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Fotogalerie: Architekturfotos

Stadt und Architektur

Hauptsächlich Köln und Bonn sind (bisher) die Städte, in denen ich auf Motivjagd gehe, um Architektur und Stadtansichten zu fotografieren. Weiter entfernte Orte zeige ich eher als Reisefotoserie in Rolands Fotokiste. Naja, ein paar Bilder sind auch von weiter weg. Schaut selbst, steht ja dran.

Ebenfalls Fotos zum Thema Stadt/Architektur findet man in meiner Fotoserie über die Bonner Südstadt.

Die Flut

Altstadt Köln im Hochwasser
1994, EOS 1000

Technisch noch nicht so perfekt fotografiert, aber dafür eine Ansicht mit extra viel Rhein: Das erste Hochwasser des Jahres 1994 in der Kölner Altstadt, fotografiert von der Deutzer Brücke.

Beruflich komme ich übrigens ständig über die Deutzer Brücke und sehe immer wieder Fotografen, die Nachtaufnahmen mit Stativ probieren. Was sie leider wohl nicht bedenken: So eine Brücke schwingt ganz beträchtlich, und es liegt eher an der vorbeifahrenden Stadtbahn als am Stativ, wenn das Bild dennoch verwackelt ist.

Kitschpostkarte

Köln, Blick vom Rheingarten zum Dom
1994, EOS 5

Kurz vor dem Rom-Urlaub 1994 habe ich in eine neue Kamera investiert, die Canon EOS 5. Mit Stativ und Kamera zog ich mal wieder im Dunkeln in die Kölner Altstadt. Der abendliche Blick vom Rheingarten zum Dom eignet sich natürlich hervorragend als Motiv für eine Kitschpostkarte. Nur die Gegenlicht-Reflexe stören etwas den ramontischen Gesamteindruck…

Achtung Touristenfalle

Barbarathermen mit Schwimmbad-Schild
2002, C-3000 Zoom

Dass Urlaubsprospekte zu fiesen Übertreibungen neigen, wenn es um die Qualität von Hotel und Stand in südlichen Gefilden geht, ist ja hinlänglich bekannt. Doch auch die Stadt Trier nimmt es offenbar nicht so genau: Von dem beheizten Schwimmbad sieht der Städtetourist nur noch ein paar Ruinen. Daher empfehle ich dringend, nicht in Städte zu reisen, die seit 2000 Jahren ihre Schwimmbäder nicht mehr modernisiert haben.

Fotografisch ist das Bild natürlich nichts Besonderes. Aber den Spass mit diesem witzigen Schild in den Barbarathermen des römischen Trier wollte ich Euch nicht vorenthalten.

Dreamy Amsterdam

Magna Plaza Amsterdam
2003, C-3000 Zoom

Ein „verträumtes“ Foto aus dem Magna Plaza in Amsterdam, einem Einkaufstempel des gehobenen Geldbeutels.

Da die Dame so passend verwischt durch die Bildecke huschte, habe ich das Foto am Rechner noch etwas versoftet. Ist zwar kein High-Key (zumal das Hauptmotiv ja auch schwarz ist), aber es geht in eine ähnliche Richtung. Früher hat man teure Softfocus-Objektive gekauft oder sein Frontfilter mit Vaseline beschmiert. Heute kann man am Rechner simulieren und sich ggf. auch für eine nur sehr dezent gesoftete Version entscheiden.

Chorruine Heisterbach

Blick in das Gewölbe der Heisterbacher Chorruine
2003, C-3000 Zoom

Die Heisterbacher Chorruine im goldenen Licht der Abendsonne. Damit die Schatten nicht zu sehr „verblauen“, wurde das Bild im Virtual Photographer Plugin etwas wärmer getont. Dadurch stellt sich das Gemäuer trotz der starken Kontraste harmonischer dar.

Das Foto ist gleichzeitig ein Beispiel für Chromatische Aberration, wie man den Objektivfehler nennt, der sich an den starken Kontrasten der Himmels-Kanten zeigt.

Bonnensia Beach

Hauptpost mit Liegestuhl
2004, Caplio R4

Ein einfacher Schnappschuss, aufgenommen mit meiner damaligen Immerdabei-Schnappschusskamera Ricoh Caplio R4. Wem das Gebäude bekannt vorkommt: Es ist die Hauptpost in Bonn, und in Rolands Fotokurs hat sie bereits als Motiv für das Thema Fokussierung und Schärfe gedient. Deshalb auch die Werbetafel vor der Post, die auf Rolands Fotokurs hinweist. :-)

Wie man sieht, ist das Foto in der (Abend-)Dämmerung entstanden, so dass die Farben im Hintergrund nicht besonders kräftig rüberkommen. Um wenigstens den knallroten Liegestuhl kräftig leuchten zu lassen, wurde der eingebaute Mini-Blitz der Kamera zugeschaltet.

Wer sich nun fragt, ob die Stadt Bonn das Beethoven-Denkmal gegen einen zentralen Sandstrand ausgetauscht hat: Nein, Beethoven blieb unbehelligt, aber auf dem Münsterplatz wurde Anfang Mai 2006 ein Beachvolleyball-Turnier ausgetragen, weshalb sich der Platz für ein Wochenende in einen ‚Strand‘ (bei Ebbe…) verwandelt hatte.

Kölner Dom

Dom zu Köln, unbestuhlt
2005, EOS 20D

Dieses Foto entstand kurz vor dem Weltjugendtag 2005 im Kölner Dom. Um Platz für die Pilger zu machen, wurden die Holzbänke aus dem Dom gebracht. Während dieser Arbeiten war das Mittelschiff für Besucher gesperrt, so dass sich die Möglichkeit zu dieser ungewöhnlichen, menschenleeren Ansicht des Doms ergab.

Urprünglich waren Kathedralen wie der Dom zu Köln übrigens ohne Bestuhlung vorgesehen. Es gab nur Stehplatzkarten. ;-) Den „Luxus“ mit den Holzbänken hat man erst später eingeführt. Man sieht den Dom also hier in etwa so, wie er von den mittelalterlichen Baumeistern erdacht wurde. Die Orgel und die elektrische Beleuchtung sind jedoch auf mittelalterlichen Fotos ;-) des Doms noch nicht zu sehen…

Die Perspektive des Bildes wurde nachträglich leicht am PC korrigiert, damit die Säulen „schön gerade“ erscheinen.

Zu diesem Foto (und dem nächsten) gibt es eine kleine Bildbesprechung im Fotografie-Diskussionsforum auf http://www.traumflieger.de.

