerem Rauschen, wie die folgende Tabelle mit Bildausschnitten zeigt, die auf 50% skaliert wurden (50%, wenn man es großklickt):

Geringeres Rauschen durch Verkleinerung

Wie diese Beispiele zeigen, bringt selbst eine Verkleinerung auf 50% schon deutlich rauschärmere Ergebnisse. Wer also aus seinem 8-Megapixel-Foto ohnehin später durch Skalierung auf 50% nur ein 2-Megapixel-Foto macht, oder wer sie für Internetseiten noch stärker verkleinert, braucht eigentlich keine allzu große ‚Angst‘ vor höheren ISO-Werten zu haben. Eine unverwackelte ISO-800-Aufnahme gibt bestimmt ein besseres Bild ab, als ein Foto mit ‚fast rauschfreien‘ ISO 100, das aber wegen der 8fach längeren Verschlusszeit leider leicht verwackelt ist.

Nun bin ich gespannt, wie viel Widerspruch meine ISO-Theorien bei der Fraktion der Fotografen, die ISO 100 noch zu verrauscht finden, wecken wird. Sicherlich gibt es Motive, bei denen das Bildrauschen stärker auffällt als ausgerechnet bei meinem Brunnen-Bild. Vielleicht werde ich irgendwann als Ergänzung eine andere ISO-Vergleichsserie nachliefern. Sicherlich gibt es auch Anwendungsfälle, wo man die vollen 8 oder mehr Megapixel möglichst rauscharm braucht. Daher bin ich gespannt auf Eure Kommentare.

So, damit ist der Teil meines Fotokurses, den ich irgendwann mal als ‚Anfängerkurs‘ bezeichnet habe, erst einmal zu Ende. Falls Ihr der Meinung seid, ich hätte hier noch wichtige Grundlagen vergessen, bin ich gerne für Vorschläge dankbar. Im nächsten Teil, dem ‚Aufbaukurs‚, geht es weiter mit einigen Grundlagen von digitalen Bildern: Auflösung und Bildgröße.

High ISO: Quedlinburg Advent 2005

 

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Anfängerkurs, Lektion 7

Schnelle und langsame Filme: Die Filmempfindlichkeit

Wie bereits in der ersten Lektion gezeigt wurde, hängt die richtige Belichtung sowohl von der Verschlusszeit als auch von der Blende der Aufnahme ab. Es ist also sowohl entscheidend, wie lange das Licht auf den Film bzw. auf den Bildsensor fällt, als auch, wie groß die Öffnung ist, durch die das Licht eingelassen wird. Es gibt aber noch einen weiteren Faktor, und dies ist die „Filmempfindlichkeit“ bei analogen Kameras bzw. „ISO-Empfindlichkeit“ bei Digitalkameras. Damit wollen wir uns in dieser und der folgenden Lektion beschäftigen.

Beispiel für Negativfilm mit 3200 ASAAusschnitt aus dem BildBevor wir auf die Einstellung der Empfindlichkeit an Digitalkameras zu sprechen kommen (siehe Lektion 8), schauen wir zunächst einmal in den Analog-Bereich. Das Bild rechts habe ich 1994 in der Sixtinischen Kapelle in Rom mit einem höchstempfindlichen Film fotografiert. Links sieht man einen kleinen Ausschnitt aus dem Gesamtfoto, der jedoch das Hauptproblem von Filmen mit höherer Empfindlichkeit sehr deutlich demonstriert: Je empfindlicher der Film ist, desto grobkörniger wird das Foto. Dies hat mit der Struktur der winzigen lichtempfindlichen Silberhalogenidkristalle auf dem Film zu tun: Je größer die Oberfläche jedes einzelnen Kristalls, desto empfindlicher ist der Film. Logischerweise können jedoch größere Kristalle das Bild nicht so fein aufgelöst wiedergeben wie kleinere Kristalle. Das Bild wirkt daher körniger, wenn ein Film mit höherer Empfindlichkeit verwendet wird.

An düsteren Orten, wo man weder mit Blitz noch mit Stativ fotografieren kann bzw. darf, bietet ein hoch- bzw. höchstempfindlicher Film jedoch die Möglichkeit, mit kürzeren Verschlusszeiten zu fotografieren, während Aufnahmen mit einem normal empfindlichen Film aus freier Hand garantiert verwackeln würden.

