Mein Schweden-Tagebuch, Tag 10: Lund und Malmö

schweden2016-20160705_121651_Richtone(HDR)Liebes Tagebuch,

heute ist der 5. Juli und leider ist heute schon unser Abreisetag. Also keine Zeit für Bootsfahrten, etc. Zwar haben wir bis Abends Zeit, um in Malmö die Fähre zu erreichen. Aber weil wir ja unterwegs noch einiges erleben möchten, machen wir schon morgens das Haus klar: Kehren, Teppiche ausschlagen, Kanister leeren, Gartenmöbel reinstellen, Jalousien zu – und was sonst noch alles zu erledigen ist.

schweden2016-20160705_114052

Die letzten Handgriffe lassen wir Jörg alleine machen, und derweil verziehen Doro und ich uns vor das Nachbarhaus. Den Nachbarn haben wir leider wärend der ganzen Woche nicht einmal gesehen. Schade eigentlich, denn der soll angeblich nett sein und Schwedisch sprechen (vermutlich mehr als Lektion 17). Hätte lustig werden können.

Noch ein letzter Besuch im wichtigsten Zimmer des Anwesens. :-)

schweden2016-20160705_112523 schweden2016-20160705_112616_Richtone(HDR) schweden2016-20160705_112558_Richtone(HDR)

schweden2016-20160705_121603Jörgs Sommarhus sieht nun fast wieder aus wie bei der Anreise vor gut einer Woche. Nur dass jetzt das Vordach wieder weiß gestrichen ist.

Noch ein letztes Abschieds-Selfie (oder muss es Wefie heißen, wenn mehrere drauf sind?).

Nun geht es los; zunächst im nächsten Ort noch unseren Müll wegbringen. An etlichen Supermarkt-Parkplätzen gibt es Recycling-Stationen.

Freundlicherweise ist die Bahnschranke endlich mal zu, ;-) so dass ich doch noch einen der hier verkehrenden Personenzüge zu Gesicht bekomme.

schweden2016-20160705_124809 schweden2016-20160705_124812

Mellbystrand

Für den Rückweg nehmen wir einen anderen Weg. Diesmal also quasi am Fluss Lagan westwärts und von dort südwärts die Küste am Kattegat entlang. Bei Laholm machen wir eine Pause und fahren nach Mellbystrand – Schwedens längstem Sandstrand. Leider ist nicht wirklich Strandwetter. Trotzdem, ein Blick über die Dünen aufs Meer muss nach dem Essen sein.

schweden2016-20160705_154316Die Gemeinde Laholm hofft, wir hatten einen wunderbaren Tag am Strand. Naja, nicht wirklich. Es nieselt, und außerdem müssen wir weiter.

Lund

Unseren nächsten Zwischenstop machen wir in Lund. Dort wollen wir eigentlich die Nasothek besuchen; ein wirklich skurriler Tipp aus meinem Reiseführer. Dort sind Abgüsse oder Nachbildungen (?) berühmter und weniger berühmter Studenten der Universität Lund ausgestellt.

Leider ist die Nasotek geschlossen – wegen semester. Womit wir bei einem fast genauso seltsamen Phänomen in der schwedischen Sprache sind, denn semester bedeutet im Schwedischen Urlaub, während unser Semester dort termin heißt. Unser Termin heißt einfach tid (Zeit) oder möte (Treffen, Meeting). Hätten die Schweden mal besser Latein gelernt, dann wüssten sie, dass Semester „6 Monate“ bedeutet und nicht die paar Wochen zwischen den Studienhalbjahren. Naja, egal, jetzt jedenfalls hat die Nasotek leider zu.

schweden2016-20160705_175755Also planen wir spontan um und schauen uns den Dom zu Lund an, der wirklich sehenswert ist. Eine beeindruckend große, fünfschiffige Krypta, sowie die astronomische Uhr gehören zu den Besonderheiten.