Stuhl Petri

Sitzmöbel im Kölner Dom
2005, EOS 20D

Dieses Foto entstand kurz vor dem Weltjugendtag 2005 im Kölner Dom. Vermutlich ist der Stuhl in der Mitte für den Besuch von Papst Benedikt XVI vorgesehen.

Da die Benutzung eines Stativs leider untersagt wurde, habe ich mit Leitzahl 42 des externen Aufsteckblitzes gnadenlos im Dom rumgeblitzt. Was 1000 Japaner in ‚unserem‘ Dom dürfen (mit ihren Kompaktknipse-Miniblitzen), darf ich als ‚Kölscher Jung‘ ja wohl schon lange. :-) Bei ISO 1600 hat der Blitz eine beeindruckende Reichweite, und die Bilder werden deutlich besser als ohne Blitzeinsatz. Durch den Blitz erklärt sich, warum die erste Säule einen kühleren Farbton hat als die weiter entfernten Säulen.

Die Perspektive des Bildes wurde nachträglich am PC korrigiert, damit die Säulen „schön gerade“ erscheinen.

Posttower Bonn

Post-Hochhaus, Bonn
2008, Zenza Bronica

Posttower Bonn im Sommer 2008. Aufgenommen mit einer Zenza-Bronica-Mittelformatkamera auf Rollfilm Fujichrome Provia 100. Die Kamera wurde mir freundlicherweise für einige Wochen geliehen, so dass ich zwei Testfilme belichtet habe. Vielen Dank nochmal an Petra für’s Ausleihen und Erklären.

Aufnahme vom Stativ mit 105mm Festbrennweite, was am Mittelformat knapp über der Normalbrennweite liegt (die meist mit 85mm angegeben wird). Das knapp 6x6cm große Dia wurde mit meinem Flachbettscanner CanoScan 8800F mit 2400dpi eingescannt, so dass man ein Bild mit gut 27 Megapixeln enthält! Außer geringer Tonwertkorrektur und Wegstempeln von Stäubchen und Häärchen (die sich ausgerechnet beim besten Dia der Serie besonders zahlreich mit auf den Scanner oder Film gemogelt haben) keine weitere Nachbearbeitung, wenn man von dem üblichen Verkleinern/Nachschärfen fürs Web absieht.

Wasserturm

Wasserturm, Glaskugelfoto
2008, EOS 20D

Dies ist mein erstes Glaskugel-Foto, das mit einer in Ebay für etwa 20 Euro erstandenen „Wahrsagekugel“ gemacht wurde. Es zeigt den denkmalgeschützten alten Wasserturm in Bornheim-Brenig im schönen Vorgebirge.

Glaskugelfotos sind nichts Neues – wenn man z. B. in der FotoCommunity nach „Glaskugel“ sucht, findet man hunderte vergleichbarer Bilder. Dennoch ist es eine interessante Angelegenheit, die optischen Eigenschaften dieses „Fisheye“-Ersatzes auszutesten. Aber aufgepasst: Die Glaskugel niemals unbeaufsichtigt in der Sonne liegenlassen, da sich sonst die Umgebung durch das Brennglas entzünden kann. Das kommt weder gut auf einer trockenen Wiese noch auf dem Beifahrersitz des Autos.

Außerdem wissen wir ja spätestens seit „Der Herr der Ringe“, dass man seinen Palantir immer nur zugedeckt transportieren soll, weil es sonst zu gefährlich ist…

Zu diesem Foto (und dem folgenden) gibt es eine kleine Bildbesprechung im Fotografie-Diskussionsforum auf http://www.traumflieger.de.

Sankt Evergislus

Glaskugelfoto
2008, EOS 20D

Mein zweites Glaskugel-Foto zeigt die katholische Pfarrkirche Sankt Evergislus in Bornheim-Brenig.

Die Kugel besteht aus einem magnetischen Spezialglas, und in den herabhängenden Holzpfahl wurden zuvor einige Eisennägel eingeschlagen, damit die Kugel daran hängen bleiben kann.

Scherz beiseite: Das Bild wird hier so gezeigt, wie es aufgenommen wurde – bekanntlich steht die Aufnahme in der Kamera ja auch Kopf. In der zuvor erwähnten Bilderbesprechung auf traumflieger.de sieht man auch eine Version der Aufnahme in der üblichen Lage. Und sogar eine, wo per EBV nur die Kugel gedreht wurde.

Übrigens hat es das Bild (in der ungedrehten Version) zu Weltberühmtheit gebracht, da es Titelbild des Dorfkalenders 2011 von Brenig geworden ist. Siehe sanktevergislus.de.

Wolkenburg Köln

HDR der Wolkenburg Köln
2008, EOS 20D

Wolkenburg Köln, 1. Dezember 2008. HDR mit Tonemapping, erzeugt mit Photomatix Pro 2.2.4. Die 8 Ausgangsbilder wurden mit dem Superweitwinkelzoom Tokina 11-16 f/2,8 bei Blende 11 aufgenommen mit Belichtungszeiten zwischen 20 Sekunden und 1/6 Sekunde. Nach Tonemapping Korrektur des Himmels durch Einfügen eines Originalhimmels mit 10% Transparenz, um die Halos zu mildern. Dann leichte perspektivische Entzerrung.

Bogen zum Licht

Bogengänge des Amphitheaters
2009, EOS 20D

Ausflug nach Xanten mit Besichtigung des archäologischen Parks. Die schon tief stehende Sonne schickte ihr warmes Licht durch die Bogengänge des (rekonstruierten) Amphitheaters.

Um die Unterschiede in der Farbtemperatur zwischen Schatten- und Sonnenpartien etwas abzumildern, wurde das Foto mit dem „Virtual Photographer“ Plugin noch mit einer „Spicy“-Tonung überlagert. Das gleiche Plugin hat nach dem Verkleinern noch ein leichtes „Filmkorn“ über das Foto gelegt, weil dadurch die Steine des Mauerwerks noch plastischer wirken.

Holocaustdenkmal

Denkmal für die ermordeten Juden Europas
2009, EOS 20D

Berlin, Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Regentag zwischen den Stelen. Für mich stellte sich (neben dem Mistwetter) das Problem, dass das Denkmal von sich aus keinen direkten optischen Bezug zum Judentum, zur Schoah oder zur deutschen Geschichte erkennen lässt.

Daher habe ich mit dem Davidsstern, den ich per Finger in die Regentropfen gemalt habe, nachgeholfen. Dass man das „so oder so“ werten kann, ist mir klar. Immerhin hat der Künstler sich vermutlich was bei gedacht, wenn er die Stelen gerade nicht mit typisch jüdischen Symbolen gekennzeichnet hat.

Den Bezug zur jüdischen Geschichte habe ich also nur über diesen Trick fotografisch umsetzen können.

