Dias digitalisieren: Farbstich

dia-reproNoch immer bin ich damit beschäftigt, mit meiner EOS 60D und dem Sigma 105mm Makro die Diasammlung meines Vaters zu digitalisieren. Dabei fällt auf, dass einige Diafilme extrem farbstichig sind, während andere die Jahrzehnte gut überstanden haben (obwohl sie teilweise älter sind als die farbstichigen). Bei der Suche nach Ursachen – ich hatte mal gehört, dass nicht nur das Filmmaterial (Hersteller) eine Rolle spielt, sondern z.B. auch die Güte der verwendeten Fotochemikalien bei der Entwicklung – bin ich auf einen interessanten Artikel gestoßen, der das Ganze aus Sicht professioneller Fotoarchive beschreibt. Natürlich ist alles bedeutend komplizierter als ich es mir gedacht habe:

Allgemeine Richtlinien für die Fotoarchivierung

farbstich-sk87-aufnahmeZum Glück nehmen sich die Probleme mit unseren Dias vergleichsweise bescheiden aus. Wie man sieht, kommen manche Magazine allerdings extrem blaustichig aus der Kamera. Rot- und Grünkanal sind soweit verblasst, dass man kaum noch Farben erkennen kann. Die Raw-Dateien wurden mit manuellem Weißabgleich aufgenommen – das mit der Pipette festgelegte Weiß entspricht dem Farbton des Dia-Leuchtpultes. Die Farben der Dias sehen also ziemlich exakt so aus wie die Miniaturen im Raw-Konverter. Nur die Helligkeit wurde schon bei der Aufnahme optimiert.

farbstich-sk87-auto-wbEine leichte Besserung der Farben erzielt man, wenn man den Weißabgleich nun auf AWB, also auf Automatik, umschaltet. Natürlich hätte man auch gleich auf AWB digitalisieren können, aber dann wären die Originalfarben der Dias nicht abrufbar, weil die Referenz fehlen würde. Und Vorteil von Raw-Dateien ist ja, dass man verlustfrei auch nach der Digitalisierung auf automatischen Weißabgleich umschalten kann.

farbstich-sk87-rgbWirklich überzeugend ist das Ergebnis nach der Umstellung auf „Auto“ aber noch nicht. Es bleibt also nur, die Bilder einzeln nachzubearbeiten. Neben Helligkeit, Kontrast, Schatten und Lichtern kann man auch die drei Farbkanäle Rot, Grün und Blau einzeln nachregeln. Dafür gibt es einen separaten Reiter „RGB“ in der Werkzeugpalette. Man zieht die Blaukurve so weit runter, dass sie etwa den anderen Farbkanälen entspricht. Dann muss man noch am rechten Rand des Histogramms korrigieren, damit der Himmel nicht gelb wird. Und schon hat man einigermaßen natürliche Farben.

farbstich-sk87-bearbDamit lässt sich noch einiges an Farben aus den fast 30 Jahre alten Dias herausholen, wie man rechts sieht. Das Ergebnis ist nicht perfekt, aber für eine Archivierung wie ich finde okay. Allerdings dauert die Nachbearbeitung so etwa 1 Minute pro Dia. Für das hier gezeigte Magazin habe ich also nicht wie sonst ca. 20 Minuten für Helligkeits- und Kontrastoptimierungen gebraucht, sondern etwa 50 Minuten. Aus den daraus konvertierten Jpg-Dateien wird mein Herr Papa wohl schöne Fotobücher seiner Weltreisen erstellen können.

Advertisements

Über RoFrisch

www.rofrisch.de
Dieser Beitrag wurde unter Bildbearbeitung, Fotografie, Fotokurs abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s