HDR-Panoramen mit Hugin erstellen, Tutorial Teil 10

In Teil 9 des Tutorials wurde das HDR-Panorama als equirektangulares Rechteck fertiggestellt, also als Kugel-Abwicklung von 360° mal 180°, was ein Rechteck im Seitenverhältnis 2:1 ergibt (8000×4000 Pixel).

Nun ist die Frage, wie man aus diesem HDR-Panorama einen „Kleinen Planeten“ machen kann, so wie er testweise schon in Teil 7 (ohne HDR) erzeugt wurde.

Natürlich könnte man die Planeten-Projektdatei nehmen und – analog zum Vorgehen in Teil 8 – die Projektdatei zweimal editieren, so dass man außer dem normal belichteten Planeten auch noch einen dunklen und einen hellen hat. Diese könnte man dann genau wie besprochen als HDR zusammenfügen und tonemappen. Dann hätte man einen fertigen HDR-Planeten in der Auflösung 5000 x 5000, die ich ja für den normal belichteten Planeten vorgeschlagen hatte.

Die Betonung liegt allerding auf „einen“. Nur exakt diese Planeten-Ansicht hätte man als HDR. Möchte man noch eine zweite geometrische Variante erzeugen, dann müsste man wieder die kompletten HDR-Arbeitsschritte wiederholen.

Es geht allerdings auch einfacher. Das fertige Panorama-Rechteck wird wieder in Hugin eingelesen, zu einer Kugel gebogen und diese dann auf die gewünschte Projektion umgestellt und ausgegeben. Nachteil: Es reicht nicht für 5000 x 5000 Pixel, aber etwa 3000 x 3000 sind damit in akzeptabler Qualität erreichbar. Wenn der zahlungskräftige Großkunde dann den Planeten in Plakatwand-Auflösung braucht ;-) kann man ja noch immer den oben skizzierten Weg gehen.

Fertiges HDR-Panorama in neues Hugin-Projekt einbauen

Hier im Tutorial nehme ich jedoch den flexibleren Weg. Man schiebt die Datei des fertigen HDR-Panoramas (8000 x 4000 Pixel) in das Hugin-Fenster (neues Projekt). Hugin möchte nun wissen, um was für ein Bild es sich handelt. Den Objektivtyp stellen wir daher auf „Sphärisch (Equirectangular)“ und den horizontalen Bildwinkel (HFOV) auf 360 Grad. Es ist unerheblich, welche Brennweite und welchen Cropfaktor Hugin dabei vermutet – Vollkugel ist Vollkugel.

In der Schnellvorschau erscheint jetzt das HDR-Panorama auf der vollen Fläche und die Übersichts-Kugel zeigt, dass Hugin es richtig eingelesen hat.

Es sieht nun aus, wie ein in Hugin montiertes Panorama, nur dass die Zeile „Dargestellte Bilder“ lediglich ein einziges Bild – Bild 0 – anzeigt.

HDR-Planeten erzeugen

Die weiteren Schritte entsprechen genau dem, was schon in Teil 7 für die Erzeugung des Test-Planeten geschildert wurde: Projekt speichern (hier: 6thb05-hdrplanet1.pto), Projektion auf „Stereographisch“ umschalten, „Einpassen“ anklicken und Bildwinkel verkleinern (hier: etwa 240°), Nickwinkel auf 90° ändern, Nickwinkel feinkorrigieren, Projekt vor der Ausgabe nochmal speichern, HDR-Planeten berechnen lassen. Hier die Vorschau vor dem Berechnen des Planeten:

Dass in der Schnellvorschau an der Nahtkante hässliche Übergangs-Fehler entstehen, braucht nicht zu irritieren. Im fertigen Planeten rechnet Hugin annähernd nahtfrei. Ich sage „annähernd“, weil offenbar Hugin die Kanten doch nicht ganz gleich in der Helligkeit gelassen hat – man sieht es leider auch im interaktiven Panorama auf 360cities. Da könnte man also nochmal ran, aber das Tutorial ist mit 10 Teilen nun wirklich lang genug geworden. Und ehrlich gesagt habe ich auch noch keine vorzeigbare Lösung gefunden, solche Kantenfehler zu vermeiden bzw. einfach zu beseitigen.