Jörg erklärt mir, was eine Mandorla ist, und ich denke mir, dass meine Theta-Panoramakamera auf dem Einbeinstativ jedes Mal eine Mandorla in meinen Kunstwerken hinterlässt. Vielleicht sollte ich in den mandelförmigen schwarzen Klecks jedes Mal für die Kunstkenner einen Jesus reinretuschieren oder die heilige Theta oder einfach ein Bild von mir. ;-)

Wir haben noch etwa eine halbe Stunde Zeit bis zur Schließung, und so hetze ich mit meiner Panorama-Kamera durch die Kirche, aufgeschraubt auf ein kleines Tischstativ (ohne Mandorla).

Leider hab ich keine Ahnung, warum die Theta S auf Zeitautomatik maximal eine Fünfzehntelsekunde belichtet. Dadurch werden die Bilder in der Krypta viel zu dunkel, und nach Aufhellen sind sie nun leider verrauscht. Nach dem Urlaub werde ich da wohl mal forschen müssen – und vielleicht sogar einen HDR-Modus entdecken, den ich nun supergut hätte gebrauchen können. 8-)

schweden2016-20160705_201632_Richtone(HDR)Malmö

Weiter geht es nach Malmö, wo wir ja auf die Abendfähre wollen. Da wir ganz gut im Zeitplan sind, können wir noch einen kurzen Rundgang durch die Altstadt (Gamla staden) machen. Stortorget und Lilla Torg sind gleich nebeneinander gelegen und nicht gerade menschenleer, um es mal vorsichtig zu formulieren. Warum heißt es eigentlich nicht Lilltorget und Stora Torg? Ich werde diese Sprache nie begreifen…

schweden2016-R0010531roehre

Am Durchgang zwischen dem großen und kleinen Marktplatz finden wir Platz im Außenbereich einer Pizzeria. Dort ist es auch ganz nett, bis zu dem Moment, als die servitörer die Heizpilze anzünden, die dort zu hunderten wie Straßenlaternen fest verbaut sind, also unterirdischen Gasanschluss haben und nicht mit teuren Gasflaschen betrieben werden. So eine tolle Investition muss man natürlich auch im Sommer nutzen, ist ja klar. Erdgas ist wohl noch zu billig in Schweden. Ich bitte den Ober, den Strahler wenigstens etwas schwächer einzustellen, aber dennoch werde ich dort gegrillt. Echt gegrillt, ich meine: GEGRILLT! Das grenzt an Körperverletzung! Aber immerhin wird die Pizza nicht kalt. Vielleicht soll es den Getränke-Umsatz fördern, wer weiß.

Hier noch einige Eindrücke von Malmö, wie sie meine Panoramakamera am Einbeinstativ eingefangen hat:

Nach dem Hitzeschock in der Pizzeria geht es nun Richtung Fähre. Wir entern unsere Kabine, die fast identisch mit der Kabine auf der Hinfahrt ist. Kein Wunder, ist ja auch die gleiche Fähre, die Nordlink.

schweden2016-20160705_205959_Richtone(HDR) schweden2016-R0010540planet

Nun geht es wieder an Deck, um das Ablegen der Fähre um 22 Uhr zu beobachten und uns von Schweden zu verabschieden.

Doro beschließt, bald zu Bett zu gehen, Jörg will noch in die Sauna, und ich begebe mich in den kräftigen Wind an Deck, um diesmal nicht wie auf der Anreise die Durchfahrt unter der Öresundbrücke zu verpassen. Im allerletzten Licht des Tages mache ich noch diese verrauschten Handyfotos, indem ich mein Handy im ‚Nachtmodus‘ auf die Reling presse, um Verwacklungen möglichst zu vermeiden. Das ist schon ein gigantisches Bauwerk:

Das war also Schweden. Tack för allt! Die Nacht wird bestimmt nicht so ruhig, denn es pustet ganz ordentlich. Aber morgen früh werden wir kurz vor Travemünde erwachen, falls keine Eisberge unseren Weg kreuzen.

Advertisements

Über RoFrisch

www.rofrisch.de
Dieser Beitrag wurde unter Fotografie, Fotos, Kleine Planeten abgelegt und mit , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s