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Der Dom zu Lübeck im Abendlicht als „kleiner Planet“

Hier mein erstes Panorama unserer diesjährigen Karnevalsflucht nach Lübeck und Hamburg. Mit dem letzten bisschen Tageslicht aufgenommen. 38 Aufnahmen, am Ende war wirklich fast kein Licht mehr.

Der Lübecker Dom im Abendlicht

Inzwischen habe ich Hugin und meinen neuen Panoramakopf (Nodal Ninja 4) jedenfalls einigermaßen im Griff. Nur das mit dem „bei Tageslicht am Zielort ankommen“ muss ich noch ein wenig üben. ;-)

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Folterkammer

Vor einigen Wochen hatte ich die Gelegenheit, bei einem befreundeten Zahnarzt für ca. 15 Minuten einen Behandlungsraum für eine Panorama-Aufnahme nutzen zu können. Vielen Dank an Dr. Thomas Bröhl und sein Praxisteam aus Köln-Mülheim für diese Gelegenheit.

Mein Ziel war es, die „Kammer des Schreckens“ in einer surreal anmutenden Darstellung zeigen zu können. Viele bekommen ja schon beim bloßen Betrachten des Behandlungsplatzes leichte Beklemmungsgefühle. Da bietet sich das doch fast von selbst an.

Also habe ich meinen Selbstbau-Panoramakopf aufgebaut und mein erstes Innenraum-Panorama aufgenommen. Die Bedingungen sind etwas anders, weil man weniger Abstand zu den Objekten im Vordergrund hat. Da muss die Einstellung des Panoramakopfes auf den sogenannten „Nodalpunkt“ oder parallaxfreien Punkt umso exakter sein. Zum Glück hat dies ganz gut hingehauen. Das folgende Grund-Panorama besteht aus 36 Aufnahmen – 3 Reihen zu je 12 Bildern (also alle 30 Grad), montiert mit der Panorama-Freeware Hugin:

Panorama Praxis Dr. Bröhl
Panorama 1: 360° x ~150°

Das Panorama hat horizontal einen Winkel von 360°. Das dunkle Regal an den Bildrändern ist also das Gleiche. Ich fand es am geschicktesten, die Ansicht dort zu trennen.

In der Vertikalen schafft mein Selbstbau-Panoramakopf leider nicht die 180°; es bleibt am Boden und an der Decke (also Nadir und Zenith) jeweils eine rundliche Öffnung. Dazu später mehr. Jedenfalls reichte auch der vertikale Winkel (von ca. 150-160°), um alle Details des Raumes einzufangen. Meine zusätzlichen Versuche, Boden und Zimmerdecke mit einem Freihandfoto brauchbar abzulichten, scheiterten leider: Ich hatte schlicht vergessen, nach den Stativaufnahmen den Bildstabilisator wieder einzuschalten, und so sind die Aufnahmen verwackelt, was mir aber zunächst gar nicht auffiel.

Panorama Praxis Dr. Bröhl
Panorama 2: Rund

Dieses Panorama kann man nun natürlich mit dem Polarkoordinaten-Filter von Gimp etc. zu einem Kreis zusammenbiegen. So habe ich es ja schon einige Male hier gezeigt. Man kann normale Fotos zu „kleinen Planeten“ zusammendrehen, oder man nimmt dafür ein 360°-Panorama, damit man keine Schnittkante hat.

Panorama Praxis Dr. Bröhl
Panorama 3: Ecken ausgemalt

Für die dritte Version dieses Bildes wurden nun die Ecken mit dem Klonstempel ausgemalt, denn die meisten Foto-Abzüge sind nunmal eckig. Das Ergebnis ist aber noch nicht so surreal und effektvoll, wie ich es mir vorgestellt hatte. Mit der stereographischen Projektion, die ich z.B. beim Elberfelder Rathaus schon verwendet habe, müsste doch noch mehr gehen…

Panorama Praxis Dr. Bröhl
Panorama 4: Zwei Löcher

Wählt man in der Hugin-Vorschau (nach fertiger Ausrichtung der Einzelbilder) die stereographische Projektion, dann kann man durch Verschieben der Maus eine beliebige Perspektive bestimmen. Die hier gewählte gefällt mir ganz gut, weil sie den Behandlungsstuhl einigermaßen in den Vordergrund rückt und insbesondere durch die Elemente am linken Bildrand eine schön surreal anmutende Darstellung ergibt.