Das gezeigte Foto stammt von einem Film mit ISO 3200 („Konica SR-G 3200“). Gegenüber einem „Schönwetterfilm“ mit ISO 100 ist er 32mal empfindlicher. Wo also mit einem ISO-100-Film eine Verschlusszeit von 1/2 Sekunde notwendig wäre (was ohne Stativ garantiert verwackelt), kann man Michelangelos „Erschaffung Adams“ mit 1/60 Sekunde noch aus freier Hand fotografieren – sehr zum Ärger der vatikanischen Aufpasser, die auch gleich angelaufen kamen und mir weitere Fotos untersagten, obwohl am Eingang stand, nur Stativ und Blitz seien verboten…

ISO, ASA und DIN

Damit kommen wir auch schon zur Skalierung und Angabe von Filmempfindlichkeiten. Heutzutage üblich ist die ASA- bzw. ISO-Angabe, die (vereinfacht gesagt) die gleiche Skala beschreiben. Auch die DIN-Angabe ist noch verbreitet. Wichtig ist, dass man eine Vorstellung hat, wofür die einzelnen Zahlenwerte stehen. Wenn man die Skalen untersucht, stellt man fest, dass es eigentlich ganz einfach ist. Von links nach rechts verdoppelt sich mit jedem Kästchen die Empfindlichkeit des Films. Wie bei den bereits besprochenen Skalen der Verschlusszeiten kommt es also von links nach rechts bei jedem Kästchen zu einer Halbierung der notwendigen Lichtmenge (d.h. der Wert ändert sich um 1 Blendenstufe):

Tabelle der FilmempfindlichkeitenWie man sieht, wird bei doppelter Filmempfindlichkeit der ISO/ASA-Wert ebenfalls verdoppelt, während der DIN-Wert je Blendenstufe um 3 Schritte aufwärts zählt. (Der DIN-Wert wird übrigens mit einem Grad-Zeichen niedergeschrieben, das aber nicht mitgesprochen wird. Man sagt also „21 DIN“). Wer sich merken kann, dass ISO 100 umgerechnet 21° sind, der kann im Kopf schnell ausrechnen, dass der viermal empfindlichere Film mit ISO 400 bzw. 27° bezeichnet wird. Die Filmempfindlichkeit ISO 100/21° ist heutzutage sozusagen der Standardwert, die ’normalste‘ Filmempfindlichkeit. Daher habe ich diesen Wert in der Tabelle auch fett geschrieben.

Natürlich gibt es auch (ähnlich wie bei den Blenden- und Verschlusszeitenwerten) Zwischenwerte, die nicht auf der obenstehenden Skala eingetragen sind. Beispielsweise gibt es Filme mit ISO 64/19° oder ISO 125/22°, meist Schwarzweiss-Filme und/oder Diafilme. Bei Farbnegativfilmen sind allerdings überwiegend die obigen Werte zwischen ISO 100 und ISO 1600 üblich.

Niedrig-, normal- und hochempfindliche Filme

Bei Kleinbildfilmen sind in der Hobby- und Urlaubsfotografie die Filme ISO 100, ISO 200 und ISO 400 die Gebräuchlichsten. Während man zwischen ISO 100 und 200 auf normalgroßen Papierabzügen gewöhnlich keinen Unterschied in der Feinkörnigkeit erkennen kann, ist es evtl. bei einem ISO-400-Film möglich, dass man schon etwas Filmkorn sieht. Es hängt u. A. von der Größe des Abzugs, aber auch von der Beschaffenheit des Motivs und der Helligkeit der Belichtung ab, wann das Filmkorn sichtbar wird, beziehungsweise ab wann es eventuell auch als störend empfunden wird.

Da mit höherer Empfindlichkeit des Films (man spricht auch von „schnelleren“ Filmen) die Bildqualität also schlechter wird (weniger Detailauflösung, mehr Körnigkeit), sollte man daher den Film so „langsam“ wie möglich, aber so „schnell“ wie nötig wählen. Nimmt man einen zu langsamen Film, kommt es leichter zu Verwacklungen. Hat man jedoch einen unnötig schnellen Film genommen, muss man durch das ‚gröbere‘ Filmmaterial und die stärkere Körnigkeit Abstriche an der Qualität hinnehmen.

Die niedrigempfindlichen Filme (z.B. ISO 25 oder ISO 50) finden aufgrund der notwendigen langen Verschlusszeiten im Hobby-Bereich selten Anwendung. Als normalempfindliche Filme gelten daher heutzutage ISO 100 (der „Sonnenschein-Urlaubsfilm“) und ISO 200 (mein Lieblingsfilm, mit dem man auch bei etwas weniger strahlenden Lichtverhältnissen gut zurecht kommt). Wer schnelle Motive fotografiert (z.B. Sportfotografie) wird vermutlich eher zu einem hochempfindlichen Film (ISO 400, oder seltener ISO 800) greifen, was ihm kürzere Verschlusszeiten ermöglicht.