Denkmal für die ermordeten Juden Europas Spiegelung des Reichstags im Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Den zweiten Bezug wollte ich zur deutschen Geschichte darstellen – immerhin steht die Gedenkstätte in Sichtweite deutscher Geschichte. Man sieht eben NICHT den Bundestag, sondern den Reichstag, der sich hier auf einer der nassen Stelen spiegelt. Allerdings ist dem Bild alleine dies nicht anzusehen; es könnte auch eine Regenwasserspiegelung sonstwo sein. Im Kontext mit den anderen Bildern ist aber klar, dass es dort aufgenommen wurde. Weshalb ich die Bilder hier als kleine Serie zeige.

Zeigt man mehr von den Stelen, dann ist der Reichstag super weit weg und winzig klein. Jedenfalls habe ich keine günstigere Perspektive gefunden, um den optischen Bezug deutlich zu machen.

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Dias digitalisieren

Scannen oder abknipsen: Digitalisieren von Dias

Wer schon zu „analogen Zeiten“ viel fotografiert hat, oder wer auch heute im „digitalen Zeitalter“ nicht vor der Verwendung von Filmmaterial zurückschreckt, kennt das Problem: Wie bekommt man die analogen Bilder in guter Qualität und mit möglichst geringem Zeit- und Geldeinsatz in den Rechner? Während es bei Papierbildern kaum Alternativen zu den üblichen Flachbettscannern gibt, eröffnen sich dem (ehemaligen?) Dia-Fotografen verschiedene Wege, von denen ich hier einige vorstellen möchte.

Ich selbst stand schon vor einigen Jahren vor der Frage, wie ich über tausend Dias aus dem fotografischen Nachlass meines Großvaters ins digitale Zeitalter hinüberretten könnte. Von meinen Wegen und Irrwegen bei der Dia-Digitalisierung soll nun die Rede sein. Das Folgende ist daher eine Mischung aus persönlicher Erfahrung und dem Wissen um die heutigen Möglichkeiten, die mir allerdings zunächst noch nicht zur Verfügung standen.

Erste Versuche: Scanner für Einzeldias

Ebertplatz ca. 1959, Fillm Scanner 1800
Film Scanner 1800

Meine ersten Diascan-Versuche machte ich mit einem „Film Scanner 1800“, der baugleich von verschiedenen Anbietern erhältlich war. Meiner war – wenn ich mich recht erinnere – von Mediax, aber bis auf die Gehäusefarbe sah er genauso aus wie das Nachfolgemodell von Reflecta, das auf filmscanner.info als Reflecta Filmscanner i-Scan 3600 vorgestellt wird. Wie die Namen schon vermuten lassen, hatte mein Scanner allerdings nur 1800dpi statt 3600dpi Auflösung, was für einen Kleinbild-Diascan ziemlich wenig ist.

Die Bilder in dem verlinkten Artikel zeigen das Bedienkonzept: Es wird jeweils 1 gerahmtes Dia eingelegt, bzw. 1 Bild eines Dia- oder Negativstreifens kommt unter der Scan-Einheit zu liegen. Dadurch ist man quasi permanent beschäftigt, so dass das Scannen sehr zeitaufwändig ist. Für mittelgroße oder gar große Diasammlungen ist solch ein Gerät m.E. nicht zu empfehlen.

Was die Bild-Auflösung betrifft, sei zunächst folgendes in Erinnerung gerufen: Ein Kleinbild-Dia hat eine Bildfläche von 36 mal 24 mm, das sind knapp 1,5 mal 1 Zoll. Wenn ein Scanner nun lediglich mit 1800 dpi scannt, so ergibt dies ein Bild von knapp 2700 mal 1800 Pixeln – das sind knapp 5 Megapixel. Tatsächlich hat der hier gezeigte Beispiel-Scan in Originalgröße 2480 x 1690 Pixel, das sind etwa 4,2 Megapixel.

Auch in der Internet-Verkleinerung auf etwa 900×600 Pixel ist deutlich erkennbar, dass das Bild (Ebertplatz in Köln, ca. 1959) keine besonders gute Scan-Qualität aufweist. Da der Scanner keine Staub- und Kratzerentfernung aufweist, sieht man z.B. im Bereich des Himmels eine ganze Menge „unbekannte Flugobjekte“, die das Bild nicht gerade verschönern. Und das, obwohl ich den Glasrahmen von außen durchaus geputzt hatte.

Universallösung: Durchlicht-Flachbettscanner

Ebertplatz ca. 1959, CanoScan 8800F
CanoScan 8800F

Schon besser geeignet für mittelgroße Diasammlungen erschien mir in Anbetracht des recht günstigen Preises von knapp 200 Euro ein hochwertiger Flachbettscanner mit Staub- und Kratzerentfernung. Ich entschied mich letzlich für den CanoScan 8800F von Canon. Diesen kann man wahlweise als normalen Flachbettscanner für Papierbilder, Bücher, Briefe, etc. verwenden. Oder aber als Durchlicht-Scanner für Dias und Negative. Dazu wird die weiße Innenseite des Deckels entfernt, so dass dort eine Durchlicht-Einheit freigelegt wird. Auf die Glasscheibe kommt dann einer von 4 mitgelieferten Kunststoffrahmen: Entweder für 4 gerahmte Dias, oder für zwei Streifen Kleinbildfilm (Dia oder Negativ), oder für Mittelformatfilm bzw. Mittelformat-Dias.

Dadurch, dass man 4 Bilder auf einmal einlegt und nach einer schnellen Vorschau mit wenigen Klicks die nötigen Korrekturen eingestellt hat, braucht man während der folgenden ca. 10-15 Minuten Scan-Vorgang nicht die ganze Zeit am Rechner zu bleiben. Man kann also Socken bügeln oder Katze kraulen, etc. Erst wenn es am Rechner wieder so verdächtig still ist, macht man die noch nötige Nachbearbeitung – eventuell eine schnelle abschließende Tonwert- und Farbkorrektur, oder was sonst noch nötig erscheint. Nach dem Speichern der 4 Bilder legt man die nächsten 4 Dias ein und bereitet den nächsten Scan vor, indem man auf Vorschau klickt und die nötigen Einstellungen vornimmt. Zwar dauert es immernoch lange, bis man so einen ganzen Film bzw. ein ganzes Magazin mit 36 oder 50 Aufnahmen gescannt hat, aber man muss nicht permanent irgendwelche Handgriffe machen wie bei einem Einzeldia-Scanner.