Nun sieht man auch gut, welche Bereiche mein Panoramakopf nicht erfasst hat: Das rundliche Loch in der Zimmerdecke (Zenith) und das Bodenloch (Nadir) mit den Aussparungen der 3 Stativbeine. Die Bereiche, in denen Stativ und Panoramakopf auf den Bildern zu sehen ist, hatte ich maskiert, damit die Kontrollpunktsuche hier keine Fehler macht.

Als nächsten Arbeitsschritt habe ich jeweils eine senkrechte Projektion auf Zenith und Nadir gewählt und aus Hugin als Panoramen exportiert. In diesen Dateien habe ich dann die beiden Löcher gestopft (mit dem Klonstempel von Gimp) und diese retuschierten Bilder dann als Zenith- und Nadirbilder mit manuell gesetzten Kontrollpunkten eingefügt:

Retusche von Zenith und NadirWie man sieht, ist die Retusche am Boden nicht wirklich gut geglückt. Das Problem ist der Schatten des Stativs und die ohnehin dort sehr unregelmäßigen Beleuchtungsverhältnisse. Nun sieht das PVC aus, als hätte man dort ein Malheur mit zu scharfem Putzmittel weggewischt. Für Tipps, wie man sowas mit Gimp besser hinbekommt, bin ich durchaus dankbar (am besten als Kommentare zu diesem Artikel).

Mit den eingefügten Boden- und Deckenstücken sieht das fertige Panorama (equirectangular) nun so aus:

Panorama Praxis Dr. Bröhl
Panorama 5: 360° x 180°

Nun reicht es also auch vertikal vom „Nordpol“ bis zum „Südpol“. Die komplette oberste Pixelzeile – und ebenso die unterste – sind also in Wirklichkeit nur jeweils 1 Punkt. Es ist eine vollständige Kugel-Abwicklung, also 360° mal 180°.

Panorama Praxis Dr. Bröhl
Panorama 6: Kleiner Planet (?)

Da nun die Kugel in Hugin vollständig ist, kann man nun auch stereographische Projektionen ohne Löcher berechnen lassen. Zunächst habe ich das Bild in der Projektion eines klassischen „kleinen Planeten“ ausgegeben. Wie man sieht, wirkt es bei Innenräumen nicht sonderlich planetenähnlich, da außen kein Himmel ist. Außerdem tritt der Stuhl arg in den Hintergrund, wenn man einen großen Bildwinkel wählt.

Mit anderen Worten: Da geht noch mehr. Die klassische Ansicht genau auf den Nadir ist hier nicht die optimale Variante. Mir gefallen folgende frei aufgezogenen stereographischen Varianten wesentlich besser:

Panorama Praxis Dr. Bröhl
Panorama 7: Surreal
Panorama Praxis Dr. Bröhl
Panorama 8: Surreal

Wirklich alptraumhaft wirkt das Bild allerdings trotzdem nicht. Vielleicht müsste man es noch dramatischer nachbearbeiten. Vielleicht hätte ich aber auch ein (künstliches) Skelett auf den Behandlungssessel setzen sollen, mit dem zahnarzttypischen Papierlätzchen, mit Scheinwerferlicht auf dem Mund und dem Bohrer zwischen den Zähnen…

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Panoramakopf aus Fertigteilen

Wer Panoramen aus Einzelbildern zusammensetzen möchte, die auch im näheren Bereich noch passgenau sind, kommt nicht umhin, sich um einen sogenannten Panoramakopf bzw. Nodalpunktadapter Gedanken zu machen. Damit ist eine Vorrichtung gemeint, die die Kamera so auf dem Stativ montiert, dass bei den Schwenks zwischen den Einzelfotos keine Verschiebung von Vorder- und Hintergrund entsteht. Die Kamera dreht sich also im „optischen Zentrum“ der Linse, es kommt bei korrekter Justage des Nodalpunktadapters zu keinen Parallaxenfehlern, so dass sich die Einzelaufnahmen später sauber zusammensetzen lassen.