Höchstempfindliche Filme

Die höchstempfindlichen Filme bringen (wie oben am Beispiel Adams zu sehen) deutliche Qualitätseinbußen, so dass sie wirklich nur dann eingesetzt werden sollten, wenn es nicht anders geht (wenn beispielsweise Blitz und Stativ nicht erlaubt sind und nur wenig Licht vorhanden ist). Wobei zu betonen ist, dass ein Film mit ISO 1600 noch deutlich weniger Filmkorn zeigt, als meine Experimente mit dem oben bereits gezeigten ISO-3200-Film.

Übrigens habe ich im Sommer 2005 in zwei Fotogeschäften nach höchstempfindlichen Filmen nachgefragt: ISO-1600-Farbnegativfilm wird nach wie vor produziert, aber ISO 3200, mit dem ich 1994 in Rom fotografiert habe, ist offenbar nicht mehr erhältlich. Daher zeige ich Euch noch einige Bilder mit diesen ‚grausam groben Filmkorn‘ – wie ich finde, hat dies durchaus auch seinen eigenen besonderen Reiz. Neben dem Verlust an Detailauflösung und dem deutlich sichtbaren Korn stellt man auch fest, dass dieser Film seine eigene Art hat, mit Farben und Kontrasten umzugehen. Hier also noch ein paar Bilder aus Rom und aus den Vatikanischen Museen (Musei Vaticani), zu denen auch die Cappella Sistina gehört. Meine Hommage an den krassesten Film, den ich je in meiner Kamera hatte, den „Konica SR-G 3200“:

Engelstatue, aufgenommen mit Konica SR-G 3200 Musei vaticani, aufgenommen mit Konica SR-G 3200 Laokoongruppe, aufgenommen mit Konica SR-G 3200

Natürlich sind die Ergebnisse eines einzelnen Farbnegativfilms mit ISO 3200 nicht als repräsentativ anzusehen, zumal die Bilder jeweils nur einen Ausschnitt des Fotos zeigen. Auch kann man daraus nicht ableiten, dass auch im S/W-Bereich das Filmkorn von höchstempfindlichen Filmen ähnlich grob sein muss. Wer es genauer wissen will, kann ja mal ein paar Tests machen und die Ergebnisse hier für den Fotokurs zur Verfügung stellen…

Einstellung der Empfindlichkeit, DX-Codierung

Als Benutzer einer Kleinbildfilm-Kamera oder einer anderen ‚analogen‘ Kamera ist es wichtig, dass die Kamera (bzw. der Belichtungsmesser) korrekt auf die Empfindlichkeit des gerade verwendeten Filmmaterials eingestellt ist. Bei ‚älteren‘ Kameramodellen muss dies von Hand geschehen. Vergisst man es, und legt z. B. einen ISO-400-Film ein, obwohl der Belichtungsmesser noch von ISO 100 ausgeht, werden logischerweise alle Bilder um das Vierfache (2 Blendenstufen) überbelichtet – der Film bräuchte ja eigentlich nur 1/4 des Lichts. Vermutlich ist mit den Bildern dann nicht mehr viel anzufangen, auch wenn Negativfilme im Gegensatz zu Diafilmen den Vorteil mit sich bringen, dass man (nicht allzu große) Unter- bzw. Überbelichtungen bei Herstellung des Papierabzugs ausgleichen kann.

Um solche Fehlbelichtungen durch falsch eingestellte Kameras möglichst zu vermeiden, haben sich die wichtigsten Kleinbildfilmhersteller Anfang der 1980er Jahre auf einen gemeinsamen Standard geeinigt, wie die Kamera schon an der Filmpatrone erkennen kann, welche Empfindlichkeit (und wie viele Aufnahmen) der enthaltene Film hat. Dieses Verfahren nennt sich DX-Codierung. Ein Bestandteil sind ‚Schachbrettcodes‘ auf der Patrone, die von der Kamera erkannt werden können. Genaueres findet sich unter dem Stichwort DX-Codierung in Wikipedia. Als Fotograf muss man sich dank der DX-Codierung meist heute gar nicht mehr um die Einstellung der richtigen ISO-Empfindlichkeit kümmern, da diese automatisch von der Kamera erkannt wird. Ein kurzer Kontrollblick beim Einlegen ist natürlich trotzdem nicht verkehrt. Besonders auf die Einstellung der Filmempfindlichkeit achten muss jedoch derjenige, der eine Kamera hat, die DX-Codes noch nicht unterstützt, oder wer Kleinbildfilme ohne DX-Code verwendet, oder wer nicht Kleinbildfilm (bzw. APS), sondern ein anderes Filmformat verwendet.