Das „Scangear“-Programm, das dem Scanner von Canon beigelegt wurde, macht seine Arbeit einigermaßen ordentlich, aber leider nicht perfekt. Die Bildausschnitte werden nicht immer automatisch korrekt erkannt, und auch die Anpassung von Farben und Tonwerten lässt manches Mal zu wünschen übrig. Daher scanne ich mit „Farbe (48 Bit)“ aus PhotoImpact 12 heraus. Den Dateien mit einer Farbtiefe von 16 Bit pro Farbkanal verpasse ich dann in PhotoImpact noch die notwendigen Korrekturen und speichere sie dann als Jpg, wobei sie automatisch auf 24 Bit reduziert werden – nun allerdings unter Ausnutzung des vollen Tonwertumfangs.

Zunächst hatte ich vor, die Diasammlung auch nach dem Scan aufzuheben. Dies führte dazu, dass ich auch manches Dia im Glasrahmen gescannt habe, das sicherlich ohne Glas- und Schmutzschichten wesentlich besser erfasst worden wäre. Als die Entscheidung fiel, die Dias doch nicht aufzuheben, habe ich die Glasrähmchen jeweils entfernt und die Dias für den Scan-Vorgang kurzfristig jeweils in Hamafix-Rähmchen gerahmt. Das geht superschnell und bringt deutlich bessere Ergebnisse. Nur 8 glaslose Rähmchen waren nötig: Während des Scans von 4 Dias wurden die nächsten 4 Rähmchen geleert und neu befüllt. Meine Empfehlung ist daher eindeutig: Lieber umrahmen und ohne Glasrähmchen scannen. Insbesondere Diarähmchen mit Anti-Newton-Glas haben das Scan-Ergebnis bei mir deutlich verschlechtert.

Zu den beiden bisher vorgestellten Scannern noch ein direkter Bildvergleich. Es handelt sich jeweils um einen 100%-Ausschnitt aus den oben gezeigten Aufnahmen von 1959 (im Glasrahmen). Links die Darstellung des 1800dpi-Scanners, rechts das Ergebnis des CanoScan 8800F bei 2400dpi. Das CanoScan-Bild wurde zwecks besserer Vergleichbarkeit entsprechend nachgeschärft, ansonsten sind die Ausschnitte aber unbearbeitet (für die 100%-Darstellung bitte anklicken):

100% Crop aus beiden Scans
Links: Film Scanner 1800. Rechts: CanoScan 8800F mit 2400dpi

Wie man sieht, darf man von den zusätzlichen dpi bei durchschnittlichen Hobbydias auch keine Wunder erwarten. Auch mit 2400 ppi werden nicht wirklich mehr Details sichtbar als mit 1800 ppi. Bei professionelleren Aufnahmen wird dies natürlich anders sein, aber da nimmt man auch besser einen professionelleren Scanner. In Anbetracht der geringen heutigen Speicherpreise und des doch erheblichen Aufwandes würde ich aber dennoch bei Kleinbilddias ein Scannen mit mindestens 2400 ppi empfehlen.

Der Test des CanoScan 8800F auf filmscanner.info hat ergeben, dass die tatsächliche optische Auflösung etwa 1600 ppi beträgt, auch wenn man im Scanprogramm eine höhere Auflösung einstellt. Man bekommt dann zwar mehr Pixel, aber nicht wirklich mehr Bildinformationen. Daher scanne ich auch nur mit 2400 ppi und nicht höher. Generell kann man bei Flachbettscannern nicht erwarten, dass sie tatsächlich so hoch auflösen wie richtige Filmscanner. Für meine Hobby-Zwecke kann ich allerdings mit diesem recht preiswerten Kompromiss gut leben. Ohnehin werden die alten Dias nun hauptsächlich am Rechner betrachtet und nicht großformatig in Hochglanzmagazinen veröffentlicht.

Das oben gezeigte großväterliche Bild vom Kölner Ebertplatz hat es übrigens bis zum Titelfoto eines Buches gebracht – daher der Neuscan, den ich Euch hier zum Vergleich vorstellen konnte. Das Buch findet Ihr z.B. auf Amazon: Vom Adolf-Hitler-Platz zum Ebertplatz.

Schnell und roh: Dias abfotografieren

Mittlerweile gibt es einige optimistisch stimmende Berichte von Hobbyfotografen, die ihre Diasammlung mit der Digitalkamera digitalisiert haben. Statt langem Scan-Vorgang wird dabei jedes Dia kurz abfotografiert. Wenn man dazu einen Diaprojektor umrüstet, geht dies recht schnell. Die Dias können in den Magazinen bleiben – nur Hochformataufnahmen sollte man vorher drehen.

Stünde ich noch einmal vor dieser Aufgabe, würde ich diesen Weg wählen. Aber meine Sammlung ist mittlerweile gescannt; daher kommt es für mich zu spät. Zwei Erfahrungsberichte möchte ich hier verlinken:

Dias schnell digitalisieren
Dias abfotografieren – oder: der schnellste Weg zum guten Digibild

Im Prinzip finde ich die beiden Schilderungen sehr überzeugend. Gegenüber den hier aufgeführten Arbeitsweisen würde ich allerdings folgende Änderungen ausprobieren:

Auch wenn man mit fest eingestellter Belichtung den kompletten Kontrastumfang in einer Raw-Datei abbilden kann, so würde es mir bei meinen früher oft fehlbelichteten Aufnahmen nicht darum gehen, die Helligkeits- und Farbeigenschaften des Dias möglichst exakt wiederzugeben. Ich würde vielmehr eine automatisch optimierte Wiedergabe bevorzugen. Unterbelichtete Bilder dürften ruhig aufgehellt abfotografiert werden – also mit längerer Belichtungszeit. Daher erscheint mir ein Versuch mit Zeitautomatik (Av) und Blende 16 recht sinnvoll. Natürlich muss man darauf achten, dass dadurch nicht helle Tonwertbereiche abgeschnitten werden, also eventuell Zeitautomatik mit leichter Minuskorrektur.

Auch farbstichige Aufnahmen (z.B. bei Tageslichtfilm im Kunstlicht) könnten sich vermutlich automatisch korrigieren lassen, wenn man der Kamera den automatischen Weißabgleich erlaubt. Da man in Raw digitalisiert, lassen sich spätere Korrekturen des Weißabgleichs nötigenfalls noch immer verlustfrei vornehmen. In den meisten Fällen dürfte aber der automatische Weißabgleich ganz ordentliche Ergebnisse bringen.

Wer selber praktische Erfahrungen mit dem Abfotografieren von Dias gemacht hat, kann uns ja hierzu unten in den Leserkommentaren zu dieser Seite seine Meinung schildern.