Wenn man viel Geld in die Hand nimmt, bekommt man solche Panoramaköpfe fertig zu kaufen. Eine Alternative sind auch speziell an ein bestimmtes Objektiv angepasste Ringe, die als Stativkopf die Kamera beim Drehen im Nodalpunkt halten. Dies bietet sich vor allem dann an, wenn man ein Fischaugen-Objektiv verwendet, das annähernd 180° Bildwinkel aufzeichnet, so dass man auch für ein rundum geschlossenes Panorama nicht mehrere Reihen übereinander aufnehmen muss.

Wem solche Fertiglösungen zu teuer sind, dem bleibt auch die Möglichkeit, sich einen Nodalpunktadapter selbst zu bauen. Es gibt einige Bauanleitungen im Internet, an denen man sich orientieren kann. So bekommt man aus Baumarktteilen etc. einen funktionerenden Panoramakopf für wenig Geld.

Etwas Bastelgeschick, Werkzeug und ein geeigneter Arbeitsplatz sind jedoch nötig. Daher bin ich einen dritten Weg gegangen: Ein Panoramakopf aus den üblichen Standardteilen, die man als langjähriger Hobbyfotograf vielleicht ohnehin in diversen Schubladen und Fototaschen hat.

Einzeiliger Panoramakopf (für zylindrische Panoramen)

Nodalpunktadapter für zylindrische PanoramenMein erster Konstruktionsversuch ist hier zu sehen. Auf dem Stativ sitzt ein alter Video-Schwenkkopf. Der war bei meinem gebraucht erstandenen Berlebach-Holzstativ dabei und lag bisher nur in der Schublade. Hier jedoch kann er sich nützlich machen, da er eine Gradskala und einen relativ spielfreien Schwenkmechanismus hat. Leider hat er keine Arretierung der Waagerechten, aber mit einer kleinen Wasserwaage kann man den Schwenkgriff in der richtigen Position festziehen und braucht sich darum später nicht mehr sorgen.

Auf dem Videoneiger sitzen zwei Makroschlitten, die es mal billig bei Pearl gab. Siehe Artikel Einstellschlitten sehr günstig, wo ich die Montage als Kreuzschlitten bereits gezeigt habe.

Auf den beiden Einstellschlitten sitzt der Manfrotto 3D Junior Kopf 056, den man neu für ca. 35-40 Euro erhalten kann. Da er eigentlich für die direkte Montage auf dem Stativ gedacht ist, hat er ein 3/8-Zoll-Innengewinde, während die Einstellschlitten 1/4-Zoll-Außengewinde haben. Daher benötigt man noch eine Reduzierhülse (am besten gleich ein 3er- oder 5er-Set bestellen, denn von den Dingern hat man immer eins zu wenig…).

Wie man sieht, erlaubt diese Konstruktion auch das Ansetzen einer geneigten Kamera. Man kann daher auch mehrzeilige Panoramen aufnehmen. Allerdings entsteht dabei in der Vertikalen ein deutlicher Parallaxenfehler. Zwar dreht sich die Kamera (bei korrekter Justage der Einstellschlitten) im parallaxenfreien optischen Zentrum des Objektivs, aber ein vertikaler Schwenk erfolgt nicht in diesem Drehpunkt, sondern in der Stativbuchse; also viel zu weit hinten. Auch verstellt man dabei (geringfügig) die Lage des Objektivzentrums über dem Drehpunkt. Die Konstruktion ist daher für mehrzeilige Panorama-Shootings eher ein Notbehelf als ein richtiger Panoramakopf.

Mit dieser Konstruktion habe ich die Norderney-Panoramen aufgenommen, die ich mit dem Polarkoordinaten-Filter zu „kleinen Planeten“ zusammengedreht habe, beispielsweise Strandkörbe und Heimatdorf. Auch erste Versuche von sphärischen Panoramen habe ich damit gemacht. Allerdings mit einigen Problemen beim Stitching, vor allem im Nahbereich.