Push-Entwicklung

Was macht man aber, wenn man eigentlich einen ISO-400-Film bräuchte, aber in der Tasche hat man nur noch Filme mit ISO 200? Dann bietet sich die Möglichkeit der „Push-Entwicklung“ an: Darunter versteht man, dass der Film bei der Entwicklung so behandelt wird, dass er eine Empfindlichkeit von ISO 400 hat, obwohl es ein ISO-200-Film ist. Natürlich geht das auch mit anderen Filmen, das Pushen von ISO 200 auf ISO 400 ist also nur ein Beispiel. Es kann sogar um zwei Blendenstufen gepusht werden – beispielsweise von ISO 100 auf ISO 400. Allerdings ist beim Pushen um zwei Stufen mit gewissen Qualitätsverlusten zu rechnen.

Natürlich muss man den Film, den man später bei der Entwicklung im Fotolabor pushen lassen möchte, dann so belichten, wie es der gewünschten Filmempfindlichkeit entspricht. Daher muss man die Filmempfindlichkeit an der Kamera in den obengenanten Beispielen manuell auf ISO 400/27° umstellen. In Wirklichkeit wird der Film daher um 1 bzw. 2 Blenden unterbelichtet. Diese Unterbelichtung wird dann durch eine Verlängerung der Zeit im Entwicklerbad ausgeglichen. Foto-Fachlabors werden wissen, welche Entwickler geeignet für Push-Entwicklung sind, und wie dies im einzelnen funktioniert. Logisch, dass man für eine solche Entwicklung einen Aufpreis zahlen muss und dass eine Push-Entwicklung wahrscheinlich nicht beim Discounter um die Ecke zu bekommen ist, sondern eher im Foto-Fachhandel.

Mit der Push-Entwicklung lässt sich evtl. auch ein Film ‚retten‘, der versehentlich mit falsch eingestellter Filmempfindlichkeit belichtet wurde. Stellt man z.B. erst nach 10 oder 15 Aufnahmen fest, dass die Kamera trotz ISO-100-Film noch auf ISO 400 eingestellt ist, dann lässt man am besten für den Rest des Films diese Einstellung bestehen und sucht sich dann zur Entwicklung ein Fotolabor, das den Film um zwei Blendenstufen pusht. Ohne Pushen wären in diesem Fall alle Bilder unterbelichtet, dank Push-Entwicklung erhält man aber doch noch brauchbare Fotos.

Wenn der Film versehentlich überbelichtet wurde (beispielsweise ein ISO-400-Film eingelegt, aber der Belichtungsmesser der Kamera steht noch auf ISO 100), kann dies in gewissen Grenzen auch bei der Entwicklung ausgeglichen werden. Man spricht dann von einer Hold-Entwicklung.

In Wirklichkeit wird übrigens bei Push- und Hold-Entwicklung nicht wirklich die Filmempfindlichkeit verändert, sondern die „Gradationskurve“. Ein auf ISO 400 gepushter Film hat daher eine andere Farbwiedergabe und ein anderes Kontrastverhalten als ein echter ISO-400-Film. Beim Pushen um 1 Blendenstufe fällt dies aber noch nicht so sehr auf, zumindest bei den Negativfilmen, die ich bisher habe pushen lassen.

Wer möchte, kann daher mittels Push-Entwicklung eines ISO-1600-Films ebenfalls Bilder mit ISO 3200 machen und sich über gigantisches Filmkorn mit einer Rauhfasertapeten-Optik freuen. Für den Besuch in der Sixtinischen Kapelle würde ich jedoch eine sehr schnelle und gute Digital-Spiegelreflex empfehlen, die schneller als die vatikanischen Aufpasser ist und auch bei ISO 3200 noch deutlich bessere Fotos macht als ein entsprechend schneller Negativfilm. Doch dazu mehr in Lektion 8, wo es um die Einstellung der ISO-Empfindlichkeit an Digitalkameras geht.

Köln Hauptbahnhof 1995: gröbstkörnixter ISO 3200 SW-Film