Nachtrag (23.5.2012): Wer die Anmerkung in Teil 9 gelesen hat, weiss nun, woran es lag (und kann den ausgegrauten Textteil nun vergessen). Einfach in Photomatix Pro die gut versteckte 360°-Option anwählen, und solche Kantenfehler gehören (hoffentlich) der Vergangenheit an.

Das Panorama rechnet übrigens sehr schnell bei Ausgabe in hoher Auflösung (3000 x 3000), da es ja nur aus einem einzigen Bild besteht. Ein guter Grund, das Projekt 6thb05-hdrplanet1.pto nach dem Berechnen nochmal zu speichern und gleich auf Speichern unter 6thb06-hdrplanet2.pto eine zweite Planeten-Variante anzulegen. In dieser Projektdatei habe ich dann wild mit der Maus herumgeschoben, bis eine mir gut gefallende zweite Ansicht herausgekommen ist. Abschließend also zwei verschiedene Rundbild-Ansichten des gleichen HDR-Panoramas:

Damit ist das zehnteilige Hugin-HDR-Tutorial in Rolands Fotokurs nun an seinem Ende angekommen. Ich hoffe, es hat Euch gefallen und war auch irgendwie nützlich. Für Lob, Kritik, Fragen, Anregungen steht Euch die Kommentarfunktion zur Verfügung. Ich würde mich über Feedback sehr freuen.

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3 Antworten zu HDR-Panoramen mit Hugin erstellen, Tutorial Teil 10

  1. Michael schreibt:

    Mein lieber Roland…

    Ich weiß gar nicht mehr, wie udn warum mich Google hierherführte, aber dein Tutorial hat mich sofort in den Bann geschlagen, ebenso wie die Ergebnisse. Ich muss nun doch über deine eingangs geschriebene Einschränkung „du seiest kein Hugin-Profi“ schmunzeln… Wenn das Tutorial nicht professionell ist, was dann?

    Zumindest bist Du jetzt schuld, wenn meiner Frau demnächst die Summe für einen Panoramakopf in der Haushaltskasse fehlt, spätestens dann wird dem Tutorial haarklein nachgegangen, Wort für Wort.

    Danke für deine Mühen, jeder der schonmal ein Tutorial geschrieben hat, kann den immensen Aufwand dahinter erahnen und ist umso dankbarer dafür, dass Du ihn Dir gemacht hast.

    Liebe Grüße
    Michael

    PS Ich würde gern solche Panormanen für kleine Innenräume verwenden, wenn ich dabei auf größere Probleme stoße, hättest Du einen Tipp oder einen Link zu einem Tutorial, worauf man dabei im Speziellen zu achten hat?

    • RoFrisch schreibt:

      Mit kleinen Räumen habe ich nicht so viel Erfahrung. Am besten, Du liest Dich in einem Panorama-Forum ein – dort gibt es Leute, die ihre Spülmaschine, ihren Backofen oder ihren Kühlschrank von innen panografieren, und zwar technisch perfekt. Auch Panoramen aus Flugzeug- bzw. Hubschraubercockpits oder dem Innenraum eines Pkw finde ich erstaunlich und über meinen momentanen Fähigkeiten.
      Generell gilt dabei natürlich: Die Panorama-Einheit aus Kamera, Kopf und Stativ muss möglichst klein sein. Nodalpunkt muss perfekt stimmen, denn durch die geringeren Abstände treten Parallaxefehler stärker auf.
      Viel Spaß mit dem neuen Hobby und dem Loch in der Haushaltskasse. :)
      Gruß, Roland

  2. Peter schreibt:

    Moin Roland,

    nach Siete 1 des Tutorials bin ich schnell raus und habe ein einfaches Pano mit meiner neuen EOS 650 im HDR Modus geschossen (hochkant, 17mm, 10 Segmente, eine Reihe),
    rann an den mac, dein Text durchgegangen und nach 10 min war mein erstes Pano fertig.
    Ick freu mir.
    Vielen Dank dafür, ich will mehr……

    Gruß Peter

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