Mehrzeiliger Panoramakopf (für sphärische Panoramen)

Daher habe ich die Konstruktion weiterentwickelt, wie die folgenden 3 Bilder zeigen:

Panoramakopf Panoramakopf Panoramakopf

Wenn man die Bilder in groß betrachtet, sieht man deutlich, wo der Unterschied ist: Über dem Schwenkkopf sitzt nach wie vor einer der beiden Pearl-Einstellschlitten. Doch der zweite Einstellschlitten steht senkrecht – gehalten durch den Manfrotto-Juniorkopf. Dadurch, dass der Schlitten senkrecht auf der Basis des Kopfes steht, ist diese Konstruktion erstaunlich stabil.

Der senkrechte Schlitten muss nicht genau justiert werden, sondern er wird mit den Schrauben des 3D-Juniorkopfes so festgezogen, dass er senkrecht fest aufsteht. Die Schraube an seinem oberen Ende dient der Verstellung zwischen den einzelnen Panorama-Zeilen. Um die Rundumsicht annähernd vollständig zu erfassen, benötigt mein 15mm-Objektiv (an einer Kamera mit APS-C-Sensorformat) drei Zeilen zu je 12 Aufnahmen (hinzu kommen noch ein paar Bilder zum Einpassen des Zenit und des Fußbodens, aber das ist hier nicht das Thema). Die Verstellung zwischen den drei Zeilen des Panoramas macht man am besten mit einem Schraubendreher, da sich die Schraube von Hand nicht ausreichend fest ziehen lässt, um ein versehentliches Verstellen der Kamera zu vermeiden.

Wie man sieht, dreht sich die Kamera bei der Vertikalverstellung nicht im Stativgewinde, sondern im Gewinde einer dritten Einstellschiene. Es ist der untere Teil des Traumflieger-Kreuzschlittens, den ich bereits in der Rubrik Zubehör vorgestellt hatte. Dieser Schlitten ist so justiert, dass die Achse der Stativbuchse genau durch den Nodalpunkt des Objektivs geht. So können die vertikalen Schwenks im Nodalpunkt durchgeführt werden.

Soweit also meine derzeitige Konstruktion. Natürlich kommt sie bei Weitem nicht an einen guten kommerziellen ’sphärischen‘ Panoramakopf heran, wie beispielsweise dem Nodal Ninja 5, meinem momentanen Kopf der Begierde. :-) Einige Nachteile der Selbstbaukonstruktion sind:

  • Verwendung Stativschraube/Schraubendreher für Zeilenverstellung.
  • Streuchlichtblende kann nicht angesetzt werden.
  • Dritte Schiene passt nur bei meinem 15-85mm-Objektiv (und bei anderen, deren Dicke genau bis zum Kameraboden geht, so dass der Zoomring auf der Schiene aufliegt). Ist das Objektiv dünner, hält die Schiene nicht wirklich fest, da sie wenig Auflage am Kameraboden hat. Ist es dicker, passt es nicht.
    (Vorteil ist allerdings, dass die Schiene das Objektiv in Brennweitenstellung 15mm festhält und sich diese daher nicht so leicht versehentlich verstellt.)
  • Schwenk senkrecht nach oben nicht möglich (vertikale Schiene nicht lang genug).
  • Recht großes Packmaß und Gewicht. Das Teil ist sperrig. Ein Nodal Ninja hingegen lässt sich vergleichsweise klein zusammenlegen.

Wie man sieht, ist es ein echter Kompromiss, aber für erste Erfahrungen ganz gut und somit empfehlenswert als Anregung für eigene Experimente mit eventuell vorhandenem Zubehör.

Bis auf die Reduzierhülsen habe ich keine Teile zukaufen müssen. Sollte ich aber intensiver in die Panoramafotografie einsteigen und vielleicht sogar Auftragsarbeiten annehmen, dann ist wohl ein „richtiger“ Panoramakopf wie z.B. der Nodal Ninja 5 fällig.

Mit diesem ‚mehrzeiligen‘ Nodalpunktadapter aus Fertigteilen habe ich beispielsweise das Elberfeld-Panorama aufgenommen, sowie noch einige weitere sphärische Panoramen (samt daraus erzeugten stereographischen „kleinen Planeten“), die ich bei Gelegenheit zeigen werde.

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Fotogalerie: Panoramafotos

Panoramen

Meine ersten Versuche. Noch lange nicht perfekt, aber es macht Spaß, Panoramen aufzunehmen und die Bilder nachher am Rechner zusammenzumontieren.