Luxus mit kleinen Tücken: Magazinscanner

Gerade wollte ich meinem Vater die im vorigen Unterabschnitt geschilderte Abfotografiererei schmackhaft machen, da kam er mit einem Gegenvorschlag: Sein Bruder habe nämlich einen Magazinscanner, den er ihm evtl. für einige Wochen oder Monate leihen könnte. Das erschien uns daher als die einfachste Variante, ohne große Experimente und handwerkliche Eingriffe.

Als er den Diascanner abgeholt hatte, fuhr ich einen Tag lang hin, um die Scan-Software zu installieren und eine Einführung in die Bedienungs-Grundlagen zu geben. Es handelt sich um einen Reflecta DigitDia 4000, ein Gerät der Preisklasse über 1000 Euro, von dem mittlerweile der Nachfolger DigitDia 5000 erschienen ist.

Cyberview: Falscher Bildzuschnitt bei Tiff-SpeicherungDie ersten Versuche mit der Cyberview-Software waren allerdings ernüchternd. Wir wollten zwecks höherer Farbtiefe als Tiff-Dateien scannen, aber die Bilddateien enthielten jeweils ein quadratisches Bild, in dem die untere Bildhälfte über dem ansonsten korrekt dargestellten Dia ein zweites Mal zu sehen war – so wie rechts in der Abbildung gezeigt. Auf der Suche nach einer Lösung für diesen Bildfehler stießen wir dann auf den Hinweis, lieber gleich die ebenfalls beiliegende Software Silverfast AI zu verwenden.

Silverfast steht zwar in dem Ruf, sehr gute Scan-Ergebnisse liefern zu können, aber die Bedienung ist wenig intuitiv und ziemlich ungewöhnlich. Zum Glück ließ sich eine gelungene Anleitung ergurgeln, nämlich diese Pdf-Datei von jostark.de:

Scannen von Dias mit Reflecta DigitDia 4000 und Silverfast AI

Also die Seiten 2 bis 9 ausgedruckt (Seite 1 ist nur maximale Tintenverschwendung) und los gingen unsere Versuche mit Silverfast. Gegenüber der ausführlich geschriebenen Anleitung haben wir nur wenige Änderungen vorgenommen:

Auf Seite 5 wird in der unteren Dialogbox zweimal „Adobe RGB“ eingestellt. Dies erscheint mir für die meisten Hobby-Anwender wenig empfehlenswert. Solange man zuhause nicht sämtliche Arbeitsschritte der Fotobearbeitung kalibriert und für das Adobe-RGB-Farbprofil vorbereitet hat – von der Erzeugung (Scanner, Digitalkamera) über die Bildbearbeitung bis zur Ausgabe (Drucker, externer Fotobelichter) – solange erscheint mir die Verwendung des erweiterten Farbraums Adobe RGB nicht sinnvoll. Man handelt sich eher seltsame Probleme mit flauen Farben etc. ein. Also diese Einstellungen besser auf „sRGB“ belassen, dem allgemeinen Standard.

Das auf Seite 9 empfohlene nachträgliche Verkleinern der 3600ppi-Scans auf 85% (mit einem batchfähigen Bildbearbeitungsprogramm) haben wir auch weggelassen. Wenn nötig, kann man dies später noch immer machen. Der zusätzliche Arbeitsschritt spart zwar etwas Speicherplatz, aber wirkliche Vorteile kann ich darin nicht erkennen – eher das Risiko, dass die Bildqualität doch darunter leiden könnte. Dann lieber die Jpg-Dateien so lassen, wie sie sind. Festplattenplatz ist ja heutzutage nicht mehr soooo knapp.

Silverfast AI: Jpg-SpeicherfehlerNachdem die erste Urlaubsreise mit knapp 500 Dias (in 10 Magazinen) gescannt wurde, konnten wir folgendes Zwischenfazit ziehen: Bei 5 oder 6 Dias traten seltsame Bildfehler auf – wie rechts zu sehen. Etwa 1% der Bilder erforderten also einen zweiten Scan. Offenbar kommt die Windows-Version von Silverfast AI da bei der Jpg-Speicherung durcheinander. Eine Internetsuche und eine Problembeschreibung im Traumflieger-Forum brachte leider auch keine Lösung. Beim Zweitscan der fehlerhaften Bilder waren noch immer 2 von 5 fehlerhaft (40%!). Aber beim dritten Versuch packte es der Scanner dann. (Bei Versuch 4 würde ich das Dia um 90 Grad drehen und nach dem Scan zurückdrehen, um den Jpg-Algorithmus auszutricksen.) Ein ärgerlicher Fehler, aber man kann damit leben, da er ja nur sehr selten auftritt. In jedem Fall sollte man sich die Scans in voller Bildschirmgröße kritisch anschauen, bevor man die entsprechenden Dias ausrangiert.

Soweit also bisher meine Erfahrungen und Tipps zum Thema Diascan. Praktisch wäre es, wenn sie sich entsprechend auch auf Kleinbild-Negative übertragen ließen, denn davon habe ich auch noch einige tausend in mehreren Fotokisten. Den Negativen wird man jedoch nicht so leicht mit Magazinscannern oder mit Abfotografieren beikommen können, denn sie sind bekanntlich nicht gerahmt. Da wird’s wohl irgendwann einmal auch der Flachbettscanner richten müssen…

Frisch auf dem Leuchttisch: Paris 1954

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Aufbaukurs Fotografie Fotokurs

Aufbaukurs, Lektion 3

Alles so schön bunt hier: Die Farbtiefe

Die vorigen beiden Lektionen hatten gezeigt, dass die (technische) Qualität eines digitalen Fotos zunächst einmal von der Pixelzahl und indirekt auch von der Sensorgröße abhängig ist. Aber auch die Anzahl der Farben, die jedem einzelnen Pixel zur Verfügung stehen, bestimmt die Güte einer Bilddatei – und damit auch ihre Größe. Darum geht es auf dieser Seite.

Ein kleiner geschichtlicher Rückblick

Farbtiefe 1 Bit (S/W), Maria Laach
S/W, 1 Bit

Die ersten gebräuchlichen Monitore in der „Steinzeit“ der PC-Geschichte stellten jeden Bildpunkt in genau zwei Farben dar: Entweder war der Punkt an oder aus. Je nach Bildschirmmodell sah man gewöhnlich grüne oder „bernsteinfarbene“ Buchstaben auf schwarzem Grund. Wenn der Monitor mal ausnahmsweise nicht im Text-Modus war, wo er nur Buchstaben ausgeben durfte, dann hatten auch die damaligen Grafiken nur diese zwei Zustände. Für jedes Pixel brauchte man also 1 Bit, das entweder auf 1 oder auf 0 – auf an oder auf aus – geschaltet war. Wollte man eine Grafik mit Schattierungen (Graustufen) ausgeben, dann wurden die grauen Bereiche aus einem Raster von schwarzen und weißen Pixeln gemixt – so ähnlich wie sich das Bildbeispiel rechts nach Anklicken präsentiert. Für die Wiedergabe und Bearbeitung von Fotos war das wirklich noch nichts.