  • Inzwischen bin ich mit der Panoramafotografie deutlich weiter (nämlich bei 360°x180°) – davon zeugen die „Kleinen Planeten“ hier im Blog oder auch die interaktiven Panoramen, die Ihr auf meiner 360cities-Seite findet.

Die älteren Panoramen hier öffnen – anders als die sonstigen Fotogalerie-Seiten – wegen ihrer Überbreite jeweils als Jpg im neuen Fenster bzw. Tab, wo sie je nach Browser in verschiedenen Zoom-Stufen dargestellt werden können. Kommentare zu den Panoramen sind also nur hier auf dieser Übersichtsseite möglich.

Regenbogen

Regenbogen-Panorama Bornheim-Dersdorf
2006, Ricoh Caplio R4

Regenbogen am Kreisverkehr Bornheim-Dersdorf, 1. Oktober 2006. Dieses Panoramafoto ist zusammengesetzt aus 4 Einzelaufnahmen, die freihändig mit meiner kleinen Ricoh Caplio R4 aufgenommen wurden. Das Bild zeigt sehr gut, was bei Panoramen geschieht, wenn die Kamera nicht exakt waagerecht fotografiert, sondern nach oben geneigt ist: Der Horizont krümmt sich beträchtlich. In diesem Fall ging es nicht anders, denn weiter zurückgehen war nicht möglich (Tankstelle) und ohne Neigen der Kamera wäre der Regenbogen oben abgeschnitten worden, weil die Kamera ’nur‘ einen 28mm-Weitwinkel hat.

Jedoch finde ich, dass es diesem Motiv auch überhaupt nicht schadet, dass sich der Horizont krümmt. Denn das Bild besteht ja ohnehin fast nur aus gebogenen Linien. Und diese verstärken den Eindruck von Größe und Weite; ebenso wie die rechts und links stehenden, stark geneigten Schilder.

Brühl, Schloss Augustusburg

Vorschau Panoramafoto
2006, EOS 20D

Schloss Augustusburg in Brühl. Mein erstes Panorama-Foto mit der EOS. Und endlich nicht mehr freihändig: Für knapp 17 Euro habe ich mir eine (doppelte) Wasserwaage für den Blitzschuh der Kamera gekauft – ein sehr empfehlenswertes Zubehörteil. Mit genau ausgerichtem Stativ und Kamera kann man Fotos erzeugen, die sich mit geeigneter Software (hier: Canon PhotoStitch 3.1) vollautomatisch zu einem Panorama zusammensetzen lassen.

Das Stativ stand mittig zwischen den beiden Fontänen. Daraus folgt, dass der Bildwinkel dieses Panoramas über 180 Grad beträgt. Es ist zusammengesetzt aus etwa 10 Hochformat-Aufnahmen. Ich sage „etwa“, denn in Wirklichkeit ist es ein Ausschnitt aus einem 360°-Panorama, das aus 16 Fotos besteht. Als Halbkreis-Version mit dem Schloss in der Mitte wirkt es aber bedeutend schöner und braucht weniger Speicherplatz bzw. Ladezeit. Daher erspare ich Euch den hinteren Teil des Parks…

Schon beim Aufnehmen solcher Panoramen sollte man darauf achten, dass alle Bilder mit gleicher Blende und Verschlusszeit, mit gleichem Fokus und mit gleichem Weissabgleich aufgenommen werden. Dennoch sieht man – gerade im Himmel – leider noch die Kanten der einzelnen Fotos. Vermutlich liegt dies an der Vignettierung des Objektivs.

Hamburg, Landungsbrücken

Vorschauansicht Panorama
2007, EOS 20D

Blick von Steinwerder (Süd-Ausgang des Alten Elbtunnels) auf die Landungsbrücken in Hamburg. Aufgenommen im Februar 2007. Das Gebäude des Nord-Ausgangs des Alten Elbtunnels ist eingerüstet. Rechts daneben Landungsbrücken und Überseebrücke, Michel (St. Michaelis-Kirche), Segelschiff Rickmer Rickmers, Frachter Cap San Diego, sowie Segelschiff Mir.

Das Panorama wurde aus mehreren Einzelaufnahmen zusammengesetzt mit Canon PhotoStitch 3.1.

Warnemünde, Blick vom Leuchtturm

Vorschauansicht Panorama
2007, EOS 20D

Blick vom alten Leuchtturm in Warnemünde (bei Rostock). Das 360-Grad-Panorama entstand aus 32 Einzelaufnahmen, die freihändig auf dem unteren Balkon des Leuchtturms gemacht wurden. Nähere Einzelheiten zur Entstehung des Panoramas finden sich hier im Fotokurs, und zwar im Making-of zu diesem Foto.

Man sieht neben den Häusern im Vordergrund auch Promenade, Strand, Ostsee, West- und Ostmole und die Hafeneinfahrt. Das ungewöhnliche Dach im Vordergrund etwa in Bildmitte gehört zum „Teepott“, der neben dem Leuchtturm steht. Und man sieht irgendwo auf dem Panorama mein Auto – viel Spaß beim Suchen… :-)

Das fertige Panorama hängt jetzt auch als Poster-Ausdruck (auf 8,5 Din-A4-Blättern) an meiner Wand: 20cm hoch und 2,40m lang!

Die beiden grundlegenden Panoramen wurden zusammengesetzt mit Canon PhotoStitch 3.1. Die 32 Hochformat-Fotos entstanden mit Canon EOS 20D und Festbrennweiten-Objektiv Canon EF 28mm.

Röntgen-Geburtshaus in Remscheid-Lennep

Geburtshaus von Wilhelm Conrad Röntgen
Röntgen-Geburtshaus

In dem zweiten Haus von rechts (dem Eckhaus, über dem die Sonne ganz besonders strahlt…) wurde im Jahr 1845 Wilhelm Conrad Röntgen geboren. Das Haus steht in Remscheid-Lennep. Röntgen war übrigens nicht nur Wissenschaftler und Erfinder des Knochenbruchs ;-) sondern auch begeisterter Hobbyfotograf. Im Röntgen-Museum (an anderer Stelle in Lennep) kann man beispielsweise seine Stereofotografien aus diversen Urlaubsreisen in 3D betrachten.

Das Panorama des Röntgen-Geburtshauses wurde im Sommer 2009 mit dem Tokina 11-16 Superweitwinkel aufgenommen. Es besteht aus 7 Einzelaufnahmen vom Stativ mit meinem zusammengefrickelten Nodalpunktadapter. Zusammengesetzt habe ich die Einzelfotos diesmal mit Zoner Photo Studio 10.

Sehr schön sieht man hier, dass die kurze Brennweite auch zu kürzeren Panoramen führt. Das Bild umfasst immerhin einen Winkel von etwa 180 Grad. Dennoch ist es weitaus kürzer als beispielsweise das oben gezeigte Panorama vom Brühler Schloss, das mit größerer Brennweite aufgenommen wurde.

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Fotozubehör: Makroschlitten

Vielseitiges Hilfsmittel: Der Makroschlitten

Traumflieger-Makroschlitten
Vierwege-Makroschlitten

Obwohl ich (bisher) nur sehr selten Makroaufnahmen mache, hat sich der Makroschlitten aus dem Traumflieger-Shop als nützliches Hilfsmittel erwiesen, für den es auch einige andere sinnvolle Anwendungsfälle gibt. Daher möchte ich Euch diesen Makroschlitten hier vorstellen, obwohl ich leider kein Makro-Spezialist bin.

Der Makroschlitten zeigt insgesamt eine gute Verarbeitung. Die Verstellung der beiden Achsen erfolgt angenehm und ohne störendes Spiel in den Führungen. Besonders positiv fällt mir auf, dass sich oberer und unterer Teil des Makroschlittens mit einer einfachen Schraube trennen lassen, um sie bei Bedarf z.B. um 180 Grad verdreht zu montieren. Auch hat jede der beiden Auflageplatten zwei Stativgewindebohrungen, so dass sich ggf. auch nur einer der beiden Schlitten-Teile montieren lässt.