4 Farben (CGA), 2 Bit, Sokoban
4 Farben (CGA), 2 Bit

Als dann die ersten farbfähigen Computersysteme auftauchten, konnte der Rechner nur aus einer Palette weniger Farben auswählen. Links ein Bildschirmfoto eines CGA-Monitors. Man sieht eine Szene aus dem legendären Spiel Soko-Ban von 1984, und deutlich ist zu erkennen, dass die Grafik außer aus den „Farben“ Schwarz und Weiß nur noch zwei zusätzliche Farben hat: Magenta („Telekom-Lila“) und Cyan (Hellblau).

Pixel-Grafik 2 BitUm ein solches Bild zu speichern, benötigt es 2 Bit pro Pixel – mit den Kombinationen 00, 01, 10 und 11 lassen sich vier verschiedene Zustände beschreiben. Zusätzlich muss in der entsprechenden Grafik-Datei natürlich noch hinterlegt sein, welche Kombination für welche Farbe steht, also beispielsweise 00 für Schwarz, 11 für Weiß, 01 für Cyan und 10 für Magenta. Denn eine andere Grafik verwendet vielleicht statt Lila und Hellblau lieber Grün und Gelb. Aber die gewünschte Farbpalette muss nur einmal in der Datei hinterlegt sein – für das jeweilige Pixel reicht dann die entsprechende Farbnummer.

Farbtiefe 2 Bit (4 Farben), Maria Laach
4 Farben, 2 Bit

Das gleiche Kirchenbild als Schwarzweiß-Foto mit nur 4 Graustufen zeigt die Abbildung rechts. Außer einem Beinahe-Schwarz und einem Fast-Weiß gibt es bei der hier verwendeten Farbpalette noch zwei mittlere Grautöne. Statt Grauwerten hätte man natürlich auch Farben nehmen können – aber damit sah es noch schlimmer aus…

Mit fortschreitender Technik war es dann auch bald möglich, 3 Bit pro Pixel zur Verfügung zu stellen. Und schon konnte man mit den Zuständen 000, 001, 010, 011, 100, 101, 110 und 111 insgesamt 8 verschiedene Farben ansteuern – noch immer aus einer Palette, die der Grafikkarte vorher mitgeteilt werden musste, sofern die Grafikkarte nicht mit einer fest einprogrammierten Palette arbeitete, so dass man nur aus vorgegebenen Farben auswählen konnte.

Bitte 1 Bit – oder bringense gleich 8 Bit

Wer sich in Mathematik ein bisschen auskennt, erkennt in diesem System das sogenannte Binärsystem oder Dualsystem. Jede Zahlenstelle kann nur 2 Zustände annehmen: 0 oder 1. Mit 2 Stellen kann ich demnach – wie oben gezeigt – doppelt so viele Zustände beschreiben, nämlich 4 (von 0 bis 3). Mit jeder weiteren Stelle verdoppelt sich die Anzahl der Möglichkeiten:

  • 1 Bit: 2 Farben
  • 2 Bit: 4 Farben
  • 3 Bit: 8 Farben
  • 4 Bit: 16 Farben
  • 5 Bit: 32 Farben
  • 6 Bit: 64 Farben
  • 7 Bit: 128 Farben
  • 8 Bit: 256 Farben
  • 9 Bit: 512 Farben
  • 10 Bit: 1024 Farben
  • 11 Bit: 2048 Farben
  • 12 Bit: 4096 Farben
  • 13 Bit: 8192 Farben
  • 14 Bit: 16384 Farben
  • 15 Bit: 32768 Farben
  • 16 Bit: 65536 Farben
4 Bit (16 Farben), Maria Laach
16 Farben, 4 Bit

Mit 4 Bit, also 16 Farben, und einer auf das jeweilige Foto optimierten Palette, lassen sich schon erste farbfotoähnliche Darstellungen ermöglichen. Nach Größerklicken des Fotos sieht man aber deutliche Einschränkungen: Auch hier fällt gerade auf größeren Flächen auf, dass die Farben gerastert sind. Dieses Verfahren wird auch Dithering genannt.

Palette 16 Farben (4 Bit)Schaut man sich die Farbpalette des jeweiligen Bildes in einem Bildbearbeitungsprogramm an, dann sieht man, aus welchen 16 Farben das Bild zusammengesetzt ist. Die Plätze in der Palette sind mit Indexnummern durchnummeriert – bei einer 4-Bit-Grafik also von 0 bis 15. Für das Rot der Blüten stehen hier nur 2 Farbtöne zur Verfügung, die Palettenplätze 14 und 15. Die Nonnen der Klosterkirche Maria Laach wollen jedoch davon nichts wissen und wenden sich daher desinteressiert ab.

Farbtiefe 4 Bit (16 Farben) ohne DitheringZum Vergleich links noch ein 16-Farben-Bild, diesmal aber ohne Dithering. Man sieht, dass es deutlich stufiger wirkt. Das Dithering simuliert quasi eine größere Farbtiefe.

8 Bit (256 Farben), Maria Laach
256 Farben, 8 Bit

Mit 256 Farben sieht das Foto schon realistischer aus. Aber von einer Echtfarben-Darstellung ist es noch weit entfernt. Zwar wirken die meisten Flächen jetzt nicht mehr grob gerastert, aber z.B. der Rock der mittleren Nonne ist doch noch ziemlich stark gedithert. Offenbar benötigt das Foto doch noch weitaus mehr Farbtöne.

Palette 256 Farben (8 Bit)Der Blick auf die für dieses Foto optimierte 8-Bit-Farbpalette zeigt nun Indexnummern von 0 bis 255.

Bei dieser Farbtiefe von 256 Farben bzw. 8 Bit ist übrigens die Grenze dessen erreicht, was das Gif-Dateiformat speichern kann. Das ist der Grund, warum man Fotos besser als Jpg oder Tiff (oder einem anderen geeigneten Format) speichert. Würde man seine Fotos als Gif-Dateien speichern, dann würden sie auf maximal 256 Farben reduziert und es käme zu gravierenden Qualitätsverlusten.

Wer sich nun fragt, wofür es das Gif-Format denn dann überhaupt gibt und gerade im Internet viel verwendet wird: Es hat Vorteile bei Zeichnungen, Logos, etc. (die ja gewöhnlich nur aus wenigen Farben bestehen). Beispielsweise kann man eine der Farben als transparent erklären, so dass an diesen Stellen der Hintergrund der Website durchschimmert. Dazu später vielleicht mehr.