Makroschlitten im Einsatz
Makroschlitten im Einsatz

Für Makroaufnahmen vom Stativ ist der Schlitten deshalb besonders geeignet, weil er die sehr feinfühlige Verstellung des Bildausschnittes und der Schärfeebene ermöglicht. Statt mühsam wackelig das ganze Stativ hin- und herzurücken, kann man ganz bequem an den beiden Stellschrauben drehen, bis der Bildausschnitt passt. In dem hier gezeigten Foto demonstriere ich den Praxiseinsatz des Makroschlittens anhand einer sehr selten blühenden exotischen Pflanze (Blumus plasticus solaris wackelensis).

Makro-Tüftler, die Stacking-Fotos machen möchten, werden die bequeme und genaue Verstellung der Schärfeebene ganz besonders zu schätzen wissen. Aber es gibt jenseits der Makrofotografie auch noch ganz andere Anwendungsmöglichkeiten für den Makroschlitten:

Makroschlitten für Panoramafotos

Makroschlitten für Panoramafotografie
Panoramakopf

Für exakt ausgerichtete Panorama-Einzelfotos, die per Software zu einem Panorama zusammengerechnet werden, bietet sich der Einsatz des Makroschlittens ebenfalls an. Zumindest dann, wenn man ein Zubehörteil besitzt, mit dem man die Kamera hochformatig und exakt waagerecht ausgerichtet auf dem Schlitten befestigen kann. Bei mir ist dies eine vor ca. 15 Jahren selbst konstruierte Einbeinstativ-Verlängerung. In der hier gezeigten Anordnung ist es möglich, das optische Zentrum des Objektivs genau über dem Drehpunkt zu fixieren.

Zwar erreicht diese Konstruktion nicht den Komfort und die Möglichkeiten von echten Nodalpunkt-Adaptern, aber die stabileren unter den käuflichen Adaptern kosten dicke dreistellige Eurobeträge, so dass ich mir derzeit lieber mit dieser Bastellösung behelfe. Sonderlich stabil ist die Anordnung zwar nicht (sondern eher ziemlich federnd), aber hier geht es ja nicht um lange Verschlusszeiten, sondern um exakte Ausrichtung des Objektivs zur Drehachse. Das Röntgen-Panorama habe ich mit dieser Konstruktion aufgenommen.

Nicht verschweigen möchte ich, dass der Makroschlitten bei diesem Einsatz als Nodalpunktadapter quasi „am Anschlag“ arbeitet. Die optische Achse (Bajonettmitte) meiner EOS 20D liegt etwa 41 oder 42mm über dem Kameraboden. Von dort bis zur Mitte meiner Verlängerungsstange sind es noch einmal ca. 8-10mm. Daher reichen die 50mm seitlicher Verstellweg so gerade aus. Besser hätte ich es gefunden, wenn die Makroschiene auf jeder Seite 1-2cm mehr Auszug hätte, aber für diesen Anwendungsfall ist sie ja auch nicht konstrueirt. Jedenfalls bin ich nicht sicher, ob es bei zukünftigen Kameras auch noch passen wird. Sonst muss ich mir halt was Neues einfallen lassen. Derzeit bin ich erstmal froh, dass es einigermaßen passt.

Makroschlitten für 3D-Fotos

Auch für die Stereofotografie (von unbewegten Motiven) lässt sich die Makroschiene sinnvoll einsetzen, denn dabei muss die Kamera exakt horizontal verschoben werden können. Je nach Größe des in 3D zu zeigenden Motivs kann man den Abstand zwischen linker und rechter Aufnahme mit dem Makroschlitten ganz einfach frei wählen. Denn während die Stereobasis für die räumliche Wahrnehmung von „Alltagsmotiven“ etwa dem Augenabstand von ca. 7cm entsprechen sollte, wird sie bei kleinen Motiven entsprechend auch kleiner (Einzelheiten vielleicht mal in einem separaten Kapitel in der Rubrik 3D-Fotografie).

Durch die Millimeterskalen auf dem Makroschlitten kann man die gewünschte Stereobasis genau einstellen. Wenn ich mal Stereofotos vom Stativ gemacht habe, werde ich hier entsprechendes Bildmaterial nachreichen.

Insgesamt macht der Makroschlitten aus dem Traumflieger-Shop also einen guten Eindruck. Er ist vielseitig einsetzbar und präzise gefertigt. Empfehlenswert für alle, die auch gerne mal vom Stativ fotografieren.

Äußerst selten: Blumus plasticus solaris wackelensis