8 Bit S/W (256 Graustufen), Maria Laach
256 Graustufen, 8 Bit

Interessanterweise reicht eine Palette von 256 Tönen für die Graustufen-Darstellung von Schwarz-Weiß-Fotos aus. Mehr ist hier auch heute nicht üblich, wenn SW-Bilder im Internet angezeigt werden.

Bei der Bearbeitung von SW-Fotos mag es dennoch von Vorteil sein, eine höhere Farbtiefe nutzen zu können. Auch dazu später mehr.

Graustufen-Palette, 8 BitDer Blick auf die „Farbtabelle“ eines Graustufenbildes ist zunächst mal sehr „eintönig“. Bei jedem SW-Foto sieht sie gleich aus und enthält die gleichen Abstufungen von 0 (schwarz) bis 255 (weiß) – auch wenn evtl. gar nicht alle Grautöne in dem Foto genutzt werden, weil es weniger Graustufen benötigt.

Wenn man sich das Palettenfenster genauer anschaut, dann sieht man dort, dass der Wert für die Indexfarbe 255 (weiß) aus 3 Werten R, G und B besteht, die in diesem Falle auch jeweils den Wert 255 angenommen haben, während sie bei den farbigen Paletten jeweils unterschiedliche Werte für die angezeigte Farbe (die mit dem höchsten Index) haben. Was hat es damit auf sich?

Die Buchstaben R, G und B stehen für die 3 Grundfarben Rot, Grün und Blau, aus denen jeder Monitor die Farben mischt. Haben sie alle drei den höchsten Wert (255), dann entsteht strahlendes Weiß. Stehen alle drei auf einem mittleren Wert (z. B. 127), dann ergibt dies einen Grauton aus der Mitte der Graustufen-Palette. Und wenn alle drei Werte 0 betragen, dann bleibt das jeweilige Pixel schwarz.

Und wenn die Werte für R, G und B unterschiedlich sind, dann handelt es sich nicht um ein Graustufenbild, sondern um ein Farbbild. Womit wir wieder beim Thema wären.

Beispielsweise hat das letzte Kästchen der oben gezeigten 256-Farben-Palette die RGB-Werte 179,41,33. Man sieht schon mit einem Blick auf die Zahlen, dass der Rot-Anteil der höchste ist, dass es also ein gedeckter Rotton sein wird. Das ist im Prinzip das RGB-Farbmodell in seinen Grundzügen.

Her mit den Echtfarben! Weg mit der Palette!

24 Bit (True Color), Maria Laach
True Color (24 Bit)

Das Graustufen-Beispiel oben hat ja gezeigt, dass 256 Helligkeitsunterschiede ja schon einen ziemlich gleichmäßigen Eindruck hinterlassen und man im Normalfall keine Stufen mehr erkennt. Wenn man nun für jede der Grundfarben Rot, Grün und Blau 256 Werte verwendet, dann kann man damit Fotos hinreichend gut darstellen, ohne eine spezielle Palette zu benötigen.

Solche Bilder werden gewöhnlich als Jpg-Dateien gespeichert. Eine Jpg-Datei hat also für jede der RGB-Grundfarben jeweils 256 Abstufungs-Möglichkeiten, so dass sich eine Kombinationsmöglichkeit von 256 mal 256 mal 256 Farben ergibt, also 16.777.216 Farben.

Ein solches Bild braucht also pro Grundfarbe 8 Bit, was ingesamt 24 Bit ergibt.

Jeder Jpg-Datei stehen die gleichen 16,7 Millionen Farben zur Verfügung, es gibt also keine individuell für das jeweilige Foto optimierte Palette mehr.

Zunächst einmal erscheint die Zahl von 16,7 Millionen Farben riesig. Das menschliche Auge ist nicht in der Lage, so viele Farben zu unterscheiden. Dennoch sollte man schon jetzt im Sinn behalten, dass es „nur“ 256 Abstufungen pro Grundfarbe sind. Unter gewissen Bedingungen kann auch dies für eine stufenfrei aussehende Darstellung zu wenig sein.

Auch gibt es Farben, die nicht in diesen 16,7 Millionen RGB-Farben zu finden sind, die das menschliche Auge aber dennoch wahrnehmen kann. Wer sich näher für die doch recht komplizierte Materie interessiert, dem empfehle ich als Einstieg folgende Wikipedia-Artikel: RGB-Farbraum, FarbraumsRGB, Adobe RGB.

Wozu noch mehr Farbtiefe?

An dieser Stelle wird es Zeit für eine kleine „Zwischenprüfung“:

  • Welches Foto hat mehr Farben (also eine größere Farbtiefe): eine 16-Bit-Tiff-Datei oder eine 24-Bit-Jpg-Datei?

Nach dem bisher gelernten könnte man annehmen, dass es die Jpg-Datei wäre, denn bisher galt ja: „Mehr Bits, mehr Farben“. Aber natürlich war es eine fiese Fangfrage, denn aus mir unbekannten Gründen haben einige Leute bei Dateien mit größerer Farbtiefe auf einmal angefangen, die Farbtiefe pro RGB-Farbkanal anzugeben anstatt die des gesamten Bildes. Die 16-Bit-Tiff-Datei hat daher in Wirklichkeit 48 Bit und hat somit 65536 Abstufungen pro RGB-Farbkanal (statt 256 beim Jpg). 48 Bit ergibt rechnerisch unvorstellbare 281.474.976.710.656 Farbmöglichkeiten (281 Billionen, nämlich 655363 oder 248).

Um zu verstehen, wozu man „mehr als Echtfarben“ braucht, ist es ganz sinnvoll, uns kurz mit der sogenannten Histogramm-Anzeige zu beschäftigen, die auf manchen Digitalkamera-Displays und in den meisten Bildbearbeitungs-Programmen zu finden ist. Die folgenden Abbildungen zeigen die beiden Histogramme der oben gezeigten Kirchenbilder mit 4 bzw. 16 Farben:

Histogramme, 4 und 16 FarbwerteEin solches Histogramm zeigt die Helligkeitsverteilung innerhalb des Fotos an. Der Graukeil am Fuß der Grafik macht deutlich, dass die dunklen Farbtöne (oder Graustufen) links stehen, während hellere Farbtöne weiter rechts eingetragen sind. Je länger der Balken ist, desto häufiger kommt der entsprechende Farbton in dem Foto vor. Der häufigste Farbton hat den Balken bis ganz oben, während die anderen Farbtöne durch entsprechend kürzere Balken dargestellt werden.

Deutlich kann man an der linken Grafik erkennen, dass das 2-Bit-Foto tatsächlich nur 4 Farbtöne aufweist. Und wer sich die Mühe macht, die Striche in der rechten Grafik zu zählen, stellt fest, dass es genau 16 sind, was ja bei dem 4-Bit-Foto auch zu erwarten war. Bei Echtfarben-Fotos sieht man im Gegensatz hierzu gewöhnlich ganze „Gebirge“ im Histogramm und nicht nur einzelne Striche.

Auch fällt bei den beiden Histogrammen auf, dass richtiges Schwarz und reines Weiß gar nicht Bestandteil der im Bild genutzten Farben sind, da ganz links bzw. ganz rechts kein Balken zu sehen ist. Beim 4-Farben-Bild ist übrigens der dunkelste Farbton am häufigsten anzutreffen, während es beim 16-Farben-Bild des gleichen Motivs der hellste Farbton ist.

Die Lücken zwischen den Balken sind also Farbtöne bzw. Helligkeitsstufen, die von dem jeweiligen Bild nicht genutzt werden. Wegen dieser Lücken sieht man im Foto deutliche Stufen oder Kanten bei Flächen, die eigentlich einen gleichmäßigeren Verlauf ohne erkennbare Stufen zeigen müssten – oder das Grafikprogramm kaschiert diese Schönheitsfehler durch entsprechendes Dithering.

Wenden wir uns nun einem anderen Beispielfoto zu. Am Tag des Abschieds der Kölner Achtachser-Straßenbahnen machte ich dieses Foto einer solchen Bahn vor dem Kölner Dom. Leider war das Wetter zu diesem Zeitpunkt regnerisch-trübe, aber an „historischen Daten“ kann man sich das Wetter bekanntlich nicht aussuchen und muss versuchen, auch fotografisch das Beste daraus zu machen.

Ein Blick auf das Histogramm zeigt auch schon das Haupt-Problem dieser Grafik: Der mögliche Tonwertumfang wird überhaupt nicht komplett ausgenutzt. Es sind keine dunklen Töne in dem Bild enthalten, und dementsprechend hat es deutlich zu wenig Kontrast.

Es muss also eine Tonwertkorrektur vorgenommen werden – in diesem Falle eine Tonwertspreizung, so dass das dunkle Gestein, aus dem der Dom besteht, auch dunkler abgebildet wird, während die helleren Passagen nicht abgedunkelt werden. Auf diese Weise wird das Foto kontrastreicher.

Das Ergebnis nach automatischer Tonwertkorrektur in PhotoImpact zeigt die zweite Version dieses Fotos. Man kann dies auch manuell vornehmen, aber in diesem Fall brachte die Automatik schon ein ganz passables Ergebnis.

Ein Blick auf das neue Histogramm offenbart aber Folgendes: Das Bild hat nun nicht mehr einen gleichmäßigen Helligkeitsverlauf, sondern in dem Histogramm-„Gebirge“ tun sich nun jede Menge Spalten auf. Es sieht fast aus wie ein Kamm. Damit man es gut erkennen kann, zeige ich es hier gleich in Originalgröße.

Um sich zu erklären, was da passiert ist, stellen wir uns vereinfachend vor, das Bild wäre ein Graustufenbild gewesen und hätte somit nur 256 verschiedene Helligkeitswert-Möglichkeiten. Durch das diesige Wetter wurde das Foto aber sehr kontrastarm, so dass von den 256 Helligkeitswerten z. B. nur 150 genutzt wurden. Die 100 dunkelsten Töne kommen in dem Bild gar nicht vor.

Wenn nun die verbleibenden Tonwerte durch eine Tonwertkorrektur auf die gesamte Breite des Histogramms gespreizt werden, dann sind es ja nach wie vor nur 150 Werte, die aber auf 250 Plätze verteilt werden müssen. Einleuchtend, dass da etwa 100 Plätze frei bleiben. Im Gegensatz zur Straßenbahn übrigens, wo 150 Fahrgäste durch Füße auf dem Sitz und Ablegen von Taschen, etc. locker 250 Plätze belegen können. ;-)

Die Lücken im Histogramm bergen nun aber wieder die Gefahr, dass man statt gleichmäßigen Helligkeitsverläufen doch wieder Stufen sieht – ähnlich wie bei den gezeigten Bildern mit reduzierter Farbtiefe, wenn auch nicht so krass.

Bei dem Beispiel-Bild hier in Monitor-Auflösung sieht man es zwar nicht, aber insbesondere bei größeren Ausdrucken fällt es mitunter deutlich auf. Für die weitere Bildbearbeitung ist es daher gut, wenn das Ausgangsmaterial möglichst mehr als 256 Abstufungen pro Farbkanal hat. So bleiben auch nach Maßnahmen wie Tonwertspreizung noch genügend Werte übrig, um ein lückenfreies Histogramm mit feinen Farbverläufen zu erzeugen. Dies ist bei 48-Bit-Tiff-Dateien der Fall („16-Bit-Tiff“), aber auch bei Raw-Bildern, die pro Farbkanal gewöhnlich 12 oder 14 Bit haben, also 16fach bzw. 64fach mehr als ein Jpg mit seinen 8 Bit. Einer der Haupt-Gründe, warum es sich lohnt, in Raw zu fotografieren.

Damit kündigt sich auch schon das nächste Thema im Aufbaukurs an. In der nächsten Lektion geht es um das Thema Dateiformate. Also ein paar Infos zu Gif, Jpg, Raw und Tiff – um nur mal die wichtigsten zu nennen.

Um den Effekt aber vielleicht doch bei den Verkleinerungen am Bildschirm deutlich erkennbar machen zu können, habe ich das Bild rechts vorbereitet. Der sattblaue „Polfilter-Himmel“ ist ein typisches Motiv, bei dem man manchmal Stufen im Verlauf erkennen kann. Durch das Bildrauschen sieht man allerdings keine glatten Kanten zwischen den Farbton-Abstufungen, sondern – ähnlich wie beim Dithering – werden die Stufen hier ein wenig kaschiert. Daher habe ich links neben das Foto noch einen künstlich erzeugten Farbverlauf mit den gleichen Blautönen gestellt, der natürlich kein Bildrauschen hat. Hier fällt die Streifenbildung vermutlich am ehesten auf – auf meinem Monitor sieht man es jedenfalls. Ansonsten könnt Ihr Euch das Bild ja auch abspeichern und dann mit dem Bildbearbeitungsprogramm eine Tonwertspreizung (Kontrast-Anhebung) machen, bis der Effekt sichtbar wird.

RGB in freier Natur: RingCon 2008